Depression nach Netzhaut-OP

LarissaT, (vor 1 Tag, 3 Stunden, 24 Min.)

Hallo zusammen! Ich bin leider nach meiner zweifacher Netzhaut-Op vor 5 Wochen in eine richtige Depression abgerutscht. Zum einen war es sehr schlimm für mich, als ich gemerkt habe, dass die zweite OP einen irreparablen Gesichtsfeldverlust in der Peripherie zurückgelassen hat, der neben der Schläfe sehr dicht ans Auge heranreicht. Der eigentliche Zusammenbruch kam dann am letzten Montag, ausgerechnet als der Arzt mir verkündet hat, dass das Rückfallrisiko nun extrem gesunken ist und ich wieder alles machen darf (inklusive reiten). Das Kontrollintervall wurde auch verlängert. Das Problem: Im Alltag funktioniert mein Auge überhaupt. Das liegt vermutlich vor allem an meiner großen, starren Pupille und dem Nachstar, denn mit einer selbst gebastelten Lochblende kann ich recht scharf sehen und könnte damit auch lesen. Aber so sehe ich weder in der Nähe noch in der Ferne scharf, alles ist verschmiert, grau und irgendwie verzogen. Weil ein großer Astigmatismus gemessen wurde, hatte ich die Hoffnung, dass mir ein Optiker helfen kann, aber die Verbesserung war bescheiden.
Mich belastet, dass ich für die Ärzte offensichtlich vorerst austherapiert bin, aber im Alltag keinerlei Verbesserung spüre. Mir geht es extrem schlecht, bis hin zum Gedanken, so nicht leben zu können/wollen. Nach den OPs war ich voller Energie und habe ganz viele Aktivitäten wieder aufgenommen, an denen ich nun alles Interesse verloren habe, weil mir alles aussichtslos scheint. Ich kümmere mich um einen Therapieplatz und möchte auch versuchen, Antidepressiva zu bekommen, aber das dauert natürlich alles.
Geht es hier Jemand ähnlich? Hat hier Jemand seine weite Pupille später in den Griff bekommen (OP oder spezielle Kontaktlinsen)? Ich fühle mich schrecklich undankbar, weil immerhin der Arzt mein Augenlicht gerettet hat, aber manchmal habe ich sogar den Eindruck, mit einem Auge würde ich besser sehen. Dabei möchte ich diesen Gedanken gar nicht erst denken.

Depression nach Netzhaut-OP

tanjam, Riedstadt, (vor 1 Tag, 2 Stunden, 12 Min.) @ LarissaT
bearbeitet von tanjam,

Hallo Larissa,
gib nicht auf und verliere nicht den Mut.
Ich hatte 2005 nach einer GrauenStarOP beidseits am rechten Auge 4 NHA.
Am Anfang dachte ich auch, warum nicht einfach das Auge aufgeben. Dann hätte ich endlich Ruhe.
Heute 20 Jahre später bin ich doch froh, dass ich das Auge noch habe.
Am Anfang konnte ich nur Handbewegung warnehmen und jetzt bin ich an guten Tagen bei 30% Sehleistung.
Mein linkes Auge hat auch schon immer zwischen 50% und 70%. Ich war eine Frühgeburt und stark kurzsichtig.
Ich kann Dir sagen, es wird besser.
Vielleicht ist Deine Pupillen auch noch größer von den Augentropfen. Die Tropfen gegen Entzündungen halten die Pupille offen. Meine wird heute kaum noch groß auch nicht beim Weittropfen.

Das Gehirn gewöhnt sich auch nach und nach. Meins kann das rechte Auge ganz gut ausblenden.
Ich habe auch einen Gesichtsfeldausfall auf der rechten Seite. Manchmal denke ich nicht daran und erschrecke, wenn ich mich nach rechts umdrehe und da was ist.

Ich wünsche Dir Geduld und weiterhin alles Gute.

LG Tanja

Depression nach Netzhaut-OP

LarissaT, (vor 1 Tag, 2 Stunden, 2 Min.) @ tanjam

Vielen Dank für den Zuspruch!

Depression nach Netzhaut-OP

Landgrafschaft, (vor 1 Tag, 2 Stunden, 12 Min.) @ LarissaT

Hallo Larissa.

Hast Du die Möglichkeit, Dein Umfeld für eine Zeitlang zu verlassen?

Herzliche Grüße

Landei

Depression nach Netzhaut-OP

LarissaT, (vor 1 Tag, 2 Stunden, 2 Min.) @ Landgrafschaft

Leider nein. Ich habe drei Kinder und bin selbstständig.

