Linsentrübung nach Netzhaut-OP

fth68 @, Sonntag, 29. März 2020, 23:34 (vor 57 Tagen) @ Vanessa

Hallo Vanessa,

Gute zwei Wochen nach der Op war das Gas ganz weg und bei einem weiteren Kontrollbesuch war man dann überrascht, dass meine Sehkraft auf 15% runter gegangen ist. Mir selbst ist es nicht mal aufgefallen, da mein Gehirn es wohl geschafft hat, es auszugleichen.

Das Gehirn ist echt gut in sowas. Daher merken es ja viele Patienten mit Glaukom erst viel zu spät, wenn ein Auge ausfällt.

*Frühzeitige Linsentrübung* wurde mir gesagt. Ich solle abwarten. Dafür sehe ich mit dem rechten, operierten Auge nun auf kurze Distanz besser als mit dem linken.
Kann sich das Auge gewandelt haben, bzw die Weitsichtigkeit durch die OP weg sein, bzw weniger werden? Ich sehe Buchstaben auch wellenartig, was mich allerdings nicht so sehr stört.

Das Wellige kann einiges sein, Du hast dazu ja auch schon eine Antwort bekommen. Im einfachsten Fall ist es vielleicht eine 'Falte' in der angelegten Netzhaut. Aber das ist eine Sache für Deine nächste Kontrolluntersuchung.

Die Geometrie des Auges wird sich durch eine OP nicht wandeln. Von daher wird sich auch die geometrische Ursache von Kurz- oder Weitsichtigkeit nicht wesentlich verändern.

Die Linse dagegen kann sich problemlos innerhalb von 2 Wochen eintrüben und entsprechende Effekte verursachen. Ist bei mir leider auch anscheinend der Fall. Ich habe nun seit fast 8 Wochen Gas im Auge gehabt und mir wohl leider auch eine bleibende, frühzeitige Linsentrübung eingefangen. Bei mir führte diese zu einer Myopisierung von mehr als -2 Dioptrien. Ich bin also nochmal 2 Dioptrien kurzsichtiger als vorher, was ich zur Zeit experimentell mit einer Tages-Kontaktlinse ausgleiche.

Gehe ich richtig in der Annahme, dass, wenn die Sehkraft nach der OP auf 40% war und dann auf 15% runter ist, sie auch mit viel Geduld nicht mehr wieder zurückkommt?

(1) Mir wurde nach meiner ersten Augen-OP und Sehkraft um 60% - 80% gesagt, "besser wird's nicht mehr". Wurde es aber (100%). Also - niemals die Hoffnung aufgeben.

(2) Wenn die nachlassende Sehkraft an der Linse liegen sollte, ist es langfristig eh' kein Thema. Eine kleine Routine-OP und der Visus ist ggf. wieder 100%.

Kann man 15% oder weniger noch mit einer Brille ausgleichen? Ich weiß, dass ich früher oder später eine neue Linse brauche, aber dafür wird es bei mir noch viel zu früh sein, da die Op erst 6 Wochen her ist.

Man sagt oft 12 Wochen ist so eine magische Abwartegrenze.
Danach sollte man es neu beurteilen.

Ab wann macht es Sinn, die Brille anzupassen, falls das bei mir möglich ist? Kann die Linsentrübung auch *innehalten* und auf den jetzigen Stand bleiben, ohne dass diese ausgetauscht werden muss?

Kurz nach der OP gibt es noch die Gaskatarakt. Diese sollte sich aber maximal 3 Wochen nach Resorption des Gases zurückgebildet haben.

Ansonsten kann die Trübung tatsächlich stagnieren bzw. langsam ablaufen. Wenn das die Ursache für Deine Sehkraftverschlechterung ist, muss es aber schon eine recht weit gediehene Kernsklerose sein. Daher würdest Du wohl auch nicht viel Spaß haben, wenn es einfach so bleibt.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles Gute und hoffe, dass die Grundlage deiner Sehkraftverschlechterung die Linse ist (weil sich diese Ursache von allem am einfachsten und dauerhaftesten erledigen lässt).

LG, Thorsten


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