Grundlagenwissen hintere Glasköperabhebung

KAtharina ⌂ @, Camburg/Thüringen, Montag, 30. Juli 2018, 10:20 (vor 16 Tagen)

Da es immer wieder Fragen zu dem Thema gibt hier eine Zusammenfassung zum Thema ;-)

Die rhegmatogene Netzhautablösung ist die häufigste Form der Netzhautablösung.
Die Ursache ist in den meisten Fällen eine akute hintere Glaskörperabhebung.

Hintere Glasköperabhebung und die vitreoretinale Grenzschicht – Grundlagen zum Verständnis

Obwohl es sich nicht um eine Netzhauterkrankung im engeren Sinne handelt, möchte ich zur besseren Verständlichkeit der gesamten Problematik auf dieses Thema gesondert eingehen.

Der Glaskörper ist eine gelartige Substanz die den Großteil des Augapfels ausfüllt, also den Raum von der Augenlinse bis zur Netzhaut, der innersten Schicht der Augapfelwand.

Der Glaskörper ist von einer sehr dünnen Membran, der Glaskörpergrenzmembran, umgeben. Im gesamten Bereich gibt es mehr oder weniger feste Anheftungen zwischen Glaskörper und Netzhaut.
Feste Anheftungen bestehen im Makulabereich, am Sehnerv, an den Netzhautgefäßen und der äußersten Netzhautperipherie.

Als vitreoretinale Grenzschicht bezeichnet man also Verbindung zwischen der Glaskörpergrenzmembran und der Netzhaut.

In dieser Grenzschicht können sich krankhafte Veränderungen abspielen, typische Folgen sind die epiretinale Gliose und das Makulaforamen.

Der Glaskörper besteht zu 98 % aus Wasser, zu 2 % aus Eiweißbestandteilen mit einem dünnen Fasergerüst. Im Laufe der Zeit entmischen sich Wasser und Eiweißbestandteile, es kommt zu einer Schrumpfung des Glaskörpers. Die sonst feinen und gleichmäßigen Fasern mit ihren Eiweißbestandteilen trennen sich vom Wasser und ballen sich, vorher durchsichtig, zu lichtdichten Strukturen zusammen.

Diese nehmen wir als sogenannte „Mouches volantes“ wahr, fliegende Mücken, verästelte schwebende Strukturen im Auge, Glaskörpertrübungen oder Floater genannt.

Es handelt sich um einen vollkommen normalen Prozess, der bei jedem Menschen im Laufe des Lebens auftritt, meist ab einem Alter von 50 Jahren, bei Kurzsichtigen bedingt durch den zu langen Augapfel und die dadurch stark gedehnte Netzhaut auch schon wesentlich früher. Auch nach Katarakt- Operation und Verletzungen des Auges kann dieser Prozess schon früher einsetzen.

Viele Menschen bemerken diesen Vorgang gar nicht, allerdings kann es auch zu problematischen Verläufen, sprich einer Netzhautablösung kommen.

Durch die Anhaftungen des Glaskörpers kann es zu einem Zug auf die Netzhaut so wie die Gefäße kommen.
Folge sind Einblutungen (zu sehen als Russregen) in den Glaskörper durch eingerissene Gefäße sowie Netzhautlöcher oder Risse.
Hier spricht man von der rhegmatogenen Netzhautablösung, welche die häufigste Form der Netzhautablösung darstellt.
Diese Netzhautdefekte findet man meist im oberen Bereich, da der Glaskörper durch die Schwerkraft absinkt.

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Liebe Grüße
KAtharina

Warte nicht, bis der Regen vorüber ist. Lerne, im Regen zu tanzen!

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