Erfahrungsberichte - Wichtig bitte lesen!

KAtharina ⌂ @, Camburg/ThĂŒringen, Montag, 16. November 2009, 11:06 (vor 2926 Tagen)

Liebe Netzis,

in diesem Thread habt Ihr die Möglichkeit Eure Erfahrungsberichte anderen Netzis zur VerfĂŒgung zu stellen.

Wichtig!
Damit das Ganze ĂŒbersichtlich bleibt, und hier NUR Erfahrungsbericht zu finden sind, tragt Euren ersten Bericht bitte jeweils als Antwort auf DIESEN Beitrag ein.
Wenn Ihr Eure eigenen BeitrÀge ergÀnzen möchtet, antwortet dazu bitte auf Euren ersten Bericht.

Dies ist KEIN Diskussionthread!

Bitte in diesem Thread keine BeitrĂ€ge mit RĂŒckfragen/Anmerkungen
usw.

Danke!

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Liebe GrĂŒĂŸe
KAtharina

Warte nicht, bis der Regen vorĂŒber ist. Lerne, im Regen zu tanzen!

KAtharina- Teil 1

KAtharina ⌂ @, Camburg/ThĂŒringen, Montag, 16. November 2009, 18:39 (vor 2926 Tagen) @ KAtharina

Gut, dann fange ich an:
KAtharinas Geschichte - Teil 1

Angefangen hat es mit den NHAs 1996 im September, kurz nach dem Abitur.
Ich war damals 20 Jahre alt, Kurzsichtig seit der 4. Klasse mit -4,5 Dioptrien.
Bei einer Kontrolluntersuchung beim Augenarzt (nach einem Flug) wegen neuen Kontaktlinsen kam der große Schock:
9 Löcher in der Netzhaut des linken Auges, sofortige OP in Erfurt, da die Klinik dort unberechtigter Weise einen guten Ruf hatte.
Es wurde gelasert und Plomben aufgenÀht.
Anfang Januar 1997 (nach einem Flug) die nÀchste NHA.
OP mit Cryo, Laser, Plomben.
4 Wochen spĂ€ter sah ich wieder den berĂŒhmten Schatten, eine erneute NHA, es wurde mit 350 Schuss gelasert, die NH hielt nur 3 Tage.
Die Netzhautablösung entpuppte sich als Schisis amotio, aus der sich eine Netzhautablösung entwickelt hat.
Erst Jahre spÀter habe ich erfahren dass man eine Schisis durch Lasern nicht wieder anheften kann.
Mir und meinem Auge wurde durch den damaligen Professor eine OP mit Silikonöl angeboten,
Gas als Alternative wurde abgelehnt.
Einen Grund, warum die NH nicht hÀlt, konnte der Prof. in Erfurt nicht erkennen.
Der Visus nach der OP sollte mit viel GlĂŒck um 10 % sein, oder eine Erblindung.
Sein Angebot war, die Klinik zu wechseln (evt. Leipzig, MĂŒnchen, Köln), mit dem Hinweis, dort wĂŒrde ich erst drankommen wenn es zu spĂ€t ist, oder wiederzukommen wenn es ganz dunkel ist (Zitat Prof.)
Auf eigenen Wunsch habe ich noch am selben Abend nach 3 erfolglosen OPs innerhalb von
6 Monaten die Klinik verlassen.
8 Wochen spÀter hatte ich endlich meinen OP- Termin an der Uniklinik Köln.
Ein normaler Stationsarzt fand die Löcher in der NH, die ein Prof. in Erfurt ĂŒbersehen hatte.
Ich hatte meine erste Vitrektomie mit Gas.
Nach 5 Wochen schlafen auf dem Bauch mit dem Gesicht nach unten ging es dann wieder aufwÀrts (im wahrsten Sinne des Wortes).
Innerhalb der nÀchsten 5 Jahre stieg die Sehkraft wieder von 25% auf sagenhafte 80%.
Ich habe angefangen, mir ein normales Leben aufzubauen und den Schock zu verarbeiten.

2 Jahre nach den ersten Problemen mit dem linken Auge, im Januar 1999, löste sich nun auch die Netzhaut auf dem rechten Auge ab.
Ich war am Boden zerstört.
Auch hier eine Schisis Amotio.
Ich erfuhr durch Zufall, dass ich von Anfang an auch auf dem rechten Auge eine kleine Stelle hatte, da eine Schisis immer beidseitig auftritt. Außerdem gab es wohl schon 1996 kleinerer Einblutungen, ĂŒber die mich niemand informiert hatte.
Zuerst war ich darĂŒber empört, aber im Nachhinein bin ich darĂŒber fast dankbar, so hatte ich noch 2 unbeschwerte Jahre mehr, in denen ich dachte es ist nur ein Auge betroffen.
Nach 2 OPs des rechten Auges in Köln (Plombe und Cerclage) sehe ich wieder 80 % auf diesem Auge und bete, dass wenigstens diese erhalten bleiben.
Beim Studium habe ich ein komplettes Semester gefehlt, ich habe zusĂ€tzlich zu meinen normalen PrĂŒfungen noch alle verpassten, die im OP- Zeitraum lagen, nachgeholt.

5 Jahren nach der letzten Ablösung der Netzhaut des linken Auges, im Februar 2002, löste sich nun die Netzhaut wieder ab.
Eine Woche zuvor hatte ich mein Studium erfolgreich abgeschlossen.
Davor habe ich 4 Monate jeden Tag 8-16 Stunden am PC verbracht und mit Grafikprogrammen meine PlÀne erstellt.
Ich habe es wie immer frĂŒher gemerkt, als meine AugenĂ€rztin etwas erkennen konnte, aber das GlĂŒck war mir nicht hold.
Bei der Untersuchung war nichts zu erkennen 24 Stunden spÀter war die NH ab.
Ich war in dieser Nacht noch bei meiner AugenÀrztin, Visus noch 70%.
Ich beschloss auf Rat meiner Ärztin erst den nĂ€chsten FrĂŒh nach Leipzig in die
Klinik zu fahren, da es schnell gehen muss und Köln zu weit entfernt ist.
Als ich nach dieser Horrornacht meine Augen aufmachte, konnte ich kaum noch etwas erkennen, die Netzhaut war ab.
Es war fast das gesamte Gesichtsfeld grau.
Ich wusste, dieses mal ist auch die Makula (der Punkt des schÀrfsten Sehens), betroffen.
Innerhalb von nur 6 Stunden war ein großer Teil der NH abgelöst.
So schnell ging es vorher noch nie.
Ich werde niemals das GefĂŒhl vergessen, als ich plötzlich meine Fingerspitzen an der Hand vor meinem Auge nicht mehr erkennen konnte da der Gesichtsfeldausfall so viel endgĂŒltiger und schlimmer war als die vergangenen Male.
Selbst heute wird mir bei dem Gedanken noch ĂŒbel.
In der Uniklinik Leipzig hat man mich ĂŒber 5 Stunden warten lassen, obwohl ich angemeldet (und nĂŒchtern fĂŒr die OP) war und es bekannt war, das ich eine Netzhautablösung habe.

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Liebe GrĂŒĂŸe
KAtharina

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KAtharina- Teil 2

KAtharina ⌂ @, Camburg/ThĂŒringen, Montag, 16. November 2009, 18:40 (vor 2926 Tagen) @ KAtharina

Teil 2
Der diensthabende Oberarzt hat mit trotz einem Telefonat mit meiner AugenÀrztin nicht geglaubt, dass ich mit dem Auge die Nacht vorher noch 70% gelesen habe, denn mehr als 20 % konnte ich leider schon nicht mehr vorweisen.
Er hat mir unterstellt, dass ich und meine Ärztin lĂŒgen.
Die Aussage dass er mich sofort operiert hĂ€tte, wenn ich wirklich noch so viel gesehen hĂ€tte hat mich fast zur Weißglut getrieben!
Das Ganze war an einem Freitag, und ich wurde erst Montag operiert. Im Laufe des Wochenendes konnte ich zusehen, wie der Gesichtsfeldausfall immer grĂ¶ĂŸer wurde, immer mehr verschwand von meinen Fingern, die ich mir vor Augen hielt um zu sehen, ob die Ablösung fortschreitet.
Ich hÀtte schreien könne vor Angst und Frust. Da bin ich in der Klinik und keiner hilft mir!!!
Im Nachhinein stellte sich heraus, dass der diensthabende Oberarzt sich nicht getraut hat, mein Auge zu operieren.
Das Auge wurde dann am Montag wieder mit einem schweren Gas gefĂŒllt.
Nach 3 Wochen straffen liegen auf der rechten Seite ging die Netzhaut wieder ab.
Es wurde erneut operiert, diesmal bekam ich Silikonöl ins Auge.
Einen Tag nach der 2. OP wurde vergessen, den Augendruck zu messen.
Dadurch wurde der Sehnerv stark beschÀdigt, so dass mein Gesichtsfeld jetzt nur noch aus einem schmalen Schlitz bestand. Auf die Bitte hin, einen Arzt zu rufen wegen extrem starker Gesichts- und Kopfschmerzen bekam ich nur eine Schmerztablette, da sich die Schwester nicht getraut hat, den diensthabenden Arzt aus dem Bett zu holen.
Wenn ich in dieser Nacht gewusst hÀtte, dass es am zu hohen Augendruck liegt, hÀtte ich mich mehr beschwert und Theater gemacht - aber die Erkenntnis kam leider zu spÀt.
Sarkastisch ausgedrĂŒckt:
Optimistisch wie ich bin weiß ich es dann fĂŒr das nĂ€chste Mal.
Ich habe dann noch um die 20% mit Öl im Auge gesehen.
2002 habe ich die SHG Netzhautablösung gegrĂŒndet, in der Hoffnung, Menschen mi t der gleichen Krankheit zu finden und Erfahrungen auszutauschen.
War ich am Anfang selbst die Hilfesuchende, bin ich heute soweit, dass ich selbst andere „Netzis“ helfe und zeigen möchte, dass ein Leben mit dieser Erkrankung auch Lebenswert ist.
Über 1 Jahre lang habe ich Antidepressiva genommen und habe bei einem Psychologen eine Verhaltenstherapie gemacht, damit ich lerne, mit meinen Ängsten umzugehen.
Ein erfolgreiches Diplom, und dann von einem Tag auf den anderen auf einem Auge fast blind, ĂŒber Monate wahnsinnige Schmerzen und die stĂ€ndige Angst vor einer erneuten Ablösung, sowie das Wissen, meinen Traumberuf als Landschaftsarchitektin nicht ausĂŒben zu können, waren einfach zu viel fĂŒr mich. Ich musste mein WG Zimmer in Erfurt aufgeben und mit 25 Jahren wieder bei meinen Eltern einziehen, von meinem damaligen LebensgefĂ€hrten habe ich mich getrennt.
Ganz abgesehen davon, dass ich lange Zeit immer auf die Hilfe anderer angewiesen war.
Durch das Silikonöl habe ich einen Grauen Star bekommen sowie auch ein SekundÀrglaukom.
Im Oktober 2003 wurde der Graue Star innerhalb von 5 Tagen so schlimm, dass ich meine Hand vor Augen nicht mehr erkennen konnte.
Es ist ungewöhnlich das der Graue Star so schnell schlechter werde kann, aber wenn es um das Thema Auge geht, denke ich, ist mittlerweile alles möglich.
Zu dieser Zeit hatte ich enormen seelischen Stress, und denke, dass die plötzliche Verschlechterung des Grauen Stars auch damit zusammen hing.
Das Öl wurde im November 2003 entfernt, zudem wurde ein Membranpeeling durchgefĂŒhrt(was ich erst hinterher in den Akten gelesen habe) und die trĂŒbe Linse entfernt.
Im MĂ€rz 2006 kam mein Sohn Spencer per Kaiserschnitt auf die Welt, da mir von einer normalen Geburt auf Grund meiner Augen abgeraten wurde.
Ende Mai 2006 bekam ich in Leipzig eine Kunstlinse eingesetzt, und bin jetzt bei -2,5 Dioptrien angelangt.
Die Sehleistung lag danach wieder bei 20-25 %. Das Gesichtsfeld ist auf einen kleinen zentralen Kreis zusammengeschrumpft, der Augendruck machte immer noch Probleme, die Pupille ist starr und reagiert nicht mehr auf Licht.
Weiterhin habe ich sehr oft Schmerzen in diesem Auge, dazu kommt ab und an MigrÀne auf dieser Kopfseite.

2009 Burn out...

2010 / 2011 wurde das SekundÀrglaukom immer schlimmer, es gab einige GlaukomanfÀlle und dazu noch 2mal eine Uveitis im linken Auge.
Um den zu hohen Druck zu senken tropfte ich teilweise 5mal tÀglich verschiedene Glaukommedikamente. Leider wirkte sich dieses sehr negativ auf die sowieso schon vernarbet und empfindliche Hornhaut des Auges aus, so dass ich fast stÀndig mit einer Hornhaut- Keratitis zu tun habe und dazu, schon eher nebensÀchlich, extrem trockene Augen habe.
In dieser Zeit suchte ich mir erneut eine Psychologin, welche mich bis Ende 2012 sehr gut durch mein Leben begleitet hat. Es war ein langer und steiniger Weg, der sich aber durchaus gelohnt hat.

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KAtharina- Teil 3

KAtharina ⌂ @, Camburg/ThĂŒringen, Montag, 05. MĂ€rz 2012, 12:00 (vor 2086 Tagen) @ KAtharina

Teil 3, sorry, aber es geht eben immer weiter:

12/2010 ließ ich in Dresden eine SLT machen, leider senkte diese den Druck nicht genug.

10/2011 wurde in Leipzig eine CPC zur Drucksenkung durchgefĂŒhrt. Danach bildete sich ein Makulaödem und die Hornhaut schloss sich nicht mehr. Der Visus sank auf unter 5%, ich hatte extreme Schmerzen.
2 Monate Behandlung mit Diamox und Schmerzmitteln halfen, das Ödem hat sich zurĂŒckgebildet.
Leider hat sich ein Makularpucker als weitere Folge der CPC gebildet. Allerdings ist wohl bei einer Verschlechterung des Puckers kaum ein Arzt so risikofreudig, ein erneutes Membranpeeling durchzufĂŒhren.

Anfang 2012 beschloss ich, die Glaukommedikamente abzusetzen, da ich einfach am Ende meiner KrÀfte war und nicht mehr konnte.
Nahm ich die Augentropfen, war die Hornhaut offen und ich hatte stĂ€ndig Schmerzen. Setzte ich die Tropfen ab, heilte die Hornhaut einigermaßen ab, aber der Druck war so hoch, dass ich mit einer Erblindung rechnen muss.
Ich suchte in MĂŒnchen einen mit homöopathischen Mitteln behandelnden Augenarzt auf, leider halfen die Medikamente auch nicht weiter.

Im Mai 2012 wurde ich erneut schwanger, so dass ich sich Frage nach Medikamenten zum Augendrucksenken fĂŒr mich nicht mehr stellte.

Im Februar 2013 brachte ich meine Tochter Amilia mit einer normalen Geburt auf die Welt.
Mit Lumigan edo ist der Druck stabil unter 20, die Netzhaut liegt an.

11/2014 Nach 6 Wochen mit zig GlaukomanfÀllen gab es nur noch die Möglichkiet einer erneuten OP zum Senken des Augendruckes.
Weder Glaupax noch Tropfen haben es geschafft den Druck auf normale Werte zu senken, soll heissen, Wochenlange Druckwerte zwischen 28 und 41 trotz Medikamenten.
Ich hatte stĂ€ndig Kopf-, Gesichts- und Augenschmerzen, Konzentrationsstörungen, vom Glaupax stĂ€ndige Übelkeit und Erbrechen, dazu kam es fast zum Nierenversagen auf Grund der Medikamente.
In Dresden wurde von Prof. Pillunat "Ahmed 4" implantiert.

02/15 Ahmed wurde entfernt, da das Implantat verrutscht war.

04/15 Zyklo- Kryokoagulation linkes Auge in Köln


Manchmal reicht es mir einfach und ich habe nach 18 Jahren einfach keine Kraft mehr zum KĂ€mpfen.
Ich bin so mĂŒde und frage mich, warum ich kein normales Leben wie die “Anderen“ fĂŒhren kann.
Das Leben mit solch einer Erkrankung ist nicht immer leicht, aber es Àndert die PrioritÀten im Leben zum Positiven.
Auf der anderen Seite helfen mir gerade die geĂ€nderten PrioritĂ€ten, das Leben sprichwörtlich mit anderen Augen zu sehen und die Zeit, in der es mir gut geht, zu genießen.

Ich habe mir vorgenommen, mein Leben nicht mehr von Ängsten bestimmen zu lassen.
So gehört die Angst vor dem Erblinden oder einer erheblichen SeheinschrÀnkung zu meinem Leben, aber ich lasse mich nicht mehr von ihr beherrschen.

Positive Schlussfolgerung im Moment: seit 13 Jahren keine NHA mehr gehabt!!!

Immer Augen auf und durch, das Leben ist so bunt und wunderbar.
Ich fĂŒr mich werde das Beste daraus machen.
Denn ich habe nur dieses eine Leben.
Und das ist zu kurz, um es sich durch so eine Erkrankung vermiesen zu lassen.

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Liebe GrĂŒĂŸe
KAtharina

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Wolfram - Impressionen aus dem weißen Haus

Wolfram (DD) @, Dresden, Montag, 16. November 2009, 22:33 (vor 2926 Tagen) @ KAtharina

Den folgenden Artikel habe ich an das Krankenhaus geschickt - er wurde dort auch so veröffentlicht.

IMPRESSIONEN aus dem „weißen“ Haus

Die Gelegenheit, die Welt aus ĂŒberwiegend waagerechter Perspektive betrachten zu können, bietet sich manchmal schneller, als man denkt! Manchmal ist das jedoch auch planbar!
Zum 11. Februar 2003 erhielt ich von der Uni-Augenklinik wieder einmal eine Einladung. Der Terminus ist medizinisch nicht ganz korrekt; denn auf dem Zettel stand „EINWEISUNG“
Der nun folgende Ablauf ist mir nicht ganz fremd, da ich schon oft Gast auf einer der Stationen des Hauses 18 dĂŒrfen sein mußte.

Als erstes fiel auf, daß die Station nicht mehr „18 C“ – sondern jetzt „AUG S2“heißt. Auch sonst gab es Neuerungen. Die Aufregungen, die wohl im Normalfall mit dem Einleben in einer solchen Einrichtung verbunden sind, lassen diese Neuerungen nur vielfach nicht gleich ins Bewußtsein durch...

Umfangreiches Baugeschehen – teils noch „Restarbeiten“ und Folgen des vorjĂ€hrigen Hochwassers, welches die Uniklinik auch massiv heimgesucht hatte – teils Neu- oder Umbauten – lassen das Bild quasi tĂ€glich verĂ€ndern. Auf dem Wege zur Anmeldung fielen also nicht nur aufgebuddelte Straßen, sondern auch z.B. das neue „Seelsorgezentrum“ auf.

Nach der Zuweisung eines Bettes die nĂ€chste Neuerung: Telefon am Bett! Allerdings mit den leider typischen GebĂŒhren. Aber trotzdem ein Fortschritt. Wer eine – aus welchen GrĂŒnden auch immer - Ă€rztlich verordnete Bettruhe verpaßt bekommt, weiß von der Unmöglichkeit des Erreichens des Telefons bestenfalls im Treppenhaus zu berichten.

Weiterhin ein neuer Aufzug! Nicht mehr das nach Fett und Öl „duftende“ LastenhebegerĂ€t, zu dem auf der Station jeweils nur eine Person den SchlĂŒssel hatte und mit dem man am OP-Tag nicht nur aus Angst schlotternd in das EG = OP gefahren wurde.

Die Einrichtung zur Entrichtung der Notdurft ist (noch) nicht verĂ€ndert. Der Einbau von SanitĂ€rzellen dĂŒrfte auch im Hinblick auf Platz, Kosten und Bausubstanz nicht ganz einfach sein. --- Aber: der nĂ€chtlich kĂŒhle Wind, der einen beim „Vorgang“ ĂŒber den Hintern streicht, ist zuweilen nicht so ganz angenehm und verleitet wohl einige temporĂ€re Benutzer, die TĂ€tigkeit dahingehend abzukĂŒrzen, daß sie Zielversuche im Stehen machen, die auf Grund der fehlenden Sehkraft einfach scheitern mĂŒssen...
Der NĂ€chstbenutzer ist nun – symptombedingt - auch optisch nicht imstande, die „Lage“ zu bemerken und trĂ€gt alsbald unangenehme Befeuchtungen an Stellen mit sich fort, die eigentlich besser trocken sein sollten......... Aber das (im wahrsten Sinne des Wortes) nur am Rande.

Ich traf wunderbare und nette Schwestern wieder, die stĂ€ndig bemĂŒht sind, den Patienten den Aufenthalt so beschwerdefrei wie möglich zu machen, ich traf Patienten, die das nicht begreifen wollten, weil sie einfach stĂ€ndig herumkritteln wollten oder mußten. Ich traf wunderbare Ärzte, die den Menschen im Patienten sahen und ihn auch – trotz aller mißlichen Erscheinun-gen, die gewisse Hierarchien leider mit sich bringen – so behandeln.
Ich traf Patienten, die sich ihrem Schicksal ergeben hatten und solche, die in der Lage sind, sich selbst und andere auf die Schippe zu nehmen (wer schon einmal in der „Vorbereitung“ vor dem OP gelegen hat, weiß zumindest letztere partiell zu schĂ€tzen...)
Ich traf einen neu organisierten Stationsablauf, bei dem als erstes wohltuend auffiel, daß sich nicht mehr 3 Ärzte mit jeweils 1 Patienten im Untersuchungsraum drĂ€ngeln mußten – was fĂŒr beide nicht die schönsten Bedingungen gewesen sein dĂŒrften.
Ich traf leider auch einige Patienten wieder, die ich von vergangenen „Einliegezeiten“ schon kannte – wir „erkannten" uns aber grĂ¶ĂŸtenteils noch, was hier im optischen Sinne gemeint ist; wissend der Tatsache, daß dieser Prozeß schleichend schlechter wird.

Ich kam dieses Mal um die oben beschriebene Aufzugs-Fahrt im OP-Outfit herum; aber ich weiß, daß ich nicht das letzte Mal Gast auf dieser Station war...


Es ist mir einerseits ein BedĂŒrfnis, all denen zu danken, die mir – auf welche Art auch immer – in dieser Zeit geholfen haben und es gewiß weiter tun werden;

Andererseits möchte ich aber auch einen Appell an alle richten:
Tun wir etwas, daß Ärzte, Schwestern und Pfleger nicht zu juristisch-neutralen Dienstleistern degenerieren, tun wir etwas, daß das Portemonnaie nicht zum primĂ€r zu therapierenden Organ des Patienten wird.
Wir können es noch – jeder fĂŒr sich – ob medizinisches Personal oder Patient!

Danke!

