Reha Klinik Masserberg - Erfahrungen Teil 1

elke69 @, Oberfranken, Sonntag, 09. Juni 2024, 22:41 (vor 4 Tagen) @ Sandra1978

Hallo Sandra,

ich hätte Dir gerne direkt geantwortet, aber wie Du schon geschrieben hast, geht das wohl aktuell nicht. Deshalb hier mein Bericht.

Ich war Anfang des Jahres in Masserberg, 09.01.-09.02.24. Grundsätzlich dauert eine Augenreha 4 Wochen, Rentenversicherung gewährt erstmal drei Wochen. Man wird auch gleich nach ein paar Tagen gefragt, ob man noch eine Woche verlängern möchte. Bin an einem Dienstag angereist und habe um Verlängerung von 3 Tagen gebeten, Abreise Freitag statt Dienstag, auch das war möglich und somit war ich 4,5 Wochen dort.

Den Antrag habe ich ca. Ende Juni 2023 gestellt, die Bewilligung der Rentenversicherung erhielt ich Mitte August 2023. Kurz darauf hat sich Masserberg bei mir gemeldet und mir als Termin Mitte Oktober angeboten. Leider konnte ich das so nicht annehmen, hatte zu der Zeit noch schweres Silikonöl im Auge, welches im Oktober entfernt wurde. So hat sich das mit Januar ergeben.

In der Einrichtung gibt es eine Augenabteilung mit Augen√§rzten, Optometristen, eine Orthoptistin, welche mit mir an meinen zu der Zeit heftigen Doppelbildern gearbeitet hat. Von daher f√ľhlte ich mich schon mal ganz gut aufgehoben. Visualtraining, Nutzung der technischen M√∂glichenkeiten bei PC Arbeit, Entspannungstechiken f√ľr die Augen, etc...

Ansonsten noch Physio-Anwendungen, Entspannungs√ľbungen und alles m√∂gliche an Sportlichen Aktivit√§ten. Es gibt ein kleines Sportstudio mit Trainingsger√§ten, Schwimmbecken oder auch ruhige Gruppentherapien wie Feldenkrais oder Qi Gong. Und nat√ľrlich auch drau√üen, Nordic Walking, Terraintraining, etc. Bis kurz vor meiner Reha waren da angeblich auch vier Psychologen, welche wohl alle auf einen Schlag gek√ľndigt haben, warum wei√ü ich nicht, muss wohl Unstimmigkeiten mit der Leitung gegeben haben. Da waren schon viele der Rehabilitanden entt√§uscht, ich auch. Am Ende meiner Reha kamen neue Psychologen. Ansonsten noch viele Vortr√§ge verschiedenster Art, die meisten schon interessant, einige naja, f√ľr mich etwas sinnbefreit, aber die Rehalbilitanden sind ja auch individuell...

Ansonsten: So oft es geht raus an die Luft und laufen...
Das hat mir persönlich sehr gut getan, fast bei jedem Wetter. Die Klinik liegt direkt am Rennsteig, rundherum viel Wald, wobei der allerdings durch den Borkenkäferbefall ganz schön mitgenommen aussieht, soviel nur am Rande.

Bedingt durch die Jahreszeit kam ich bei winterlichen Minustemperaturen an, sehr kalt aber sonnig. Dann Wetterumschwung, Tauwetter, Regen und immer Nebel, Nebel, Nebel... ist aber "Augenwetter". 120 Tage im Jahr hat man mir gesagt. Hat sich aber durchaus wieder mit Sonne und trockeneren Zeiten abgewechselt. Tagelanger Regen und Nebel nervt nat√ľrlich schon, da geht man eher nicht so viel raus... Auf jeden Fall Kleidung f√ľr alle F√§lle mitnehmen.

Das Haus ist wirklich so, wie es √ľberall beschrieben wird, schon sehr in die Jahre gekommen, abgewoht, im ganzen Haus meist abgenutzter und teilweise verschmutzter Teppichboden. Das Zimmer altmodisch eingerichtet, aber relativ sauber, das war mir pers√∂nlich wichtiger. Das Haus selber ist in den oberen Etagen sehr hell, fand ich gut. Allerdings auch riesig, mit vielen verwinkelten G√§ngen, bis man sich da zurechtfindet dauert das ein paar Tage, aber das wird schon. Man kann ja auch immer fragen...

Das Essen war ok f√ľr mich. Klar, es ist eine Klinik, Fr√ľhst√ľck und Abendessen vom Buffet, eigentlich (fast) immer das gleiche Angebot. Mittags Auswahl zwischen zwei Gerichten, mit Fleisch oder Vegetarisch, Mittags und Abends immer Salatbuffet, naja, zu meiner Zeit viel Wintergem√ľse, ist Geschmackssache... Aber sicher f√ľr jeden was dabei. Ist ja kein Hotel, das weiss man, und von daher f√ľr mich einigermassen in Ordnung.

Klar l√§uft nicht alles so, wie man es sich vielleicht w√ľnschen w√ľrde. Es war meine erste Reha √ľberhaupt, bin daher recht offen f√ľr alles an die Sache herangegangen. Die √Ąrzte und Therapeuthen und auch das Personal am Empfang und im Speisesaal waren aber wirklich sehr nett und hilfsbereit. Was mir tats√§chlich gefehlt hat, war etwas mehr Abwechslung am Abend, ein bisschen mehr M√∂glichkeit, Kontakte zu kn√ľpfen bzw. sich etwas mehr austauschen zu k√∂nnen. Tags√ľber und beim Essen ja, aber es gibt im Haus nur auf den Etagen verteilt wenige kleine Sitzgruppen. 17.30 Uhr Abendbrot, und im Winter geht man dann ja eher nicht mehr raus, da ist der Abend schon lange. Man will ja auch nicht jeden Abend nur am Zimmer sein. Im Sommer ist das sicher besser. Im Ort selber gibt es allerdings nichts Besonderes. D√∂rflich. Bin selber vom Lande, hat mir von daher nicht so viel ausgemacht, wenn man Gro√üstadt gew√∂hnt ist vermutlich schon sehr krass.

Gesellschaftsspiele gibt es auch im Haus zur Leihgabe, will man aber auch nicht immer. Ansonsten noch die M√∂glichkeit abends eine Runde schwimmen oder Tischtennis. Daneben gibt es ein Hotel mit Kegelbahn, Billard, ausserdem dort Saunanutzung m√∂glich, wer das mag. Ist allerdings leider alles eher nicht so meins, von daher, naja. Aber wichtig ist ja, dass man f√ľr die Augen Hilfe bekommt. Spielt nat√ľrlich alles zusammen eine Rolle f√ľr den Reha-Erfolg denke ich.


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