Abstand NHA und grauer Star OP/sicht mit geschlossenem Auge

ManuD, (vor 17 Tagen)

Hey, mein Name ist Manuela und ich bin 49 Jahre außerdem bin ich maximal verunsichert wegen meiner NHA. Diese war am 10.12.2025, das Gas ist seit dem 26.12.25 komplett abgebaut. Ich habe unter dem Gas einen sofortigen grauen Star entwickelt und sehe, je nach Augenarzt, zwischen 5 und 20 % auf dem Auge. Bedingt durch meine absolute Panik, eine erneute Ablösung zu übersehen, war ich über die Feiertage bei drei verschiedenen Augenärzten. Der eine Augenarzt sagt, ich solle mit dem Linsentausch ca. drei Monate warten, der Doc der mich operiert hat würde jetzt zeitnah tauschen, sprich Ende Januar oder Anfang Februar und Doc Nr. drei sagt – neeeeee,mindestens ein halbes Jahr warten. Und nu ?
Gibt es Betroffene die auch soooooofort den grauen Star nach der Gas OP hatten ? Wie wurde es bei Euch gelöst ??
Ansonsten, lieben Dank für diese tolle Seite. Viele Fragen konnte ich mir hier beantworten.
Ach, vielleicht kann mir auch jemand was dazu sagen, was Ihr seht oder gesehen habt wenn Ihr die Augen zu macht. Als das Gas noch drin war, habe ich zum Teil die Gasblase gesehen oder auch diesen typischen Horizont. Jetzt sehe ich manchmal trotzdem eine Art halbe Blase oder etwas wie einen Flüssigkeitsspiegel oder manchmal auch im Augenwinkel eine Art von Stroboskoplicht. Nicht dauerhaft aber immer mal wieder. Ich war die Woche drei Mal zum Augenarzt aber so richtige Antworten habe ich nicht bekommen, außer der Info – die Netzhaut liegt an.

Abstand NHA und grauer Star OP/sicht mit geschlossenem Auge

Kerstin, (vor 17 Tagen) @ ManuD

Hallo Manu,
zu Deiner Frage mit dem sofortigen Star nach der Ablatio kann ich Die leider nichts sagen.
Zum zweiten Problem: Ich hatte meine Ablösung vor 16 Jahren und sehe noch heute bei Dunkelheit und geschlossenen Augen bestimmte Lichtphänomene.
Die Gasresorption hat bei mir sehr lange gedauert. Je nach Körperlage hatte ich nich lange kleine Reste, die durch's Blickfeld gewandert sind. War sehr lästig.
An der Stelle, an der die Ablösung komplett war, habe ich ein eingeschränktes Gesichtsfeld.
Im Dunkeln sehe ich dort "glitzernde Punkte".
Also, mit anderen Worten, vielleicht mußt Du Dich in dieser Hinsicht noch gedulden.

Gruß
Kerstin

Abstand NHA und grauer Star OP/sicht mit geschlossenem Auge

KAtharina ⌂, Camburg, (vor 15 Tagen) @ ManuD

Liebe Manuela,
herzlich Willkommen bei uns!

Zu deinen Fragen:
Es gibt viele Betroffene, bei denen sich nach einer PPV mit Gas sehr schnell ein Katarakt entwickelt – manchmal innerhalb weniger Wochen.
Das liegt nicht an dir und auch nicht daran, dass etwas schiefgelaufen ist, sondern ist eine bekannte und häufige Folge der Operation.
Dass du aktuell nur 5–20 % siehst, passt gut zu einem frisch entstandenen, rasch fortschreitenden Katarakt.

