Erfahrungsbericht Netzhautforamina und Abhebung Teil 1

BellaKarloff, Niedersachsen, Montag, 19. September 2022, 12:01 (vor 14 Tagen) @ KAtharina

Wie so viele habe auch ich immer wieder hier im Forum Informationen und Erfahrungen gefunden, während ich selbst wegen Netzhautproblemen in Behandlung war.
Ich habe schon ein paar mal √ľberlegt, auch meine Geschichte zu teilen, war bisher aber nicht so weit.
Ich hoffe, dass ich das rein nun technisch richtig mache, dies ist tats√§chlich meine allererste Forumsmitgliedschaft √ľberhaupt!

Aktuell geht es mir mit meinen Beschwerden und √Ąngsten sehr schlecht, das vielleicht als kleine Warnung vorweg.

Zu mir: Ich bin nun 33, war, als es los ging 32, stark kurzsichtig (links 8, rechts 7,75 Dioptrien). Bis das mit den Augen los ging, arbeitete ich teilzeit (3/4, später habe Stelle) in sehr anstrengenden Dienstleistungsberufen, permanenter Stress, lange Tage, kurze Pausen und nebenberuflich als Illustratorin.
Meine Leidenschaften sind bzw waren Kunst, Kino und actionreicher Sport. Ich kletterte und boulderte seit 10 Jahren, machte an den Tagen, wenn ich nicht kletterte Kraftsport und liebte es, mit dem MTB steile Abfahrten runterzubrettern.

Los ging es mit einem fetten weißen Blitz mitten in der Nacht, gerade beim eindösen, da war es, als ob jemand mit Blitz fotografiert hätte. Das war im September 2021.
Sicht war allerdings noch normal. Da ich schon hin und wieder mal den Hinweis erhalten hatte, solche Ph√§nomene abkl√§ren zu lassen, rief ich am n√§chsten Tag beim Augenarzt an und schilderte den Blitz, fragte auch, ob ich mir Sorgen machen m√ľsse, aber die Sprechstundenhilfe versicherte mir, in meinem Alter seien gef√§hrliche Sachen auszuschlie√üen und erhielt einen Termin drei Wochen sp√§ter. Bei diesem Termin wurde ich erstmal im Wartezimmer vergessen und musste nach drei Stunden Wartezeit am n√§chsten Tag nochmal wieder kommen.
Generell kann ich nicht viel Gutes √ľber die Praxis sagen, eine reine Massenabfertigung, eklig, unfreundlich, st√§ndig wechselnde √Ąrzte‚Ķ Das nur nebenbei.
Hier wurden die Pupillen weit getropft und ein Assistenzarzt schaute ins Auge, meinte, sieht alles ganz gut aus, aber ich lasse meinen Kollegen nochmal gucken.
Der Kollege kam, schaute kurz rein und meinte (‚ÄěNein, die Patientin hat keinen Ru√üregen, das sind Glask√∂rpertr√ľbungen.‚Äú und dann zu mir) ‚ÄěSie haben da ein Loch, k√∂nnen wir lasern.‚Äú
Ich w√§re fast vom Stuhl gekippt vor Schreck. In meinem Kopf totales Gedankenrasen. Ich wusste tats√§chlich schon ein bisschen was √ľber dieses Lasern, n√§mlich dass verbrannte Netzhaut f√ľr immer kaputt ist.
F√ľr mich als Illustratorin ein Alptraum. Ich also ‚ÄěJetzt?‚Äú
‚ÄěMan kann warten, w√ľrde ich aber nicht empfehlen.‚Äú
‚ÄěMuss man das machen?‚Äú
‚ÄěJa, sonst k√∂nnen Sie blind werden.‚Äú
Ich versuchte fieberhaft, so viele Infos wie m√∂glich zur Prozedur zu erfragen, leider half es nicht, dass beide √Ąrzte des Deutschen nur leidlich m√§chtig waren. Mir wurde versichert, man w√ľrde sp√§ter keine Sehst√∂rungen zur√ľck behalten.
Im Laserraum ohne Brille, mit weit getropften Pupillen und schon ziemlich geblendet von der langen Augenspiegelung sah ich wenig und bekam eine Risikobelehrung in die Hand gedr√ľckt. Auf meine Frage, was da steht, sagte die entnervte Sprechstundenhilfe, na, jede Behandlung h√§tte ja Risiken. Eine OP im Krankenhaus h√§tte ja auch immer Risiken. Aha.
Der Arzt kam und es ging gleich zur Sache, nicht bewegen bitte. Leider war das Lasern in meinem Fall irgendwie verdammt schmerzhaft. Zwischendurch musste ich um eine kurze Pause bitten, halb am hyperventilieren und halb am heulen. Er wollte mir anhand von ergoogelten Bildern an seinem Computer zeigen, wie so Brandherde auszusehen haben. Tja, da konnte ich nat√ľrlich gerade nicht viel von sehen...
Nachdem er fertig war, wurde wieder reingeleuchtet, sein Kollege auch nochmal, dann wurde mir beim Rausgehen noch mitgeteilt, achja, nicht lesen, kein Sport machen die nächsten zwei Wochen, Risiko, dass sich an der frischen Wunde was löst, sei jetzt besonders groß…
Ich war total fertig und v√∂llig geblendet und musste mir heulend den Weg nach drau√üen ertasten. Das nahm die Sprechstundenhilfe noch mit schnippischem Kommentar zur Kenntnis, dr√ľckte mir einen Termin zur Kontrolle in die Hand und lie√ü mich die Treppen runter wanken.
Ich traute mich in der kommenden Woche rein gar nichts, wartete zwei Tage, bis das Blenden aufhörte und hatte zum ersten Mal so richtig Angst.
Im Verlauf der Woche ging dann das Netzhautblitzen los. Im Nachhinein passt es genau auf die gelaserte Stelle. Das Loch lag perifer zwischen 18 und 19 Uhr, halbrunde Photopsien starteten √ľberwiegend bei 11 Uhr. Erst im Heilungsprozess ab und zu, mal an einem Tag, am anderen nicht, ganz kurz als ob sich der Kegel einer Taschenlampe ins Auge schiebt und dann verschwindet. Au√üerdem hatte ich die erste Zeit noch wahnsinnige Schmerzen im behandelten Auge.
Bei der Kontrolle sagte der Arzt ‚ÄěBin zufrieden‚Äú, das wars. Ich k√∂nne jetzt alles wieder machen. Die Schmerzen schob er auf trockene Augen (die ich zugegebenerma√üen habe, deren Schmerzen sich allerdings deutlich anders anf√ľhlen).
Wie es jeder Augenarzt, der etwas auf sich h√§lt, praktiziert, beherrschte auch er die Kunst, einen mit tausend Fragen vor die T√ľr zu setzen und die gestellten zu ignorieren.
Leider ging es mit den Problemen jetzt erst richtig los, denn das Blitzen im Auge nahm wöchentlich zu.


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