Erfahrungsberichte - Fabian

Fabian, (vor 19 Tagen)
bearbeitet von Friedrich (NRW),

Hallo zusammen,

ich habe mich hier gerade angemeldet und wollte mich kurz vorstellen.

Mein Name ist Fabian, ich wohne in Hamburg und bin Jahrgang 67. Ich bin Kataraktoperiert (vor 10 Jahren), kurzsichtig und erblich vorbelastet (Mutter fast Blind).

2024 hatte ich erst eine NHA im linken Auge, die nach Gastamponade komplikationslos abheilte. Das Auge hat wieder 100%.
Meine Odyssee mit dem rechten Auge begann Ende Januar 2025, also vor einem Jahr.

Januar: NHA + OP mit Gasfüllung, danach NH-Falte
Februar: NHA + OP mit schwerer Gasfüllung
März: NHA + OP mit Silikonölfüllung
Mai: Ölentfernung und Gasfüllung
Juli: NHA Makula off + OP mit Ölfüllung
Februar: Ölentfernung und ILM Peeling einer epiretinalen Gliose + Luftfüllung
...

Soweit die Kurzform. Mein Visus ist im Keller (unter 10%) und ich habe schwere Metamorphopsien. Da ich von Beruf Herrenschneider bin, war das ganze Jahr an Arbeit nicht zu denken. Ich bin aber nach der letzten Operation ganz zuversichtlich, dass ich ohne die Doppelbilder durch das Öl irgendwann wieder arbeiten kann. Im Moment hat mein Sehzentrum schwer zu kämpfen mit der Umstellung, denn ich hatte durch das Öl eine Anisometropie von 7,5 dpt. Leider stört das rechte Auge im Moment mehr, als dass es nützt. Aber ich hoffe immer noch, dass ich in Zukunft vielleicht wenigstens wieder etwas räumlich sehen kann.

Insgesamt fühlte ich mich die ganze Zeit über hier in Hamburg ganz gut versorgt. Nur die letzte NHA war leider an einem Sonntag Morgen passiert. Ich habe aber das Gefühl, dass ich ohne die Verzerrungen bestimmt mehr als 10% sehen könnte. Also Geduld haben.

Was mich besonders traurig macht, ist die Tatsache, dass meine Augenärztin nicht auf meine Warnung bzw. den Wunsch reagiert hatte, den Glaskörper im rechten Auge vorsorglich zu entfernen, als ich schon Blutungen hatte. Das hätte mir vielleicht viel erspart.

Viele Grüße

Fabian

Erfahrungsberichte - Fabian

Rop, (vor 18 Tagen) @ Fabian
bearbeitet von Friedrich (NRW),

Lieber Fabian,

herzlich Willkommen hier im Forum !
Deine Odyssee ist komplex. Ich denke, zum räumlichen Sehen brauchst du zwei überlappende Gesichtsfelder der beiden Augen (die hast du wahrscheinlich), die Möglichkeiten, dass beide Augen fixieren können (hhm), einen ähnlichen Visus haben und die Abbildungen auf der Netzhaut gleich groß sind (zu großer Dioptrienunterschied).

Ich drücke dir die Daumen, dass die Makula rechts sich wieder erholt und dass sich wieder ein besseres Ergebnis einstellt. Nach so vielen Operationen kann das einige Monate dauern.

Eventuell kann die Klinik oder dein Augenarzt über Verlaufskontrollen und OCTs eine Meinung abgeben, was an Entwicklung in der Sehgrube noch möglich sein könnte.

Ich hatte das jetzt auch eine Phase der Umorganisation, das ist sehr ermüdend. Bei mir scheint toi toi toi das alte (Un)Gleichgewicht wieder gefunden zu sein.

