NH Vitrektomie (hintere) ohne Endotamponade

Mati, ├ľsterreich - Graz, Samstag, 14. M├Ąrz 2020, 09:44 (vor 14 Tagen)

Ich hatte vor zwei Wochen eine Vitrektomie an meinem linken Auge - Diagnose: Makulapucker - und w├╝rde mich gerne ├╝ber die Erfahrungen vor, bei und nach der OP austauschen. So viel im Voraus: Bis dato nur positive Erfahrungen und gebe Infos gerne weiter.
LG Mati

NH Vitrektomie (hintere) ohne Endotamponade - Erg├Ąnzung

Mati, ├ľsterreich - Graz, Donnerstag, 19. M├Ąrz 2020, 11:26 (vor 9 Tagen) @ Mati

Mich w├╝rde vor allem interessieren:
Wie ist es Euch bei der OP mit ├Ârtlicher Bet├Ąubung (Spritze)und Sedierung gegangen? Was habt ihr von der OP mitbekommen - gesehen,gesp├╝rt?
Wie habt ihr nach der Verbandabnahme gesehen und wie hat sich das Sehen weiterentwickelt?
Wie war das Auge nach der OP?
Ich freue mich auf Eure Nachrichten.
Liebe Gr├╝├če, Helga

NH Vitrektomie (hintere) ohne Endotamponade - Erg├Ąnzung

fth68 @, Sonntag, 22. M├Ąrz 2020, 13:24 (vor 6 Tagen) @ Mati

Hi Helga,

Mich w├╝rde vor allem interessieren:
Wie ist es Euch bei der OP mit ├Ârtlicher Bet├Ąubung (Spritze)und Sedierung gegangen? Was habt ihr von der OP mitbekommen - gesehen,gesp├╝rt?

Ich hatte nun inzwischen 2 NHA-OPs mit ├Ârtlicher Bet├Ąubung. Schmerzhaft war jeweils nur ein kurzer Druckschmerzaufbau nach dem Setzen der Spritze - aber keine gro├če Sache.

Von der OP habe "sehenden Auges" (wenn auch v├Âllig unscharf) mitbekommen, wie die Instrumente im Inneren des Auges herumfuhrwerkten, der Glask├Ârper geschreddert und abgesaugt wurde etc. Bei der Kryopexie habe ich auch einen leichten K├Ąlteschmerz gesp├╝rt.

Wie habt ihr nach der Verbandabnahme gesehen und wie hat sich das Sehen weiterentwickelt?

Da ich eine Gastamponade hatte, war nur Hell/Dunkel wahrnehmbar. In den ersten 3 Tagen war mein Visus nur "hbw", also Handbewegungen erkennbar, aber noch keine Finger abz├Ąhlbar. Das ist aber relativ normal.

Erst wenn die Augenfl├╝ssigkeit ├╝ber die Linse schwappt, kann man seinen Visus sinnvoller beurteilen. Der ist bei mir in der N├Ąhe (20 - 25cm mit Brille -6 Dioptrien) ok, ich kann also auch kleine Schriften scharf sehen. Oberhalb der 25cm wird er allerdings zunehmend unbrauchbar. Offensichtlich ist meine Linse durch das Gas (bei mir C3F8, also das "harte Zeug" mit 6-8 Wochen Verweildauer) leider beeintr├Ąchtigt und mit ca. 2-3 Minusdioptrien myopisiert. Da dieser Eindruck leider schon seit 4 Wochen so stagniert, bef├╝rchte ich, dass die Gaskatarakt sich hier nicht mehr zur├╝ckbildet und ich eine Kunstlinse brauchen werde. Aber vielleicht und hoffentlich irre ich mich und muss nur noch ein paar Wochen l├Ąnger geduldig sein.

Wie war das Auge nach der OP?

Es sah ├Ąu├čerlich aus, als h├Ątte ich mir eine L├Âtlampe reingehalten. Ist dann aber innerhalb von 2 Wochen wieder gut verheilt.

Kleine Warnung:
Bei meiner ersten OP ist es leider nicht gut verlaufen. Damals hatte ich auch eine "mildere" Gastamponade drin. Innerhalb der ersten Woche nach OP hatte ich einen r├Âtlich-dunklen Bereich wahrgenommen, den ich aber als normalen Effekt der Augen-OP und des Gases gedeutet hatte. Erst als der "Gasspiegel" ├╝ber der H├Ąlfte war und ich den Visus wieder normaler beurteilen konnte, stelle ich fest, dass auch dort der abgedunkelte Bereich gegeben war. Langer Rede kurzer Sinn: Eine Re-Ablatio unter Gas. Musste daher dann sofort nochmal operiert werden, dann mit ├ľl, was dann auch hielt.

