Starre Pupille / Vitrektomie

DerPeter2411, (vor 5 Tagen)

Hallo zusammen,
Ich hatte im Dezember eine Vitrektomie mit Tausch der Linse.
Sehfähigkeit nahe 100% also einigermaßen gut verlaufen.
ABER! : seit der op ist die Pupille starr. Extreme Lichtempfindlichkeit geht damit einher. Ich habe einen Bildschirm Arbeitsplatz und versucht letzen Montag zu arbeiten, leider musste ich nach kurzer Zeit abbrechen. In der Uniklinik hat man mir Spersacarpin®| 2% verschrieben, Dosierung einmal täglich morgens. Vor zwei Wochen musste das andere Auge auch gelasert werden weil der Arzt Löcher in der Netzhaut entdeckt hatte. Ich bin kurzsichtig im-6 Dioptrien Bereich und das schon seit ich denken kann. Der Arzt sagt ich bin gefährdet was das Thema Netzhaut betrifft. Nachdem ich den Beipackzettel gelesen habe, fragte ich den Arzt ob das so eine gute Idee ist mit den Tropfen. Sowohl mein Augenarzt wie auch zwei Ärzte in der Klinik haben mir gesagt, dass da kein Zusammenhang bestünde.
Die Tropfen tun was sie sollen aber ich habe Angst damit Öl ins Feuer zu gießen. Abgesehen davon fehlt mir momentan komplett die Fantasie wie ich jemals wieder arbeiten soll mit dem Auge. Langsam macht sich Verzweiflung bemerkbar…

Starre Pupille / Vitrektomie

Fabian, (vor 4 Tagen) @ DerPeter2411
bearbeitet von Fabian,

Hallo Peter,

was die Starrheit der Pupillen angeht, kann ich aus meiner Erfahrung (6 Vitrektomien) sagen, dass hinterher die Pupille immer erstmal etwas vergrössert und unbeweglich war. Das hat sich bis jetzt aber immer nach ein paar Wochen wieder eingependelt. Vielleicht beruhigt dich das etwas.

Im UKE in Hamburg, wo die letzten beiden OP's gemacht wurden, hatte man mir nach den Operationen immer für eine Woche "Mydriaticum Stulln" verschrieben, damit die Iris nicht verklebt. Das Medikament, das du bekommen hast, hatte ich noch nicht.


Alles Gute!

Fabian

Starre Pupille / Vitrektomie

LarissaT, (vor 4 Tagen) @ Fabian

Hallo Ihr beiden! Ich habe ja leider das Problem mit der starren Pupille auch. Mein Arzt hat angekündigt, dass er gegebenenfalls die Verklebungen mit einer weiteren OP lösen muss. Hat man Dir, Peter, dazu etwas gesagt? Fabian, würdest Du aus Deiner Erfahrung sagen, dass sich nach zwei Wochen die Pupille noch von selbst verkleinern kann? Vielen Dank!

Starre Pupille / Vitrektomie

DerPeter2411, (vor 4 Tagen) @ LarissaT

Hallo
Leider habe bisher keine Info erhalten was man tun kann
Bis jetzt wurden nur die Tropfen als Lösung angeboten. Ich habe aber jetzt den Augenarzt gewechselt und werde bei meinem Termin dort versuchen mehr Infos zu bekommen.

Starre Pupille / Vitrektomie

Fabian, (vor 3 Tagen) @ LarissaT

Hallo Larissa,

eine allgemeine Prognose kann ich natürlich nicht abgeben. Was mich betrifft: meine letzte Vitrektomie ist jetzt vier Wochen her und die Pupille wird nach und nach kleiner. Auch die Blendung nimmt langsam ab.
Wie gesagt, ich hatte den Effekt bis jetzt nach jeder OP. Meine Augenärztin sieht das ja auch, fand das aber nie behandlungswürdig. Mag wohl sein, dass es nach jeder Operation länger dauert, bis sich der Zustand normalisiert. Ich habe das nicht so genau beobachtet, weil ich mich immer auf die Netzhaut konzentriert hatte und man die ersten Wochen ja sowieso schlecht sieht.

Wie bei allen OP's muss man ja auch die Risiken beachten, die ein weiterer Eingriff mit sich bringt. Ich habe aber von dieser OP noch nie gehört. Vielleicht kannst du ja einfach noch ein paar Wochen warten?

Grüße

Fabian

Starre Pupille / Vitrektomie

KAtharina ⌂, Camburg, (vor 3 Tagen) @ DerPeter2411

Lieber Peter,

ich kann sehr gut verstehen, dass Dich die Situation im Moment stark belastet. Eine starre Pupille mit massiver Lichtempfindlichkeit ist im Alltag – besonders am Bildschirm – enorm einschränkend, auch wenn der Visus formal „nahe 100 %“ ist.