Selbst wenn nach einigen Wochen oder Monaten das räumliche Sehen nicht wiederkehren sollte, wirst du schneidern können. Der "Luxus" oder die Normalität des 3D wären dann weg, aber dein Gehirn könnte eventuell noch lernen, das schwache Auge auszublenden. Es wird am Rande mit arbeiten, so ist es bei mir jedenfalls.

Vertraue auf Dich, Dein Handwerk, Dein Können und Deine künstlerische Intuition, das wirst Du hinbekommen !!

lg rop

Metamorphopsien nach NHA

Fabian, (vor 18 Tagen) @ Rop

Lieber Rop,

danke für deine Einschätzung und die aufmunternden Worte. Der Dioptrienunterschied ist jetzt übrigens weg, nachdem das Öl raus ist. Ich bin wieder kurzsichtig mit -3,75 li, -2,5 re. (Kunstlinsen). Der Oberarzt um UKE meinte, eine Erholung der NH wird sehr, sehr lange dauern. Ich nehme an, das heisst wohl Jahre...

Ich hatte jetzt 10 von 13 Monaten seit der ersten NHA Öl im Auge und den Rest der Zeit Gas. Daher denke ich, dass ich nun eigentlich schon mehr oder weniger einäugig unterwegs bin. Meistens merke ich es gar nicht mehr. Von daher hast du recht. Es wird irgendwann wieder funktionieren. Mit oder ohne räumliches Sehen. Eine Optometristin meinte damals nach der Makula off OP im Juli: Wenn das rechte Auge vom Sehen ausgeschlossen wird (wegen der Doppelbilder), bleibt es eh schwachsichtig! Eine ebenso kalte wie möglicherweise ehrliche Einschätzung. Man weiss es nicht.

Ich hatte letztes Jahr im September mal eine Wiedereingliederung bei der Arbeit versucht. Letztlich bin ich gar nicht so sehr am arbeiten mit Doppelbildern, sondern mehr am System gescheitert. Betriebliches Gesundheitsmanagement, Anträge auf GdB und Gleichstellung etc. Hat alles nicht funktioniert und eine anständige Depression war die Folge. Trotz therapeutischer Unterstützung.

Kurzum: Ich muss darauf vertrauen, dass mein Gehirn sich umstellt und ich irgendwann wieder einigermaßen entspannt sehen kann und voll arbeitstauglich bin. Den Beruf zu wechseln, ist für mich keine Option im Moment.

Von daher würde ich mich über Erfahrungen anderer hier freuen, die ähnliches durchgemacht haben. Niemand kann sagen, wieviel Visus sich noch entwickelt. Aber es würde mich interessieren, wie andere mit den Wellenlinien umgehen. Z.B. das schwache Auge ganz abzudecken oder vielleicht sogar im Gegenteil mal das gesunde abdecken?

erstmal liebe Grüße von

Fabian

Metamorphopsien nach NHA

Ibis, (vor 17 Tagen) @ Fabian

Ich hinke dir in dieser Geschichte wahrscheinlich etwas hinterher, aber kann wohl auch etwas Info beitragen ...

RA:

August 2025 - NHA Makula On, Vitrektomie, Linse, Membranpeeling - Gasfüllung
Oktober 2025 - NHA Makula Off, erneutes Membranpeeling - schweres Silikonöl
derzeit wird auf OP-Status* gewartet, kann in erneutem Öl oder Gas oder Luft enden

Ursächlich für die NHA war wohl die Gliose, angeblich liegt die NH derzeit unter Öl flach an. Glaukome auf beiden Augen machen die Nummer nicht einfacher.

Ich habe eine erhebliche Differenz zwischen links und rechts, wobei rechts um circa 25% kleiner dargestellt ist als links, und dann zusätzlich noch um 20% "flacher". Oder anders gesagt: mein rechtes Auge sieht alles was vorher ein normales Quadrat war wie ein insgesamt kleineres, auf der langen Seite liegendes Rechteck. Es ist zudem ein Bogen in den Waagerechten, der nach links hin abfällt. Die Senkrechten haben einen kleinen Schlenzer, aber nicht viel.