Warum drei Ärzte – drei Meinungen?
Das ist leider typisch und kein Zeichen dafür, dass einer „Recht“ und die anderen „Unrecht“ haben. Der richtige Zeitpunkt für die Star-OP ist keine exakte Wissenschaft, sondern eine Abwägung zwischen verschiedenen Punkten.
Liegt die Netzhaut stabil an? → bei dir: ja
Gibt es Hinweise auf Entzündung, PVR oder frische Risiken? → offenbar nein
Ist der Star bereits so dicht, dass Kontrollen kaum möglich sind oder der Alltag stark eingeschränkt ist? → bei dir: ja

Kurz erklärt die drei Positionen:
3 Monate warten → klassischer, vorsichtiger Mittelweg, zeitnah operieren → wird oft empfohlen, wenn der Star schnell entstanden ist und die Sicht massiv einschränkt, 6 Monate warten → sehr konservativ, meist nur sinnvoll bei instabilen Befunden.

Viele Kliniken operieren den Katarakt bereits nach 6–12 Wochen, wenn die Netzhaut stabil ist. Das ist medizinisch absolut vertretbar.

Wichtig: Die Entscheidung sollte nicht allein vom Kalender, sondern von deinem Befund und deiner Belastung abhängen.

Was du bei geschlossenen Augen siehst ist bekannt.

Auch das, was du beschreibst, ist nach NHA und Gas sehr typisch, „halbe Blase“, Flüssigkeitsspiegel, Horizontlinien (auch nach Gasabbau), gelegentliches Flackern oder Stroboskop-artiges Licht im Augenwinkel.
Das bedeutet nicht, dass noch Gas da ist oder dass sich etwas neu ablöst.
Das visuelle System ist nach der OP noch lange irritiert, Glaskörperreste, Narben, Lichtverarbeitung und Gehirn müssen sich neu sortieren, bei geschlossenen Augen reagiert das Auge besonders sensibel.

Solange die Netzhaut anliegt, keine neuen, dauerhaften schwarzen Schatten auftreten, kein plötzlicher Visusabfall oder Russregen dazukommt sind diese Phänomene unangenehm, aber harmlos.

Dein größter Stressfaktor im Moment ist nicht das Auge, sondern die ständige Alarmbereitschaft.
Drei Augenärzte in wenigen Tagen zeigen, wie groß deine Angst gerade ist!

Du darfst dir erlauben nicht jede Wahrnehmung sofort zu kontrollieren, deinem Befund (Netzhaut liegt an!) etwas zu vertrauen und eine Entscheidung zur Star-OP in Ruhe zu treffen.

Liebe Grüße, Katharina

--
Ich bin diesen Weg gegangen, um Euch zu zeigen wie es geht.

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ManuD, (vor 15 Tagen) @ KAtharina

Wow, vielen lieben Dank für diese ausführliche Antwort. Heute war wieder ein ganz schlimmer Tag, nachdem dieses Strobokopflackern heute Morgen schon anfing und eigentlich den ganzen Tag da war, habe ich mich morgen schon beim Augenarzt sitzen sehen. Erst recht weil die letzten zwei Tage so gut wie gar nichts davon zu sehen war. Außerdem waren da heute auch wieder viele Blasen unterwegs, wie Seifenblasen…..
Und ich habe dolle Angst,dass ich diesen grauen Vorhang nicht sehen würde, bedingt durch den ausgeprägten grauen Star. Der letzte Augenarzt sprach ja von einer Sehleistung von 5%. Würde ich den Vorhang, der sich laut Augenarzt von außen nach innen oder unten nach oben zieht, trotzdem sehen ???
Ich werde mich wahrscheinlich für den Mittelweg entscheiden und im April operieren lassen.
Vielen, vielen Dank für diesen tollen Austausch hier und die ganze Arbeit die dahinter steckt.

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annie_k @, (vor 15 Tagen) @ ManuD

Hallo Manu,

was genau siehst du denn noch und was nicht?

