Störender Deckel

Aprex, Mittwoch, 01. Dezember 2021, 02:52 (vor 55 Tagen)

Liebes Forum,

bin ganz neu hier und suche Rat. Ich bin 46 Jahre alt und stark kurzsichtig: Links inzwischen -10 und rechts -8,5.

Im Juli 2021 kam es bei mir über Nacht zu einer Einblutung im linken Auge. Aufgrund der Symptome bin ich direkt zur nächstgelegenen Augenklinik. Es wurde ein großes Loch auf 11 Uhr (scheint wohl die Perspektive des Betrachters zu sein, aus meiner ist es 13 Uhr). Das Loch wurde sofort gelasert, also "umstellt". Der Rußregen ist inzwischen auch vollständig verschwunden. Was mir nur weiter Sorgen macht ist, dass der "Deckel" ständig wie ein Scheibenwischer immer wieder ins Sichtfeld gerät, insbesondere bei Bewegung des Auges. Da das Loch wohl groß war und nach Aussage des Operateurs gerade noch gelasert werden konnte, muss man wohl davon ausgehen, dass auch der Deckel groß ist und damit nachvollziehbar ist, dass er ins Sichtfeld gelangt.

Jedoch ist er sehr störend. Kann man da etwas machen? Zudem habe ich nun das Gefühl, dass die Beeinträchtigung stärker wird. Also also ob er sich verlängern würde. Ist so etwas überhaupt möglich? Kann das Loch an der Stelle des Deckels durch die Schwerkraft weiter einreissen, obwohl es umstellt ist?

Vor 1 Monat war ich zur Kontrolle. Nur leider meinte der 1. Arzt, der mich untersuchte, dass alles in Ordnung wäre. Er holte sich aber eine Ärztin zur Kontrolle. Diese meinte, es wäre ein weiteres Loch entstanden und man müsse sofort Lasern. Dann kam der Operateur um sich das genau anzusehen, wo er Lasern solle und der meinte nun plötzlich, da wäre nichts und die ganze Sache wurde direkt abgeblasen! Klar, dass ich danach die Klinik sehr verunsichert verließ. Und aktuell habe ich eben den Eindruck, dass die Beeinträchtigung durch den Deckel stärker wird.

Was passiert normalerweise damit? Kann man ihn weglasern, verschwindet er von allein, fällt er ab, also löst er sich ab oder bleibt das jetzt immer so. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, er würde nach unten ziehen.

Jetzt noch eine weitere Frage. Seit dem geschilderten Ereignis im Juli habe ich in beiden Augen sog. Floater, also auch im rechten. Ich vermute nun, dass das Loch durch eine Glaskörperabhebung in beiden Augen entstanden ist und es im linken zu einem Loch gekommen ist. Gern würde ich diese Floater loswerden und ich habe von einem neuen Laser aus Australien gehört, den eine Klinik in Köln verwendet.

Was haltet ihr davon? Gibts hierzu Erfahrungen?

Ich freue mich auf Eure Antworten und Meinungen und stehe jederzeit für Rückfragen zur Verfügung.

Störender Deckel

KAtharina ⌂ @, Camburg/Thüringen, Mittwoch, 01. Dezember 2021, 05:44 (vor 55 Tagen) @ Aprex

Guten Morgen,
Du bist der erste den ich in all den Jahren kennengelernt habe der den Deckel vom Loch sieht.
Generell sind Löcher im oberen Bereich die gefährlicheren, da eine Netzhautablösung durch die Schwerkraft weiter voran schreitet.
Eigentlich müsste man den Deckel Lasern können so dass er fest mit dem Untergrund verbunden ist.

Du nimmst Dinge ab Auge übrigens immer gegebüberliegend wahr

Zur Klinik, Löcher sind manchmal nicht einfach zu lokalisieren.
Oft entdeckt man diese erst während der OP oder der Operateur muss suchen.

Zu den Floatern, nein es gibt absolut nichts was hilft, außer einer PPV und das legt jeder vernünftige Arzt bei deiner Vorgeschichte ab.
Sie werden dich begleiten und etwas absinken, Di wirst dich an sie gewöhnen müssen.

--
Liebe Grüße
KAtharina

Warte nicht, bis der Regen vorüber ist. Lerne, im Regen zu tanzen!

