NHA, Lasik, Katerakt,CNV,heftige Glaskörpertrübungen

fth68 @, Montag, 07. Mai 2018, 23:09 (vor 15 Tagen) @ Angel210

Hi,

Man muss auch dazu sagen, dass der Mensch sich im Laufe der Zeit an viele Dinge gewöhnen kann, die man am Anfang noch vor unvorstellbar und unerträglich gehalten hat.

Kannst du mir netterweise zwei Beispiele nennen wie du das geschafft hast unangenehmen Situation anders umzugehen?

Es gibt den alten Spruch 'Die Zeit heilt alle Wunden', d.h. im Laufe der Zeit nimmt man Probleme nicht mehr so stark wahr wie anfangs. Durch die Gewöhnung blendet das Gehirn sie zunehmend aus und stellt den Fokus zum Selbstschutz auf Ausblendung. Sicher nicht immer und nicht bei jedem, aber doch sehr oft.

Um bei den Beispielen der Augen zu bleiben: Anfangs dachte ich nicht, dass ich mich je an herumschwirrende Glaskörpertrübungen gewöhnen könnte. Wenn ich dann gelesen habe, dass Augenärzte dass gar nicht als Krankheit sehen und raten, sich "einfach dran zu gewöhnen", kam ich mir einfach hilflos vor. Ich mochte nicht mehr rausgehen in helle Umgebungen oder vor blauen Himmel (wo man die GK-Trübungen ja besonders deutlich sieht), sondern habe versucht, mich im Halbdunkeln einzuigeln.

Nach längerer Zeit (mehrere Jahre) war es dann aber tatsächlich so, dass mein Gehirn auf "Durchzug" geschaltet hat. Die Trübungen sind nicht weniger geworden, aber sie belasteten mich nicht mehr und ich musste mich nicht mehr auf die Wahrnehmungsfehler im Blickfeld (sagen wir mal 3% der 'Pixel') konzentrieren, sondern auf das Fehlerfreie (sagen wir mal 97%).

Ähnlich erging es mir nach meinen Augen-OPs bei der NHA, wo meine Linse durch Silikonöl trüb wurde (myopisierende Kernsklerose im Fachjargon) und ich einige Monate lang mit dem Auge zunehmend immer schlechter sah. Auch hier hatte ich anfangs kaum noch Lust irgendwas zu machen und habe mich immer mehr auf die Fehler im Sichtfeld konzentriert. Und auch hier habe ich gemerkt, dass nach einigen deprimierenden Wochen mein Gehirn meine Wahrnehmung zunehmend weg vom Problem geschaltet hat.

Daher weiß ich aus eigener Erfahrung, dass man auf Dinge, die einem am Anfang ausweglos übel erscheinen, nach längerer Zeit eine optimistischere Sicht bekommen kann.

LG, Thorsten


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