Aber ... nach der ersten Gasfüllung sah ich wesentlich schlechter, als nach der Ölfüllung, trotz Makula Off vor der Ölfüllung. Räumliches Sehen war unter Gas komplett weg. Das ist nach Öl soweit wieder da, daß ich mich sicher im Raum und auf der Strasse bewegen kann und das rechte Auge sieht genug, daß ich gewahr bin, was rechter Hand abgeht.

Lesen geht mit rechts allerdings nicht, denn im Sehzentrum hat es die Abbildung "verwurschtelt" und momentan bildet sich leider auch noch ein Nachstar.

Infolgedessen übernimmt das linke Auge im Nahbereich komplett die Arbeit und blendet das rechte Auge fast vollständig aus. Ich nehme lediglich eine "Treppenstufe" wahr, die mir zeigt, wie erheblich die Differenz ist. Auf Distanz und im Freien meldet sich aber das rechte Auge zwischenzeitlich wieder, und sorgt für ganz tolerables räumliches Sehen. Das Gehirn hat sich mittlerweile aus den Infos beider Augen eine Art Hilfskarte der Realität zurecht gebastelt, die gut mit den tatsächlichen Räumlichkeiten übereinstimmt. Dass so eine Anpassung bei mir in meinem Alter (ü60) noch klappt, läßt mich darauf hoffen, dass es halbwegs gut für mich ausgehen könnte.

Also, nicht so schnell aufgeben! Ich bin übrigens beruflich auch von den Augen abhängig.


*Ich leide an schwerer Bradykardie, wohl auch an einer leichten Herzinsuffizienz und heftigstem Bluthochdruck, den nix so schnell gebändigt bekommt. Der Chefanästhesist will mich vorerst nicht in Vollnarkose legen, aus Angst ich nippel ihm noch auf dem OP-Tisch oder im Nachgang zur OP ab. Die AÄ wiederum wollen die Öl-Ex nicht ohne Vollnarkose machen, vermutlich weil sie in Bezug auf die Gliose böse Vorahnungen haben, eventuell den Nachstar händisch entfernen wollen oder was auch immer. Jedenfalls hätten sie mich gerne komplett ausgeknockt. Und ich bekomme nicht mal einen Termin bei einem Kardiologen auf die Reihe. :-|

Metamorphopsien nach NHA

Fabian, (vor 17 Tagen) @ Ibis

Hallo Ibis,

was du schreibst klingt für mich alles sehr vertraut. Da hast du ja auch schon einiges durchgemacht. Was den Nachstar angeht, kann ich dich beruhigen. Das ist normalerweise keine grosse Sache.

Dadurch, dass bei mir der Visus nach der letzten OP nie mehr über 10 gekommen ist, konnte ich auch nie genau sagen, was ich da eigentlich gesehen habe (größeres oder kleineres Bild). Es war eben alles permanent doppelt und hatte keine Tiefe. Es ist mir auch klar, dass bei einer schlechten Prognose für die NH das Silikonöl alternativlos ist. Trotzdem waren die 7 Monate damit die schlimmste Zeit meines Lebens. Es wird Zeit, dass sie etwas besseres als Dauertamponade entwickeln. Zumindest für Kurzsichtige.

Aber nachdem das Öl nun entfernt wurde, meldet sich mein Auge jetzt auch ab und zu mal wieder. Aber nur unter günstigen Vorraussetzungen wie helle Umgebung und richtiger Abstand zum Objekt. Selbst die kleinsten Verbesserungen machen jetzt natürlich gute Laune.

Was die Narkosen angeht, konnte ich es mir bei den letzten OP's im UKE in Hamburg aussuchen. Da das jetzt schon die 5. und 6. OP waren, wollte ich nichts mehr davon mitbekommen. Zum Glück bin ich bis auf das rechte Auge und ein bisschen Rücken ansonsten gesund. Ich hoffe, das Thema Sezierung klärt sich für dich bald. Die Ungewissheit und das Warten ist ziemlich schwer auszuhalten.