Störender Deckel

Aprex, Mittwoch, 01. Dezember 2021, 07:40 (vor 55 Tagen) @ KAtharina

Guten Morgen Katharina,

also ich sehe da etwas. Ein Arzt meinte es könne der Deckel sein. Daher habe ich es auch so bezeichnet.

Also soll ich dann nochmal in der Klinik vorsprechen und darum bitten den Deckel, wenn er denn einer ist, anzulasern, richtig?

Was genau meinst Du mit dem gegenüberliegenden Sehen?

Vielen Dank übrigens für die schnelle Antwort!

Störender Deckel

die HEIKE, Nordhessen, Mittwoch, 01. Dezember 2021, 20:04 (vor 54 Tagen) @ Aprex

Man nimmt die Beeinträchtigung quasi spiegelverkehrt wahr.

Bei mir war z.B. die Netzhaut unten auf 6-8 Uhr abgelöst aber der schwarze halbrunde Fleck war für mich entgegengesetzt oben sichtbar.

Dementsprechend siehst Du das, was auf 11 Uhr ist, selbst auf 13 Uhr.

LG
die HEIKE

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mojoh @, Main-Kinzig-Kreis, Mittwoch, 01. Dezember 2021, 20:30 (vor 54 Tagen) @ die HEIKE

Man nimmt die Beeinträchtigung quasi spiegelverkehrt wahr.

Dementsprechend siehst Du das, was auf 11 Uhr ist, selbst auf 13 Uhr.

Das gilt auch für oben und unten.
11 Uhr entspricht dann 5 Uhr.


mojoh

Störender Deckel

Aprex, Mittwoch, 01. Dezember 2021, 20:42 (vor 54 Tagen) @ mojoh

Hallo,

nur nochmal zum Verständnis. Aktuell nehme ich etwas wahr, was wie ein Scheibenwischer von oben also 12.00 Uhr aus meiner Perspektive immer hin- und herschwingt, wenn ich das Auge bewege.

Dann bedeutet dies, dass es eigentlich von unten nach oben verläuft???

Was könnte das denn sein? Dann wäre es doch nicht der Deckel von 11.00 Uhr.

VG
Daniel

Störender Deckel

Doreen1974, Donnerstag, 02. Dezember 2021, 07:42 (vor 54 Tagen) @ Aprex

Hallo Daniel,

wann hast Du denn einen Kontrolltermin?

Ich denke, Du solltest diese Wahrnehmung für Dich abklären lassen, eventuell kann Dir niemand sagen, was das ist, aber sie können Dir sagen, wie sie es einschätzen, ob Dein Auge momentan stabil aussieht.

Auch, ob da oben oder unten "etwas" hängt. Das würde ich nochmal ansprechen, besonders, damit Du Dich psychisch erholen kannst.

Zum Thema Lasern kann ich Dir momentan nur schreiben, dass es zwar beworben und angeboten wird, die bisherigen Ergebnisse von Betroffenen hier aus dem Forum, waren nichts, was mich dazu veranlassen würde, meine Floater und Trübungen lasern zu lassen.

Auch wäre mir das Risiko, dass da jemand "daneben" trifft, obwohl das offiziell natürlich nicht möglich sein soll, wäre mir momentan, nach Sammlung aller Infos" und meiner persönlichen Einschätzung zu groß.

LG, Doreen

Störender Deckel

mojoh @, Main-Kinzig-Kreis, Donnerstag, 02. Dezember 2021, 08:23 (vor 54 Tagen) @ Aprex

Hallo Daniel,

was du "oben" wahrnimmst, befindet sich tatsächlich unten.


nur nochmal zum Verständnis. Aktuell nehme ich etwas wahr, was wie ein Scheibenwischer von oben also 12.00 Uhr aus meiner Perspektive immer hin- und herschwingt, wenn ich das Auge bewege.

Dann bedeutet dies, dass es eigentlich von unten nach oben verläuft???

Ja, das ist richtig.


Was könnte das denn sein? Dann wäre es doch nicht der Deckel von 11.00 Uhr.


Den Deckel von 11 Uhr würdest du, wenn er denn sichtbar wäre, auf 5 Uhr sehen.

Was es genau ist, kann dir nur ein Arzt sagen.


mojoh

Störender Deckel

KAtharina ⌂ @, Camburg/Thüringen, Donnerstag, 02. Dezember 2021, 08:25 (vor 54 Tagen) @ mojoh

Vielleicht ein besonders fetter Floater?
Ich würde das abklären lassen.
Alles was sich beim Schauen mitbewegt klingt erst einmal positiv und nicht nach Netzhaut.