Bei mir hat sich der Graue Star auch direkt nach der Ölentfernung entwickelt, allerdings erst etwas langsamer. Erst nach einem halben Jahr ging es dann richtig schnell und ich war innerhalb weniger Wochen bei 0 Prozent. Das bedeutet, dass man wirklich nichts mehr sieht ausser Hell und Dunkel, also faktisch blind ist. In der Zeit habe ich mir dann auch Sorgen gemacht, dass ich den grauen Vorhang nicht sehen würde; da verstehe ich deine Angst also vollkommen. Ich würde empfehlen - wenn's geht - die OP und vor allem die biometrische Ausmessung des Auges für die Berechnung der Kunstlinse durchführen zu lassen, bevor es so weit ist, weil die starke Trübung sonst alles schwieriger bzw. unmöglich macht. Evtl. kannst du die Voruntersuchungen für die Katarakt-OP schon jetzt machen lassen, auch wenn die OP erst im April stattfinden soll. Ich hatte unterschätzt, welchen Einfluss eine zu starke Trübung allein auf diese Untersuchungen und Messungen hat.

Die bei dir gemessenen 5-20 Prozent werden dich zwar im Alltag einschränken, machen dich aber noch nicht komplett blind, oder? Da kannst du zumindest beruhigt sein, dass du eine erneute NHA bemerken würdest. Ich glaube, ich bin derzeit mit Nachstar etwa bei 5 Prozent und würde jetzt definitiv sowohl Vorhang als auch Russregen wahrnehmen können. Und auch die Netzhaut kann bei 5 Prozent beurteilt werden, wenn auch nicht ganz im Detail.

Ich wünsch dir, dass du in der Zwischenzeit ein bisschen zur Ruhe kommen kannst. Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass das alles grosse Angst machen und einen beunruhigen kann, aber gerade diese Lichterscheinungen sind ganz normal. Die Netzhaut braucht bis zu einem Jahr, um zu heilen und zur Ruhe zu kommen!

Alles Gute,
Annie

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ManuD, (vor 15 Tagen) @ annie_k

Oh Mann, wie lieb Ihr alle seid– danke :–)
Ich sehe hell, dunkel, auch Umrisse & Personen, Farben, am Besten ist es auf der Arbeit. Da ist die Einrichtung dunkel und alles gut ausgeleuchtet. Das mit den Voruntersuchungen ist ein guter Tip, das werde ich in der Praxis mal erfragen.
Wenn die Netzhaut sich wieder lösen würde, würde ich alles dauerhaft und den ganzen Tag sehen ??? Meine Beschwerden jetzt, sind nämlich manchmal da und manchmal nicht ……
Und, Floaters/Mücken und Rußregen ?? Kann ich klar voneinander unterscheiden ? Ich sehe täglich diese schwarzen Freunde, sie schwimmen schön vor meinem Auge rum, sehr viel mehr vor hellem Hintergrund aaaaber, manchmal purzelt so ein schwarzer Punkt auch mal runter.
Fragen über Fragen….. Danke für Eure Geduld und auch für Dich alles Gute

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annie_k @, (vor 15 Tagen) @ ManuD

Ja, den berühmten Vorhang würdest du immer sehen. Der geht nicht weg. Er wäre immer da und würde sich weiter ausbreiten.

Die schwarzen Punkte kommen vermutlich noch vom Gas. Die habe ich auch, obwohl das Öl jetzt seit einem Jahr draussen ist. Solange es nicht plötzlich ganz viele Punkte werden oder sie eine bestimmte Richtung einnehmen (ich hatte mal eine Mini-Blutung, die sah aus wie ein kleiner Springbrunnen), musst du dir keine Sorgen machen. Vor allem, solange sie einfach rumschwimmen und mal verschwinden oder wieder auftauchen, ist das kein Grund zur Sorge.

Versuch, dich ein bisschen zu entspannen (ich weiss, leicht gesagt!) und die Phänomene auch mit einer gewissen Neugier und Akzeptanz zu betrachten. Meiner Erfahrung nach hilft das, dass man nicht zu schnell in Panik gerät.

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KAtharina ⌂, Camburg, (vor 15 Tagen) @ ManuD

Alles was sich hin und her bewegt ist normalerweise harmlos.
Versuch dich nicht verrückt zu machen.
Geh spazieren, iss gut. Schlaf genug.
Schau was für Entspannungstechniken dir liegen um dein Nervensystem zu beruhigen.
Dann zieht der Rest nach und die Symptome werden weniger.

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Ich bin diesen Weg gegangen, um Euch zu zeigen wie es geht.

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