Erfahrungsbericht Netzhautablösung

Ann-Christin, Dienstag, 24. Juli 2018, 22:20 (vor 21 Tagen)

Hallo ihr Lieben,
nachdem ich nun schon einige Zeit in diesem Forum hin und her gelesen habe, möchte ich euch meine Erfahrungen bzw. die Erfahrungen meiner Mutter schildern.

Sie hatte im März diesen Jahres plötzlich so schwarze Punkte im Auge wahrgenommen und ist daraufhin zum Augenarzt gegangen. Diese bescheinigte ihr, alles wunderbar, würde am Alter liegen. Da im April eine weite Flugreise (Asien) bevorstand hat meine Mutter die Ärztin gefragt, ob dies bedenklich sei. Die Ärztin meinte aber, gar kein Problem.

Nach der Reise wurden die Symptome Mitte April immer schlimmer mit Rußregen, vermehrten Punkten und Blitzen. Daraufhin bin ich mit meiner Mutter zu einem anderen Augenarzt gefahren. Auch dieser sagte, es hätte mit dem Alter zu tun, alles bestens..

Danach dauerte es nur noch 4 Wochen, bis sich der schwarze Vorhang über das linke Auge meiner Mutter zog, sodass sie mit meinem Vater in eine Notarztpraxis gefahren ist, welche sie sofort in eine Augenklinik überwiesen hat, wo sie am nächsten Tag notoperiert wurde. Diagnose: Netzhautablösung über Makula

Die OP ist nun fast 10 Wochen her und ich bin froh, dass die Netzhaut bisher wieder anliegt. Natürlich ist die Sehkraft sehr eingeschränkt, da schon die Makula abgelöst war. Ich bin tottraurig, dass 2 Augenärzte unabhängig voneinander nicht einmal die Möglichkeit einer Netzhautablösung erwähnt haben. Wir kannten bis zur OP diese Erkrankung überhaupt nicht!

Das Leben ist natürlich jetzt sehr eingeschränkt und sie sieht auf dem linken Auge sehr verzerrt (gerade Linien krumm z.B.). Ich frage mich, ob dies mit der Zeit noch besser werden kann?

Es grüßt eine sehr traurige Tochter..

Erfahrungsbericht Netzhautablösung

Silvia Aachen, Sonntag, 29. Juli 2018, 12:24 (vor 17 Tagen) @ Ann-Christin

Liebe Ann-Christin,
Mich hat man früher als ich schon sehr kurzsichtig war auch nicht darauf hingewiesen, dass ich den Augenhintergrund untersuchen lassen sollte. Mit 21 Jahren hatte ich dann auch eine NHA am linken Auge. Die Jahre darauf verliefen sehr gut, meine Netzhaut war nie mehr auffällig. Bis vor 9 Monaten, weitere degenerative Erkrankungen dazu kamen.
Ich bin selber Mutter von zwei Kindern, 20 und 17 Jahre alt. Beide sind traurig über meinen Zustand, ich habe mich in der Zeit sehr verändert! Vorher war ich positiv, lebensbejahend, sportlich sehr aktiv, der Tag könnte nicht genug Stunden haben.Das alles hat sich sehr verändert. Angst und Sorge halten mich nach wie vor gefangen, obwohl es deutlich besser geworden ist. Mit Hilfe einer Therapie. Das sollte deine Mutter in jedem Fall auch machen! Ich dachte bisher, dass ich niemals eine Depression bekommen würde. Krankheit ist hierbei eben unberechenbar. Ich lerne, auch wenn es nach wie vor sehr schwierig ist, damit zu leben.
Ich kann deine Sorge sooo gut nachvollziehen, meine Tochter ist auch trauriger, oder hat es schwerer damit umzugehen als mein Sohn.
Ich kann mit meinem schlechteren Auge oft noch ganz gut gucken, die Sorge bleibt und die Traurigkeit ist nach wie vor da wenn ich darüber nachdenke was ich verloren habe! Bis letzten Oktober könnte ich noch sehr gut sehen.
Das Auge braucht Zeit und es wird sich sicherlich auch noch etwas tun, obwohl es nicht die beste Ausgangssituation ist wenn die Netzhaut einmal von der Makulatur abgelöst ist.
Es gibt leider Dinge die man nicht ändern kann, dass zu akzeptieren braucht Zeit, mit Unterstützung schafft das jeder!
Ich wünsche deiner Mutter viel Glück!!!

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