Depression nach Netzhaut-OP

Landgrafschaft, (vor 19 Stunden, 32 Minuten) @ LarissaT

Hallo Larissa.

Könntest Du Dir vorstellen, eine Kur mit den Kindern in Anspruch zu nehmen?
(vorausgesetzt ist natürlich ein bestimmtes Alter der Kinder)

LG Landei

Depression nach Netzhaut-OP

Bernadette, (vor 20 Stunden, 22 Minuten) @ LarissaT

Hallo Larissa,

ich habe seit meiner PPV vor 3 Jahren auch eine starre Pupille. Die liebe Katharina hat mir das ganze hier im Forum auch auf Nachfrage noch einmal ausführlich erklärt. Dafür noch einmal ein großes Dankeschön, Katharina! Demnach ist die starre Pupille oft die Folge der örtlichen Betäubung hinter dem Auge, die während einer Netzhaut-OP gesetzt wird. Wenn du hier im Forum mal "Ptosis und starre Pupille" suchst, findest du den Beitrag.

Die starre Pupille kann dauerhaft bleiben, muss sie aber nicht. Es sind erst 5 Monate vergangen, hab Geduld. Endgültige Resultate zeigen sich oft erst nach Monaten. Sollte sie auf Dauer groß bleiben und dich stark beeinträchtigen, so wie es ja momentan der Fall zu sein scheint, gibt es Tropfen, die die Pupille verengen. Diese sind aber aufgrund der Nebenwirkungen mit Vorsicht zu genießen. Hier würde ich den behandelnden Augenarzt in der Augenklinik befragen.

Was mich aber verwundert, ist die Aussage deines Augenarztes du seist austherapiert. Gerade in Hinsicht auf den Nachstar gibt es doch die Möglichkeit, diesen lasern zu lassen und einen besseren Visus zu erzielen.


Viele Grüße,
Bernadette

Depression nach Netzhaut-OP

LarissaT, (vor 19 Stunden, 17 Minuten) @ Bernadette

Liebe Bernadette, danke, dass Du das mit mir teilst! Kannst Du denn mit der großen Pupille lesen? Bei mir ist das unmöglich. Der Nachstar wird noch gelasert, aber erst in zwei Monaten. Liebe Grüße, Larissa

Depression nach Netzhaut-OP

Bernadette, (vor 18 Stunden, 36 Minuten) @ LarissaT

Liebe Larissa,

sagen wir mal so, ich kann mit dem operierten Auge lesen, es ist aber anstrengend, weil alles leicht verzerrt ist und ich bedingt durch die Netzhautablösung mit Makulabeteiligung nur eine Sehkraft von etwa 30-40% habe. Erst mit dem gesunden Auge zusammen funktioniert das Lesen gut.

Meine Pupille ist zwar starr, aber, so scheint es mir, längst nicht so ausgeprägt wie bei dir. Ich bin also nicht lichtempfindlich oder ähnliches. Es macht sich bisher rein kosmetisch bemerkbar oder beim Tropfen in der Klinik.

Bist du noch für Nachkontrollen in deiner Augenklinik? Ich würde das Thema dort unbedingt ansprechen. Operieren kann man da soweit ich weiß nichts.

Sobald wirklich alles verheilt ist, kann ich auch einen Besuch beim Optiker sehr empfehlen. Ich war vorher nicht auf eine Brille angewiesen, habe aber nach Austausch der Linse wegen des Grauen Stars eine Brille mit einem Gleitsichtglas für das operierte Auge bekommen, was mir den Alltag sehr erleichtert.

Depression nach Netzhaut-OP

DerPeter2411, (vor 18 Stunden, 48 Minuten) @ LarissaT

Hallo Larissa,
ich dachte grade ich lese meinen eigenen Beitrag. Mir geht es ganz genauso. OP war im Dezember, auch starre Pupille und jetzt Nachstar. Ich bin mit den Nerven durch und weiß auch nicht mehr weiter. Nächste Woche habe ich einen Termin beim Hausarzt, da werde ich einen Reha Antrag vorbereiten. Ich möchte eine psychosomatische Reha beantragen. Bei kommt noch dazu, dass ich ziemlich genau vor einem Jahr eine riesige Zyste an der Schilddrüse hatte. Als die NHA kam war ich grade mit den folgen der OP fertig geworden, Stimmbänder waren beschädigt und die Narbe war problematisch. Ich kann dir nur die Daumen drücken! Du bist nicht allein!!

RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum