Augenerkrankung und Schilddrüse

Inka, Mittwoch, 19. Februar 2020, 11:40 (vor 146 Tagen)

Hallo,

ich bin neu hier im Forum, habe mich gerade erst angemeldet und ein bißchen in den Beiträgen geschmökert. Aber ich denke, ich habe eine kleine Anregung, die vielleicht auf positives Echo stößt. Denn bei meiner (allerersten) Netzhautuntersuchung in der Augenklinik machte mich der behandelnde Arzt darauf aufmerksam, dass mein linkes Augenlid nicht richtig schließt. Ich war da, weil ich einige Tage zuvor Lichtblitze gesehen hatte und mir empfohlen worden war, die Ursache schnellstmöglich abzuklären. Es stellte sich dann heraus, dass ich einen Riss in der Netzhaut des linken Auges hatte und ich wurde gelasert. Der Arzt vermutete als Ursache u.a. auch den unzureichenden Lidschluss an dem erkrankten Auge, weil es dadurch wohl zu trocken ist.

Und nun ein kleiner Exkurs, mit dem ich zu einem Thema überleiten möchte, das ich persönlich in diesem Zusammenhang mittlerweile für sehr interessant halte. Ich denke, es könnte mal spannend sein, zu prüfen, wieviele hier im Forum auch zusätzlich eine Schilddrüsenerkrankung haben. Denn die Schilddrüse hat zum Teil auch teilweise gravierende Auswirkungen auf die Augen, insbesondere bei vorliegendem Morbus Basedow oder bei Hashimoto.

Im Internet habe ich dazu u.a. Folgendes gefunden: "(...) Der Zusammenhang besteht nun darin, dass die Augenmuskeln sowie Binde- und Fettgewebe in der Augenhöhle an ihren Oberflächen Ähnlichkeiten mit den Strukturen der Schilddrüse haben. Bei einer entsprechenden Fehlsteuerung des Immunsystems werden daher häufig sowohl die Schilddrüse als auch die Augen angegriffen (...)."

Vor ca. 35 Jahren hatte ich mal zeitweise (immer nur einige Stunden pro Tag zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlicher Ausprägung) Schwierigkeiten, deutlich zu sehen. Bei der augenärztlichen Untersuchung stellte sich heraus, dass ich bei diesen Gelegenheiten eher leicht verdoppelt sah und nicht undeutlich. Er hatte zunächst den Verdacht, dass ein Hirntumor die Ursache sein könnte und schickte mich zum CT. Alles in Ordnung. Beim nächsten Gespräch fragte er mich aus und nickte wissend, als ich ihm erzählte, dass ich eine (damals laut Arzt noch undefinierbare) Schilddrüsenfehlfunktion habe. Da sind u.a. Auswirkungen auf die Augen bzw. auch auf die Sehkraft typisch. Nur leider wusste mein damaliger Internist davon seltsamerweise gar nix ...

Heute weiß ich, dass ich "Hashimoto" habe, eine Autoimmunerkrankung, bei der die Schilddrüse sich selbst angreift und zerstört ... und teilweise auch andere Bereiche im Körper. Leider hat es über 30 Jahre gedauert, bis ich einen vernünftigen Arzt gefunden habe, der in der Lage war, dies zu diagnostizieren (blöderweise waren meine Schilddrüsenwerte immer normal, im Fachjargon "im Schwankungsbereich"). Und der v.a. auch in der Lage war, mich sinnvoll zu behandeln. Letztendlich habe ich mir aber schon Jahre zuvor selbst die Diagnose gestellt, über ein Selbsthilfe-Forum (dem Euren nicht unähnlich) einen guten Arzt gefunden und konnte so ENDLICH die richtige Behandlung bekommen. Allerdings hatte ich bislang nur Kreislaufprobleme, Schwindel, Stimmungsschwankungen und sehr starke rheumatische Beschwerden. Augenprobleme hatte ich gute 3 Jahrzehnte nach dieser ersten Geschichte gar nicht mehr.

Aber nun habe ich aus gegebenem Anlass wieder mal im Internet geschmökert und zum Thema Endokrine Orbitopathie habe ich einen Hinweis gefunden, den ich sehr wichtig finde:

"(...) Der Entzündungsprozess geht mit einer Schwellung der Gewebe einher. Aufgrund der Begrenzung durch die knöcherne Augenhöhle entsteht für das Auge und sein umgebendes Gewebe ein Platzmangel und es kommt daher zu einer Verlagerung nach vorne (...) Bei der endokrinen Orbitopathie handelt es sich um eine sogenannte Autoimmunerkrankung. Ursache ist eine fehlgesteuerte Immunreaktion. Hierbei richten sich Zellen des körpereigenen Abwehrsystems gegen bestimmte Bestandteile der Augenhöhle: es kommt zu Entzündungen im Binde- und Fettgewebe der Augenhöhle sowie an den Augenmuskeln und Lidern. Das Gewebe schwillt an und vermehrt sich (...) In der Folge treten eine Reihe verschiedener Symptome auf:

Exophthalmus: Hervortreten der Augen
Ungenügender Lidschluss, wodurch die empfindliche
Hornhaut exponiert wird
Austrocknung der Hornhaut mit Augenbrennen,
Augenrötungen, Fremdkörpergefühl, stark tränende
Augen, Lichtempfindlichkeit, verschwommenes Sehen
und Sehverschlechterung
Entzündung der Bindegewebe, Augenmuskeln und Lider
mit Schielen und Doppelbildern, Augenschmerzen,
Augenbewegungsstörungen, seltener Lidschlag (...)"

Bei der allerersten Untersuchung in der Klinik, vor dem Lasern, sagte mir der Arzt, dass mein linkes Augenlid nicht richtig abschließt, weshalb mein Auge allgemein zu trocken ist und die Hornhaut dadurch auch dauerhaft beeinträchtigt wird ... Und er war der Meinung, dass dies - neben verschiedenen anderen Faktoren - auch ein wesentlicher Grund für die Rissbildung in der Netzhaut meines Auges sein könnte.

Vielleicht ist es ja nur Zufall, aber ich dachte, ich schreibe mal was dazu ...

Schöne Grüße,
Inka


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