Zur Pupillenstarre:
Nach Vitrektomie und Linsentausch kann es durch Manipulation an der Iris, Entzündungsreaktionen oder Verklebungen (Synechien) durchaus zu einer trägen oder starren Pupille kommen. Das ist unangenehm, aber nicht selten. Wichtig ist: In den ersten Wochen nach der Operation ist das oft noch Teil des Heilungsprozesses. Die Iris braucht teilweise Wochen bis Monate, um sich zu beruhigen.

Zu Spersacarpin® (Pilocarpin 2 %):
In der Fachinformation ist Netzhautablösung tatsächlich als sehr seltene Nebenwirkung aufgeführt – insbesondere bei Personen mit hoher Myopie oder vorgeschädigter Netzhaut. Der Hintergrund ist die durch Pilocarpin ausgelöste Kontraktion des Ziliarmuskels, die theoretisch Zug auf die periphere Netzhaut ausüben kann.

Das bedeutet nicht, dass das Medikament automatisch problematisch ist – viele Augenärzte setzen es bewusst ein, wenn der Nutzen (z. B. Reduktion der Blendung durch Verengung der Pupille) überwiegt. Dennoch ist es bei Deiner Risikokonstellation mit −6 Dioptrien und kürzlich gelasertem Partnerauge absolut legitim, Nutzen und Risiko sorgfältig abzuwägen und gezielt nachzufragen.

Vielleicht könntest Du bei der nächsten Rücksprache klären:
• Ist die Pupillenstarre primär entzündlich oder mechanisch bedingt?
• Gibt es alternative Maßnahmen (z. B. stärker getönte Gläser, spezielle Kantenfilter, konsequente Bildschirmanpassung)?
• Wie hoch schätzt man Dein individuelles Netzhautrisiko unter Pilocarpin realistisch ein?

Zum Thema Arbeit:
Mit Blendempfindlichkeit, frischer OP und zusätzlichem Lasereingriff am anderen Auge ist ein sofortiger Wiedereinstieg am Bildschirm oft schlicht zu früh. Viele Betroffene berichten, dass erst mit technischer Anpassung (Dark Mode, reduzierte Helligkeit, Kontrastoptimierung, große Schrift) oder im Rahmen einer stufenweisen Wiedereingliederung eine Rückkehr möglich war. Sich im Moment noch Schonung zu erlauben, ist kein Rückschritt, sondern Teil der Stabilisierung.

Deine Verzweiflung ist verständlich – aber Du hast einen wichtigen positiven Faktor: Die Sehschärfe an sich ist gut. Das Problem liegt aktuell vor allem in der Blendung und der Pupillenreaktion. Das ist funktionell belastend, aber nicht gleichbedeutend mit strukturellem Schaden.

Aus meiner Erfahrung braucht es einfach viel Zeit bis sich da was tut, ich meine hier Wochen bis Monate.

Du darfst Dir und deinem Auge diese Zeit geben. Und Du darfst kritisch nachfragen.

Liebe Grüße
Katharina

--
Ich bin diesen Weg gegangen, um Euch zu zeigen wie es geht.

Starre Pupille / Vitrektomie

DerPeter2411, (vor 3 Tagen) @ KAtharina

Hallo Katharina,
vielen Dank für deine Nachricht. Das geht ganz schön an die Substanz muss ich ehrlich gestehen. Bei mir ist glaube ich das Hauptproblem, dass ich vorher keinen niedergelassenen Augenarzt hatte. Das ganze ist ja zwischen den Feiertagen passiert ohne jegliche Vorankündigung sozusagen. Keiner der Augenärzte hier nimmt neue Patienten an. Die einzige Praxis bei der ich vorsprechen konnte war eine Kette die hier eine Praxis betreibt. Der einzige Arzt hat wohl gerade fertig studiert und es fehlt im an Erfahrung. Jedesmal wenn ich dort bin weil ein Problem auftritt, schickt er mich in die Uniklinik mit einer Notfall Überweisung. Dort schmunzelt man schon wenn ich ankomme. Beim letzten Mal hat die Ärztin gemeint ich solle ihn mal fragen ob er nicht mal ein Praktikum in der Uniklinik machen möchte. Das sagt ja schon alles. Momentan weigert er sich mich weiter krank zu schreiben da nach seiner Meinung das Auge jetzt gesund sei. Auch mit der Organisation der Wiedereingliederung kennt er sich nicht wirklich aus. Da ich in einem Großkonzern arbeite dauert die Genehmigung mindestens zwei Wochen, hierzu müsste er mich ja auch krankschreiben. Das versteht er aber nicht. Nun ich bin jetzt bis einschließlich kommenden Dienstag krankgeschrieben und werde dann beim Hausarzt nachfragen ob der mich krankschreiben kann bis ich am 10. März den Termin bei einem anderen Augenarzt habe. Ich hoffe, dass ich hier bessere Unterstützung bekomme.