Ich wünsche dir erstmal alles Gute für die Zukunft,

VG

Fabian

Metamorphopsien nach NHA

Ibis, (vor 16 Tagen) @ Fabian

Danke für die guten Wünsche ;-) und dieselben an dich zurück. Wenn sich das Auge jetzt schon meldet, dann wird es bestimmt noch besser werden. Einfach ein wenig Geduld haben.

Und immer diese Freudschen Vertipper. :-D Hat einen Moment gedauert, bis mir klar war, du meinst "Sedierung" und nicht "Sezierung". Darauf wäre ich nämlich nicht scharf :-D

Erfahrungsberichte - Fabian

Sophie, (vor 13 Tagen) @ Fabian

Hallo Fabian,

das tut mir sehr leid - ich weiß wie schlimm das alles ist.
Hier die Kurzform meiner Augen-Erlebnisse - bin Jahrgang 68:

2020/21 Katarakt Ops
06/22 NH-Ablösung li - 360° um die Makula - Gas - danach Visus 100% - nach 2 Monaten Entwicklung einer Falte und Membranen - ständige Überwachung - wegen des guten Visus gegen OP entschieden.
01/23 NH-Ablösung re - Riesenrisse, Makula on - Visus wie vorher 80%
08/24 Teilablatio li wegen der "ziehende Narbe" - wurde gelasert
01/26 NH-Ablösung li - 50% - Makula ab - Peeling, Membranenternung - Öltamponade
02/26 Neuer Laserriegel am re. Auge- war unterbrochen.

Frage mich wann das jemals aufhören wird und was passiert wenn sich wieder überschießende Narben bilden...Bin nach dem Lasern umgekippt, wegen der Angst um das Zweitauge.

Habe seit 5 Wochen Öl im Auge bei Visus 40% (anfangs 20%) und +4,25 Dioptrien. Bin jetzt li. kurzsichtig. Das Öl verzerrt und verkleinert. Ich habe mir sehr bald billige Gläser für die Lese- und Fernbrille machen lassen. Außerdem dunkle "UV-Schuzt Aufsteckgläser" für 14€, weil ich sehr blendempfindlich bin. Die Ferne funktioniert mit +2,75 relativ gut, die Bildschirmarbeit weniger. Ich arbeite seit einer Woche im Homeoffice - bin froh, nicht mit dem Bus rumfahren zu müssen. Aber es ist schon anstrengend. Das Öl soll demnächst raus, da es toxisch ist und massive Schäden anrichten kann. Da ich auf die OP vorbereitet war, ging ich an's Uniklinikum Regensburg. Hier gibt es dazu eine Studie, deshalb wird dort das Öl i.d.R. nur 6 Wochen im Auge belassen.

Alles Gute!!

Erfahrungsberichte - Fabian

KAtharina ⌂, Camburg, (vor 13 Tagen) @ Sophie

Liebe Sophie,
herzlich willkommen bei uns!

Ich habe eine kurze fachliche Ergänzung zur Öltamponade, damit hier keine unnötige Verunsicherung entsteht:

Man unterscheidet zwischen Standard-Silikonöl (meist 1000 oder 5000 mPas) und sogenanntem schwerem Silikonöl (Heavy Silicone Oil, z. B. Densiron). Schweres Öl wird häufig früher entfernt, da bei längerer Verweildauer ein erhöhtes Risiko für Emulsifikation, intraokulare Entzündungsreaktionen, Druckanstieg oder endotheliale Belastung beschrieben ist.