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herzliche GrĂŒĂŸe aus Dresden
Wolfram

Erfahrungsbericht

Johannes, Montag, 23. November 2009, 21:19 (vor 2919 Tagen) @ KAtharina

Hallo Netzis !!
Auf spezielle Bitte hin mein Bericht auch an dieser Stelle:
Ich habe als NHA-Leidensgenosse und PPV–Operierter im NET Eure Selbsthilfegruppe gefunden und mich entschieden, an Eurem regen Erfahrungsaustausch (den ich sehr hilfreich finde) zu partzipieren.
Mich selbst hat das „Schicksal“ im Juni dieses Jahres ereilt:
Angefangen mit den typischen Lichtblitzen, die ich einige Tage als Überreizung der Augen am Computer wertete, bis dann plötzlich ein „heftiger“ Rußregen hinzukam. Der lokale AA diagnostizierte ein grĂ¶ĂŸeres Loch in der Netzhaut diagnostizierte und ĂŒberwies mich zur Klinik. Es wurde ambulant gelasert, aber zur Sicherheit noch an einigen Punkten zur Sicherheit per Kryo fixiert.
Die Klinik reichte mich zur Nachsorge an den lokalen AA zurĂŒck, aber dessen Instruktionen waren alles Andere als richtig:
„Einige Tage nicht Lesen, nicht an den PC, kein Sport treiben, nichts Schweres heben, Krankschreiben nicht notwendig.“
Also fing ich natĂŒrlich wieder viel zu frĂŒh an, mein Auge zu belasten, was dann auch prompt zum Einreißen am Rand der gelaserten Stellen fĂŒhrte, fiel dem AA aber nicht auf. Bin dann selbst zur Klinik, die die Risse auch erkannten und eine komplette Kryo durchfĂŒhrten, dieses Mal mit vernĂŒnftigen Verhaltensmaßregeln: 3-4 Wo nicht lesen, schreiben, kein PC, keine körperlichen Anstrengungen.
Die Kryo-OP kam kurz vor unserem geplanten Familienurlaub (Wandern in den Bergen) und wurde von der Klinik genehmigt, vorbehaltlich, dass ich nicht selbst Auto fahre bzw. keine anstrengenden Bergtouren mache, was ich auch eingehalten habe.
Ein Schleier im Auge blieb auch wĂ€hrend des Urlaubs, so dass ich nach RĂŒckkehr wieder zum lokalen AA ging zur Nachkontrolle (diesmal zu einem anderen AA). Auch hier die Diagnose „NH anliegend“, machte mich aber stutzig, und ich ging wieder zur Klinik, wo dann die „Hammernachricht“ kam: NH-Randpartie abgelöst (hĂ€tte der lokale AA sehen mĂŒssen !!), sofortige OP – und zwar diesmal unvermeidlich PPV. Die OP fĂŒhrte der Chefarzt durch, wegen meines Alters (53) entschied er sich fĂŒr eine GasfĂŒllung, um mir eine Zweit-OP wie bei Öl zuu ersparen. Die Gas-OP hielt trotz absoluter körperlicher Schonung noch nicht einmal vier Wochen. Ich wachte eines morgens auf und konnte nur noch die „untere HĂ€lfte“ als Bild wahrnehmen, die obere HĂ€lfte war dunkel. Also NHA und erneute PPV – diesmal mit Cerclage und Öl.
Das Öl ist nun seit etwas mehr als zwei Monaten im Auge, war bis dato auch ertrĂ€glich (abgesehen von den ĂŒblichen Begleiterscheinungen). Meine Sichtigkeit ist von ursprĂŒnglich -2 Diopt. auf + 2 gegangen. Habe mir ein Übergangsglas machen lassen, was eine Weile ganz okay war, mittlerweile wirdÂŽs aber wieder weniger (u.a. Katarakt im Anzug).
Die letzte Kontrolle in der Klinik gibt Anlass zur Hoffnung, sieht alles gut aus und Öl soll Mitte Dez. entfernt werden. Ich hoffe, die AA behalten recht!!
BezĂŒglich Verhaltensmaßregeln wurde mir das gesagt, was viele hier schreiben: Man kann sich schonen, und trotzdem reißt die NH, oder man treibt Sport, und alles hĂ€lt. Eine allgemeingĂŒltige Regel fĂŒr alle Netzis gibt es nicht. Auf jeden Fall den Optimismus nicht verlieren!!
Alles Gute weiterhin, und dass die NH tut, was sie soll (nÀmlich halten und sehen) !!
Gruß
Johannes

Roswitha - Erfahrungsbericht

Ro (BY), MĂŒnchen-Umgebung, Mittwoch, 25. November 2009, 00:08 (vor 2918 Tagen) @ KAtharina

Hier ist nun mein
Erfahrungsbericht:

Mein linkes Auge Sehkraft: 10 %
(Glaukom-OP war 1995)

Aktuelle Probleme mit dem rechten Auge:
Netzhautriss im Juni 2009, das Loch in der Netzhaut wurde in der Klinik zeitnah per Laser "angeschweißt", weil es massive Einblutungen in den Glaskörper gegeben hatte. Ich habe fast nichts mehr gesehen anschließend. In den Wochen danach Schlierensehen, schwarze Punkte, aber man gewöhnt sich dran.
Seit Sept. 2009 nun verstĂ€rktes "Nebelsehen" wenn z.B. die Sonne scheint oder ich in Richtung Fenster schaue. Habe große Probleme m. Bildschirmarbeit. Sehkraft lt. AA noch 40 %.

Ich hoffe und bete, dass sich der "Zustand" meines sehenden rechten Auges nicht noch mehr verschlimmert.

PS: weiß nicht, ob das relevant ist, aber ich bin auch Diabetikerin.

Ich bin sehr, sehr glĂŒcklich, dass ich dieses Netzhautforum gefunden habe. FĂŒhle mich seitdem nicht mehr so hilflos und allein mit meinem Problem.

Danke dafĂŒr, dass es euch gibt!

--
Viele lb. GrĂŒĂŸe von
Roswitha aus Bayern

Erfahrungsberichte - Tanja

Tanja @, NĂŒrnberg, Dienstag, 01. Dezember 2009, 14:34 (vor 2911 Tagen) @ KAtharina

Hallo,

anbei mal mein hoffentlich nicht zu langer Erfahrungsbericht:

- Seit der 2. Klasse kurzsichtig bis ca. -7 Diop. auf beiden Augen.

- WĂ€hrend einer Routineuntersuchung (35 Jahre, hochschwanger) stellte man auf beiden Augen hochgradige, angeblich schon ca. 3 Monate alte NHA fest. Ich habe absolut nichts gemerkt.

- Am nĂ€chsten Tag auf den OP-Tisch, am RA NH-OP mit Gas und Cerclage. Es hat ĂŒber 2 Monate gedauert bis das Gas absorbiert war, so dass 4 Monate spĂ€ter Katarakt-OP folgte. (Zwischendurch per Kaiserschnitt gesunden Jungen zur Welt gebracht).

- 7 Monate! nach NHA-Diagnose OP am LA. Mit Gas, Cerclage, erfolgreich, ich sehe mit CL noch 100%. Es ist also mein gutes Auges. (So viel zum Thema, es muss sofort operiert werden).

- 4 Jahre nach NH-OP am RA erneute NH, d.h. OP mit Gas, NH hielt 14 Tage, dann wieder NH-OP mit Öl. Dabei hat es irgendwie den Sehnerv zerschossen. Schuldzuweisungen kann man ja nicht machen. NH liegt an, aber nur noch 4% dunkle Sehkraft.

- 5 Jahre nach NH-OP am LA, Risse in der NH, wurde sofort gelasert und ist bis auf lÀstige Schlieren in Ordnung. Habe immer noch 100%.

Jetzt sind 6 Jahre vergangen und ich kann, natĂŒrlich wissend, dass es irgendwann mal ganz dunkel wird, recht gut damit leben. Ich bin berufstĂ€tig, fahre Auto (nicht mehr so viel, wenig im Dunkeln), kann mir leider keine Putzfrau und KindermĂ€dchen leisten, d.h. bin auch noch Mutter und Hausfrau. Dass ich nicht mehr fliegen oder skifahren kann, bedaure ich
schon gelegentlich. Ich hoffe, dass mein LA noch ein paar Tage hĂ€lt. Die Ärztemeinung lag zwischen 5 und 20 Jahren. Irgendwo dazwischen liegt wohl die Wahrheit. Ich hoffe auch, diese Krankheit nicht vererbt zu haben.

Was wirklich positiv ist, dass man mit dieser Krankheit weiterleben kann und keine Angst haben muss vor einem zu frĂŒhen Lebensende. Das sollte Euch allen auch etwas Mut machen.

Tanja
aus NĂŒrnberg

Mein Erfahrungsbericht zu lange bestehender NHA

roberto79 @, Österreich, Mittwoch, 06. Januar 2010, 00:05 (vor 2876 Tagen) @ KAtharina

Hallo zusammen!

Da diese Art der NHA selten ist, möchte ich Euch auch gerne meine Geschichte erzÀhlen - vor allen Dingen, da ich in diesem Forum in der schwierigen Zeit, viel mitgelesen habe.

Angefangen hat alles bei einer Routinekontrolle beim Augenarzt am 4. Mai 2009. Ich hatte nie irgendwelche Blitze bemerkt und doch wurde an diesem Tag bei der Augenhintergrunduntersuchung am linken Auge (4,5 Dioptrien, kurzsichtig) eine Netzhautablösung -unten- sehr nahe am Sehzentrum diagnostiziert. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich auf diesem Auge 90 % Sehleistung, wie in vielen anderen Tests Jahre zuvor. Wie gesagt - ich hatte nichts bemerkt.

Am selben Tag völlig schockiert ins Krankenhaus / Augenambulanz zur genaueren Untersuchung. Dort wurde Entwarnung gegeben, denn es handle sich um keine NHA, sondern um eine Retinoschisis (Netzhautspaltung), die kurz vor dem Sehzentrum "stehengeblieben" war. Eine Retinoschisis muss nicht operiert werden - weshalb ich erleichtert nach Hause ging.

Ich wollte mir jedoch eine zweite Meinung einholen und so wurde ich 2 Wochen spĂ€ter in einer weiteren Klinik vorstellig. Dort wurde mein Auge nochmals grĂŒndlich kontrolliert und die Ärzte kamen zu der Diagnose - keine Schisis, sondern eine alte Ablatio (NHA), mehrere Monate alt!! Entstanden ist die Ablösung durch ein relativ kleines Loch weit in der Peripherie und hat sich langsam bis kurz vor die Makula (Sehzentrum) vorgearbeitet. Durch die bestehenden "Hochwasserlinien" konnte man erkennen, dass sich die NH in "kleinen Schritten" weiter abgehoben hat. Mehrere subretinale StrĂ€nge (Vernarbungen unter der Netzhaut) haben eine rasche Ablösung verhindert. Dieser langsame Vorgang wurde dadurch begĂŒnstigt, dass die Ablösung unten (und nicht wie so oft oben) stattgefunden und mein noch relativ fester Glaskörper (bin 30 Jahre alt) das Netzhautloch teilweise tamponiert hat wodurch nur langsam FlĂŒssigkeit unter die NH eindringen konnte. Diese Klinik teilte mir mit, dass keine unmittelbare Gefahr bestĂŒnde, da zu diesem Zeitpunkt die NHA still stand aber dass eine OP ĂŒber kurz oder lang unumgĂ€nglich wĂ€re.

Man entschied sich zu monatlichen Kontrollen, da meine Sehkraft so erstaunlich gut war und man nichts gefĂ€hrden wollte. Man bedenke: zu diesem Zeitpunkt war die Netzhaut etwa zur HĂ€lfte ab ABER im Stillstand. Habe dann auch oben rechts einen Schatten bemerkt, als mir der Arzt genau erklĂ€rte, wo ich diese EinschrĂ€nkung sehen mĂŒsste. Ohne Hinweis darauf hĂ€tte ich das vermutlich nicht wahrgenommen aber der Schatten war da und damit das bedrohliche GefĂŒhl, dass mein Augenlicht in Gefahr war...

Von Juni bis September hatte ich monatliche Kontrollen in jener Klinik, operiert sollte jedoch nicht werden. An Urlaub war nicht zu denken - es könnte jederzeit soweit sein, dass ein plötzlicher Sehkraftverlust eintritt, also wenn die NH an der Makula abhebt. Psychisch war das nicht lange tragbar fĂŒr mich, also weiter in die einige Autostunden entfernte Uniklinik Innsbruck.

Dort war klar - eine OP (Plombe) solle so schnell als möglich erfolgen. Zwei Wochen spĂ€ter (Anfang Oktober 2009) lag ich unter dem Messer. Durch das AufnĂ€hen einer Plombe wurde das NH-Loch tamponiert und die (große) Menge an FlĂŒssigkeit unter der NH wurde binnen 24 Stunden großteils von der Aderhaut resorbiert wonach sich die NH wieder anlegen konnte. Großes Problem war das lange Bestehen der NHA und der entstandenen StrĂ€nge unter der Netzhaut, die nun nach Wiederanlage eine gewisse Spannung erzeugen, was sich aber nach mehreren Monaten geben wird.

5.1.2010: Jetzt, drei Monate nach der OP hatte ich bereits mehrere Nachkontrollen und die Ärzte sind sehr zufrieden mit dem Genesungsverlauf. Das Auge ist noch leicht rot, hin und wieder flimmert es oben noch ganz leicht, die Brille passt nicht mehr (etwa 0,5 Dioptrien mehr, andere HornhautverkrĂŒmmung) aber der Schatten ist weg und die Sehleistung ist wieder bei den 90 %, die das Auge immer hatte, angelangt. Ganz zu schweigen von dem seelischen Druck, der mir genommen wurde.

GrĂŒĂŸe aus Österreich,
Robert


P.S.: Namen der beiden KrankenhĂ€user, die nicht operiert haben, werde ich nicht nennen, da deren Meinungen zu diesem Ă€ußerst heiklen Thema nachvollziehbar waren und ich niemandem einen Vorwurf mache, zumal ich in einem davon meine Nachkontrollen hatte und ich mich immer gut betreut fĂŒhlte.

Erfahrungsbericht Klaus Teil 1

railtux @, NĂŒrnberg, Mittwoch, 06. Januar 2010, 14:21 (vor 2875 Tagen) @ KAtharina

Ende Juni 2007 hatte ich bei einem Ausflug starkes FremdkörpergefĂŒhl
und mußte stĂ€ndig blinzeln. Ich bemerkte auch einen kleine dunklen Fleck
im Bereich der Nasenwurzel. Leider maß ich dem keine so große Bedeutung zu.
Am Sonntag ließ dieses FremdkörpergefĂŒhl etwas nach.

Am Montag auf der Arbeit war es zwar lÀstig, aber es ging noch,
auch am darauf folgenden Tag ging ich zur Arbeit.
Doch dann wurde es immer schlimmer. So ging ich nach RĂŒcksprache mit meinem
direkten Vorgesetzten zum Augenarzt.

So setzte ich mich also in meine Auto und fuhr wieder nach Hause,
eine sehr unangenehme Fahrt und machte mich dann auf den kurzen Fußweg
zum Augenarzt. Der kleine Fleck bewegte sich wie ein kleines FĂ€hnchen.
Da hatte ich irgendwie die Vorahnung einer Netzhautablösung.

Beim AA schilderte ich die Geschehnisse und meine Ahnung wurde bestÀtigt.
Die Netzhaut war gerissen und hatte sich gelöst. Es war ein lĂ€ngerer vertikaler Riß.
Nach der grĂŒndlichen Untersuchung rief der AA sofort in der Erlanger Klinik an
und meldete mich als Notfall an.

Also Sachen packen und ab in die Klinik.
Dort nochmalige grĂŒndliche Untersuchung, u.a. auch mit dem Kontaktglas.
Noch am gleichen Tag OP.
"All inclusiv", also Cerclage, PPV, Cryo und Gas. Anfang 5-6 mal tÀglich Druckmessung
und die ĂŒblichen Kontrollen und Behandlungen mit Tropfen.
Klinikaufenthalt ca. 1 Woche.

Anschließend besucht ich regelmĂ€ĂŸig meinen AA zur Kontrolle.
Die Gasblase löste sich nach gut 2 Wochen auf.
Die Sehkraft steigerts ich langsam auf ca. 40% innerhalb von 4 Wochen.

Bei einer Untersuchung bemerkte er einen beginnenden Riß, den man beobachten mĂŒĂŸe.
Dann bemerkte ich morgens wieder eine dunklen Fleck
und sofortiger Besuch beim AA. Die Dignose erneute NHA.
Sie hatte sich etwa an der gleichen Stelle wie beim ersten mal gelöst.

Also wieder Klinik und OP. Auch diese OP wurde mit Gas durchgefĂŒhrt.
Das Behandlungsprogramm in der Klinik war das gleiche wie bei der ersten OP,
abgesehen vom Operateur. Aufenthalt in der Klinik wieder ca. 1 Woche.

Anschließend die ĂŒblichen dichten Nachkontrollen bei meinem AA.
Die Gasblase hatte sich noch nicht ganz aufgelöst,
als ich morgens einen wandernden Lichtpunkt bemerkte.
Man kann es mit einem Laserpunkt vergleichen,
mit dem man ein StĂŒck aus einer Blechtafel schneidet.
Nach dem aufstehen bemerkte ich dann am oberen Rand des Blickfeldes
einen kleinen sich bewegenden dunklen Vorhang.

Der AA bestĂ€tigte dann meine Vermutung, erneute NHA. Dieses mal war der Riß
horizontal. Also wieder Klinik.
Gleiches Programm, gleicher Operateur, ca. 2 Wochen nach der 2. OP.

Als die Gasblase sich langsam auflöste, bemerkte ich ein grauen Keil.
Der AA diagnostizierte ein Ödem, welches man beobachten mĂŒsse.
NatĂŒrlich wieder die ĂŒblichen Nachkontrollen beim AA.
Dabei wurde zwischen 2 Cryopunkten ein kleiner Riß festgestellt.
Diese Diagnose hatte die 3. OP im August 2007 zur Folge.

--
Herzliche GrĂŒĂŸe aus NĂŒrnberg
Klaus

Erfahrungsbericht Klaus Teil 2

railtux @, NĂŒrnberg, Mittwoch, 06. Januar 2010, 14:25 (vor 2875 Tagen) @ KAtharina

Die Untersuchung in der Ambulanz war dieses mal sehr grĂŒndlich,
denn wÀhrend der Warte zeiten zwischen den Untersuchungsschritten
liefen mir beide Operatuere ĂŒber den Weg.
Jedesmal die Frage, was machen Sie denn hier.
Jeder schaute sich dann mein Auge an.
Dieses Mal stand dann auch Öl zur Debatte.
Die Diskusion endete mit dem Entschluß,
dies wÀhrend der OP entsprechend den Gegebneheiten zu entscheiden.
Es wurde dann doch nochmals Gas verwendet.

Anschließend die ĂŒbliche Behandlung und NAchkontrolle.
Die Kontrolluntersuchungen wurden im Lauf der Zeit in grĂ¶ĂŸeren AbstĂ€nden,
sowohl in der Klinik als auch beim AA durchgefĂŒhrt.
BezĂŒglich des grauen Keils meinte der OA in der Ambulanz,
daß das Auge einfach Zeit brauche. Und wenn sich das innerhalb eines JAhres
nicht bessere, sei nichts mehr zu machen.
Dies hat sich bestÀtigt und inzwischen als Vernarbung herausgestellt.

Im Lauf der Zeit hat sich der Graue Star immer stÀrker bemerkbar gemacht.
Wegen der viel OP's innerhalb kurzer Zeit wurde die Katarakt-OP
allerdings erst ca. 1 Jahr nach den NH-OP's durchgefĂŒhrt.
Zum Schluß hatte ich das GefĂŒhl einen Wattebausch auf dem Auge zu haben.
Diese OP ist ohne Probleme und Komplikationen verlaufen.

Es erfolgte eine ausfĂŒhrliche Nachuntersuchung,
die auch eine ausfĂŒhrliche Gesichtsfeldmesung nach Goldmann beinhaltete.
Mein Gesichtsfeld ist massiv eingeschrÀnkt,
so sehe ich Personen rechts neben mir erst, wenn sie ein wenig vor mir stehen,
auch nach unten fehlt ein großer Teil des Blickfeldes.
Den Bericht wollte der OA, welcher 2 der NH-OP's durchfĂŒhrte,
ausdrĂŒcklich selbst durchlesen, da er zur Vorlage beim Versorgungsamt
geeignet sein solle.

Der entsprechende Antrag wurde innerhalb von 2 Wochen positiv,
mit einem GdB von 30% unbefristet, entschieden.
Die Gleichstellung mit Schwerbehinderten durch die Agentur fĂŒr Arbeit ist erfolgt.

Da bei der 3. NHA die Makula betroffen war, ist der Visus entsprechend vermindert.
Ich kann halt noch die 3. Zeile mit ihren 3 Zahlen "lesen",
allerdings habe ich dadurch noch rÀumliches Sehvermögen.

Dadurch ist halt z.B. Autofahren möglich.
Inzwischen ist das Auge auch wesentlich unempfindlicher, allerdings deutlich wetterfĂŒhliger als frĂŒher.
Mittlerweile brauche ich auch regelmĂ€ĂŸig Tropfen wegen trockener Augen.

--
Herzliche GrĂŒĂŸe aus NĂŒrnberg
Klaus

Erfahrungsbericht Volker

Volker, Montag, 15. Februar 2010, 18:48 (vor 2835 Tagen) @ KAtharina

Ich bin 47, seit langem kurzsichtig (Tendenz steigend, bisher ca. -5 Dioptrien beidseits), die Altersweitsichtigkeit setzt seit einigen Jahren ein, aber ich war mit Gleitsichtbrille eigentlich recht zufrieden mit meinen Augen.

Letzten Sommer sah ich dann plötzlich Lichtblitze rechts ganz am Rande des Gesichtsfelds. War sehr beunruhigt und nahm auch erstmals schattenartige Streifen in jedem Auge (links waagerecht von unten nach oben ziehend, linkst von links nach rechts) wahr, die aber schon lĂ€nger vorhanden gewesen sein könnten. Bin sofort zum AA1 (ich nummeriere mal durch), der abwiegelte: Die Blitze seien bei Kurzsichtigen normal, die Streifen ein Alterungseffekt des Glaskörpers, an den ich mich gewöhnen wĂŒrde. Da mich die Antwort nicht befriedigte, ging ich zu AÄ2, die immerhin etwas genauer hinschaute (wie AA1 aber ohne Kontaktglas). Sie konnte die verantwortlichen Defekte im Glaskörper immerhin ebenfalls erkennen; die Blitze tat auch sie als nebensĂ€chlich ab.

Nach Weihnachten wurde mir aber klar, dass von rechts unten ein dunkler Fleck in mein Gesichtsfeld ragte, besonders beim Aufwachen und abendlichen Lesen sichtbar. Also besorgte ich mir einen Termin in der Uni-Augenklinik Ulm. Dort erkannte dann mit Kontaktglas die untersuchende Ärztin einen Netzhautriss, den wenig spĂ€ter der Oberarzt bestĂ€tigte und fĂŒr „recht groß und bereits unterspĂŒlt“ erklĂ€rte. Er sagte mir, dass eine OP unausweichlich wĂ€re. Mit Plomben sei das nicht mehr zu machen, er mĂŒsste Silikonöl einfĂŒllen. Außer der Info, dass damit eine Nachfolge-OP verbunden ist und langfristig auch eine Katarakt-OP, wurden mir keine speziellen Risiken erlĂ€utert, war ja alles ein Notfall zwischen den Feiertagen.
Am nĂ€chsten Tag also pars plana Vitrektomie, ein großer Orariß und ein Loch mit insgesamt 14 Kryo- und Laserpunkten angetackert. FĂŒnf Tage spĂ€ter wurde noch der Verdacht weiter untersucht, dass auch am linken Auge Netzhautdefekte sein könnten. Dazu musste das Auge eingedellt werden, mindestens lokale BetĂ€ubung sei nötig, Narkose standby, falls operiert werden mĂŒsse. Ich habe dann eine Vollnarkose von Anfang an vorgezogen. Es mussten auch drei Löcher mit 11 Kryopunkten (Laser ging so weit außen nicht) bearbeitet werden. Acht Tage nach der OP wurde ich entlassen, rechts nun mit einem Visus von angeblich 0,8 (ich glaube, da habe ich durch eine Lochmaske geschaut) bei +2,5 Dioptrien und 23 mmHg Augeninnendruck.