LG, Thorsten

NH Vitrektomie (hintere) ohne Endotamponade - Erg├Ąnzung

Mati, ├ľsterreich - Graz, Sonntag, 22. M├Ąrz 2020, 15:23 (vor 6 Tagen) @ fth68

Hallo Thorsten,
vielen Dank f├╝r deine ausf├╝hrliche Schilderung zu meinen Fragen. Da ich ja keine Tamponade bekommen habe, war meine Sicht nach der Abnahme des Verbandes sehr gut und meine Freude dar├╝ber gro├č. ├ťbrigens wurde erst bei der OP entschieden, dass da nichts rein kommt. Lediglich mein Auge war bis auf ein paar kleine Inselchen blutrot. Nach etwa zehn Tagen war alles weg.
Von der Spritze habe ich eigentlich nichts mitbekommen, au├čer der Mitteilung des Chirurgen, dass er jetzt die Spritze gibt, ich aber nichts sp├╝ren werde.
Die gro├če ├ťberraschung war w├Ąhrend der OP, wo ich zu Beginn wie du ein undefinierbares Herumfuhrwerken gesehen habe, dass ich urpl├Âtzlich total klare Sicht hatte. Ich bin dar├╝ber nicht erschrocken und habe mir nur gedacht, dass ich das jetzt ansehen muss, ob ich das will oder nicht, da man ja das Auge nicht schlie├čen und auch nicht wegsehen kann. Das hei├čt, ich habe diese Minipinzette verfolgt, wie sie das H├Ąutchen (Membran) nach und nach abgezogen hat und dann damit verschwunden ist. Mich hat dies so fasziniert, dass ich dieses Erlebnis nicht mehr missen m├Âchte. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich das ├╝berhaupt h├Ątte sehen sollen. Normalerweise (lt. Suche im Internet) sollte die Spritze auch auf den Sehnerv wirken.
Alles in Allem war die ganze OP harmlos. Ich will damit sagen, es braucht sich keiner davor f├╝rchten.
Meinem Auge geht es nach nun drei Wochen gut - die Verzerrungen weniger und die Sicht klarer als vor der OP. Mal sehen wie weit es sich noch bessert, was fr├╝hestens in sechs Wochen der Fall sein k├Ânnte.

├ťbrigens, mein Makulapucker war mindestens 15 Jahre alt und hatte sich erst im letzten Jahr stark verschlimmert (Verzerrungen, Doppeltsehen, 40 % Sehleistung). Zuvor hatte ich dieselbe Diagnose am anderen Auge. Dieser ist schnell gekommen und nach kurzer Zeit von selbst wieder verschwunden - sehr zum Erstaunen der Augen├Ąrztin.
LG Helga

NH Vitrektomie (hintere) ohne Endotamponade - Erg├Ąnzung

Bernbiker, Frankfurt am Main, Samstag, 28. M├Ąrz 2020, 10:01 (vor 12 Stunden, 36 Minuten) @ Mati

Hallo Mati,

ich hatte Mitte Januar 2020 eine Vitrektomie links nach Ablatio. Das ganze mehr oder weniger im Eiltempo, war um 8 am Morgen in der Klinik und lag um 11 herum schon auf dem "Tisch".

Ich sah in den beiden Tagen vor dem Eingriff einen roten Schleiher im Auge, hatte Blitze und mir war klar, was es sein k├Ânnte als ich zur Notfallambulanz ins Krankenhaus ging.

Die Injektionen, 4 an der Zahl rund ums Auge und wohl auch eine davon schr├Ąg hinter den Augapfel habe ich als schmerzhaft empfunden. Die ├ärztin gab ihr Bestes inkl. einer leichten lokalen Beruhigungsl├Âsung in den Arm vorher, aber es war dennoch kein Geschenk.

Die Sache an sich habe ich auch als eher angenehm empfunden, man sieht ja quasi unbeteiligt zu, die Entfernung mit dem Vitrectom erlebte ich als bunten, roten Farbwirbel, danach wurde gelasert und immer wieder mit Fl├╝ssigkeiten gesp├╝lt und am Ende mit H2O gef├╝llt.

Die Nachsorge war eher l├Ąstig und unangehmen, Wundschmerzen ums Auge in der Nacht, dieses seltsame Sehen, tr├╝b und mit kleinen Russflocken die im Auge herumpurzelten. 24 Stunden Headdown waren auch kein Geschenk f├╝r mich.

Innerhalb der n├Ąchsten beiden Wochen baute sich die Gasf├╝llung gut ab, nach etwa einer Woche sah ich etwa so, wie wenn man durch ein leeres Weinglas blickt, Lichtbrechungen im Auge durch Spielegelungen auf dem Fl├╝ssigkeitsstand waren f├╝r mich dabei am Auff├Ąlligsten.

Seit dem mehrere Nachkontrollen, die Netzhaut liegt gut an, vernarbt und man machte mir die Hoffung, bis zum Sommer w├╝rde die volle Sehkraft zur├╝ck kommen.

Und meine starken Glask├Âpertr├╝bungen bin ich links nun auch los, das ist etwas wor├╝ber ich mich sehr freue.

Gr├╝├če Norbert

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