--
Liebe Grüße
KAtharina

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Aprex, Samstag, 04. Dezember 2021, 09:13 (vor 52 Tagen) @ KAtharina

Also, bei der letzten Untersuchung in der Klinik vor ein paar Wochen, d.h. 3 Ärzte und danach war ich noch beim Augenarzt (privat), meinten alle, es wäre alles gut. Nur hätte ich eben viele Ablagerungen und altes Blut. Zu den Floatern hat keiner was gesagt in der Klinik. Lediglich der Augenarzt meinte, dass es eben diese Vitreolyse gäbe.

Am Mittwoch habe ich eine Voruntersuchung für eine Vitreolyse. Die sollen wohl den neuesten Laser verwenden.

Bin gespannt...

Störender Deckel

KAtharina ⌂ @, Camburg/Thüringen, Samstag, 04. Dezember 2021, 09:39 (vor 52 Tagen) @ Aprex

Ich an deiner Stelle würde es lassen, kenne nicht einen einzigen positiven Bericht.
Bei einem Netzhautpatienten im Auge mit einem Laser „rumzuballern“ spricht nicht für einen verantwortungsvollen Arzt, sondern für einen dem Geld wichtiger ist als die Gesundheit seiner Patienten.

--
Liebe Grüße
KAtharina

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Störender Deckel

Aprex, Samstag, 04. Dezember 2021, 10:35 (vor 52 Tagen) @ KAtharina

Liebe Katharina,

vielen Dank für Deinen Rat. Ich überlege es mir noch. Es ist zunächst auch nur eine Voruntersuchung.

Macht es einen Unterschied, ob ich ein Loch in der Netzhaut hatte? Abgelöst hatte sich glaube ich, noch nichts. Das wäre wohl erst danach ohne weitere Behandlung geschehen.

Andererseits wurde das Loch auch belasert. Da sind mind. 6-8 solcher Umstellungspunkte. Daher habe ich eigentl. keine Angst davor und das war direkt auf der Netzhaut, richtig?

Und das Loch kam wohl von der Glaskörperabhebung.
Ist aber nur meine Vermutung.

Wie oft im Leben kann so eine Glaskörperabhebung eigentlich vorkommen? Passiert das nur einmal oder kann es nochmal vorkommen?

VG
Daniel

Störender Deckel

Vanessa, Samstag, 04. Dezember 2021, 18:28 (vor 52 Tagen) @ Aprex

Hallo Daniel,


Wie oft im Leben kann so eine Glaskörperabhebung eigentlich vorkommen? Passiert das nur einmal oder kann es nochmal vorkommen?


Einmal auf jedem Auge. Der Glaskörper schrumpft dabei und das ist in der Regel ein ganz normaler altersbedingter Prozess. Bei manchen dauert es halt etwas länger, bei dem anderen geht es flotter.

Bei kurzsichtigen Menschen ist der Augapfel wohl etwas länger und daher kann die Glaskörperabhebung schon in jüngeren Jahren auftreten. Bin mir aber da auch nicht mehr ganz sicher und möchte nichts falsches schreiben. ;-)

LG
Vanessa

Störender Deckel

KAtharina ⌂ @, Camburg/Thüringen, Samstag, 04. Dezember 2021, 19:21 (vor 51 Tagen) @ Aprex

Ja sicher macht das Loch einen Unterschied, deine Netzhaut ist instabil.

Ich kopiere einfach mal zum besseren Verständnis:


Hintere Glasköperabhebung und die vitreoretinale Grenzschicht – Grundlagen zum Verständnis
Obwohl es sich nicht um eine Netzhauterkrankung im engeren Sinne handelt, möchte ich zur besseren Verständlichkeit der gesamten Problematik auf dieses Thema gesondert eingehen.

Der Glaskörper ist eine gelartige Substanz die den Großteil des Augapfels ausfüllt, also den Raum von der Augenlinse bis zur Netzhaut, der innersten Schicht der Augapfelwand.

Der Glaskörper ist von einer sehr dünnen Membran, der Glaskörpergrenzmembran, umgeben. Im gesamten Bereich gibt es mehr oder weniger feste Anheftungen zwischen Glaskörper und Netzhaut. Feste Anheftungen bestehen im Makulabereich, am Sehnerv, an den Netzhautgefäßen und der äußersten Netzhautperipherie.

