Flüssigkeit unter der Netzhaut

Claus @, Mittwoch, 03. November 2021, 14:17 (vor 24 Tagen) @ Ira2020

Hallo,
Du wirst sicherlich schon die Erfahrung gemacht haben, dass, wenn man drei Ärzte fragt, mindestens 5 verschiedene Meinungen hört, wenn einige nicht nur eine Meinung vertreten, sondern auch Alternativen darstellen.
Als medizinischer Laie ist man dann schnell überfordert.

Ob nun Erfahrunsberichte von anderen Forenteilnehmern den Kenntnisstand zur eigenen Erkrankung nennenswert erweitern, oder zu zusätzlichen Verunsicherungen führen, sei dahingestellt.
Wie sagte mal vor vielen Jahren die Schauspielerin einer beliebten Fernsehserie: Wenns schee macht...

Meine Netzhautablösung vor ca. 20 Jahren:
Nachdem ich auf dem li. Auge oben einen Schatten bemerkt hatte, wurde ich von der Vertretung meiner urlaubenden AÄ in eine Universitätsklinik eingewiesen, wo mir zusätzlich zur Vereisung eine Plombe aufgenäht wurde.
Der Schatten blieb.

Nach 14 Tagen(!) wurde ich entlassen mit der Bemerkung (Prof.), dass sich noch Wasser unter der Netzhaut befinden würde, was sich vielleicht noch zurückbilden könnte.
Einer der vielen wechselnden Assistenzärzte (Uni-Klinik) hatte vorher auf meine Frage die Meinung geäussert, der Schatten würde mein restliches Leben wohl bleiben.

Bei der Kontrolluntersuchung meiner wieder zurückgekehrten AÄ schlug diese die Hände über dem Kopf zusammen und deutete an, dass diese OP wohl nicht ganz optimal gelaufen sei.
Sie überwies mich als Notfall in Ihre Ausbildungsklinik wo der dortige Prof. ebenfalls feststellte, dass das so nichts werden würde.
Da ich wohlweislich nüchtern war, lag ich eine halbe Stunde später auf dem OP Tisch und es wurde eine Vitrektomie mit Gas durchgeführt, bei der die Netzhaut angelegt wurde.
Bei den täglichen Kontrolluntersuchungen wurde ich immer zuerst vom Assistenzarzt und danach vom Prof. untersucht.
Der Tag der Entlassung rückte näher. Einen Tag vorher sagte der Ass.Arzt noch, dass nicht alles in Ordnung wäre, 5Min. später bei der Untersuchung des Profs meinte dieser: alles in Ordnung.
Das nur zur Thematik: unterschiedliche Meinungen.

Endergebnis: Schatten war weg und ist bis heute weggeblieben.

Im Laufe der Jahre kamen einige Gesichtsfeldausfälle hinzu, die aber nicht merklich stören.
Ursache? Kann man spekulieren: Nachstarlaserung nach Star OP, verpfuschte OP, Engwinkelglaukom?
Keine Ahnung, und die Ärzte wissen es auch nicht. Man muss es nehmen wie es kommt, ändern lässt es sich sowieso nicht.

Als meistens passiver Leser hier im Forum frage ich mich jedoch, was bringt so ein Bericht? Die individuellen Verhältnisse gestatten wohl kaum eine 1:1 Übertragung der Kranken- und Behandlungsgeschichte.

Grüsse
Claus


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