Erfahrungsbericht Volker Teil 2

Volker, Montag, 15. Februar 2010, 18:51 (vor 2835 Tagen) @ KAtharina

An Tag 12 nach der OP habe ich mich wieder bei AÄ2 vorgestellt. Die hat mir nach eingehender Untersuchung (wieder ohne Kontaktglas) ihr Mitleid ausgesprochen, der Augeninnendruck sei (mit, soweit ich mich erinnere, 33 mmHg) jetzt ja auch gestiegen, schade, kommen sie in einer Woche wieder. Langsam war ich misstrauisch geworden und suchte mir AÄ3. Hatte inzwischen mit einem sehr erfahrenem NHA-Betroffenen telefoniert und viel gelernt -- Lesen durfte ich ja nicht. Zum Beispiel nahm ich mir vor, keinen AA mehr zu akzeptieren, der nicht mit Kontaktglas arbeitet. WĂ€hrenddessen nahm das seit der OP vorhandene DruckgefĂŒhl in Auge und Kopf wieder zu. So kam ich an Tag 15 nach der OP spĂ€ter bei AÄ3 an, die auch sehr kompetent (und trotzdem mit VerstĂ€ndnis fĂŒr die seelische Belastung) und mit Kontaktglas untersuchte. Die NH lag an (wie bei allen anderen Untersuchungen). Aber der Innendruck am operierten rechten Auge war auf 56 mmHG gestiegen. Sie gab mir sofort Tropfen und zwei Tabletten und schickte mich zurĂŒck zur Augenklinik, eventuell mĂŒsse das Silikonöl wieder raus.

Gottseidank ging der Druck schon auf dem Weg zur Klinik zurĂŒck, ich bekam Cosopt (Dorzolamid+Timolol) verschrieben, setzte die Dexa-sine Kortisontropfen ab, die ich seit der OP neben Voltaren nahm. Außerdem sollte ich mit vorgebeugtem Kopf nach unten schauen und auf dem Bauch schlafen, fĂŒr den Fall, dass das Silikonöl das Problem sei. Komisch, denn seit der OP schlief ich in der Klinik und zuhause auf dem RĂŒcken, um die Augen zu schĂŒtzen. Dies und das Verbot mich lĂ€nger vorzubeugen habe ich auch der kurzen Patienteninfo entnommen, die ich zur Entlassung bekam. Inzwischen ist der Druck auch ohne Cosopt wieder okay (unter 20 mmHg), es muss also eine Reaktion auf das Kortison (Steroidglaukom) gewesen sein. Eines der herausstehenden Fadenenden hatte sich nicht aufgelöst und wurde bei einer der Untersuchungen in der Augenklinik noch rausgezupft – eine Riesen-Erleichterung ...

Ich wurde noch bis zum 34. Tag nach der OP krankgeschrieben, hatte aber bereits in der letzten Woche nicht mehr das GefĂŒhl der Besserung: Das operierte Auge fĂŒhlt sich „fremd“ an, schmerzt, wenn ich die Voltaren-Tropfen auf 2 pro Tag reduziere. Die Iris reagiert nur trĂ€ge und bleibt recht weit offen. RotgeĂ€dert ist das Auge sowieso, bei der Verheilung haben sich Zysten gebildet, die nach Ansicht der AÄ3 bei der Silikonöl-Entfernung gleich mitbehandelt werden sollen. Ich habe auch schon einen Termin gut zweieinhalb Monate nach der ersten OP.

Seit knapp zwei Wochen versuche ich nun (nach Beratung mit AÄ3) mit Kontaktlinse auf dem nicht-operierten Auge und Lesebrille fĂŒr die NĂ€he meine Arbeit zu bewĂ€ltigen. Beide Augen ermĂŒden aber sehr schnell, ich halte die Kontaktlinse auch nicht lĂ€nger als 8 Stunden aus (das ging frĂŒher locker 12 Stunden). Schutzsonnenbrille fĂŒr den Weg zu/von der Arbeit ist bei dem Schnee ein Muss; auch wenn z.B. bei VortrĂ€gen helle Folien verwendet werden, brauche ich eine Sonnenbrille. Und: FĂŒnf Wochen nach der OP, seit einer ErkĂ€ltung mit Husten, wieder gelegentlich kleine Lichtblitze, diesmal links. Laut AÄ3 ist aber keine NHA sichtbar…

Die Belastung durch die ganze Sache kann man auch mitfĂŒhlenden Zeitgenossen kaum erklĂ€ren, das Auge ist eben schon sehr nah an der Seele. Deshalb freue ich mich darauf, beim Austausch zwischen Betroffenen mitzumachen, es half mir schon viel, von Ă€hnlichen FĂ€llen Genaueres zu erfahren -- Vielen Dank! Ich bin sehr beeindruckt, welche Schwierigkeiten viele hier meistern und wie sie anderen helfen.

Fortsetzung folgt gegen Ostern.

Erfahrungsbericht - Christoph

Christoph @, Ense, Montag, 01. MĂ€rz 2010, 15:24 (vor 2821 Tagen) @ KAtharina
bearbeitet von Christoph, Montag, 01. MĂ€rz 2010, 15:47

Hallo zusammen,

mit einer Netzhautablösung habe ich auch so meine Erfahrung gemacht, Nach einer Kataraktoperation auf dem linken Auge im November 2005 hatte ich kurz vor Weihnachten d. J. ein ungutes GefĂŒhl. Ich erklĂ€rte dem Augenarzt auf dem linken Auge eine Wand hochkommen zu sehen, begleitet mit Rußregen und Blitze sowie einem eingeschrĂ€nktem Gesichtsfeld. Nach Untersuchung des Auges meinte er, dass alles in Ordnung sei.

Am 30. 12. 2005 sah ich auf dem linken Auge plötzlich nur noch einen Spalt mit ganz verzerrtem Bild. Da mein Augenarzt Urlaub hatte suchte ich sofort den augenĂ€rztlichen Notdienst auf. Die Diagnose Amotio totalis bei Riesenriss machte mir bei der Frage was ist passiert und hoffentlich wird die Sehkraft wieder voll hergestellt Angst. Er ĂŒberwies mich sofort mit dem Kommentar „man sollte den Augenarzt verklagen“ in die Augenklinik nach Dortmund. Das habe ich aber leider nie getan, da es sehr schwer ist einem Arzt einen Kunstfehler nachzuweisen.

In der 1. OP wurde die Netzhaut nach Entfernung des Glaskörpers mit schwerem Silikonöl als Ersatz wieder angelegt. Es bildeten sich allerdings StrÀnge, deren Zug die Netzhaut wieder ablösen kann. In einer 2. OP wurden die StrÀnge entfernt.

Auf dem rechten Auge bin ich aufgrund einiger Löcher in der Netzhaut gelasert worden.

Mir wurde von den AugenĂ€rzten nach den ganzen Untersuchungen und Operationen mitgeteilt, dass ich kein Auto und auch keine Flurförderzeuge als Logistikfachkraft mehr fahren darf. Das war fĂŒr mich sehr bitter muss ich sagen.

Da ich auf dem Auge links nur noch 20 % sehe und das rĂ€umliche Sehen aufgehoben ist, wurde mir vom Unternehmen auch gleich zum 28. Februar 2006 gekĂŒndigt. (Wenn der Ackergaul gesund ist und arbeitet ist alles in Ordung nur sobald der Ackergaul lahmt geht es zum Schlachthof)
Ich konnte mir vor dem Arbeitsgericht wenigstens eine Abfindung erstreiten.


Im Juni 2006 sollte mir auf dem linken Auge das Silikonöl entfernt werden. Die OP konnte nicht weiter durchgefĂŒhrt werden, da das Auge stark blutete. In einer 2. OP konnte das Silikonöl endlich entfernt werden.


In einem Antrag beim Versorgungsamt wurde mir ein Grad der Behinderung von 40 % zuerkannt.

Über Die Deutsche Rentenversicherung schulte ich ĂŒber eine Maßnahme zur Teilhabe am Arbeitsleben als BĂŒrokaufmann um. Mir geht es gut. Die Netzhaut ist stabil und es fĂ€llt mir auch nicht mehr so schwer zurechtzukommen.

Erfahrungsbericht - Biggi

Biggi, Samstag, 06. MĂ€rz 2010, 01:24 (vor 2817 Tagen) @ KAtharina
bearbeitet von Biggi, Samstag, 06. MĂ€rz 2010, 01:33

Ich bin 45 und schon immer kurzsichtig, LA ca. -11 und RA ca. -18 dpt. Die Kurzsichtigkeit stammt aus der Familie meiner Mutter. Korrigiert mit CL habe ich aber immer ganz vernĂŒnftig gesehen, LA 0,9 und RA 0,5. Da ich mit dem RA nach innen schielte, wurde ich mit 10 Jahren am RA operiert sowie mit knapp 15 nochmal ĂŒber das LA nachkorrigiert.

Mitte Dezember 2009 nahm ich auf meinem guten LA vermehrte GlaskörpertrĂŒbungen wahr, die ich aber im ĂŒblichen Weihnachtsstress, so gut es ging, ignoriert habe. Anfang Januar hatte ich eine Ă€ußerst heftige Bronchitis. In diesen Tagen tauchten verteilt ĂŒber zwei Tage 3 schwarze PĂŒnktchen im LA auf, die sich so verhielten wie GlaskörpertrĂŒbungen. Es blitzte wieder der Gedanke auf, ein Termin beim AA sei langsam nötig.

Am 22.01.2010 nahm ich auf dem Weg nach Gießen auf dem LA einen kleinen dunklen Schatten am unteren Bildrand wahr. Die ersten Assoziationen an die nahezu totale NHA meiner Mutter vor gut 30 Jahren kamen auf. Aber vielleicht war ja auch nur die CL verschmutzt... Leider war sie es nicht.

Am nĂ€chsten Abend, wir feierten den 87. Geburtstag meines Schwiegervaters, tauchte plötzlich ein massiver Rußregen auf. Nach der Feier sind wir noch in der Nacht zur Uni-Augenklinik in Gießen weitergefahren.

Nach unheimlich grĂŒndlicher Untersuchung des jungen diensthabenden Arztes stand fest, es ist eine NHA. Nach telefonischer RĂŒcksprache mit seiner OÄ, sollte ich morhgens um 08:30 h nĂŒchtern wieder kommen. Um 9 h war der OP beschlossen, der leitende OA und NH-Spezialist wurde gerufen, es wurden noch etliche Untersuchungen von ihm durchgefĂŒhrt, der OP-Verlauf besprochen und um 10 lag ich im OP.

Da dank des Schiel-OPs keine Tamponade von außen möglich war, wurde eine PPV mit Gas gemacht, die NHA wurde gelasert, eine Laser-Cerclage von innen her gelegt und die Linse wurde direkt ausgetauscht gegen eine sphĂ€rische Kunstlinse.

Die erste Nacht danach war im ersten Teil schlaflos, zum einen dank meiner schnarchenden alten Mitpatientinnen, zum anderen dank der Notbeleuchtung, die auf Wunsch meiner Bettnachbarinnen an bleiben musste. Sie ermöglichte mir trotz Verband und Klappe, dass ich wahrnahm, dass da eine grĂ¶ĂŸere dunkle Stelle war. Kurz bevor ich völlig abdrehte, bin ich zur Nachtschwester gegangen, die mir gegen das Schnarchen Oropax gab und zum anderen den Arzt rief, der mich dann in der Nacht noch mal untersuchte. Es war alles ok, die NH lag an und die grĂ¶ĂŸere dunkle Stelle war genau der Riss, der jetzt angetackert war und den ich aber vorher nicht wahrgenommen hatte. So fand ich wenigstens noch ein bisschen Schlaf - mit Oropax in den Ohren.

Danach lief alles komplikationslos und auch der Augeninnendruck war immer im grĂŒnen Bereich. Mittwochs habe ich dann den Heimweg antreten dĂŒrfen.

Die nĂ€chsten gut zwei Wochen waren geprĂ€gt vom Aquarium und vom erhöht auf dem RĂŒcken schlafen/liegen mĂŒssen, was fĂŒr mich als passioniertem Flach- und BauchschlĂ€fer ganz schön blöd war. Erlösend war nach einer Woche die Entdeckung, dass ich auf einmal oberhalb des Wasserspiegels wieder etwas sehen konnte.

Heute knapp sechs Wochen nach diesem denkwĂŒrdigen Wochenende, sehe ich auf meinem guten Auge fast wieder so gut wie vorher. Nur im Nahbereich bin ich schlagartig seit dem OP-Tag "altersweitsichtig", was ich aber als angehende Oma mit Fassung trage. Geblieben ist die dunkle Stelle, die aber zum Teil eh von meiner Nase verdedeckt ist und zum anderen vom halbwegs vernĂŒnftig funktionierenden RA ergĂ€nzt wird. Seit 2 1/2 Wochen gehe ich wieder arbeiten und es geht mir und meinem Auge gut!

Jeden Tag merke ich, wie es immer noch etwas besser geht. Ich hoffe und bete, dass ich von meiner Mama nicht nur die schlechten Augen sondern auch ihr gutes Netzhaut-"Heilfleisch" geerbt habe.

Liebe GrĂŒĂŸe aus dem Oberbergischen Land
Biggi

PS: An dieser Stelle ein großes Lob an die medizinisch und menschlich hochkompetenten Ärzte/Ärztinnen und Schwestern in der Gießener Uni-Augenklinik!!!

Erfahrungsbericht Lujobe

Lujobe, Dienstag, 09. MĂ€rz 2010, 20:50 (vor 2813 Tagen) @ KAtharina

Eigentlich verwunderlich dass ich dieses Forum erst jetzt gefunden habe, da ich mich mit diesem Thema bereits seit gut 10 Jahren befasse (muss). Bei mir hat alles im Jahre 2000 begonnen. Katarakt-OP hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon an beiden Augen hinter mir. Bei Vorbereitungsarbeiten zu einer Messe bemerkte ich einen Schatten im linken Auge. Blitze habe ich damals keine gesehen. Ich habe dies zuerst fĂŒr Überanstrengung gehalten. Erst als der Schatten am nĂ€chsten Tag grĂ¶ĂŸer und deutlicher war wurde mir klar dass hier was ernsteres vorliegt. Statt direkt vor ort in eine Klinik zu gehen bin ich dann mit einem Kollegen nach Hause gefahren und dort zu meinem Augenarzt gegangen. Der hat ich sofort zur Uniklinik verwiesen.
Dort wurde von den AmbulanzĂ€rzten dikutiert wie eilig eine OP ist. Diese Diskussion wurde von einem Oberarzt, der wohl eher zufĂ€llig dazukam, beendet mit der Entscheidung "SOFORT". Es folgte eine Nacht-OP von etwa 5 Stunden Dauer bei der eine Vitrektomie vorgenommen wurde und mehrere großflĂ€chige Netzhautablösungen mit Plomben und Cryokoagulation behandelt wurden. Es wurde eine Gastamponade vorgenommen.
Ergebnis dieser ersten OP war eine vollflÀchig wieder anliegende Netzhaut aber Narben, auch im Bereich der Makula. Sehvermögen war, nach entsprechender Erholungszeit, scharf und kontrastreich aber durch narbenbedingte Verzerrungen in der LesefÀhigkeit dauerhaft eingeschrÀnkt. Die Aussage dass eine Amotio meist eine einmalige Angelegenheit ist war zu dem Zeitpunkt eine gewisse Beruhigung.
Um es kurz zu machen, es blieb nicht einmalig und es blitzte auch hĂ€ufiger. Am gleichen Auge gab es im Abstand von Tagen bis Wochen mehrere weitere Foramen und Amotio. Folge war eine Cerclage, Öltamponade sowie weitere Plomben und Cryos.
Noch bevor die Öltamponade wieder entfernt werden sollte kam die erste von mehreren Amotio am anderen Auge. Mittlerweile mit geschĂ€rften Sinnen fĂŒr solche Probleme habe ich diese recht frĂŒh bemerkt und schnell reagiert. Um es kurz zu machen, am Ende waren es 14 Operationen wegen Amotio, 3 Operationen wegen Katarakt bzw. Verisyse-Linse und ungezĂ€hlte Laserbehandlungen. Beide Augen sind betroffen, wobei das hĂ€ufiger operierte Auge heute noch eine brauchbare Sehleistung aufweist. Die Option am zweiten Auge auch eine Vitrektomie vornehmen zu lassen habe ich, in Absprache mit dem Professor der Klinik, nicht wahrgenommen. Die Meinungen der behandelnden Ärzte waren hier durchaus geteilt. Letztlich denke ich dass die Entscheidung so richtig war.
Zu allem Überfluß kam es vor etwa 2 Jahren zur Loslösung der Linse im schlechten Auge. Die ist mir einfach "ins Auge gefallen". Also wieder OP, nun eine Verisyse-Linse an der Iris festgeklammert. Leider geht seit diesem Zeitpunkt die Sehkraft des Auges bestĂ€ndig zurĂŒck. Neben Arealen in denen ich keine Farben sehe ist genau zentral bei geringer Helligkeit nur noch eine graue FlĂ€che.
SehnerventzĂŒndungen, RetinaentzĂŒndungen, Ödeme, diesem Auge blieb wenig erspart.
Trotz alledem bin ich noch voll im Beruf und kann und darf auch noch PKW fahren. Aktuell habe ich nun einen GdB von 40 bekommen. Dies allerdings nur im Zusammenspiel mit weiteren Problemen.
Amotio hatte ich nun seit einigen Jahren keine mehr, was ich auch darauf zurĂŒckfĂŒhre, dass ich alle Risiken die mir bekannt wurden absolut meide. Mit jeder OP bin ich vorsichtiger geworden.
Die Anmerkung eines Assistenzarztes, nach der letzten OP vor 2 Jahren - damit können sie kopfstehend Trampolin springen - habe ich lediglich kopfschĂŒttelnd zur Kenntnis genommen.

Übrigens den Spruch
"Man sieht nur mit dem Herzen gut.
Das Wesentliche ist fĂŒr die Augen unsichtbar"
habe ich mir auch zu eigen gemacht und bei diversen Gelegenheiten als Motto angegeben.
Passt eben irgendwie zu unserer Situation.

Gruß
Lujobe

--
"Du kannst nicht wÀhlen, wie du stirbst oder wann.
Aber du kannst bestimmen, wie du lebst. JETZT!"
(Joan Baez)

Erfahrungsbericht

Marit, Samstag, 27. MĂ€rz 2010, 22:08 (vor 2795 Tagen) @ KAtharina

» Hallo, liebe Forummitglieder,
nachdem fast 5 Monate seit meiner ersten Netzhaut-OP vergangen sind und ich relativ oft bei euch ins Forum geschaut habe, wollte ich euch ebenfalls an meinen Erfahrungen teilhaben lassen. Sie könnten interessant fĂŒr euch sein, da ich nicht in Deutschland, sondern in Russland operiert worden bin.
Hier also meine Geschichte: Angefangen hat alles mit den ĂŒblichen Symptomen wie Blitze im linken Auge sowie muches volantes auf hellem Hintergrund. Da ich jedoch völlig ahnungslos war, bin ich erst nach ca. 6 Wochen zu einem Augenarzt gegangen. Dort stellte man beginnende Netzhautablösung sowie mehrere Risse fest und empfahl mir, mich sofort vor Ort (d.h. in Sankt Petersburg, wo ich derzeitig lebe) operieren zu lassen. In Russland gilt diese Krankheit als Notfall, so dass dich im Prinzip jedes Krankenhaus aufnehmen muss. FĂŒr mich kamen zwei Spezialkliniken in Frage. Ich habe mich dann fĂŒr eine staatliche Augenklinik entschieden und wurde dann nach 3 Tagen aufgenommen. Vorher musste ich jedoch nachweisen, dass mein Gebiss saniert ist, da laut Aussage meiner Ärztin Netzhautablösung mit kariösen ZĂ€hnen zusammen hĂ€ngen könne. Nach anderhalbtĂ€gigen Voruntersuchungen wurden mir beide Augen verbunden, mein Kopf wurde hochgelagert und ich durfte mich bis zur OP nicht mehr bewegen. Diese wurde dann erst am 5. Tag nach meiner Einweisung ins Krankenhaus durchgefĂŒhrt. Bis dahin war das Wasser im Auge so gut wie abgeflossen. Die OP verlief ohne besondere ZwischenfĂ€lle – mir wurde eine Silikonplombe eingesetzt. Nach der OP musste ich weitere 3 Tage mit verbundenen Augen liegen und hatte strengste Bettruhe. Dann wurden sie aufgebunden, aber ich durfte nur zum Essen sitzen, sonst weiter liegen, nach weiteren 2 Tagen durfte ich zur Toilette gehen und schließlich aufstehen. Insgesamt lag ich 14 Tage im Krankenhaus. WĂ€hrend des gesamten Krankenhausaufenthaltes durfte ich nicht duschen, keine Haare waschen, nichts Hartes essen.
Als ich nach Hause entlassen wurde, sollte ich die erste Woche noch viel liegen, ich durfte rein gar nichts im Haushalt machen, lesen und fernsehen waren fĂŒr 2 Monate verboten. In der zweiten Woche durfte ich mit zugeklebten Auge (spĂ€ter nur noch mit 25% abgedunkelter Sonnenbrille aus Glas), warmer Kopfbedeckung und in Begleitung fĂŒr ca. 15 Minuten rausgehen. Außerdem waren 2 Monate lang verboten: Konzerte, Theater, Haustiere und kleine Kinder in der Wohnung, BerufsausĂŒbung, selbst Auto fahren, mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, schwer heben, am Auge reiben, nach unten schauen, Wasser im Auge, Kontaktlinsen (bis zu 6 Monaten, danach nachts Vitamine ins Auge tropfen), Brille, Schminken, Sport (bis zu 6 Monaten), Haare fönen, Sauna und heiße WannenbĂ€der (1-2 Jahre), harte Sachen (z.B. NĂŒsse) essen, Mineralwasser mit KohlensĂ€ure, Alkohol. Ich habe die ersten 4 Wochen nach der OP fast nur gelegen und im Prinzip nichts gemacht.
Eine nochmals besonders kritische Phase ist laut meiner russischen Ärztin der Zeitraum zwischen dem 30. und 40. Tag nach so einer OP. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich zu Hause nochmal strenge Bettruhe und durfte auch nicht spazieren gehen. (In dieser Zeit haben sich die FĂ€den aufgelöst, was ich durch ein Brennen im Auge bemerkt habe. Die Gefahr einer erneuten Netzhautablösung ist zu dieser Zeit wohl am grĂ¶ĂŸten.)
Nach diesem Zeitraum durfte ich so langsam wieder anfangen, leichtere Hausarbeiten zu erledigen – leicht heißt, eine Kartoffel schĂ€len, einen Teller abwaschen etc. und das Ganze habe ich dann so nach und nach gesteigert.
Insgesamt war ich 3 Monate krank geschrieben. Mit Lesen, Computer, TV habe ich nach 2 Monaten langsam wieder angefangen – 45 Minuten lesen, dann Pause. Das habe ich so langsam gesteigert. Nach wie vor esse ich nichts Hartes, Alkohol soll ich nur in reiner Form trinken, heben bzw. tragen nur bis zu 4 kg möglichst am Körper verteilt. Fliegen hat mir die Ärztin relativ schnell wieder erlaubt. Beim Starten und Landen soll ich den Mund öffnen. (Allerdings bin ich bisher nicht wieder geflogen.) Zug fahren ist wegen der ErschĂŒtterungen angeblich problematischer als Fliegen. Lesen im Zug oder im Bus ist verboten, auch soll ich nicht seitlich aus dem Fenster sehen. In Zukunft soll ich möglichst alle Extreme vermeiden, d.h. z.B. auch im Winter nicht in die Hitze fliegen. Das betrifft auch den Sport – verboten sind alle Ballsportarten, Jogging, schwere Gewichte, ins Wasser springen etc.
Momentan gehe ich alle zwei Monate zur Kontrolle, es werden immer beide Augen kontrolliert. Bei Bedarf wird hier in Russland eine prophylaktische Lasertherapie am nicht operierten Auge gemacht. Bei mir war das jedoch nicht notwendig. Bis 4 Wochen nach der OP habe ich noch Medikamente eingenommen und getropft, jetzt nehme ich nur noch Vitamine ein.
Soweit mein Erfahrungsbericht. Solltet ihr noch Fragen haben, so beantworte ich sie gern. Ansonsten allen alles Gute!