Starre Pupille / Vitrektomie

KAtharina ⌂, Camburg, (vor 3 Tagen) @ DerPeter2411

Liebe Peter,

das klingt wirklich zermürbend – und ehrlich gesagt: Dein Frust ist absolut nachvollziehbar. Du befindest Dich in einer komplexen postoperativen Situation, brauchst strukturierte Begleitung – und bekommst stattdessen Weiterverweisungen und organisatorisches Chaos. Das geht an die Substanz.

Der Hausarzt kann Dich selbstverständlich weiter krankschreiben, wenn eine Arbeitsfähigkeit medizinisch aktuell nicht gegeben ist. Eine AU ist keine „Augen-Diagnose“, sondern eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Wenn Du aufgrund Blendung, Funktionsstörung der Pupille und psychischer Belastung nicht arbeitsfähig bist, ist das vollkommen legitim. Viele Patienten hier machen das so.

Auch eine stufenweise Wiedereingliederung (Hamburger Modell) wird in der Praxis oft über den Hausarzt koordiniert – gerade wenn der Facharzt organisatorisch nicht gut aufgestellt ist.

Zum Thema „Auge ist gesund“

Ein Auge kann anatomisch stabil sein – und funktionell trotzdem nicht arbeitsfähig.
Blendempfindlichkeit, Pupillenstarre, visuelle Überlastung am Bildschirm – das sind reale funktionelle Einschränkungen.

„Gesund“ im Sinne von „Netzhaut liegt“ heißt nicht automatisch „voll belastbar“.

Zur Praxissituation

Ich formuliere es diplomatisch:
Größere Praxisverbünde oder Ketten sind strukturell oft stärker auf Durchlauf und Organisation optimiert als auf komplexe postoperative Begleitung. Das heißt nicht, dass dort niemand kompetent ist – aber Kontinuität und Erfahrung können schwanken.

In Deiner Situation ist ein erfahrener niedergelassener Augenarzt mit chirurgischer Anbindung oder enger Uniklinik-Kooperation deutlich sinnvoller.

Der Termin am 10. März ist daher ein guter Schritt.

Psychische Belastung nicht unterschätzen
Du hattest:
• Notfall-OP zwischen Feiertagen
• plötzliches Sehverlustszenario
• Laser am Partnerauge
• Unsicherheit im Versorgungssystem

Das allein rechtfertigt Schonzeit. Dein Nervensystem läuft noch im Alarmmodus. Das ist kein „Stellen-sich-an“.

Konkreter Plan (damit Du etwas Struktur hast)
• Hausarzt kontaktieren → Verlängerung AU bis Facharzttermin
• Belastung realistisch schildern (Blendung + Bildschirmunfähigkeit), incl. Psychischer Belastung
• Erst nach fachärztlicher Einschätzung über Wiedereingliederung entscheiden
• Nicht unter Druck durch Arbeitgeber setzen lassen – Großkonzerne kennen diese Prozesse
Liebe Grüße,
Katharina

--
Ich bin diesen Weg gegangen, um Euch zu zeigen wie es geht.

Starre Pupille / Vitrektomie

DerPeter2411, (vor 3 Tagen) @ KAtharina

Hallo Katharina,
nochmals danke für deine aufmunternden Zeilen. Druck vom Arbeitgeber besteht gar nicht. Sehr guter Dialog zwischen mir, meinem direkten Vorgesetzten sowie der HR Abteilung ist gegeben. Trotzdem dauert die Genehmigung zur Wiedereingliederung auf jeden Fall zwei Wochen.
Nach dem Termin beim Hausarzt wird sich der Nebel in meinem Kopf hoffentlich etwas lichten. Es muss einfach ein einigermaßen strukturierter Plan her und dazu braucht es einen Arzt der weiß was er tut. Mal sehen was die kommenden Wochen so bringen.
Lg Peter

Krankschreiben

Ibis, (vor 23 Stunden, 18 Minuten) @ DerPeter2411

Unterhalte dich mal mit deinem Hausarzt. Wenn ihr einen guten Draht zueinander habt, ist diese Krankschreibung (über den HA) sehr erleichternd. Meiner schreibt mich seit der ersten NHA 8/25 alle 4 Wochen für weitere 4 Wochen krank, und wird das machen, bis ich einen stabilen Status Quo erreicht habe.

Wir haben darüber geredet, und er ist meiner Meinung, dass in einem Beruf, in dem viel mit den Augen gemacht wird, erstmal ein Fixpunkt erreicht werden muß. Hinzu kommt, dass das den psychischen Druck gewaltig mindert.

Hausärzte trauen sich diesbezüglich deutlich mehr, als Fachärzte.

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