Standard-Silikonöl hingegen ist nicht per se toxisch. Die Verweildauer kann – abhängig vom Netzhautbefund, vom Proliferationsrisiko und von der individuellen Stabilität – durchaus mehrere Monate betragen.
Eine Entfernung nach etwa 6 Wochen ist daher kein allgemeiner Standard,
sondern Teil spezifischer Behandlungskonzepte oder Studienprotokolle.

Entscheidend ist immer die individuelle Risiko-Nutzen-Abwägung im jeweiligen Befund. Für viele Betroffene ist die Öltamponade ein bewährtes und sicheres Verfahren zur Stabilisierung der Netzhaut.

Herzliche Grüße
Katharina

--
Ich bin diesen Weg gegangen, um Euch zu zeigen wie es geht.

Erfahrungsberichte - Fabian

Tobi66, (vor 13 Tagen) @ Sophie

Hallo,

ich habe seit letztem Jahr Mai im re. Auge die Öltemponade (Öl was länger drin bleiben kann). Das ist allerdings schon die 2. Öltemponade. Im März 25 war die Ölentfernung, nur leider hat die Netzhaut nicht lange gehalten. Bei mir bildet sich auch immer Narbengewebe, was zieht. 2024 war re.die 1. Ablösung, dann im Juni 24 Membranpeeling mit Katarakt OP, und im August 24 wieder Ablösung. Laut Ärzten könnte das Öl wohl auch jetzt raus. Aber ich traue mich nicht. Mit dem Öl fühle ich mich relativ sicher. Manchmal nervt es mich, dass ich rechts weitsichtig und links kurzsichtig bin,der Nachstar und das Makkula Ödem nerven auch, aber ich möchte derzeit nicht ohne wichtigen Grund ins Krankenhaus (hat aber auch private Gründe). Ich habe mir jetzt aber auch eine Sonnenbrille, PC Brille und eine zum normalen Sehen anfertigen lassen (die günstigste Ausführung). Damit komme ich einigermaßen zurecht.
Links wird auch beobachtet, da nerven mich bei sehr hellem Licht Floater.

Alles Gute an euch und liebe Grüße

Erfahrungsberichte - Fabian

Fabian, (vor 12 Tagen) @ Sophie

Hallo Sophie,

Was du schreibst, klingt ähnlich dramatisch wie bei mir. Die zeitliche Abfolge mit der Falte und dem Peeling ist auch ähnlich. Anscheinend gibt es einen kleinen Personenkreis, bei dem diese Komplikationen immer wieder auftreten. Meine Mutter hatte vor 20 Jahren an beiden Augen insgesammt 12 Op‘s. Ich bin jetzt erst bei 7 ;-).

Da du schreibst, dass du Homeoffice machst, bedeutet das wohl, das du relativ normal arbeiten kannst? Oder ist das Homeoffice eine Arbeitserleichterung deines Arbeitgebers?
Bei mir ist es leider so, dass ich als Handwerker mit dem Ergebnis nicht arbeiten kann. Ein paar Stunden täglich würde ich sehr gerne arbeiten, aber ohne finanzielle Einbußen ist das nicht zu machen. Leider gibt es keine Teilkrankschreibung in Deutschland. Wenn meine Hausärztin mit meinem psychischen Zustand zufrieden ist, möchte ich es aber gerne im März mit einer Wiedereingliederung versuchen. Frage ist noch ob Reha und wenn ja wo.

In den letzten Tagen hat sich mein rechtes Auge tatsächlich etwas erholt. Ich meine, die Verzerrungen sind etwas weniger geworden. Das macht etwas Hoffnung.
Mein Therapeut hat die Tage das Konzept der radikalen Akzeptanz erwähnt. In dieser Richtung werde ich mal weitergehen.