Netzhautablösung und Vorgeschichte

Andree @, Hessen, Montag, 19. April 2010, 13:42 (vor 2772 Tagen) @ KAtharina

Vorgeschichte Kurzfassung .Im August 2009 ,
Bulbusverletzung: Sklera-Patch-AufnÀhung,Kunstlinse ,Keratoplastik,4 Operationen.
Im Januar bemerkte ich wie eine schwarze Wand im unteren Bereich des Blickfeldes aufstieg, bin sofort zum Aa. dann sofort in die Klinik . Dort wurde sofort Operiert 5.Op.
Cerclage , PpV , Gas .
Strikte Bauchlage das Gas war zwei Wochen im Auge .
Vier Wochen spÀter sah ich ein flimmern im oberen Bereich .
Bin sofort in die Klinik nach ca.6 Stunden war alles schwarz .
6. Op :Re-PPV , Silikon-Öl .
Ich bin wöchentlich zur Kontrolle , die SehstÀrke ist im moment bei Handbewegung .
Der Druck ist in Ordnung .

Erfahrungsbericht - USB

USB, NĂŒrnberg, Freitag, 30. April 2010, 18:18 (vor 2761 Tagen) @ KAtharina

Hallo liebe Netzis!

Ich bin ganz neu hier im Forum und möchte nun auch gerne meinen Erfahrungsbericht abliefern.

Ich habe plötzlich in meinem linken Auge einen grĂŒnen Balken, der das Gesichtsfeld eingeschrĂ€nkt hat. Dies habe ich wĂ€hrend einem Urlaubsaufenthalt in Amerika bemerkt. Da ich leider keine Erfahrung mit Augenkrankheiten hatte, bin ich in Amerika nicht zum Arzt und zu Hause auch nicht gleich. Bei einem Augenarzttermin wurde dann festgestellt, dass die Netzhaut bereits bis zum stĂ€rksten Sehnerv abgelöst war. Ich wurde sofort in die Klinik gebracht und dort noch am gleichen Tag operiert. GrundsĂ€tzlich wurde mir zu einer OP mit Gas gerade, es stellte sich aber wĂ€hrend der OP heraud, dass die Ablösung dafĂŒr bei mir zu weit fortgeschritten war. Somit bekam ich Silikonöl ins Auge.

2 Tage nach der OP hat sich das Auge dann enzĂŒndet und es wurde im aneren Auge 2 identische Netzhautlöcher entdeckt. War dann 2 Wochen in der Klinik bis die EnzĂŒndung zurĂŒckgegangen war. Am Tag nach meiner Entlassung ging ich gleich routinemĂ€ĂŸig zum Augenarzt und es wurde festgestellt, dass der Augeninnendruck viel zu hoch ist. Ich wurde dann sofort wieder in die Klinik eingeliefert und blieb dort einer weitere Woche. In der ich verschiedene zusĂ€tzliche Augentropfen bekam und der Druck regelmĂ€ĂŸig gemessen wurde.

Jetzt fast 2 Monate nach der OP, komme ich im Großen und Ganzen eigentlich ganz gut mit der Krankheit zurecht. Die anfĂ€ngliche Diagnose, dass ich mit Brille noch maximal 50% sehen kann, hat sich zum GlĂŒck nicht bestĂ€tigt. Aktuell sehe ich fast 80%. Es bleibt natĂŒrlich die Angst vor der 2. OP und die Ungewissheit ist auch sehr schlimm, weil ich noch sehr jung bin und mir keiner sagen kann, woher die Ablösung bei mir kam.

LG USB

Erfahrungsbericht Isabel B

Isabel B, Mittwoch, 08. September 2010, 20:04 (vor 2630 Tagen) @ KAtharina

Am 23.7., Freitagnachmittag, sah ich Blitze und erschrak sehr, da man mich aufgrund meiner starken Kurzsichtigkeit (12 Dioptrien) schon öfter vor diesem Alarmzeichen gewarnt hatte. Aber Freitagnachmittag hat meine AugenÀrztin zu.
Am Samstagmorgen (es blitzte weiter) ging ich dann statt zur Love Parade zur Augenklinik. Der junge Arzt dort fand nur eine GlaskörpertrĂŒbung, keine Netzhautablösung. Am frĂŒhen Abend platzte eine Ader in meiner Netzhaut, ich sah es, erschrak sehr und ruderte mit den Armen nach der Riesenschliere links von mir. Danach blieben Schlieren in meinem Blickfeld. Da der Arzt mir morgens noch bestĂ€tigt hatte, dass die Netzhaut in Ordnung sei, wartete ich bis Montag.
Mo 26.7. war meine AugeĂ€rztin in Urlaub, ich ging zu einem anderen Augenarzt. Der stellte eine starke GlaskörpertrĂŒbung fest, an die ich mich halt gewöhnen solle. Ich bekam nicht einmal eine AU. Mein Hausarzt gab mir dann die AU.
Di 27.7. arbeitete ich und versuchte mich an die schlierige Sicht zu gewöhnen. Ich verspannte total, mir tat nach 9 Std. PC-Arbeit alles weh und ich fiel nur noch völlig erschöpft in mein Bett.
Mittwoch 28.7. ging ich arbeiten bis gegen 9:30 Uhr mein rechts Auge blitzte und ebenfalls plötzlich voller Schlieren war. Ich rief den Augenarzt an, der mir sagte, ich solle am Nachmittag (!!!) als Notfall in die Augenklinik gehen. Also arbeitete ich noch bis 14 Uhr und ging dann in die Augenklinik. Dort wurden beiderseits Blutungen, Zysten, Plattenverschiebungen (und weitere Fachbegriffe) sowie links Risse diagnostiziert. Krankschreibung bis 5.8., Ruhe, kein Lesen, PC und körperliche Anstrengung.
Do 28.7. sah ich dann wohl „Russregen“ und ging wieder als Notfall in die Augenklinik. Dort wurden Blutungen bestĂ€tigt, aber keine Netzhautablösung.
Kontrollen am 3.8. und 5.8. ergaben stabile Risse links.
Am 6.8. ging ich wieder arbeiten. Kontrolle am 10.8. zeigte unverÀnderte Risse.
Am 17.8. war meine AugenĂ€rztin wieder da und sie sah eine Ablösung und schickte mich fĂŒr den nĂ€chsten Tag zur Augenklinik, das mĂŒsse operiert werden.
Am 18.8. verbrachte ich 9 Std. in der Augenklinik und mein linkes Auge war von den vielen Kontaktglasuntersuchungen durch etliche Ärzte schließlich komplett zu geschwollen. Die ChefĂ€rztin befand es auch fĂŒr Ablösung an extrem schwieriger Stelle, OP fĂŒr Freitag 20.8., Aufnahme und AufklĂ€rung sofort.
Die OP (Plombe, Cerclage und Gas) dauerte sehr lange und ich verschlief den Rest des Tages. Am nĂ€chsten Morgen wurde der Verband abgenommen und mir ins Auge geleuchtet, alles war schwarz und ich wurde ohnmĂ€chtig. Am Sonntagmorgen kam dann eine Ärztin, der ich entsetzt berichtete, dass alles schwarz sei. Sie sagte, das sei das Gas und es verschwĂ€nde in ca. 10 Tagen. Da fĂŒhlte ich mich gleich besser! Mein Kreislauf war allerdings völlig hin, ich wurde beim Duschen ohnmĂ€chtig, beim Essen noch mal.
Montag Mittag durfte ich nach hause, Tasche voll Medikamente, Auge verklebt und schmerzend und laufen konnte ich auch kaum. Aber zuhause! Wir feierten mit chinesischem Abendessen und ich schlief frĂŒh ein. Nachts musste ich zur Toilette und hatte grĂ€ssliche Schmerzen im Auge, im Arm und im Bein, ich wurde wieder ohnmĂ€chtig.
Am nĂ€chsten Morgen rief ich meine Mutter zu Hilfe, da ich kaum laufen konnte und zu meiner AugenĂ€rztin sollte. Ich bat sie zuerst zum Hausarzt zu fahren, da mein Bein so wehtat. Er vermutete eine Thrombose und schickte mich zur Phlebologin, die nicht nur akute, sondern auch alte Thrombosen feststellte. Ich bekam Rezepte fĂŒr ThrombosestrĂŒmpfe und Spritzen.
Die AugenÀrztin war aber sehr zufrieden, ich konnte das erste Mal ein bisschen sehen und sie sah, dass die Netzhaut perfekt anlag. Zuhause war ich so fertig, dass ich mich erbrach und dann ohnmÀchtig wurde.
Die erste Woche war schwer, der Kreislauf kam kaum in Gang, ich schlief viel, aß viel und machte wenig, hatte Schmerzen und Langeweile.
Nach exakt 10 Tagen war das Gas weg.
Nun sind fast 3 Wochen rum, die Thrombosen sind abgeheilt, der Kreislauf ist putzmunter, die Netzhaut liegt perfekt an und die FĂ€den sind fast aufgelöst. Auf dem linken Auge sehe ich sehr verschwommen, rechts stören die Blutgerinnsel, verkehrstĂŒchtig bin ich nicht, aber ich fĂŒhle mich gesund und freue mich, dass die OP gelungen ist.

joeb - Teil I

joeb, Freitag, 04. Februar 2011, 19:20 (vor 2481 Tagen) @ KAtharina

Drei Wochen ist es her, vielleicht auch vier. Zuerst habe ich die herumfliegenden Punkte vor meinem Auge auf die Hitze geschoben, aber als dann der Schatten kam wollte ich es doch abklÀren lassen und habe mir den Termin geholt. <<
Und Ihnen fehlt da auch tatsĂ€chlich ein ganz schönes StĂŒck. <<

... anwortete die AugenÀrtzin beim Betrachten der Gesichtsfeldmessung!

Jetzt ging alles schnell, sehr schnell, zu schnell fĂŒr mich.
Weittropfen - Augenhintergrundkontrolle -- Netzhautablösung auf dem linken Auge - Notfall - Meine MÀdels machen sofort einen Termin in der Augenklinik!

Sie gehen mal gleich nach Hause und packen Ihre Tasche fĂŒr drei oder vier Tage. <<
Termin steht. <<
Heute noch OP. <<
Viel GlĂŒck! <<

Zu Hause angekommen wollte meine Frau mich alten Hypochonder gerade necken, als ich ihr die Überweisung vor die Nase hielt. Obwohl ich als Krankenpfleger weiss das man vor einer OP nĂŒchtern sein muss und Rauchen auch verboten ist, musste ich noch eine rauchen. Dann ab in die Klinik. Dort erwartete man mich mehr oder weniger schon und nachdem der dort operierende Professor mit einer Kontaktglasuntersuchung die Diagnose der AugenĂ€rztin bestĂ€tigte, konnte er den AnĂ€sthesisten gerade noch vom Feierabend machen abhalten. Er wollte gleich operieren. Ich konnte gerade noch meiner Frau bescheid geben und ehe ich mich versah' hatte ich schon eine Nadel im Arm. Mit einem flachen Witz hat der Narkosearzt dann abgedrĂŒckt und es wurde dunkel.
Ohne fehlende Zeit fĂŒr mich bin ich dann, noch immer saumĂŒde, mit einem Verband am linken Auge aufgewacht. Ich wollte einfach nur schlafen, aber mein soeben gewonnener neuer Freund im Zimmer wollte einfach nur reden. Also bin ich relativ bald aufgestanden und durfte dann auch eine Suppe essen.

Aber schön auf den Boden gucken <<

Meinte die Schwester als sie die Suppe brachte.

Sie haben nÀmlich Gas im Auge. <<

Weitere Informationen bekam ich heute erst mal keine. Der weitere Tag verlief eher schleppend. Es ist eine kleine Augenklinik am Rand von NĂŒrnberg und außer ein wenig spazieren gehen, kann man hier eigentich nichts machen. Immerhin waren die Schmerzen ertrĂ€glich und ich hatte mich jetzt schon daran gewöhnt das mir stĂ€ndig jemand am Auge rumfummelt und sonstwas reinschmiert- und tropft.
Am nÀchsten Tag erfuhr ich dann bei der Visite auch endlich was genau gemacht worden war.
Cerclage und Cryokoagulation!
Der zur Samstagsvisite verdonnerten diensthabenden Arzt meinte das alles in Ordung sei. Immerhin konnte ich mit dem knallroten, zugeschwollenem, vermiertem etwas da links in meinem Gesicht, sogar schon ein bisschen was erkennen. Allerdings nicht lange, dann wurde es wieder zugeklebt. Na, wenigstens muss ich es so nicht sehen. Mein vielredenter, lautschnarchender Zimmernachbar wurde entlassen und ich war alleine im Zimmer und hatte meine Ruhe. Nachdem ich ja die letzte Nacht unfreiwillig durchgemacht hatte, döste ich viel, bekam Besuch, ging spazieren. So kam er, der Montag. Zwar langsam, aber sicher. Diesmal wieder Visite beim Professor und hip hip hurra, ich durfte nach Hause. Nicht viel machen, rechts liegen, Filme gucken. Und was fĂŒr ein GlĂŒck das ich meine FreizeitaktivitĂ€ten vor kurzem von sehenden (Computer) auf hörende (Klavierspielen) AktivitĂ€ten umgestellt hatte. Außerdem war ja Sommer und ich hatte Zeit fĂŒr ausgedehnte SpaziergĂ€nge. So kriegt man sechs Wochen durchaus rum. In dieser Zeit erholte sich das Auge zusehends und ich konnte es selber kaum glauben, es sah auch fast wieder wie ein Auge aus. Das Sehen wurde besser und an die GlaskörpertrĂŒbungen und das Flackern gewöhnte ich mich.
Also ging es wieder ab in die Arbeit und jeden Tag wurde es ein kleines StĂŒckchen besser. Inzwischen ist fast ein halbes Jahr vergangen und soweit auch alles in Ordnung. Auch muss ich nicht mehr jeden Tag daran denken, auch wenn ich es des öfteren durch DrĂŒcken, Jucken, Trockenheit und eben die ĂŒblichen Symptome noch merke.
Geblieben ist eine feuchte Stelle an der Netzhaut, ein sogenannter Vorhof. Dieser soll sich laut dem Professor aber noch geben und geblieben ist ein viertel Dioptrin schlechteres Sehen. Da bin ich wohl noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Sollte mir wieder einmal etwas komisch vorkommen, gehe ich schneller zum Arzt.
Nicht nur beim Auge!

joeb - Teil II

joeb, Freitag, 04. Februar 2011, 19:21 (vor 2481 Tagen) @ joeb

Warum ich das jetzt noch schreibe>
Weil es positiv ausgehen kann!
Klar ist eine Netzhautablösung eine doofe und heikle Sache.
Klar macht man sich Gedanken um seine Sehkraft.
Klar kann es immer wieder kommen.
Und klar gibt es Leute bei denen die Netzhaut nach einer Ablösung, zumindest erst einmal, einfach nicht mehr halten möchte.
Aber man muss es, wie so vieles im Leben, doch eh nehmen wie es kommt.
Die OP, die Schmerzen, das Tropfen, Salben und die anfÀnglichen stÀndigen Nachkontrollen, an das alles gewöhnt man sich und es ist auszuhalten!
Die Angst bleibt, doch wie hier schon so oft geschrieben darf man sich davon nicht kontrollieren lassen, wirklich nicht!
Und es kann eben auch gut ausgehen!
Nur schreiben diese FĂ€lle hier wohl wirklich nicht so oft ...

Vielleicht kommt es auch bei mir wieder. Vielleicht verliere ich eines Tages wirklich meine Sehkraft vollstĂ€ndig. Hier möchte ich an die Worte von Katharina denken und ihr dafĂŒr danken. Denn selbst dann geht mein Leben weiter. Sicher anders, aber sicher nicht schlechter und die Lebensfreude lasse ich mir davon auf keinen Fall rauben.
Momentan bleibt mir aber nur Danke zu sagen. Danke an alle Ärzte die sich in der heutigen Zeit noch MĂŒhe geben, weil sie wissen wie wichtig die Augen sind - und das halte ich nicht fĂŒr selbstverstĂ€ndlich.
Und zu guter letzt wohl auch
"Gott sei Dank!”

Gerald-BT, keine NHa aber andere Sachen wie Uveitis, usw.

Gerald-BT @, Bad Berneck, Samstag, 05. Februar 2011, 19:15 (vor 2480 Tagen) @ KAtharina

Also ich hatte 2007 mein erstes echte Problem mit meinen Augen. Ich stehe Sonntag frĂŒh auf und sehe auf einmal auf einem Auge nichts mehr, also 0%.
Naja, war schon beunruhigt, aber ich wollte bis Montag warten um zu einem AA zu gehen der mir seit Jahrzehnten bekannt ist und von dem ich wusste das er damals der einzige Augenfacharzt war.
Naja, nach dem mich dort mein AA, ein weiterer, der Sohn (Privatdozent) und ein weiterer Privatdozent der an diesem Tag zu Besuch da war untersucht und nach einigen Tests ( ca. 6 Std.) war klar. Schwere Sehnerv und GlaskörberentzĂŒndung an beiden Augen, sofort in die Uniklinik nach Erlangen. Also ich erst mal Nach Hause, Frau aufgeklĂ€rt, Koffer gepackt und nach Erlangen mit dem Auto.
4 Tage dort auf dem Flur verbracht mit stĂŒndlichen Tropfen (auch Nachts)hatte ich schon mal wieder 3% Sehkraft, weitere 6 Tage in einem Zimmer und massig Untersuchungen, Tropfen ohne Ende, 3x 1000 mg Cortison direkt in die Vene hat sich die Sache langsam wieder gelegt.
Das anschließende Problem war, das der Glaskörber sich durch die EntzĂŒndung an meine Netzhaut festgeklebt hat!
Das hatte zur Ursache das ich mir stĂ€ndig durch Augenbewegungen Löcher in die Netzhaut gerissen habe die mit Laser geflickt wurden. Nach unzĂ€hligen Laser-OPs musste ich nach NĂŒrnberg in die Maximillian-Augenklinik und der erste Glaskörber wurde heraus operiert. Und obwohl dieser angeklebt war an der Netzhaut, hat alles wunderbar funktioniert. Das gleiche SpĂ€ter am anderen Auge. Da hatten wir dann das Problem von viel zu hohen Augendruck der mit Tropfen nicht in Griff gebracht wurde (Druck zwischen 40 - 50) Also 3. Augen OP unter Vollnarkose und da kam ein Filterkissen ins AUge um den Druck zu regulieren. Danach hatte ich nur noch 2 OPs wegen dem anschließenden grauen Star.
Also so 3 Jahre spÀter hatte ich nun links wieder 100% mit Brille und rechts 60%.
Rechts allerdings verzerrte durch grĂŒnen Star, Makuladegeneration und FlĂŒssigkeitseinschlĂŒsse in der Netzhaut. Jetzt 2011 auf einmal wieder links Probleme mit EntzĂŒndung, Druck auf 50, usw.
Momentan nehme ich:
4x 1/2 Diamox
Azarga AT 2x tgl
Vexol AT 5x tgl
Mydiatikum AT 3 tgl
Kalinor Brausetabletten 2x tgl.

Leider ist ja das Forum in der Uveitis Selbsthilfegruppe tot, deshalb habe ich nun hier mal geschrieben. Vielleicht kennt ihr ja noch Foren fĂŒr Erfahrungsaustausch und Co>

Meine NHA und mein Leben danach...

Katinka, Freitag, 25. Februar 2011, 19:19 (vor 2460 Tagen) @ KAtharina

Ich möchte an dieser Stelle auch meine Erfahrungen mit meiner Netzhautablösung veröffentlichen, da ich hoffe, liebe Menschen mit Ă€hnlichen Beschwerden kennenzulernen und auch anderen mit diesem Bericht zu helfen, da sie nicht alleine sind. Ich hatte meine erste (und hoffentlich letzte) NHA im Juli 2008 auf dem linken Auge. Das Schlimme daran war auch noch, dass ich es nicht sofort bemerkt habe. So muß es zumindest gewesen sein, da der AA meinte, die NHA sei schon so weit fortgeschritten, bis zum Punkt des schĂ€rfsten Sehens. Was ich merkte war, dass sich mein linkes Auge irgendwie komisch anfĂŒhlte, irgendwas war anders. Ich war KontaktlinsentrĂ€gerin und 4 Jahre nicht beim AA gewesen, da ich schlechte Erahrungen mit meinem letzten gemacht hatte.Es hĂ€tte aber Not getan, da ich immerhin li: -6,5 und re: -6 Dioptrin hatte. naja, ich war halt immer nur beim Optiker und das reichte (dacht ich). Irgendwie hab ich dann mal gemerkt, dass meine Sicht irgendwie komisch, leicht verzerrt war. Beim nĂ€chsten Blick war es wieder weg. Ich schob es innerlich auf ne falsch/schlecht sitzende Kontaktlinse. Bis ich dann auf Arbeit mal auf die glorreiche Idee kam, beide Augen getrennt zu testen, mit und ohne Kontaktlinse. ich bekam fast einen Schock, als ich mit dem linken Auge mit und ohne Linse einen geraden Strich "nicht gerade" sah, er hatte eine Unterbrechung (schief oder verzerrt). Ich dann gleich zum AA. Im Wartezimmer schaute ich an die Decke und sah links schon einen kleinen Schatten. Oh Mann, der AA meinte, ich solle gleich ins Virchow Klinikum Berlin fahren. Tja, es ging schnell, dort ging ich als Notfall durch und wurde am Nachmittag operiert, es wurde eine Cerclage gemacht und zusĂ€tzlich gelasert (2 Tage spĂ€ter dann). Es gibt wohl auch noch eine FlĂŒssigkeitsablagerung, die aber auch erstmal da bleiben kann. Der "Knick in der Linse" ist geblieben, ich sollte es mir wie einen Knick im Fotofilm vorstellen, den kann man auch nicht mehr ausbĂŒgeln. Die Werte gingen von -6,5 auf -7,5 Dioptrin hoch, aber bis heute sehe ich sehr scharf auf dem Auge. Ich habe sogar das GefĂŒhl, dass es besser wird. Das zum linken Auge. Mein rechtes ist leider auch nicht super, dort habe ich Netzhautdegeneration (denke ich). Sie habe im Krankenhaus gesagt, es gibt schon dĂŒnne Stellen, sie wĂŒrden dann profilaktisch lieber lasern. Ich habe das natĂŒrlich alles hingenommen. Erst im Nachhinein kam ich mir ziemlich "ĂŒberfahren" vor. Einem wurde ja s gar nichts erklĂ€rt von alleine, fĂŒr jede etwas ausfĂŒhrliche Info mußte man fast betteln. Das hat mir mit am meisten zu schaffen gemacht! Jedenfalls bin ich seitdem regelmĂ€ĂŸig beim AA, alles 3 Monate. Bis Montag (21.2.11) war immer alles gut. Jetzt wurde am rechten Auge eine Mini-Blutung hinter einem bereits vorhandenen Laserherd entdeckt. Der AA meinte, bei meinen Augen wĂŒrde er lieber noch mal lasern, bei jemandem, der sonst nix hat, wĂŒrde er das wohl nicht machen mĂŒssen. Seit Montag bin ich nun wieder total unsicher und relativ Ă€ngstlich. Das Ă€rgert mich so, da ich mich schon wieder so gut "berappelt" hatte in den letzten 2,5 Jahren, denn ich war echt psychisch angeschlagen nach der OP. Jetzt habe ich Angst vor einer NHA am rechten Auge. Ich weiß auch nicht so richtig, wie ich mit der Sache umgehen soll, dashalb habe ich mich jetzt entschieden, hier dem Forum beizutreten. Mal habe ich keine Ängste, da denke ich kaum an meine Augen und mal habe ich tierische Angst blind zu werden! Ich habe seit dem Dezember eine zauberhafte Tochter und möchte ihr natĂŒrlich viel Kraft geben!! Wie geht Ihr mit Euren Ängsten um> Ich hoffe, ich durfte diese Frage an Euch stellen ;-) Ich lebe in Berlin, vielleicht ergeben sich Kontakte>! Vielen Dank, dass ich mich Euch mitteilen konnte! Das hat jetzt gut getan :-))

Erfahrungsbericht Volker - Teil 3

Volker, Montag, 28. Februar 2011, 13:03 (vor 2457 Tagen) @ KAtharina

Tja, wo war ich stehengeblieben> Mit Silikonöl im rechten Auge im FrĂŒhjahr 2010 nach meiner Netzhautablösung zum Jahreswechsel 2009/2010. Ich habe seitdem wohl keinen neuen Erfahrungsbericht gepostet, weil ich gehofft habe, dass er mit Warten doch etwas positiver ausfallen könnte...

