Arztdichte - Statistik - trockene Zahlen

Michael_03 @, BaW√ľ, Samstag, 06. Juli 2019, 10:39 (vor 50 Tagen)

Hallo

ich hatte den Beitrag von KAtharina Erschreckende Arztsituation - kein Termin f√ľr Kind m√∂glich
http://www.forum.netzhaut-selbsthilfe.de/index.php?id=42828
gelesen.
Eigentlich d√ľrfte es sowas in einem reichen Land wie der BRD nicht geben.
Deshalb habe ich versucht, etwas zu recherieren.

Gefunden habe ich bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung folgende interaktive Landkarte.
In die kann man auch reinzoomen.
http://gesundheitsdaten.kbv.de/cms/html/16402.php
Hier kann man sich verschiedene statistische Angaben bzgl. der Arztsituation anzeigen lassen.
Bei der Auswahl habe ich die Punkte

  • Arztdichte (√Ąrzte pro 100.000 Einwohner)
  • Augen√§rzte
  • Kreise (Landkreise)
  • und das Jahr 2018 gew√§hlt.

Ergebnis:
Camburg liegt im Saale-Holzland-Kreises in Th√ľringen.
Hier berägt die Augenarztdichte 7,0 pro 100.000 Einwohner.
Im benachbarten Kreis Jena Stadt beträgt die Augenarztdichte schon 12,8 pro 100.000 Einwohner.
Im Kreis Weimar Land nur 4,9 pro 100.000 Einwohner.
Da KAtharina auf die Augenarztsituation in den östlichen Bundesländern verwiesen hat, hier die Dichte in meinem Landkreis im Westen der Republik: 6,2 pro 100.000 Einwohner.


Bewertung:
Die nackten Zahlenwerte gegen√ľber zustellen, ist ein erster Ansatz.

Zu beachten ist:
Interessant ist nat√ľrlich auch die Altersstruktur in den Kreisen (√§ltere Menschen m√ľssen √∂fters zum Arzt als j√ľngere). Deshalb kann in einem "jungen" Kreis eine niedrigere Arztdichte ausreichend sein.
Viele √Ąrzte wollen ihre Praxis in einer Stadt haben, da hier verst√§rkt Menschen mit h√∂herem Einkommen wohnen und somit eher privatversichert sind. Da k√∂nnen die √Ąrzte dann mehr verdienen.

Macht Stadtluft dann nicht nur frei, sondern auch gesund?

Weitere interessante Fakten:
Mehr als die H√§lfte der niedergelassenen √Ąrzte ist √ľber 50 Jahre alt.
Und der Nachwuchs fehlt.
Kann sich glaub jeder ausrechnen was dies bedeutet, wenn die √Ąrzte in Rente gehen.

Erschwerend kommt hinzu, dass deutsche √Ąrzte in's Ausland (vorallem in die Schweiz) abwandern!
Wer es genauer wissen möchte, hier der Link
Quelle: https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/pdf-Ordner/Statistik2018/StatTab13.pdf

Letztlich gibt es eine Wanderungsbewegung:
√Ąrzte aus Deutschland gehen in's Ausland.
Auf die frei werdenden Stellen r√ľcken dann verst√§rkt √Ąrzte aus dem Ausland (vor allem Rum√§nien ,Syrien und Griechenland) nach.
Quelle: https://www.bundesaerztekammer.de/ueber-uns/aerztestatistik/aerztestatistik-2018/

In der Hoffnung, Euch jetzt nicht allzusehr mit trockenen Zahlen gelangweilt zu haben.

LG

Michael

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