Alles Gute für dich

Fabian

Erfahrungsberichte - Fabian

Sophie, (vor 11 Tagen) @ Fabian

Hallo Fabian,
es tut mir sehr leid, was Du bisher durchgemacht hast. Mir wurde gesagt, dass diese Narbenbildung umso schlimmer wird, je jünger man ist, da der Körper noch bessere Reparaturmechanismen hat. Außerdem waren bei mir diese großflächigen Ablösungen, was mehr Narben bildet. 2023 wurde das rechte Auge zirkulär gelasert, wegen hochstehender Ränder. Aber es ist nicht so dramatisch wie es links war. Ich arbeite normalerweise einmal wöchentlich im Homeoffice und durfte wegen der OP auf die ganze Woche ausweiten. Ich habe mir in die Lesebrille ein neues günstigstes Glas einsetzen lassen - das geht so einigermassen mit viel Pausen und Gleitzeit. Aber es ist schon anstrengend. In Deinem Beruf ist das leider nicht so einfach - gäbe es die Möglichkeit befristet Stunden zu reduzieren und in Teilzeit zu arbeiten? Das hätte ich versucht, wenn es nicht mit Homeoffice geklappt hätte.
Alles Gute!

Erfahrungsberichte - Fabian

Fabian, (vor 10 Tagen) @ Sophie

Hallo Sophie,

Es freut mich, dass du einen Weg gefunden hast, der arbeitsmäßig für dich funktioniert. Toll, dass dein Arbeitgeber sich darauf eingelassen hat. Du schriebst, dass du seit einer Woche im Homeoffice bist. Wie ist dein Gefühl bzgl. der Durchhaltbarkeit? Bei mir war es so, dass ich die psychische Belastung völlig unterschätzt hatte.

Es gibt ja heutzutage theoretisch viele Möglichkeiten, Unterstützung zu bekommen: BEM, GdB, Gleichstellung etc. Aber bei mir hatte leider nichts von dem gefruchtet. Ich bin auch Ausbilder in meinem Beruf und es war mit dem Arbeitgeber im Rahmen des BEM besprochen, dass ich meine Tätigkeiten mehr dahin ausweiten dürfte, um die anstrengende Näharbeit zu reduzieren. Aber das ist an meinen Vorgesetzten gescheitert, obwohl auf höchster Ebene abgemacht.
Der Antrag auf Grad der Behinderung wurde mit 40 beschieden und der Gleichstellungsantrag abgelehnt, weil ich inzwischen dann wieder krank zu Hause war mit Depression. Alles stark verkürzt, um nicht zu weit auszuholen.

Als Schneider verdient man jetzt nicht so viel, dass man einfach Stunden reduzieren könnte. Das muss man sich erstmal leisten können. Von der reduzierten Rente später mal ganz abgesehen. Alles nicht so einfach.
Als ich gestern bei meiner Augenärztin war, hat sie davon gesprochen, jetzt auch noch diverse Untersuchungen zu machen, um meinen Status für spätere Anträge wie z.B. Erwerbsminderungsrente festzuhalten. Sehr vorausschauend, aber auch erschreckend.

Wenn Herr Merz es uns nicht wegnimmt, könnte ich mit 65 in Rente gehen, da ich jetzt schon seit 40 Jahren arbeite. Dass heisst, ich müsste noch sieben Jahre durchhalten. Nicht falsch verstehen: Ich arbeite in meinem Traumberuf. Aber eben unter erschwerten Bedingungen. Ich glaube eigentlich eher, dass ich es irgendwann schaffen werde, mit dem jetzigen Status wieder voll zu arbeiten, als dass ich noch von irgendwo Hilfe bekomme. Auch hier im Forum habe ich schon gehört, dass unser Gehirn sehr anpassungsfähig ist.