Ende MĂ€rz wurde das Öl planmĂ€ĂŸig entfernt. Ich konnte mit der OP ganz gut umgehen, weil ich ja inzwischen wusste, dass das Auge so einiges aushĂ€lt. Trotzdem kam schon in der Klinik nicht so richtig Freude auf. Ich blieb etwas lĂ€nger als erhofft dort (8 Tage), u.a. weil der Augeninnendruck nicht so recht steigen wollte, und wurde schließlich mit 6 mmHg entlassen.

Zuhause kam der Druck aber bald wieder in den Normalbereich und ist nie mehr zum Problem geworden. Cortisontropfen habe ich jeweils wieder pĂŒnktlich vor der zu erwartenden Drucksteigerung abgesetzt (Kopfschmerz hat mich jeweils rechtzeitig gewarnt), außerhalb der Klinik auch "mildere" Steroidtropfen bekommen.

Leider war mir schon im Krankenzimmer aufgefallen, dass ich mit dem operierten Auge irgendwie in der Mitte des Blickfelds schlecht sah (konnte z.B. die Checkliste der Putzfrauen im Bad leidlich gut sehen, aber die EintrĂ€ge, die ich fixieren wollte, nur als unscharfen grauen Fleck). Als ich dies bei den Visiten Ă€ußerte, wurde ich vertröstet, dass das sich wohl wieder bessern wĂŒrde. Da war ja auch sonst noch alles aus dem Lot.

Danach wurde aber immer klarer, dass sich das nicht mehr bessert. Habe alle Untersuchungen durchlaufen: OCT/"Anschauen" (NH und Makula okay bis auf ganz geringen Ansatz von Gliose); FAG (Durchblutung okay); MRT (Sehnerv etc. okay). Letzte BestĂ€tigung mit mfERG im Juni: Im Bereich des schĂ€rfsten Sehens sind die Rezeptoren nicht mehr funktionstĂŒchtig, das Auge fokussiert inzwischen etwas seitlich, um das auszugleichen. Trotzdem Visus bei 0.1 (Tendenz fallend, vor allem wohl wegen der zunehmenden -- nach Öl zu erwartenden -- LinsentrĂŒbung).

Die Linse habe ich entsprechend im August tauschen lassen (ambulant außerhalb der Klinik; mit Vollnarkose wegen des fehlenden Glaskörpers etc.). Diese OP lief erwartungsgemĂ€ĂŸ super. Ich hatte ja inzwischen gelernt, etwas Geduld beim Heilungsprozess zu haben. Aber der Visus wurde nicht mehr besser als 0.25. Immerhin kann ich das Gesamtbild gut erfassen und daher auch einigermaßen rĂ€umlich sehen.

Im linken Auge blitzt es oftmals, das wurde aber ĂŒber die Monate immer schwĂ€cher, so dass ich hoffe, diesen Albtraum nicht noch einmal mit dem anderen Auge zu erleben.

Was bleibt sind sehr leicht "reizbare" Augen: So kĂ€mpfe ich nach einer akuten BindehautentzĂŒndung seit mehr als drei Monaten gegen eine LidrandentzĂŒndung. Ach ja, ein relativ großer Silikonöltropfen wird nicht (wie die vielen kleinen, schwebenden, die sich teilweise auch irgendwo verfangen und nur bei ErschĂŒtterungen lösen) vom Gehirn ausgeblendet und kullert unweigerlich ins Blickfeld, wenn ich den Kopf senke. Nicht störender als die starken GlaskörpertrĂŒbungen links -- die ich gerne in Kauf nehme. Einem "Nachstar"-Lasern, das bald fĂ€llig sein wird, sehe ich gelassen entgegen.

In Alltag/Arbeit/Autofahren komme ich aber gut zurecht, so dass auch ich trotz allem sagen kann: Gott sei Dank! ... und den Ärzten auch, selbst wenn nicht alles optimal gelaufen ist.

Erfahrungsberichte Didi50

Didi50, Dienstag, 24. Mai 2011, 12:01 (vor 2372 Tagen) @ KAtharina

Ich hatte im Mai 2009 und im Dezember 2010 "Graue Star"-Operationen. Mit neuer Brille hab ich dann gesehen wie ein Adler, keinerlei Probleme.
Dann vor ca. 3 Wochen erste schwarze Punkte im rechten Auge. Kannte diese Zeichen nicht und habs vernachlĂ€ssigt. Plötzlich ĂŒber Nacht unten rechts ein wabbernder schwarzer Fleck, der ungefĂ€hr 1/6 des Sehfeldes ausmachte.
Hab die Symptome bei der Anmeldung zum Augenarzt geschildert, bekam trotzdem erst einen Termin ca. 1 Woche spĂ€ter. Die Arzthelferin hĂ€tte diese Symptome eigentlich besser deuten mĂŒssen. "GlĂŒcklicherweise" verschlimmerte sich der Zustand ĂŒber Nacht, 1/2 Sehfeld vom rechten Auge war zu. Kam dann beim Augenarzt gleich dran, Diagnose Netzhautablösung. Der Arzt versuchte noch fĂŒr den gleichen Tag (11.5.2011) einen OP-Termin zu bekommen. Klappte aber nicht, sodass ich am nĂ€chsten Tag operiert wurde. PPV-Operation mit GasfĂŒllung. 2 Tage spĂ€ter entdeckte ich noch im Krankenhaus oben im Auge einen rötlichen Schatten. Ergebnis der nachfolgenden Untersuchung: erneute Netzhautablösung an anderer Stelle. 2te PPV-Operation am 16.5.2011, diesmal mit SilikonoelfĂŒllung.
Jetzt nach 8 Tagen nach OP sehe ich im gesamten Gesichtsfeld wieder alles, aber etwas kleiner, nach links verschoben, unscharf und gerade Linien sind etwas gewellt, was aber tĂ€glich besser wird. Pupille ist noch sehr groß, hoffe dass es sich gibt.

Erfahrungsbericht Ka Nin

Ka Nin, Montag, 27. Juni 2011, 17:16 (vor 2338 Tagen) @ KAtharina

Liebe Netzis,

ich danke Euch sehr fĂŒr Eure Berichte, die ich nun in meiner 6.Woche nach der NHA selbst lesen kann. Es ist sehr schwierig etwas zu NHA zu finden und wenn es einen trifft unmöglich, da lesen dann ja verboten ist.

Zu mir und meinen Augen: Ich bin 43 Jahre- Seit meinem 5.Lebensjahr kurzsichtig hatte vor der OP -8 Dioptrien links und -9 rechts (derzeit -11 rechts). Meine Mutter hatte ungefÀhr in meinen Alter eine Netzhautablösung rechts und hat Ihr Auge dadurch verloren.

Ich sah am 17.05.2011 drei schwarze Punkte vor dem rechten Auge und habe nicht gleich reagiert. Habe noch in Stuttgart unterrichtet und bin danach joggen gewesen. Beides war nicht gut, wĂŒrde ich auch nicht wieder tun- mit dem was ich jetzt weiß. Am Abend dann eine schwarze Wolke rechts oben im rechten Auge- Fahrt zurĂŒck nach DĂŒsseldorf mit der Bahn: Koffer tragen und umsteigen in Köln. Direkt zum Augenarzt und dann ins Martinushospital in DĂŒsseldorf: Netzhautablösung im Randbereich unten rechts. Der Glaskörper hatte die weitere Ablösung verhindert!

Im Krankenhaus durfte ich nichts mehr tragen, aber mich schon noch bewegen, schlafen musste ich mit hochgestelltem Kopfende. OP unter Vollnarkose, Dauer ca. 2 h, Plombe an abgelöster Stelle und Lasern um das Fortschreiten der Ablösung zu stoppen- hat super funktioniert! - DANKE! Krankenhausaufenthalt 5 Tage

Verhaltensregeln nach der OP:
1.nicht bĂŒcken, nichts heben, nicht Auto fahren, nicht lesen, schlafen mit erhöhtem Kopfende. Ich darf fernsehen und spazieren gehen (muss mich bewegen, da ich immer viel Sport mache und mein Herz daran angepasst ist, gehe anfĂ€nglich ca. 1 h mit MBT-Schuhen- die starke DĂ€mpfung tut mir gut)
Ich war sehr lichtempfindlich und mein Optiker hat mir eine Photophobiker Sonnenbrille verkaufen können (er hat immer eine da fĂŒr NotfĂ€lle), das war SUPER!!!- die Brille ist rundherum zu und kann ĂŒber der Korrekturbrille getragen werden (ich habe sie am Anfang auch in geschlossenen RĂ€umen getragen, jetzt nur noch bei Sonnenschein und Wind zum Schutz der Augen)
2.nach 10 Tagen ist das gelaserte Gewebe vernarbt – keine VerhaltensĂ€nderung meinerseits nur lĂ€ngere SpaziergĂ€nge bis zu 14 km.
3.nach 3 Wochen darf ich wieder anfangen langsam zu lesen, ab jetzt darf ich auch wieder bis zu 5 kg heben und versuchen Auto zu fahren
Mir fĂ€llt auf, dass das operierte Auge alles doppelt bis 4-fach sieht. Der nĂ€chste AA stellt fest, die Achse des operierten Auges ist verschoben von „rechtsdrehend“ vorher auf „linksdrehend“ hinterher. Ich bestelle mir ein Übergangsbrillenglas- das alte Glas hat wohl dafĂŒr gesorgt, dass das operierte Auge nicht mehr mit gesehen hat, da das Bild so schlecht war, durch das jetzt falsche, alte Brillenglas. Ich war schnell mĂŒde, weil-so denke ich- das Gehirn da einiges Ausgleichen musste.
Das Autofahren geht jetzt fĂŒr 15 Minuten, dann kommen Kopfschmerzen und ich setzte mich auf den Beifahrersitz und lasse weiter fahren.
Jetzt beginnt auch der Augeninnendruck im operierten Auge zu steigen und ich habe kurzzeitigen Visusverlust auf dem operierten Auge, wenn ich aus der Hocke hochkomme. Ich stelle mich in der Heliosklinik in Wuppertal vor- sehr gute ambulante Betreuung! und erfahre, das der hohe Augeninnendruck den Visusverlust macht bei LageverĂ€nderung des Körpers. Die Kortisontropfen (nehme ich in abnehmender Menge seit der OP) werden abgesetzt, da sie den Augeninnendruck erhöhen, die Kortisonsalbe zur Nacht bleibt noch (da eine EntzĂŒndung jetzt extrem schlimm wĂ€re).
4.nach 5 Wochen: Visusverlust wird nicht besser sondern kommt immer hÀufiger. Ich bekomme von meinem AA Tropfen, um den Druck im operierten Auge zu senken, damit klappt es endlich, der kurzzeitige Visusverlust wird seltener ist aber bis jetzt nicht total weg.

Ich bin jetzt in Woche 6 nach der OP und habe viele Fragen zum Arbeiten, noch bin ich krank geschrieben und werde auch nicht wieder starten, bis ich alles wieder kann ohne den Augen zu schaden: Normal ist fĂŒr mich 6-8 h pro Tag Arbeit am Labtop/BB. Dienstlich bin ich viel unterwegs mit PC-Roll-Rucksack (ca. 7 kg) und Koffer auf Rollen ca. 10 kg in jeder Art von Verkehrsmittel. Wie ich bei Euch gelesen habe, ist das wohl mit nur einer Plombe im operierten Auge alles machbar.

Ich plane 8 Wochen nicht zu joggen (Empfehlung vom Krankenhaus, und fĂŒr mich sehr hart)- Dann fange ich wieder an, aber nur auf Waldboden bis sich nach 6 Monaten mein Auge wieder sortiert hat (der Glaskoerper nicht mehr flĂŒssig ist (so wie jetzt noch) und auch die endgĂŒltige SeestĂ€rke feststeht)- ich hoffe dieser Plan ist gut so...denn außerhalb dieses Forums findet sich wirklich nicht so viel zu dem Verhalten nach der OP...wohl weil es fĂŒr jeden anders ist. Ich werde jedenfalls noch eine zweiten Eintrag machen und berichten, ob der Plan so gut war fĂŒr mich.

Ich danke allen vor mir fĂŒr Ihre EintrĂ€ge, die Tipps geben und Mut machen!

Erfahrungsbericht Anna-Lucia 4 Netzhaut-OPs in 5 Wochen

Anna-Lucia, Dienstag, 12. Juli 2011, 09:58 (vor 2323 Tagen) @ KAtharina

Hier mein Bericht:

Vorausgeschickt: ich bin 61 Jahre alt, sehr kurzsichtig gewesen zeit meines Lebens (blind sozusagen) und gehe ungern zum Arzt. Sobald ein Arzt zu mir sagt, ich solle mir keine Sorgen machen, alles wĂ€re nur eine Alterserscheinung, mache ich einen Luftsprung und bin schneller aus der Praxis als man schauen kann. Draußen rufe ich dann alle meine Lieben an und sage, daß nichts wĂ€re - wie immer und daß ich so weitermachen kann wie bisher (bisher hat noch jede Warnung nicht zugetroffen, egal wie dringend sie geĂ€ussert wurde): so war es diesmal nicht. Es waren Motten auf den Augen, ich bin zum Augenarzt, habe mich nicht abwimmeln lassen, habe mehr als 4 Stunden gewartet, bin NICHT weitgetropft worden, habe NICHT gesagt bekommen, daß es eine Netzhautablösung sein könnte und auch NICHT, daß das bei starker Kurzsichtigkeit immer eine Gefahr sein kann, auch wenn es NUR Motten sind und bin in Ruhe mit Kindern und Enkelkinder in die Osterferien weit weg ans Meer gefahren. Dort ist mir dann von oben herunter ein dunkler Bogen ins Auge gefallen, den ich glaubt ignorieren zu können, weil "ich geduldig sein soll, das wĂŒrde nach unten sinken, es ist ja nur eine Alterserscheinung". Damit bin ich quer durch Europa mit dem Kleinbus nach Hause gefahren: der Schatten kam immer weiter runter. Zu Hause angekommen, habe ich meine Nachbarin gefragt, ob ich denn zu ihrem Mann morgen gehen könne (der auch Augenarzt ist), mir wĂ€re doch sehr komisch zumute mit dem Schatten, der immer weiter runterkĂ€me...

Der langen Rede kurzer Sinn:
sie hat mich sofort in die Uniklinik geschickt, ich bin aufgenommen und noch am nĂ€chsten Tag operiert worden. Die 1. OP war eine Plombe, die höllisch weh getan hat und nach zwei Tagen war das Auge entzĂŒndet, dunkelroter Ring ums Auge, der immer röter wurde, nach 5 Tagen entlassen mit viel Penicillin und schon nach anderthalb Tagen war die Netzhaut wieder ab, diesmal noch weiter als vorher, die 2. OP mit 40% Gas im Auge war auch nicht nett: immer nur auf dem Bauch liegen und nach unten ins Kissen gucken und nach anderthalb Tagen Entlassung und noch röterem Auge sofort wieder zurĂŒck: diesmal war es nur noch ein schmaler Schlitz, den ich sehen konnte, wie aus einem U-Boot raus oder einem SchĂŒtzenpanzer der Schlitz fĂŒrs Maschinenegewehr, die 3. OP dann 80% Gas mit ziemlich viel Druck im Auge, viel "rausgekratzt" und plangeschabt im Auge drin (hat sich angehört wie eine Abtreibung) und wieder heftige EntzĂŒndungen - die hat mich dann zu Hause völlig lahmgelegt mit stĂ€ndigen Schmerzen bis es schliesslich wieder heftige Antibiotika benötigt hat, daß ich wieder rumlaufen konnte, dann 5 Tage gutes Sehen, zwar ziemlich lila-weiß, aber immerhin wieder plastisches Sehen und nicht Stolpern, Hinfallen, Kopfanschlagen, Kaffeedanebengiessen und vor allem: Schlafenkönnen und dann bin ich - ĂŒbermĂŒtig, ĂŒbermĂŒtig - mit dem Zug nach Paris gefahren und mit dem Zug wieder zurĂŒck (TGV) und dann war die Netzhaut wieder ab, diesmal kein Schatten, nicht schwarz, sondern ein Schleier ĂŒbers ganze Auge und es hat geschwappt im Auge (nicht das Gas!), gestern die 4. OP und jetzt ist Öl im Auge und alles ist heute ruhig. Ruhig. Ruhig.

War es der Zug> Oder hat sie einfach nicht halten wollen> Keine Ahnung. Aber ich bin froh, daß es Kliniken gibt, die reparieren und ich bin froh, daß es dieses Forum gibt. Wenn es auch beĂ€ngstigend ist, was man hier liest und man die gutgehenden FĂ€lle nicht so oft zu hören/lesen bekommt: ich bin tendenziell eher ein worst- case Mensch und hasse es, stĂ€ndig ĂŒberrascht zu werden von schlechten und schlechtesten Nachrichten: lieber lasse ich mich positiv ĂŒberraschen oder stelle mich darauf ein, wie eine Eidachse meinen Schwanz abwerfen zu mĂŒssen, wenn Gefahr im Verzug ist. Das wĂ€re dann eben das Auge und es ist noch nicht das Leben: das muß man wissen.

Anna-Lucia

Jahrestag Netzhaut-OP

HansPeter, Dienstag, 13. September 2011, 18:22 (vor 2260 Tagen) @ KAtharina

» Hallo zusammen,

habe schon oft hier die Berichte gelesen. Habe mich jetzt auch registriert und auch den Fragebogen ausgefĂŒllt.

Morgen vor einem Jahr hatte ich meine erste NH-Operation bei Prof. Walter im UK Aachen. Die Netzhautablösung kam bei mir von heute auf morgen. Nach fĂŒnf Tagen wurde ich dann wieder entlassen. Drei Wochen spĂ€ter bei der Kontrolluntersuchung im UK Aachen wurde festgestellt, dass der Augendruck zu hoch war. Also nochmal fĂŒr drei Tage rein. Dann sah eigentlich alles gut aus. Ich habe seit dreißig Jahren Sport gemacht - jetzt aber erstmal drauf verzichtet. Dann am 05.11.2010 wieder eine Kontrolluntersuchung. Ich dachte, alles ist ok - ab morgen kann ich wieder joggen - und dann der Schock. Die NH hatte sich wieder etwas gelöst. Gleich neue OP - diesmal mit Öl hinterlegt. Drei Tage spĂ€ter konnte ich dann nach Hause.
Dann am 12.04.2011 Entfernung des Öls. Verlief soweit wohl auch ganz gut.
Hatte auch keinerlei Probleme mehr. Vor drei Wochen wieder Kontrolluntersuchung im UK Aachen. Dabei wurde ein Augendruck von 44 festgestellt. Es war dann noch ein Rest Öl im Auge ( war schweres Öl )Das wurde dann am nĂ€chsten Tag durch eine VorderkammerspĂŒlung entfernt.
Heute Kontrolle bei meinem AA. Es ist wohl noch ein kleiner Rest Öl in der Vorderkammer, der aber nach seinen Angaben von alleine verschwindet. ( Hoffe ich dann mal ).
Der wichtigste Satz fĂŒr mich immer: Die Netzhaut liegt an. Wenn ich den bei den Untersuchungen höre bin ich happy.
Mache mittlerweile auch wieder meinen geliebten Sport ( Joggen und Mountainbike )
Den Jahrestag meiner OP morgen werde ich auf jeden Fall mit einem dicken Eisbecher ein bisschen feiern.
Vor einem Jahr habe ich noch gedacht - na ja drei - vier Wochen und alles ist wieder wie vorher. Aber hier muss man einfach die entsprechende Zeit mitbringen, damit das Auge in Ruhe heilen kann.
lieben Gruß an alle hier im Forum
hans Peter

Erfahrungsberichte miramosa

miramosa, Sonntag, 25. Dezember 2011, 17:46 (vor 2157 Tagen) @ KAtharina

Hallo zusammen

verfasst von miramosa, 02.09.2011, 18:50

mein name ist Ulli, bin 47 J, komme aus griesheim (da-die)und weiss seit heute morgen, das ich eine netzhautablösung habe.

die sehfĂ€higkeit liegt nur noch bei 10% so der doc. einweisung in die uni-klinik in mainz. und wenn ich das hier alles lese, bekomme ich kein angenehmes gefĂŒl. bekomme ich eine vollnakose>
welche schmerzen erwarten mich>
wie lange werde ich krankgeschrieben,
was ist mit der zeit danach> darf ich sport machen ( reiten / joggen )

mir fallen fragen ein, an die ich gestern abend noch nicht gedacht hÀtte. auf jeden fall steigt die angst. hoffe, ich kann dann hier ein wenig mitmachen.

man sieht sich
lg + hf ulli ********

Lang ist es her, seid ich diese zeilen geschrieben habe und es ist einiges passiert. und wenn ich das alles erzÀhlen oder gar schreiben soll, wird es verdammt lang. nun gut, das ende vorne weg => es geht gut aus !!

nach der diagnose sollte ich soooooofort in die uni. das ich ein halbes jahr auf einen termin beim augendoc gewartet hatte, interessierte nicht wirklich jemanden. z.b. hatte ich heraus gefunden, das es im gesamten odenwald-kreis keinen augendoc mehr gibt. also mit sofort in die klinik war mal gar nichts zu machen. ich musste ja nochmal fr./sa und so/mo arbeiten. und so bin ich dann erst am di in die uniklinik gefahren. auf 3 tage mehr oder weniger mit diesem kranken auge, sollte es jetzt auch nicht mehr ankommen. ich sollte auch gleich als notfall am mi operiert werden. sollte. jeden morgen habe ich mich op-fertig gemacht. 2 x wurde verschoben und am fr. war es dann endlich soweit. 3 std. vollnakose => alles ist gut. werde am nĂ€chsten morgen wach und stellte fest, das mein auge nicht dicht war und ĂŒber die hĂ€lfte des öles bereits wieder heraus gelaufen war. alarm! sofort wurde alles wieder in bewegung gesetzt und 2 std. spĂ€ter lag ich wieder auf dem op-tisch.und so kam es, dass ich am 5. tag meines kh-aufenthaltes zum ersten mal ein frĂŒhstĂŒck bekommen habe. die anschliessenden wochen der heilung verliefen sehr positiv. ich hatte mich schon wieder auf das arbeiten gefreut, als meine chefin meinte, ich hatte ja noch keinen jahresurlauf. also 2 weitere wochen zu hause. anschl. 2 wochen arbeiten, dann wieder in die uni zur ölentfernung. alles ohne komplikationen diesmal. der augendruck war etwas zu hoch, habe ich aber mit tabletten in den griff bekommen. tja, was soll ich sagen. bin derzeit bei 50% sehleistung, habe seit letzten donnerstag eine neue (erste) brille und alles ist gut. doc meinte, das ich dann im april/mai meine *endgĂŒltige* brille bekomme. dann sollte ich so bei ca 70 % liegen. nun, wir werden es sehen. von meiner seite aus, kann ich die uni-klinik in mainz nur empfehlen.