Als vitreoretinale Grenzschicht bezeichnet man also Verbindung zwischen der Glaskörpergrenzmembran und der Netzhaut.

In dieser Grenzschicht können sich krankhafte Veränderungen abspielen, typische Folgen sind die epiretinale Gliose und das Makulaforamen.

Der Glaskörper besteht zu 98 % aus Wasser, zu 2 % aus Eiweißbestandteilen mit einem dünnen Fasergerüst. Im Laufe der Zeit entmischen sich Wasser und Eiweißbestandteile, es kommt zu einer Schrumpfung des Glaskörpers. Die sonst feinen und gleichmäßigen Fasern mit ihren Eiweißbestandteilen trennen sich vom Wasser und ballen sich, vorher durchsichtig, zu lichtdichten Strukturen zusammen.

Diese nehmen wir als sogenannte „Mouches volantes“ wahr, fliegende Mücken, verästelte schwebende Strukturen im Auge, Glaskörpertrübungen oder Floater genannt.

Es handelt sich um einen vollkommen normalen Prozess, der bei jedem Menschen im Laufe des Lebens auftritt, meist ab einem Alter von 50 Jahren, bei Kurzsichtigen bedingt durch den zu langen Augapfel und die dadurch stark gedehnte Netzhaut auch schon wesentlich früher. Auch nach Katarakt- Operation und Verletzungen des Auges kann dieser Prozess schon früher einsetzen.

Viele Menschen bemerken diesen Vorgang gar nicht, allerdings kann es auch zu problematischen Verläufen, sprich einer Netzhautablösung kommen.

Durch die Anhaftungen des Glaskörpers kann es zu einem Zug auf die Netzhaut so wie die Gefäße kommen. Folge sind Einblutungen (zu sehen als Russregen) in den Glaskörper durch eingerissene Gefäße sowie Netzhautlöcher oder Risse. Hier spricht man von der rhegmatogenen Netzhautablösung, welche die häufigste Form der Netzhautablösung darstellt. Diese Netzhautdefekte findet man meist im oberen Bereich, da der Glaskörper durch die Schwerkraft absinkt.

--
Liebe Grüße
KAtharina

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Aprex, Mittwoch, 08. Dezember 2021, 17:49 (vor 48 Tagen) @ KAtharina

Hallo nochmal,

heute hatte ich die Voruntersuchung und endlich weiß was es mit dem Ding auf sich hat, welches ich hier als "Deckel" bezeichnet habe.

Katharina, Du hattest bereits die richtige Vermutung, dass es nicht der Deckel sein kann.

Heute habe erfahren, dass das Ding der sog. Weißring ist.
Angeblich lässt er sich hervorragend weglasern.

Im Januar habe ich einen weiteren Termin bei einem anderen Anbieter. Ich möchte mir eine 2. Meinung einholen und dann werde ich mich entscheiden.

Klar, über die Risiken wurde ich heute auch aufgeklärt, also es gibt keine Garantie und wenn die Laserexplosionen zu nah an die Netzhaut kommen, kann man blind werden.

Ich versuche noch zu recherchieren, ob es solche Fälle tatsächlich gibt...

Also muss man eben einen erfahrenen Operateur finden. Ich denke damit steht und fällt alles. Natürlich kann ich auch versuchen, mich daran zu gewöhnen. Aber bisher ist es mir eben nicht gelungen. Im Januar werde ich mehr wissen...

Vielen Dank nochmal Euch allen, für Eure Antworten! Das hilft wirklich sehr, alles besser zu verstehen, einzuordnen und zu verarbeiten.

VG
Daniel

Störender Deckel

KAtharina ⌂ @, Camburg/Thüringen, Mittwoch, 08. Dezember 2021, 21:24 (vor 47 Tagen) @ Aprex

Eine 2. Meinung ist nie verkehrt, und es ist ja auch nicht dringend.
Hör auf dein Bauchgefühl, das ist meist die richtige Entscheidung!

--
Liebe Grüße
KAtharina

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Störender Deckel

Aprex, Samstag, 04. Dezember 2021, 09:03 (vor 52 Tagen) @ die HEIKE

Alles klar, das erklärt mir Einiges. Natürlich jetzt ist es mir wieder klar. Lernt man ja in Physik, also wie bei der camera obscura!

Vielen Dank!

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