Dienstag habe ich noch einen Termin bei der Sehschule. Mal sehen was die sagt. Beim letzten Test hatte sie mir attestiert, dass ich als Einäugiger keine (Näh)Maschinen bedienen dürfte. HaHa, das wäre ja das Aus in meinem Beruf gewesen. Mangels Alternative nähe ich natürlich an Maschinen.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende wünscht,

Fabian

Erfahrungsberichte - Fabian

Sophie, (vor 9 Tagen) @ Fabian

Hallo Fabian,
einfach ist es nicht, nach einer Stunde brauche ich eine Pause. Außerdem tropfe ich ständig Hyaluron, da meine Augen furchtbar trocken sind. Da ich in Gleitzeit arbeite, funktioniert es relativ gut - mich kontrolliert auch keiner. Ich bin in der IT tätig. Wirklich schlimm, dass Dich Dein Arbeitgeber nicht unterstützt, was sagt der Betriebsrat? Da ich wegen einer anderen Krankheit bereits einen GDB 50 habe, kann ich mit 62 Rente beantragen. Meinen Ausstieg plane ich aber früher, da ich noch mit anderen gesundheitlichen Probleme kämpfe. Das Du mit einem Auge nicht mehr arbeiten darfst, glaube ich nicht. Meine Augenärztin sagte mir mal es gibt 2 Berufe die man dann nicht mehr ausüben darf: Pilot und Busfahrer. Bezüglich des Gleichstellungsantrags kann ich Dir nur raten, IMMER Widerspruch einzulegen, auch gegen die 40%, Ablehnungen sind leider die Regel!!!! Ein guter Facharzt weiß, wie dafür entsprechende Atteste aussehen müssen. Am besten aber mit Anwalt oder dem VDK. Laß Dich nicht unterkriegen, das kostet alles viele Energie und Nerven -trotzdem, es geht um sehr Viel.
Alles Gute!
Sophie

Erfahrungsberichte - Fabian

Fabian, (vor 7 Tagen) @ tanjam

Hallo Tanja,

ich habe es so verstanden, dass mein Antrag auf Gleichstellung abgelehnt wurde, weil ich innerhalb des Zeitraumes der Antragstellung wieder länger krank war. Ein Neuantrag ist wohl möglich. Aber dafür muss ich erst wieder Arbeiten. So habe ich es verstanden. Ich kümmere mich darum, wenn ich mal wieder arbeite.

Danke dir für den link. Viele Grüße

Fabian

Erfahrungsberichte - Fabian

Fabian, (vor 7 Tagen) @ Sophie

Hallo Sophie

eine Stunde Arbeit ist auch etwa so der Zeitraum, den ich im Moment gut bewältige. Ich habe die Tage mal ein Hemd genäht zu Hause. Früher eine Angelegenheit von fünf Stunden in einem Rutsch. Jetzt drei Tage. Aber es geht!!!

Bei meinen Besuchen im UKE in Hamburg wurde mir immer Corneregel als "Schmiermittel" für die Augen mitgegeben. Das finde ich besser als die künstlichen Tränen. Die Wirkung hält länger an. Ausserdem benutze ich einfach Bepanthen Augensalbe. Da sieht man zwar erstmal nichts, aber das macht ja keinen Unterschied mehr ;-)
Ich sitze hier ja auch gerade vor einem Bildschirm, um diese Nachricht zu schreiben. Aber als Arbeit stelle ich mir das sehr anstrengend vor wegen den VIELEN verschwommenen Buchstaben und der starken Kontraste. Da fällt mir sogar das Nähen noch leichter, weil die Hände ausgleichen, was die Augen nicht sehen.

Unser Betriebsrat ist eigentlich sehr gut, aber eher, wenn es gegen die Geschäftsführung geht. Für mich war er keine grosse Hilfe.

Einspruch gegen den Bescheid des Versorgungsamtes hatte ich eingelegt, wurde aber abgelehnt. Klage war mir zu viel. Zumal ich mir von der letzten OP immer noch eine Besserung erhoffe. Heute Mittag habe ich den Termin bei der Sehschule. Bin gespannt. Gestern war Kontrolle bei meiner Augenärztin. Das OCT war erstmal gut. Kein Ödem. Das war eine Erleichterung.

Alles Gute und liebe Grüße

Fabian

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