Erfahrungsbericht von Daviddm

daviddm, Freitag, 20. Januar 2012, 22:57 (vor 2131 Tagen) @ KAtharina

Also ich möchte hier meine Erfahrung mit meiner Nha schildern!
Ich bin 21 und mein AA hatte im Sommer durch eine zufÀllige Routineuntersuchung festgestellt, dass ich eine Blase am oberen Rand habe, aber er meinte es sei nicht so schlimm! Nach einem Monat sollte ich wieder kommen um das zu kontrollieren!
Gemacht getan, die "Blase" war noch immer gleich groß, und er meinte wenn es sich nicht verschlimmert braucht man nichts tun und wenn ja, dann kann eine einfache Laserung helfen! Er sagte aber auch noch dazu, dass wenn ich Blitze oder einen Schatten sehe, soll ich sofort zum AA gehen und mich Untersuchen lassen!
Es hat leider nicht lange gedauert hatte ich eigenartige Lichtblitze dich ich im linken Auge noch nie hatte! Ich war mir nicht sicher ob ich mir das nur einbilde oder doch real ist, dazu kam noch, dass ich am linken Auge auf einmal schlechter sah, und im unteren Teil meines Blickfeldes leicht verschwommen war!
So ab zum AA, der schickte mich dann gleich weiter in die Augenklinik, dort wurde mir von einem Uni.Prof., nach extrem langem warten gesagt, dass ich eine Netzhautspaltung habe und das sie nicht heilbar wÀre, ich sollte in einem Monat meinen AA aufsuchen und sie kontrollieren lassen! Ich fuhr aufgelöst Nachhause, da mir auf meine Frage, ob sich das verbessern oder nur verschlechtern könne geantwortet wurde:"Nein, verbessern wird es sich sicher nicht, wenn nur verschelchtern!" Na toll!
Ich holte mir noch eine Meinung ein um sicher zu gehn, dass diese Diagnose auch stimmt! Wir gingen zu einem sehr anerkannten Uni.Prof. und dieser Herr stellte uns so hin, dass wir uns keine Sorgen machen sollen sondern mal abwarten sollen! Er bestÀtigte aber auch die Diagnose von seinem Kollegen aus dem LKH!
Mir war das noch immer nicht sicher genug ging ich privat zum Primar der Augenklinik!
Dieser AA stellte als erster fest, dass ich an einer NHA leide und ich mich innerhalb von 1-2 Wochen operieren lassen soll. Da ich aber das vertrauen an den Ärzten verloren habe ging ich noch zu einem Spezialisten nach Wien und habe mich noch dort untersuchen lassen! Er stimmte der Diagnose einer NHA zu und soll mich so bald als möglich operieren lassen!
Termin ausgemacht und ich wurde operiert, mir wurde eine Silikonplombe eingesetzt und liegt nach Angaben der Ärzte total an! Ich habe zwar nach 4 Monaten noch immer leichte Blitze und leichtes flimmern, aber Schatten habe ich keinen mehr!

Erfahrungsbericht von Ralf

Ralf, Donnerstag, 01. MĂ€rz 2012, 11:48 (vor 2090 Tagen) @ KAtharina

Hallo liebe Netzis,

meine Story beginnt Ende November 2011, wo mir beim Fussball spielen ein Ball ins rechte Auge geschossen wurde.
Da ich am Tag darauf eine seltsame Sehverschlechterung feststellte (keinen Schatten oder Ausfall, sondern eine Art trĂŒbe, undurchsichtige FlĂŒssigkeit in der unteren AugenhĂ€lfte), beschloss ich zum AA zu gehen.
Erst eine Woche und zwei AA-Besuche spÀter, wurde eine Netzhautablösung diagnostiziert.
Dann musste alles sehr schnell gehen und ich wurde ins KH eingewiesen.
Bis zu diesem Zeitpunkt war ich noch guter Dinge, da mir NHA nichts sagte und ich dachte, es wÀre mit einem gebrochenen Arm zu vergleichen, dh. eine Zeit lang krank und dann alles beim Alten.
Erst als der Chefarzt mit sagte, dass die ganze Sache nicht wirklich lustig ist und mein Auge recht ramponiert wÀre, wurde es mir ziemlich mulmig.
Die OP verlief gut, meine Makula war nicht betroffen, es wurden Plomben gesetzt und eine Silikonöltamponade vorgenommen. (Gas hat nicht funktioniert, da ich vor zwei Jahren eine Katarakt-OP hatte und Kunstlinsen trage. Das Gas ist immer entwichen).
Nach der OP ging es mir gut.
Ich hatte keine nennenswerten Schmerzen, von den folgen Nackenschmerzen auf Grund der Kopfhaltung mal abgeshen.
Anfang Januar 2012 handelte ich mir, als kleines zusÀtzliches Bonbon, noch eine Konjunktivitis Epidemica ein.
Nun war ich hoch ansteckend und mein Augen trÀnten wie wild.
Als Gegenmaßnahme bekam ich hoch dosiert Cortison, was wiederum den Augendruck enorm ansteigen ließ.
Endlose drei Wochen spÀter war der Spuk dann vorbei und das Cortison wurde abgesetzt.
Heute ist mein Augendruck, unter der Gabe von reichlich drucksenkenden Medikamenten, in Ordnung, auch meine Hornhaut erholt sich langsam und die Netzhaut liegt auch noch immer an.

Erfahrungsbericht chris1965

chris1965, Montag, 02. April 2012, 21:35 (vor 2058 Tagen) @ KAtharina
bearbeitet von chris1965, Montag, 02. April 2012, 22:10

Liebe Netzis,
um den 25.02.2012 habe ich 3 MĂŒcken am rechten Auge und eine leichte Verschattung am unteren Sichtfeldrand wahrgenommen. Am selben Tag noch war ich beim AA. Nach der Spiegelung meinte er: alles ok. Allerdings wurde die leichte Verschattung in den nĂ€chsten Tagen zur Blase. Diese wanderte langsam in Richtung Sichtfeldmitte. Am 28.03. sah ich bei geschlossenen Augen beim zu Bett gehen einen hellen Schein (Halbkreis). Mein AA schickte mich dann am Folgetag in die LMU Augenklinik nach MĂŒnchen zu Prof. Kampik. Hier fĂŒhlte ich mich sofort kompetent beraten und behandelt. Die NHA wurde mittels Plombe, Kyro und Gas behandelt. Heute nach 5 Wochen und nach der 4ten Kontrolle ist soweit alles ok. Netzhaut sicher anliegend, wie die AA zu sagen pflegen. Da meine Mutter aber nach Glaukom auch unter NHA litt, bin und bleibe ich wachsam. Ich bin auch sehr dankbar, dass ich wieder Sport machen darf (Krafttraining und Joggen), dies allerdings natĂŒrlich sehr vorsichtig. Auch Kontaktlinsen funktionieren wieder sehr gut (Monatslinsen). Aber wie heisst es so schön: Holzauge sei wachsam....
In diesem Sinne wĂŒnsche ich allen Lesern viel Kraft beim Umgang mit dieser seltenen Erkrankung und gute Zuhörer, wenn`s mal nicht so doll lĂ€uft...
Ach ja, wollte ich noch sagen: Aufpassen auf die schleichende "Angst". Muss ich erst lernen in den Griff zu kriegen....
LG Chris

Erfahrungsbericht Fischy

Fischy, Samstag, 21. Juli 2012, 14:03 (vor 1948 Tagen) @ KAtharina

Hallo Leidensgenossen.

Mich erwischte es aus heiterem Himmel. Am 17.04.2012 am Nachmittag sah ich plötzlich rechts graue und schwarze Punkte.
Also ab zum AA.

Bei der Untersuchung meinte sie ich hĂ€tte eine NHA und mĂŒsse noch am gleichen Tag operiert werden. (vorsorglich mal nichts mehr essen und trinken) Als Ursache meinte sie es kĂ€me meine Kurzsichtigkeit in Frage. LA -6 Diopt. RA -7

Also ab in die Uniklinik nach Erlagen. Nachdem mir der Arzt verkĂŒndet hatte, was er alles mit mir anstellen wollte, hat es mich erstmal "flachgelegt". Toll dachte ich, das wars dann mit der OP.
Um 22:00 Uhr wurde ich zum GlĂŒck als Notfall in den OP geschoben. AusrĂ€umen Glaskörperraum, Cerclage, anlegen der Hufeisendefekte, GasfĂŒllung.

WÀhrend meines einwöchigen KH-Aufenthaltes wurden dann gleich noch meine Löcher im LA "geflickt".

Ich war dann fast 6 Wochen krankgeschrieben und habe mich zuhause pflegen lassen, war mit meiner Frau im GetrĂ€nkemarkt. "Hier bitte mal zwei KĂ€sten....." ...lach...(natĂŒrlich nur Alkoholfrei...haha)

Heute nach drei Monaten geht es mir sehr gut. Ich kann wieder meinem Beruf nachgehen und Autofahren.
Mein RA erreicht mit der entsprechenden Glaskorrektur fast wieder 100 %. Somit kann ich recht zufrieden sein.
Sicherlich spielte hier der Faktor "Zeit" eine Rolle und die hervorragende OP durch einen Netzhautspezialisten an der Uni-Klinik in Erlangen ! >>> herzlichen Dank !!!

Bei der letzten Untersuchung meiner AA meinte diese, ich könne wieder alles machen und hÀtte keine EinschrÀnkungen mehr. Die Netzhaut liegt sicher an, die Löcher sind vernarbt. Somit keine Gefahr.

Aufgrund meiner Leidenschaft zum laufen/joggen und diverser ForenbeitrĂ€ge bin ich hier jedoch sehr nachdenklich. U.a. auch durch unterschiedliche Aussagen von Ärzten.

Ich versuche es nun nach dem Motto "was geht statt dessen......."

Denke diese Entscheidung muss jeder fĂŒr sich selber tragen, da er auch die Folgen tragen muss.

VorwĂŒrfe mache ich mir nur selbst, da ich meine Netzhaut vorsorglich nicht regelmĂ€ĂŸig habe kontrollieren lassen.

Ich wĂŒnschen allen "Leidensgenossen" viel Kraft und Mut mit der Krankheit und lasst den Kopf nicht hĂ€ngen.

Auch was kommen mag ! Es ist unser Schicksal !

Erfahrungsbericht Brigitte

Brigitte, Samstag, 04. August 2012, 21:30 (vor 1934 Tagen) @ KAtharina

Meine letzte Op liegt jetzt mehr als ein Jahr zurĂŒck. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass mein Sehvermögen stabil ist, und wage es, meinen Erfahrungsbericht zu posten. Wer keine Schauergeschichte lesen möchte, der beschrĂ€nke sich auf den letzten Absatz. Alle Anderen können meine ziemlich traumatische Krankengeschichte mit verfolgen.

Das Elend begann an einem Freitagabend im Dezember 2010, als mir ein Sektkorken gegen das RA flog. Dabei sah ich fĂŒr den Bruchteil einer Sekunde einen heftigen Blitz. Danach fiel mir auf, dass sich bei Augenbewegungen in der rechten Ă€ußersten Ecke immer ein kleiner Blitz zeigte. Gleich am Montag rief ich beim AA an, schilderte die Symptome und wurde aufgefordert, sofort vorbeizukommen. Der AA diagnostizierte eine alte NHA. Wohlgemerkt: eine alte (!) NHA. Der Sektkorken war also unschuldig.

Am nĂ€chsten Tag fand ich mich als Notfall im Krankenhaus wieder. Operiert wurde konservativ. Es wurde von außen eine buckelnde Plombe aufgenĂ€ht, und der Riss wurde mit einigen Kryo-SchĂŒssen abgeriegelt. Eine Woche spĂ€ter war ich wieder arbeiten. Am meisten belastete mich, dass ich wegen des KĂ€lteödems Kortison einnehmen musste. Mit diesem Medikament kam ich ĂŒberhaupt nicht zurecht. Ich habe kaum noch geschlafen und war schwerst aggressiv. Meine Beine hatten ein rotweißes Streifenmuster angenommen. Am schlimmsten, weil irreversibel, war, dass ich auf beiden Augen einen kortisonbedingten Grauen Star bekam. „Cataracta corticonuclearis“ hieß es in spĂ€teren Arztberichten. Als ich dann nach drei Wochen mit dem Kortison aufhören konnte, war ich ĂŒberglĂŒcklich und meinte, nun sei alles ĂŒberstanden.

Ein Irrtum. Etwa sechs Wochen nach der Op schob sich ein grauer Keil in das Sehfeld. Zuerst dachte/hoffte ich, ich hĂ€tte einen Fussel auf der Brille. Das war leider nicht der Fall. Das Sehvermögen auf dem RA verschlechterte sich rapide. Innerhalb weniger Tage kam mir die LesefĂ€higkeit abhanden. Gerade Linien sah ich wellig. Der AA stellte eine epiretinale Gliose mit einem ausgeprĂ€gten Begleitödem fest. Dagegen half nur ein Membrane-Peeling, so dass mir eine ppV nun doch nicht erspart blieb. Ich entschloss mich, diese Op in einer Tagesklinik vornehmen zu lassen, weil ich auf Krankenhaus so gar keine Lust hatte. Die Op verlief ohne Komplikationen. Gleich am ersten Tag nach der Op sah ich trotz der Gasblase besser als vorher mit der Gliose. Außerdem blieb mir diesmal die Kortisoneinnahme erspart. Stattdessen war mir noch wĂ€hrend der ppV Triamcinolon in den Glaskörper gegeben worden, und ich musste Kortison-haltige AT anwenden. Ich befand mich in Hochstimmung und glaubte, jetzt wĂŒrde alles wieder gut.

Aber dann … Am vierten postoperativen Tag sah ich plötzlich so ein schwarzes waberndes Etwas in das Sehfeld hineinragen. Was ist das> Eine zweite Gasblase> Bitte keine neue NHA. Doch. Also wieder ab zur Op. Meine BefĂŒrchtung, dass diesmal mit Öl tamponiert wĂŒrde, bewahrheitete sich glĂŒcklicherweise nicht. Es wurde wieder Gas verwendet, allerdings diesmal Perfluorethan, das erst nach sechs Wochen resorbiert wird. Die NH lag nun an, aber leider war unter dem Gas die Kunstlinse, die mir bei der ersten ppV eingesetzt worden war, verrutscht. Das bedeutete, dass ich zu einer weiteren Op antreten musste zwecks Vorderabschnittrevision. Diese fand statt, nachdem sich das Gas vollstĂ€ndig verflĂŒchtigt hatte, und verlief – man glaubt es kaum – gĂ€nzlich ohne Komplikationen.

Im Dezember 2011 schaffte mein RA einen Visus von 0,8. Mehr hat es vor den NH-Problemen wegen der hohen Kurzsichtigkeit auch nicht geschafft. Ich habe also mein altes Sehvermögen zurĂŒck. Besser geht nicht. Auch die LesefĂ€higkeit ist voll wiederhergestellt. Ich kann jetzt wieder jedes Augenpulver ohne Schwierigkeiten lesen, was fĂŒr mich lebenswichtig ist, weil ich als Juristin jeden Tag viel Kleingedrucktes lesen muss. Ich denke, dass ich mit meinem Erfahrungsbericht vielen Netzis Mut machen kann, denn er zeigt, dass auch komplikationsreiche KrankheitsverlĂ€ufe gut ausgehen können und dass es sich lohnt, um jedes Prozent Sehkraft zu kĂ€mpfen. Mein AA meinte, dass zum guten Ergebnis das Triamcinolon sehr beigetragen habe. Also liebe Netzis, verlangt Triamcinolon. Außerdem rate ich sehr dazu, diese HP und ihren hohen Informationswert zu nutzen. Ich habe hier sehr viel gelernt und erfahren, so dass ich in der Lage war, den AÄ die richtigen Fragen zu stellen.

Erfahrungsbericht Inge

Inge, Dresden, Montag, 13. August 2012, 09:53 (vor 1925 Tagen) @ KAtharina

Es war der 18.7.12, mein Mann und ich saßen vor dem Fernseher. Ich spĂŒrte vor dem linken Auge plötzlich einen Schleier, der immer wieder von links oben kam, ein paar graue Flocken waren auch dabei. Ich dachte, ich sei ĂŒbermĂŒdet und ging zu Bett. Am nĂ€chsten Morgen war es immer noch so. Ich ging dennoch zur Arbeit, ich bin Ärztin, und absolvierte die Vormittags sprechstunde. Mittags hatte ich Kopfschmerzen, die Schleier links hatten sich verstĂ€rkt. Ich rief meine Schwester an, sie ist AugenĂ€rztin. Sie meinte, ich solle sofort kommen. An der Spaltlampe wurde meine Schwester ganz blaß. Ich hatte ein großes Netzhautloch mit umgebender Ablösung. Sie telefonierte mit der Uniklinik, ich stellte mich am gleichen Nachmittag vor und wurde am nĂ€chsten Tag operiert, Plombe und Kryo (OA Dr.Sandner). Die Nachuntersuchungen zeigten eine erfolgreiche OP. Dennoch ist jetzt vieles fĂŒr mich anders geworden. Ich arbeite wieder halbe Tage, aber es strengt mich an. Das operierte Auge hat noch Schleiererscheinungen. Mit Sport (vor der OP Schwimmen, Yoga, Fitness, Reiten) bin ich noch voll zurĂŒckhaltend.
Wahrscheinlich ist alles noch zu frisch. Ich habe das Ereignis noch nicht richtig verarbeitet.Ich werde Euch weiter berichten.

Erfahrungsbericht AngiF (I)

AngiF, Samstag, 18. August 2012, 12:16 (vor 1920 Tagen) @ KAtharina

Liebe Netzis,

ich habe in der Zeit nach meiner OP viel in diesem Forum gelesen und leider haben mich durch die vielen negativen BeitrÀge sehr heruntergezogen.
Deshalb wĂŒrde ich gerne hier meine Erfahrungen wiedergeben und versuchen die verzweifelten aber auch die guten Momente hervorzuheben.

Ich bin 27, lese sehr viel privat, sowie beruflich und arbeite viel am PC im Zuge meiner Promotion.

23.03.2012: Mich hat der Vorhang völlig ĂŒberraschend getroffen, da ich schon seit ca. 5 Jahren nicht mehr beim AA gewesen bin. Damals vor 5 Jahren war ich noch deutlich weniger kurzsichtig und mir daher nicht der NHA AnfĂ€lligkeit bewußt (mittlerweile waren's -7 und -1 Zylinder). Hatte auch seit dem 14. Lebensjahr problemlos Kontaktlinsen getragen. Seit Oktober 2011 hatte ich ab und zu einen fliegenden schwarzen Punkt und SehschwĂ€che in der DĂ€mmerung, aber mein Optiker war nicht beunruhigt und ich hatte keine Zeit, zum AA zu gehen.

Als der kleine Vorhang links nasal oben nach ca. 2 Stunden nicht wegging, war ich mir plötzlich sicher, dass ich eine NHA habe, hab schnell nach Symptomen gegoogelt und die erste AÄ aufgesucht, die ans Telefon gegangen war. Das war wohl im Nachhinein ein großes GlĂŒck, dass ich so schnell reagiert hatte.

Trotzdem war die BestĂ€tigung der Diagnose ein echter Schock fĂŒr mich. Eine ganze Armee von Löchern hatte ich, hauptsĂ€chlich außen unten und ein Hufeisenloch auf 3 Uhr. Da ich "kurz vor der Makula" stand, wurde ich noch in der selben Nacht unter Vollnarkose operiert.
Kryo, Cerclage, Gas, Bauchlage musste eingehalten werden.

Das war Donnerstag Nacht, vollstÀndige Wiederanlegung der NH war am Montag morgen erst vorhanden, ich wurde sofort entlassen. Mir wurde nur auferlegt, in den nÀchsten 2 Tagen einen AA aufzusuchen, ohne weitere Empfehlungen.

Da ich noch alles andere als selbststĂ€ndig war, bin ich von Freiburg zu meinen Eltern nach Stuttgart gefahren und hatte einen Arzt aufgesucht, der mir jedoch nicht besonders kompetent vorkam (Mittwoch), weswegen ich fĂŒr Montag einen Termin bei einer anderen Ärztin ausmachte (frĂŒher ging's nicht).

Mir ging's immer besser, bis ich am Sonntag starke Schmerzen hatte (wellenartige Brennschmerzen auf der AugenoberflĂ€che, die mich die ganze Nacht wach hielten). Am Montag dachte ich, dass diese mein grĂ¶ĂŸtes Problem wĂ€ren.

Die AÄ meinte sofort, dass die NH ihrer Meinung nach nicht anliegt und ĂŒberwies mich fĂŒr eine zweite Meinung an die Charlottenklinik in Stuttgart, an einen lokalen Experten.

Der Termin fĂŒr die nĂ€chste OP wurde dann fĂŒr Mittwoch festgelegt und es war die schlimmste Zeit, die ich bis dahin hatte, denn mir wurde erklĂ€rt, dass falls es nicht funktioniert (was wohl ziemlich wahrscheinlich war), als nĂ€chstes eine Öl-OP durchgefĂŒhrt werden mĂŒsste. Niemand wollte eine Prognose abgeben, niemand konnte irgendwas genaues sagen, das war das allerschlimmste.

