Prognose nach Netzhautablösung und PVR

KAtharina ⌂, Camburg, (vor 23 Stunden, 56 Minuten) @ LarissaT

Liebe Larissa,
danke, dass Du das so offen schreibst.
Was Du beschreibst, ist keine Schwäche – das ist eine völlig nachvollziehbare Reaktion auf monatelangen Alarmzustand.
Seit Dezember:
• Visus 0,1 ohne klare Diagnose
• Arztwechsel
• Notfall-OP
• Rückfall
• zweite OP
• PVR
• Selbstständigkeit im Hintergrund

Dein Nervensystem war die ganze Zeit im Ausnahmezustand.
Dass jetzt Erschöpfung, Leere und depressive Gedanken auftauchen, ist leider sehr typisch nach solchen medizinischen Krisen.
Ich habe das auch erlebt und kann sehr gut nachempfunden wie es Dir geht.

Wenn in der Klinik bei jedem Termin ein Sehtest gemacht wird und unterschwellig vermittelt wird „das müsste jetzt besser sein“, erzeugt das enormen Druck.
Zwei Wochen nach erneuter PVR-OP ist aber kein realistischer Zeitpunkt für eine finale Bewertung. Dein Auge ist noch mitten in Entzündung, Gasresorption und Heilung.

Dass es sich „vor der OP ganz einfach“ anhörte und jetzt so komplex ist, verstärkt das Gefühl von Kontrollverlust zusätzlich.
Was Du gerade beschreibst –
„Mein altes Leben gibt es nicht mehr“
„Ich kann mich über nichts mehr freuen“
– sind typische Zeichen eines Erschöpfungs- oder depressiven Zustands nach Trauma.
Und ja, eine Netzhautablösung mit PVR kann psychisch traumatisch sein.
Das wird oft unterschätzt.
Wir haben das bei den letzten Seminaren teilweise besprochen, und es geht so vielen von uns so.

Ganz wichtig für Dich:
Zwei Wochen nach C3F8 ist kein Endzustand.
Dein aktueller Seheindruck ist kein endgültiges Urteil.

Deine psychische Reaktion ist behandelbar und vor allem verständlich.
Wenn Du selbstständig bist, kommt zusätzlich Existenzangst dazu.
Das verstärkt alles.
Vielleicht wäre es sinnvoll, Dir parallel Unterstützung zu holen – Hausarzt, psychosomatische Beratung oder einfach ein Gespräch mit jemandem, der sich mit Krankheitsverarbeitung auskennt.
Das ist kein „Aufgeben“, sondern Stabilisieren.
Du bist nicht nur enttäuscht. Du bist erschöpft.

Und unabhängig vom Auge: Du musst da psychisch nicht allein durch.
Herzliche Grüße
Katharina

--
Ich bin diesen Weg gegangen, um Euch zu zeigen wie es geht.


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