Nach der 2. OP (Cerclage wurde ausgewechselt zu einer breiteren, besser positioniert und stĂ€rker zugezogen) ging es sehr schleppend weiter. Icb habe schnell bemerkt, dass ich schlechter sehe als nach der 1. OP (nach 10 Tagen nur ca. 40%, was ich allerdings erst viel spĂ€tr erfuhr, vor der 2. OP ca. 60%.) und dass ich Wellenlinien sah. Kommentar der Ärzte: das sei jetzt noch normal, aber keiner sagte, wie lange.

Eine erneute Untersuchung 3 Wochen nach der 2. OP in Freiburg bei der AÄ, die die Diagnose gestellt hatte, zeigte, dass ich gerade mal knapp 60% sehe (allerdings maß sie 2 dioptrien weniger aks der andere Arzt) und sie ging davon aus, dass es sich. ich etwas verbessern wĂŒrde ( die Pupille war noch sehr weit), allerdings nicht mehr viel. Ein weiterer Schock fĂŒr mich: Die Makula war doch betroffen gewesen, die Prognose dĂŒster fĂŒr meine VerhĂ€ltnisse.

Ich hatte mehrere panische Besuche beim AA und in der Klinik, da ich nun Angst hatte, dass es zu einer erneuten Ablösung kommen kann.

5 Wochen nach der 2. OP: Untersuchung in Stuttgart ergab, dass die Sehkraft bereits bei 60-80% ist. Jetzt erst wurde mir erleichtert der Befund vom letzten Besuch mitgeteilt.

Danach war ich mehrmals zum Sehtest beim Optiker, die Sehkraft nun mindestens bei 80%, der Optiker ganz aus dem HĂ€uschen, dass es so gut aussieht.

Erfahrungsbericht AngiF (II)

AngiF, Samstag, 18. August 2012, 12:20 (vor 1920 Tagen) @ KAtharina

TEIL II

Ende Juni: Weiterer Besuch bei der Freiburger AÄ, diese ĂŒberrascht, dass ich schon bei 90 und 100% mit wenigen Fehlern alles lesen kann, aber die Dioptrien sind nun bei -10 und -2 Zylinder ( wobei dies mit der Cerclage zusammenhĂ€ngt). Die NH liegt ganz glatt an.

Das rechte Auge wurde prÀventiv gelasert (ein kleines Loch unten). Ein weiteres kleines Loch liegt unten in einem Bereich mit Degeneration, wo man nicht gut lasern kann und wo es wohl auch nicht notwendig ist.

Mittlerweile kann ich mich wohl sehr glĂŒcklich schĂ€tzen, dass alles so gut abgelaufen ist. Ich sehe gut, zwarnoch leicht wellig, das merke ich allerdings kaum. Die NH liegt an. Die Pupille ist seit ca. 1-2 Monaten notmalgroß, das Auge ist zwarnoch etwas kleiner, aber kaum noch auffallend. Ich hatte mehrere FlĂŒge, einen Umzug und die stressigste Zeit seit jeher in meiner Doktorarbeit hinter mir ohne negative Folgen bislang. Die Angst vor dem normalen Leben ist weg.

Was ich auf jeden Fall positiv verbuchen kann: Ich habe gemerkt,wieviel Hilfe ich habe, wie viele Menschen, die sich sehr um mich gekĂŒmmert hatten. Mein Freund, der jeden Tag im Krankenhaus nicht von meinem Bett gewichen, mit vorgelesen und fĂŒr mich den SekretĂ€r gespielt hatte, meine Eltern, die sich 3 Wochen lang kĂŒmmerten und Freunde, die jeden Tag anriefen.
Und natĂŒrlich, dass ich gelernt habe, zu entschleunigen j d die Arbeit nicht zu ernst zu nehmen.

Was vielleicht noch wichtiger ist: Es lohnt sich, geduldig zu sein mit dieser Art von Krankheit, auch dies ist eine Lektion, die ich gelernt habe.

Stand nach vier Wochen

tsunamieye, Dienstag, 21. August 2012, 18:57 (vor 1917 Tagen) @ KAtharina

Nach einer grauen Star OP 2008 und einer NachstarOP im Februar 2012 sah ich Anfang Juli plötzlich Fensterrahmen leicht verzerrt, so dass ich meinen damaligen Augenarzt aufsuchte. Dieser erkannte eine angeblich verrutschte Kunstlinse (statt der von mir befĂŒrchteten Makuladegeneration), so dass ich zunĂ€chst erleichtert war. Allerdings riet mir mein Umfeld, eine zweite Meinung einzuholen. Just am Tag als ich in den Urlaub fliegen wollte (den ich im Vertrauen auf die Meinung des Arztes gebucht hatte) begab ich mich zu einem weiteren Augenarzt, der eine Netzhautablösung diagnostizierte und mir sofort eine ppv vorschlug. Noch am selben Tag packte ich meine Urlaubstasche in eine Krankenhaustasche und wurde operiert.

Die OP: mit Gas, Vereisung, Tamponade, Cerclage und allen Schickimickis. Heute, nach vier Wochen und einem Tag, hat sich die Gasblase verabschiedet. Ab und zu habe ich noch Kopfschmerzen, aber zum GlĂŒck nicht mehr die, die ich zeitweise hatte (migrĂ€neartig mit heftigem Pochschmerz im Auge). Mein Auge ist auch noch heftig rot und gereizt, brennt nach mehreren Stunden immer noch leicht, aber das ist jetzt ertrĂ€glich. Da ich selbstĂ€ndig bin, arbeitete ich mit voller Gasblase schon nach 2 Wochen wieder, aber eingeschrĂ€nkt. Ärger machten die OP-FĂ€den, die immer wieder herausblubbten und ins Auge stachen - diese hat mein Arzt und Operateur jedoch zielsicher herausgeschnitten. Das wichtigste ist, dass sich die Netzhaut angelegt hat und dies mit 95% Wahrscheinlichkeit auch so bleibt. Allein die Vorstellung von 2 - 5 Folgeoperationen - nein danke.

Die psychische Seite der OP und der Folgen ist ĂŒbrigens nicht zu unterschĂ€tzen: in den ersten Wochen geht eben gar nichts. Plus die Angst von Folgeoperationen, RĂŒckschritte bei der Heilung: das alles ist fĂŒr die Seele nicht gut. Auch hier hat mein Operateur Meisterliches geleistet, und ich bin froh, ihn gefunden zu haben. Das Ganze ist ein Geduldsspiel - wer geduldig ist, hat es leichter. Ich bin es nicht wie ich nun kapiert habe... :-)

Erfahrungsbericht von Marta

Marta, Montag, 10. September 2012, 18:51 (vor 1897 Tagen) @ KAtharina

Sorry, bin doch noch nicht soweit.

Erfahrungsbericht Dani

Dani, Mittwoch, 26. September 2012, 11:43 (vor 1881 Tagen) @ KAtharina

Nach etwas ĂŒber 2 Monaten nach meiner ersten Netzhaut OP möchte ich meine Erfahrungen gerne mit euch teilen. Ich bin 28 Jahre alt und schon seit meiner Kindheit sehr stark kurzsichtig (-12 dpt auf beiden Augen). Darum gehe ich auch brav jedes Jahr zur Netzhautuntersuchung. Leider hat meine AugenĂ€rztin dieses Mal bei einem Routinecheck etwas am rechten Auge gefunden. Bemerkt habe ich ĂŒberhaupt nichts und sie meinte auch sie wĂ€re sich nicht sicher, wĂŒrde mich aber gerne noch am gleichen Abend in die Augenklinik in Freiburg schicken, damit die sich das mal anschauen. Ich also noch frohen Mutes in die Augenklinik, denn ich dachte: „Selbst wenn sie was finden hat mir mein Augenarzt ja gesagt das kann man ambulant lasern.“ Umso grĂ¶ĂŸer mein Schock als der Professor an den ich in der Ambulanz geraten war meinte, man mĂŒsse sofort operieren mindestens 4 Tage stationĂ€r, meine Netzhaut bei 6 Uhr sĂ€he aus wie ein schweizer KĂ€se. Zum GlĂŒck hat mir die AssistenzĂ€rztin dann noch ein wenig erklĂ€rt, dass die Netzhaut schon an mehreren Stellen abgelöst sei und ich eine Plombe bekĂ€me und die Risse mit einem Kryo vereist werden. Man wĂŒrde die OP mit lokaler BetĂ€ubung durchfĂŒhren. Da am gleichen Abend kein OP-Saal mehr verfĂŒgbar war wurde die OP auf den nĂ€chsten Morgen den 21.07 angesetzt. So konnte ich zumindest noch heim und ein paar Sachen holen.
Die OP selbst verlief dann recht gut, ich hatte keine direkten Schmerzen, jedoch ein unangenehmes DrĂŒcken gegen die Nasenwurzel. Nachdem die BetĂ€ubung nachließ kamen die Schmerzen, aber auch das war mit ein wenig Paracetamol auszuhalten (Zumindest besser als das ununterbrochene Gelaber meiner Zimmernachbarin :-D ). Ich war sehr erstaunt dass abends der Verband schon abkam. War aber etwas geschockt da ich alles doppelt sah. Am nĂ€chsten Morgen nach der ersten Visite hieß es, es gĂ€be noch eine kleine Blase die sich vielleicht aber von selbst anlegt. Ich sah auch wieder einigermaßen, konnte das Auge jedoch wegen dem „Muskelkater“ nicht ohne Schmerzen bewegen. Nach 4 Tagen wurde ich dann entlassen, mit Krankschreibung fĂŒr 5 Tage und einem Kontrolltermin nach 2 Wochen. Da ich anscheinend das Atropin nicht gut vertrage waren meine Pupillen immer noch voll weitgestellt als ich dann 6 Tage spĂ€ter bei meinem Augenarzt zur Kontrolle war. Als ich meinte ich könne so nicht arbeiten, da ich ja alles verschwommen sehe und extrem blendempfindlich bin (Ich arbeite in einem chemischen Labor und muss unter anderem toxische und explosive Stoffe handhaben) hat sie mich dann gnĂ€digerweise noch 3 Tage lĂ€nger krankgeschrieben.
Ich habe hier oft gelesen, dass von Außenstehenden oft nicht verstanden wird, was eine Netzhautablösung bedeutet und ich kann das voll unterschreiben. Als ich meine Krankmeldung abgegeben habe meinten meine Kollegen nur: Man sieht ja gar nichts, dass kann dann ja nicht so schlimm sein. Meine Freunde dachten, da ich bei dem guten Wetter zuhause bin hĂ€tte ich auch Zeit mich mit Ihnen in der Stadt zu treffen oder abends weg zu gehen. Irgendwann war ich es leid allen dreimal erklĂ€ren zu mĂŒssen, dass es nicht geht, ich immer noch manchmal Schmerzen habe und das gucken mit voll geweiteter Pupille auch nicht gerade angenehm ist. (Es hat ĂŒbrigens fast 2 Wochen gedauert bis sie wieder gezuckt hat, der Arzt meinte nur, dass kann er sich nicht vorstellen, dass es von der OP oder dem Atropin kommt…ja klar, wovon denn sonst bitteschön). Irgendwie scheint es die Leute zu irritieren, dass man nach einer OP wieder laufen kann, also muss es einem ja gut gehen!
Beim Kontrolltermin im Krankenhaus, diesmal bei einem Netzhautspezialisten, bekam ich dann die schlechte Nachricht, dass die Blase immer noch da ist, ich um eine zweite OP also nicht herum kĂ€me. Der Arzt erklĂ€rte mir dieses Mal genau was sie machen wĂŒrden. Die Plombe wĂŒrde entfernt und ich bekĂ€me eine Cerclage, zum GlĂŒck ohne Gas oder Öl, da sie mich sonst auf den Kopf stellen mĂŒssten da die NHA genau auf 6 Uhr lĂ€ge. Er war irritiert, dass meine erste OP nur bei lokaler BetĂ€ubung erfolgt war, da bei einer so starken Kurzsichtigkeit wie bei mir das Risiko mit den BetĂ€ubungsspritzen etwas zu verletzen sehr hoch sei (schön, wenn man gleich an „kompetente“ Ärzte gerĂ€t). Die zweite OP verlief gut, auch wenn ich mir einbilde die Schmerzen waren schlimmer. Die Netzhaut liegt aber jetzt komplett an, so dass kein weiterer Krankenhausaufenthalt zu erwarten ist.
Seit 2 Wochen arbeite ich wieder und es geht mir soweit gut. Nur wenn ich mal zu schwer hebe oder mich sehr anstrenge macht sich das Auge bemerkbar. Langsam ist meine Pupille wieder im Normalzustand und auch wenn ich 2 Dioptrien verloren habe und rechts unscharf sehe (Trotz neuer Brille. Allein mit dem rechten Auge wĂŒrde ich mit der entsprechenden BrillenstĂ€rke auf 80% kommen, allerdings sehe ich dann mit beiden Augen Doppelbilder. Wir haben uns dann entschieden, dass das Glas schwĂ€cher wird, ich aber mit beiden Augen zusammen auf knapp unter 90% komme).

Erfahrungsbericht von Peter

peter, Dienstag, 02. Oktober 2012, 10:18 (vor 1875 Tagen) @ KAtharina

Ích bin 47 Jahre alt, habe vor 24 Jahren eine NHA im rechten Auge gehabt - OP und Plombe. Danach habe ich keine Beschwerden gehabt - Fußball gespielt, gejoggt - Alles im grĂŒnen Bereich. Am 1. April 2012 NHA im linken Auge. Ablösung von 10 Uhr bis 5 Uhr sehr periphĂ€r. Operation mit anschließender Ölbehandlung. Das Öl ist nach 3 Monaten wieder entfernt worden. 2 Wochen spĂ€ter 3. Operation, weil eine kleine Stelle nicht vernarbt war. Das war Ende Juni. Die SehschĂ€rfe wird langsam besser. Mein AA meint, dass die alte SehschĂ€rfe in etwa wieder erreicht wird. Derzeit (nach drei Monaten) merke ich, dass es langsam besser wird - die SehschĂ€rfe aber noch nicht erreicht ist, ich soll mich einfach noch gedulden.
Gestern bin ich zum ersten Mal wieder gejoggt. Mein AA meinte letzte Woche bei einer Routinebehandlung, dass normale ErschĂŒtterungen keinen Einfluss auf eine Netzhautablösung haben.
Joggen wĂ€re ĂŒberhaupt kein Problem. Ich sollte StĂ¶ĂŸe vermeiden, die direkt auf das Auge gehen alles andere ist unbedenklich.
Das Problem ist, jeder erzĂ€hlt etwas anderes. Mein Plan ist, weiter zu laufen und leicht wieder Fußball zu spielen - also dass zu machen, was ich vorher auch gemacht habe. Allein der Gedanke daran, wieder normal ins Leben zu kommen, macht mich froh.

Erfahrungsbericht - Matthias

MatthiasM, Freitag, 05. Oktober 2012, 08:54 (vor 1872 Tagen) @ KAtharina
bearbeitet von MatthiasM, Freitag, 05. Oktober 2012, 09:06

Meine OP liegt ca. 5 Monate zurĂŒck und ich möchte euch nun meinen bisherigen Erfahrungsbericht mitteilen. Vielleicht gibt er dem einen oder anderen ein wenig Hoffnung.

Mit 25 Jahren ist bei mir am rechten Auge eine "Ablatio retinae" diagnostiziert und operiert worden. Ende des letzten Jahres habe ich immer wieder ein helles Blitzen am Rande meines rechten Auges wahrgenommen, mir dabei aber nichts weiter gedacht. Ich bin davon ausgegangen, dass das Leuchten mit Stressreaktionen zusammenhĂ€ngt, quasi wie Augenzucken und zu gegebener Zeit wieder von alleine verschwindet. Das es so etwas wie "Netzhautablösung" gibt, wusste ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht. Dieses Jahr im Februar bin ich schließlich dann doch auf Anraten meiner Familie zum Augenarzt gegangen, der nach einer lĂ€ngeren Untersuchung festgestellte, dass ich ein Loch an der Netzhaut habe. Besagter Arzt war auch derjenige, der mich mit 18 Jahren per Lasik auf beiden Augen gelasert hatte, da ich eigentlich mit 5 bzw. 6 Dioptrien kurzsichtig bin. Meine erste Frage war folglich, ob die Netzhautablösung mit der Laserbehandlung damals zusammenhĂ€ngen könnte. Das ist aber nicht der Fall gewesen.

Im Anschluss an die Diagnose bin ich den MĂ€rz ĂŒber immer wieder an der betroffenen Netzhaut gelasert worden. Dabei wurde um das Loch, durch welches FlĂŒssigkeit unter die Netzhaut getreten war, ein Ring gelasert. Im April wurde festgestellt, dass das Lasern das Fortschreiten der FlĂŒssigkeit nicht aufhĂ€lt und ich möglichst bald operiert werden muss. Die OP fand Anfang Mai im Klinikum rechts der Isar in MĂŒnchen bei Herrn Dr. Mathias Maier statt, den ich jedem Netzhautpatienten nur empfehlen kann. Bei der OP wurde mir unter Vollnarkose eine Plombe auf das betroffene Auge genĂ€ht. Mit KĂ€lte wurden die Löcher (es waren schließlich drei) "verschweißt". Da die FlĂŒssigkeit unter der Netzhaut an einer Stelle unglĂŒcklicherweise bereits weiter fortgeschritten war, als zunĂ€chst angenommen, wurde mir in einer zweiten OP unter örtlicher BetĂ€ubung Gas in das Auge injiziert. Das war sehr schmerzhaft, das DruckgefĂŒhl verging jedoch nach ungefĂ€hr einer Stunde wieder und zurĂŒck blieb eine ziemlich große Gasblase, die im Laufe der nĂ€chsten drei Wochen immer weiter schrumpfte.

Im Laufe dieses Jahres musste ich immer wieder zu Nachuntersuchungen in die Klinik kommen, da ich noch immer RestflĂŒssigkeit unter der Netzhaut an einer Stelle hatte. Anfang August schließlich lag die Netzhaut zum ersten Mal wieder komplett an und mein nĂ€chster Kontrolltermin ist erst im November.

Was ich jedem "Netzi" nur ans Herz legen kann ist viel Geduld und Durchhaltevermögen. Jetzt so langsam fange ich an, wieder Sport zu machen (Radfahren; traditionelles, also kontaktloses Taekwon-Do), verzichte aber auf AktivitĂ€ten, die stĂ€rkere ErschĂŒtterungen oder Druck auf das Auge auswirken (Joggen, Achterbahnfahren, Tauchen etc.). Ich tropfe noch kĂŒnstlich nach. Lichterscheinungen (Lichtblitze; schwarze Schatten, besonders bei hellem Hintergrund: immer nur Sekundenbruchteile!) sehe ich weiterhin. Aber so lange die Ärzte sagen, dass sie nichts finden können, denke ich, dass ich lernen muss, damit zu leben.

Was mich sehr freut, ist, dass ich wieder bei meiner alten SehstĂ€rke angelangt bin (100%). Ich hatte befĂŒrchtet, dass ich nach den Eingriffen nicht mehr gut auf dem betroffenen Auge sehen kann. Von einigen im Forum habe ich gelesen, dass ihnen ihre Plombe Probleme macht. Ich komme ganz gut mit ihr klar, merke sie eigentlich nur abends und manchmal kurz zwischendurch, wenn die Augen mĂŒde oder zu sehr ĂŒberanstrengt werden. Autofahren geht wieder völlig problemlos.

Wichtig ist auf jeden Fall eine OP nicht auf die lange Bank zu schieben und lieber einmal zu viel als zu wenig zum Augenarzt zu gehen. Ich persönlich wĂŒrde zu einer OP nur noch in große Kliniken gehen, wie z.B. in MĂŒnchen ins rechts der Isar oder nach Großhadern (Innenstadt).

Erfahrungsbericht November 2012

Sven Sevke @, Dienstag, 18. Dezember 2012, 11:08 (vor 1798 Tagen) @ KAtharina

Hallo an alle,

ich fange gerade erst an, eure Erfahrungen zu lesen. Bisher war ich mehr mit mir selber beschÀftigt, nachdem ich im November zweimal am linek Auge wegen einer Netzhautablösung operiert worden bin.

Meine Erfahrungen habe ich als Sprachnotizen aufgenommen und veröffentliche sie jetzt nach und nach in meinem Blog.

Wenn es fĂŒr euch okay ist, verweise ich hier einfach auf diese Artikel: http://blog.sevke.net/tag/netzhautablosung/

Ansonsten kann ich sie auch gerne hier in das Forum hineinkopieren.

LG

Erfahrungsbericht - Reni

Reni, Montag, 31. Dezember 2012, 16:27 (vor 1785 Tagen) @ KAtharina

Hallo, bin neu bei Euch und hoffe auf Eure Tips wenn Ihr den Verlauf meiner NHA gelesen habt: Ende Aug.12 (in Spanien) teilweise schwarzer Vorhang ohne VorankĂŒndigung, Argonlasern bei deutscher Ärztin, Flug nach Hamburg (1 Woche war vergangen), sofortige Pars-plana-Vitrektomie mit Cerclage und Öleinlage (60%), SpĂ€ter wurde der Riss ( auf 6-7Uhr)gelasert, ohne Erfolg. Bei Nachkontrolle am 19.12.- alles ok, Termin anberaumt fĂŒr Öl/Gastausch im Febr.13. Schon am gleichen Abend Blitze. UnglĂ€ubig habe ich 1 Tag gewartet, dann 2. OP, Netzhautfalten glatt gelegt, Öltausch (Schweröl 500, 90%), Riss gelasert. Bei meinem Augenarzt zur Kontrolle am 27.12.: Lasern hat nichts genĂŒtzt, die Netzhaut schwimmt unten, aber 90% Öl da könne fast nichts passieren - aber trotzdem aufpassen. Empfehlung die Klinik zu wechseln. Tagesklinik Bremen soll fĂŒhrend sein. Die stĂ€ndigen hellen Flecken, Flackern, Streichholzflammen im Auge mĂŒsse ich erst mal hinnehmen. Nun möchte ich zur Begutachtung nach Bremen. Was sagt Ihr dazu>
WĂŒnsche Euch zum Jahreswechsel alle Gute und viel "Schwein" - Gruss Reni

Erfahrungsbericht Christoph88

Christoph88, Mittwoch, 13. Februar 2013, 08:53 (vor 1741 Tagen) @ KAtharina
bearbeitet von Christoph88, Mittwoch, 13. Februar 2013, 09:00

So Moin :)

Zuerst ĂŒber mich...
Mein Name ist Christoph und ich bin im Juni 1988 geboren also derzeit 24 Jahre alt. Ich habe bis zu meiner Ablösung noch niemals von diesem Krankheistbild gehört und bin auch unregelmĂ€ĂŸig zu den Untersuchungen gegangen da ich auch nie aufgeklĂ€rt wurde wofĂŒr diese seien... Imeinem jugendlichen Leichtsinn hat es mich auch nicht interessiert und habe mich also dempentsprechen nicht verhalten. Ich war vor meiner NH-Ablösung sportlich sehr aktiv. Ich habe mehrere jahre Kraftsport gemacht sowie 5 Jahre lang, bis zur Ablösung, Kickboxen mit VollkontaktkĂ€mpfen.

Seit meiner Ablösung ist nun einige Zeit vergangen.... ich habe seitdem weniger mit den nachfolgenen OP's zu kĂ€mpfen sondern vielmehr mit mir selber. Ich habe seitdem 10 Kilo zugenommen und bin sehr unsportlich geworden. Dieses belastet mich sehr, da dies doch ein großer und wichtiger Teil meines Lebens gewesen ist... Ich versuche mich seitdem sportlich umzuorientieren, welches mir allerdings leider nicht gelingt. Sowie habe ich mit der stĂ€ndigen Angst zu kĂ€mpfen das es evt noch schlimmer kommen kann, trotz das alles stabil ist und es nicht danach ausschaut.

September 2011
Ich habe mal wieder die Routineuntersuchung bei meinem Aa gemacht. Hier wurde leichte Risse bei beiden Augen festgestellt die man wohl mit dem Laser behandeln könnte. Daraufhin wurde ich in meine kĂŒnftige Klinik verwiesen. 3 Tage spĂ€ter
musste ich zufĂ€llig in der selben Klinik wegen meinem Kletterschein mehrere Untersuchungen ĂŒber mich ergehen lassen, unter anderem auch eine Gesichtsfelderkennung. Nicht einmal bei dieser Untersuchung konnte man die Ablösung erkennen.
Wieder eine Woche spÀter hatte ich dann dort meinen Termin zum Lasern. Bei der Voruntersuchung hat der dortige NH-Spezialist eine Ablösung in meinem linken Auge festgestellt und mit mit einen OP Termin 3 Wochen spÀter vereinbart.

Oktober 2011
OP Termin in der Klinik gehabt. Es wurde mir eine Cerclage um mein linkes Auges gelegt sowie das rechte gelasert. Die OP ist gut verlaufen und der Aufenthalt in der Klinik hat mir erstaunlich gut gefallen :-) Der Heilungsprozess ist auch sehr gut verlaufen.

Febuar 2012
Bindehautriss ĂŒber dem Schloss der Cerclage...
OP termin 3 Tage spĂ€ter. Die Bindehaut wurde neu ĂŒbernĂ€ht.

September 2012
Aus beruflichen GrĂŒnden musste ein unabhĂ€ngiges Gutachten meiner Augen erstellt werden. GlĂŒcklicherweise ist dieses positiv ausgefallen mit der ErklĂ€rung das bei weiteren routinemĂ€ĂŸigen Untersuchungen mit keinen weiteren Komplikationen zu rechnen sei.
Leider ist dort wieder ein Bindehautriss an der selben Stelle aufgefallen.
Eine Woche spÀter selbe OP.
Seit dem habe ich nasal ein leichtes Flimmern auf dem linken Auge welche mal stÀrker und schwÀcher wird. Ich nehme jetzt die hier vorgeschlagenen Luteinkapseln ohne sichtbaren Unterschied.

Zwei Wochen spÀter wieder Bindehautriss und nocheinmal selbe OP.

Fassen wir zusammen: 1. OP Cerclage gelegt
2. OP Bindehautriss
3. OP Bindehautriss
4. OP Bindehautriss

Febuar 2013
Wieder Bindehautriss an der selben Stelle. Diesmal bin ich bei zwei weiteren Ärzten gewesen um deren Meinungen darĂŒber zu hören. Mein alter Arzt sagte mir Cerclage entfernen sowie einer der anderen beiden. Der andere Arzt sagte es sei zu riskant die Cerclage zu entfernen.

Nun habe ich am 20.02.13 eine OP wieder bei meinem alten Arzt wo die Cerclage entfernt werden soll, da meine NH stabil und fest anliegt und das Risiko wohl kalkulierbar sei.

Also schauen wir mal weiter ;-)

Erfahrungsbericht Vanucci

Vanucci @, 82178 Puchheim, Mittwoch, 20. Februar 2013, 09:31 (vor 1734 Tagen) @ KAtharina

Hallo Netz'is,

ich hoffe, daß ich mit meinem Erfahrungsbericht richtig liege, und habe das folgende beherzigt

"Damit das Ganze ĂŒbersichtlich bleibt, und hier NUR Erfahrungsbericht zu finden sind, tragt Euren ersten Bericht bitte jeweils als Antwort auf DIESEN Beitrag ein ".

17.02.2013, 04:44 ist mein Anmeldezeitpunkt im Forum,die ganze Nacht schlaflos gegoogelt und hier gelandet. Am Samstag gings gegen 16:00 los, " netzartiges Punktemuster, nur wahrzunehmen gegen hellen Hintergrund, etwas spÀter war eine dunkle sichelförmige schwarze Form zusehen, die je nach Kopf - und Augenbewegung "umherschwamm".
Kurz danach hat sich diese Kontur aufgelöst, und dann war es nur noch dunkel, zahllose dunkle Flecken und FĂ€den (wie Rußschleier) waren jetzt unterwegs, verbunden mit einer EintrĂŒbung der Sehleistung (Milchglasscheibe). Also das nötigste zusammengepackt und ab in die Notaufnahme der Augen Uni-Klinik in MĂŒnchen. Ich hab schon sehr viele gesundheitliche "EinschlĂ€ge" hinter mit, aber so ist der Hintern noch nie auf Grundeis gegangen. Die Untersuchung ergab, Restsehkraft bis jetzt 40%, Diagnose evtl. auf Netzhautablösung gestellt, konnte aber nicht final bestĂ€tigt werden, da die Einblutung zu massiv war. Mit der Maßgabe nach Hause entlassen, wenn's bis Freitag nicht besser wird, dann nochmal zum Arzt. Bis jetzt hat sich der Milchglasscheibeneffekt langsam entspannt, und die zweite Untersuchung steht am Donnerstag an. Ich nehme das Ergebnis an, wie es sich halt ergibt, was soll ich denn sonst machen. Die Hoffnung, dass sich alles wieder gibt, existiert doch irgendwo.Jetzt warte ich mal den Donnerstag ab und halt Euch auf dem Laufenden.

Ich wĂŒnsche Euch einen schönen Tag !

Viele GrĂŒĂŸe Lothar

--
Carpe diem - Fahr' ma lieber heid Mopped, weil ma ned wiss'n, wiar morgn s' Weda werd.

Erfahrungsbericht - Manne

Manne @, Alb, Donnerstag, 14. MĂ€rz 2013, 10:27 (vor 1712 Tagen) @ KAtharina

Hallo.

Ich machs einigermassen kurz.
Bin 50 und hab bis gestern noch Autos lackiert.
Das hab ich 32 Jahre gemacht.
Jetzt gehts nicht mehr.


Mein Linkes Auge hat von Geburt an ne HornhautverkrĂŒmmung und hatte bis vor kurzem noch 40%.
Vor 40 Jahren hats mit meinem Rechten Auge angefangen. Glaskörperblutung, Netzhautablösung spÀter dann Druckanstieg bis zur Kopfexplosion.
Also Glasauge seit dem 15. Lebensjahr.

Mit dem linken Auge hatte ich auch schon mehrere Netzhaut OPs. Aber insgesamt immer stabil.
Seit 4 Jahren hat sich jetzt eine Traktion und ein Grauer Star eingenistet.
Gemessen wurden im Okt. letzten Jahres noch 9%.
Ich denke das ich jetzt unter 5 bin.
Deswegen funzt das auch mit dem Job nicht mehr.

Warte nun auf einen Termin in Ulm.

Mir ist schlecht.

Gruss
Manne

Erfahrungsberichte - Linde

Linde @, Rostock, Montag, 25. MĂ€rz 2013, 18:08 (vor 1701 Tagen) @ KAtharina

Hallo,
mein linkes Auge war immer gut, die letzten Jahre kurzsichtig. Rechts habe ich schon immer nur 3 % gehabt.
im November bekam ich nach einem Kopfsprung vom 1-m-Brett eine NH Einblutung,die nach ca. 6 Wochen abgeheilt war, Aber ĂŒber Silvester wurde es wieder schlechter, eigentlich von Tag zu Tag. Am 2. Januar gleich beim AA, Netzhautödem, Cortisontabletten. Half nichts, wurde weiter schlechter, dann am 10. Januar wieder in Klinik, muß doch wieder OP sein. Als ich am 14. Januar in die KLinik kam, nix mehr von Ödem - NH vollstĂ€ndig ab. Ich bekam die Diagnose an den Kopf geknallt - so habe ich das empfunden und nun sieh zu, wie du damit klar kommst.
Silikonöl im linken Auge, 20 % visus. Jetzt schon 3 Monate.
Habe einiges in meinem Leben entrĂŒmpelt, bei mir auch psychisch neben den Alterserscheinungen und zuviel Arbeit (57) sicherlich verursacht. Will mir Zeit fĂŒr die Heilung lassen. Momentan komme ich gut zurecht und freue mich an dem, was ich sonst noch habe.

Erfahrungsbericht - Bijou

bijou., Montag, 08. April 2013, 20:04 (vor 1687 Tagen) @ KAtharina

Hallo!

Ich bin 20 Jahre alt, weiblich, und habe seit ich 9 Jahre alt bin Probleme mit meinen Augen.

2002 (Feb)wurde ich das erste mal an meinem rechten Auge in Regensburg operiert, wegen NHA. Der Glaskörper kam raus, eine kleine Plombe und eine Cerklage wurden gemacht. An sich ging das alles bis 2007 gut, hatte Links einen Visus von 1,0 und Rechts (mit Korrektur) 0,8.

2007 (Aug)hatte ich am rechten Auge meine zweite Operation in NĂŒrnberg. Ein Strang hatte sich wohl im Laufe der Jahre gebildet und an meiner NH direkt in der Mitte der Makula gezogen. Seitdem habe ich einen zentralen Sehausfall und einen Visus von max. 0,5 (mit Korrektur) und ohne 0,25. Ich kann auch auf diesem Auge eigentlich keine Brille/Kontaktlinse tragen, weil ich durch diesen Sehausfall nach spĂ€testens 30 Min Kopfschmerzen bekomme und nicht einmal mehr richtig die Augen offen halten kann.

2011(Nov) fing das ganze dann am linken Auge auch noch an. Ich kam mit einer SehnerventzĂŒndung in die Uniklinik in Erlangen und mir wurde eine Kortison Stoßtherapie gegeben. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass ich Herpes Typ 2 habe, eine Viruserkrankung, die selten ausbricht, und Kortison das ganze noch verschlimmerte. Die NH löste sich darauf hin ab, der Sehnerv immer noch geschwollen und trotzdem war der Visus immer noch bei 1,0 vor der OP. Öl kam rein, eine Cerklage wurde um das Auge gelegt.

2012 (Jan)stellte man fest, (2 Monate nach der 1.OP am LA) dass sich die NH wieder ablöst und wohl zu wenig Öl drin sei. Dies wurde nachgefĂŒllt.

2013 (28.Feb) Innerhalb eines Jahres trĂŒbte sich die Linse am linken Auge dann so sehr, dass die OP schon mehr eine Not-OP war als Routine. Jedoch ging da eigentlich alles gut, bis auf ein kleines Loch, das in der hinteren Linsenkapsel entstanden ist. Der Nachstar ist jetzt anscheinend schon ziemlich dicht.

Mein Arzt an der Unikinlik in Erlangen sagte mir, dass ich ein sehr seltener Fall sei, und das er in seiner 35 JÀhrigen Laufbahn erst 2 solche FÀlle hatte und ich die dritte sei. Diese ausgebrochene Viruserkrankung gibt es anscheinend nicht sehr hÀufig.

Jetzt steht in den Sternen wie das alles weiter gehen wird.

Erfahrungsbericht - Baerenszene

Baerenszene, Dienstag, 23. April 2013, 16:32 (vor 1672 Tagen) @ KAtharina

Hallo , ich heisse Annemarie (65 Jahre jung):-)und habe mich gerade in diesem Forum angemeldet, da ich seid 6 Wochen zu den Betroffenen gehöre.
Von jetzt auf gleich konnte ich auf dem rechten Auge nicht mehr lesen, Buchstaben waren weg auf die geschaut habe. Im Fernsehen waren Gesichter wie Monster verzerrt.
Zum GlĂŒck habe mich, da Wochenende war, in der Augenklinik in Duisburg telefonisch gemeldet, gefragt ob ich mir Sorgen machen muß. Ich sollte sofort kommemorier, ich dachte das kann nichts Gutes sein. Es wurde sofort festgestellt dass sich der Glaskörper auflösen wollte und an der Netzhaut geklebt hat somit mir ein Makulaloch gerissen hat. Genau am Ort des scharfen Sehens.
Bin eine Wochen spĂ€ter, also heute vor 6 Wochen operiert worden. Glaskörper Entfernung und GasfĂŒllung.10 Tage nicht Kopf hoch, sondern Kopf runter:-))
Liebe GrĂŒsse an alle Betroffenen

Erfahrungsbericht 1.Teil - Petra Renate

Petra Renate @, Montag, 27. Mai 2013, 21:13 (vor 1638 Tagen) @ KAtharina
bearbeitet von Petra Renate, Montag, 27. Mai 2013, 21:19

Hallo zusammen,
ich hatte am 29.01.2013 schon mal den Anfang meiner Geschichte aufgeschrieben. Mittlerweile sind ĂŒber 4 lange Monate vergangen und ich hatte manchmal das GefĂŒhl, dass ich bin durch die Hölle gegangen bin. Die Besuche auf dieser Seite haben mir sehr geholfen nach vorne zu schauen und die notwendige Geduld aufzubringen, die gerade bei dieser Krankheit so wichtig ist, zumal ich bis zum 21.01.2013 noch nie etwas ĂŒber eine Netzhautablösung gehört hatte.
So und nun meine ganze Geschichte:
Ich bin bald 55 Jahre alte, ledig und arbeite als kaufm. Angestellte im BĂŒro und habe wie fast alle einen Bildschirmarbeitsplatz. Anfang Januar 2013 bemerkte ich, dass ich mit dem rechten Auge wie auf eine Scheibe mit Regentropfen sah. Das beachtete ich nur ein paar Tage und ich hatte es auch schon wieder vergessen, als ich am 20.01.2013 nach dem Schneeschieben eine Freundin besuchte. Auf einmal sah ich mit dem RA „FlusslĂ€ufe“ die sich Kopfdrehen mit bewegten. Ich konnte auch nur noch unscharf sehen. War schon irgendwie komisch. Da ich aber bisher noch nie Probleme mit den Augen hatte, außer eine leichte Kurz- und Weitsichtigkeit – Brille fĂŒr die Ferne ab 15 Jahre und ab 2008 Gleitsichtbrille. Beim Augenarzt war ich ĂŒber 30 Jahre nicht mehr, dachte immer ein guter Optiker reicht. Nach einem Telefonat am Abend mit meiner Schwester, die mir dringend riet zum AA zu gehen.

Am 21.01.2013 bin ich morgens direkt zum AA gegangen. Nach kurzer Untersuchung der Schock! Loch in der Netzhaut. Ich soll sofort nach LĂŒdenscheid in die Augenklinik fahren, das Loch muss gelasert werden. „Packen Sie sich was fĂŒr ein paar Tage ein, kann sein, das Sie dableiben mĂŒssen“ ich höre den Rat der freundlichen Sprechstundenhilfe wie im Traum. Also Anruf beim Bruder und ab nach LĂŒdenscheid.
Dort wurde nach einigen Untersuchungen das Loch in der Netzhaut bei 14 Uhr bestĂ€tigt. Dieses wurde mit dem Laser behandelt, eine ziemliche anstrengende Prozedur, da ich immer nach oben links schauen sollte. Dabei musste ich das Kinn auf die Auflage und die Stirn an das GerĂ€t drĂŒcken. Gar nicht so einfach, da die Laserbehandlung sehr schmerzhaft war. Nach einer halben Stunde waren ich und mein Auge fix und fertig, kein Wunder nach so einem Eingriff, aber ich durfte nach Hause. Konnte verschwommen sehen. Gut dass ich da noch nicht ahnte, was noch auf mich zukommen wĂŒrde.

Am nĂ€chsten Tag morgens zum AA zur Nachkontrolle, alles im grĂŒnen Bereich. AU bis 01.02.2013. Leider hatte ich mir den schlechtesten AA in Siegen ausgesucht. Kein Wort was eine Netzhautloch- bzw. ablösung ĂŒberhaupt ist, wie es weitergeht, keine AufklĂ€rung, nichts.
Am Nachmittag des 22.01. wurde mein Blick immer trĂŒber und gegen Abend konnte ich nichts mehr sehen. Wieder nach LĂŒdenscheid, gegen 20 Uhr stellte man eine Glaskörperblutung fest und gab mir den Ausdruck der Ultraschalluntersuchung fĂŒr meinem AA mit. Am 25.01.,28.01. und 01.02.2013 wieder Besuch beim AA. Der meinte, wenn ich nicht aus dem Auge raussehen kann, kann er auch nicht reinschauen. Ich mĂŒsse abwarten, bis oder ob sich die TrĂŒbung wieder von alleine auflöst – tat sich aber nichts.
Am 04.02. Überweisung zum Ultraschall und AU bis 10.02.2013. Bei der Ultraschalluntersuchung bei einem anderen AA (mein AA konnte das nicht) ergab es keine neuen Erkenntnisse. Neuer Ultraschalltermin am 15.02.2013 und AU bis dahin. Da wurde die Netzhautablösung festgestellt und ich wurde am gleichen Tag als Notfall zur OP ins Krankenhaus ĂŒberwiesen.
Mit dem Taxi zur Uniklinik Bonn, dort bin ich noch abends von 20 – 22 Uhr unter Vollnarkose operiert worden. Man stellte das Loch in der Netzhaut (das ja am 21.01. schon mal gelasertwurde) sowie eine schwere Netzhautablösung von 14 bis 20 Uhr bis fast in die Mitte fest. Außerdem die schon bekannte Glaskörperblutung.

Durch eine Pars Plana Vitrektomie wurde das trĂŒbe Glaskörpergel entfernt und mit Silikonöl aufgefĂŒllt und die Netzhaut im unteren Bereich mit Kryo-Koagulation (KĂ€lte) angelegt. Bei der OP wurde die Hornhaut „abgehobelt“ und die entstandenen Verletzungen durch die ZugĂ€nge am Auge und der Bindehaut mit selbstauflösenden FĂ€den genĂ€ht. Die verletzte Hornhaut wurde durch eine therapeutische Kontaktlinse geschĂŒtzt. 2 x tĂ€glich Kontrolle der Netzhaut und des Augendrucks.
Entlassung am 18.02.2013 – Therapie fĂŒr zuhause: 4 x tĂ€glich Augentropfen und AU bis 24.02.2013. Nachkontrolltermin in Bonn am 04.04.2013, das Öl soll 3-6 Monate im Auge bleiben.


weiter gehts im 2. Teil ;-)

Erfahrungsbericht 2.Teil - Petra Renate

Petra Renate @, Montag, 27. Mai 2013, 21:17 (vor 1638 Tagen) @ Petra Renate

Vorstellung beim mittlerweile kaum noch zu ertragendem AA zur Kontrolle am 19.02., 22.02. und 01.03.2013 (Ich durfte im Quartal nicht den AA wechseln) Entfernung der Kontaktlinse am 01.03.2013. Augendruck zu hoch, ab sofort tĂ€glich 2 x Timolol-Tropfen – keine AU mehr, bekomme jetzt Krankengeld.

NĂ€chster Besuch beim AA am 07.03.2013: FremdkörpergefĂŒhl – FĂ€den lösen sich nicht auf – Überweisung wieder zum anderen AA (auch das konnte mein AA nicht). Noch am gleichen Tag wurden 2 RestfĂ€den gezogen, HYLO Gel als Pflege empfohlen und es ging mir besser. NĂ€chste Untersuchung am 12.03.2013, musste mir ja die Unterschrift fĂŒr die Krankenkasse abholen.

Am 13.03.2013 plötzlich höllische Schmerzen und ich konnte das Auge nicht mehr offen halten. Sofort zu Notdienst nach LĂŒdenscheid, es war Mittwochnachmittag, da ist man in Siegen aufgeschmissen – Diagnose: Schmerzen kommen nur von der verletzten Hornhaut.
2 Salben gegen Viren und Bakterien zu Behandlung, da es sich hier um Herpes oder eine EntzĂŒndung handelt. Nach knapp einer Woche ist das auch ĂŒberstanden.

Bei den nÀchsten Besuchen beim AA am 14.03. und 25.03.2013 alles soweit ok.
Am 04.04.2013 Termin zur Nachkontrolle in der Uniklinik Bonn. Netzhaut liegt an!
SehstĂ€rke bei 40%, Augendruck ok, OP Termin fĂŒr Öl-Ex am 29.04.2013 – Öl ist jetzt gut 10 Wochen drin. Ich halte die Luft an, dass bis zum 24.04.2013 alles so bleibt, da habe ich endlich im neuen Quartal einen Termin beim AA meines Vertrauens. Kontrolle ergab keine Besonderheiten.

Am 29.04.2013 ging es wieder mit dem Taxi nach Bonn zur nĂ€chsten OP. Leider gab es an diesem Tage so viele NotfĂ€lle, dass mein OP-Termin auf den nĂ€chsten Morgen verschoben wurde. Um 9 Uhr war es dann soweit, es sollte alles mit lokaler BetĂ€ubung erfolgen. Als ich dann auf dem OP-Tisch lag, war ich doch ganz schön aufgeregt. Man beruhigte mich so gut es ging. Die BetĂ€ubungsspritze unters Auge hat tierisch wehgetan. Deshalb: Sollte ich nochmal – was ich nicht hoffe – am oder im Auge operiert werden, nur noch mit Vollnarkose.
Bei der OP wurde das Silikonöl abgesaugt und das Auge mit FlĂŒssigkeit und Gas aufgefĂŒllt, die ZugĂ€nge geschlossen und die Bindehaut wieder angenĂ€ht. Um 10 Uhr lag ich mit einem dicken Verband wieder auf meinem Zimmer, ich hatte es ĂŒberlebt.
So nach und nach ging die BetĂ€ubung weg und mein Auge fing an zu schmerzen, aber es war zu ertragen. Um 18 Uhr und um 23 Uhr wurde der Augendruck gemessen und der Verband erneuert. Alles war soweit ok. Bei der 1. Visite am 01.05. wurde der Verband abgenommen und ich bekam alle 2 Stunden Salben und Gel gegen EntzĂŒndung. Ich konnte durch die Gasblase kaum etwas sehen – Geduld. Alles war bisher normal verlaufen und ich durfte auf eigenen Wunsch schon am 2. Tag nach der OP nach Hause, mit der Auflage, dass ich mich am nĂ€chsten Tag bei meinem AA vorstelle.

Am 03.05.2013 bin ich zur Kontrolle bei meinem neuen AA gewesen, alles ok. Beim nĂ€chsten Termin am 08.05. die gute Nachricht: Die Netzhaut liegt komplett an, das Gas ist bis auf 10% verschwunden und die Bindehaut sieht auch wieder gut aus, durch die OP hatte sich außerdem ein Ödem gebildet. Aber leider Sehkraft nur 20% und mein AA konnte mir noch keine Hoffnung machen.
Statt Salbe nehme ich jetzt 3x tĂ€glich Tropfen gegen EntzĂŒndung und wegen des Augendrucks (30) morgens und abends auch nochmal Tropfen. Der Blick ist jetzt noch sehr trĂŒb und es schwimmen hunderte kleine Partikel sowie ca. 10 kleine Öl-Blasen in meinem Auge herum. Hoffe, dass die noch irgendwie verschwinden.
Der angedrohte graue Star scheint sich auch schon zu melden, aber der kann leider erst in 3 Monaten operiert werden. Das Auge braucht jetzt erst mal Ruhe, nach dem Streß.

Am 11.05.2013 war das Gas völlig verschwunden und ich sehe noch immer etwas trĂŒb durch die vielen kleinen Partikel wie durch eine Schneekugel. Beim nĂ€chsten Termin am 22.05.2013 war der Augendruck bei 21, brauche keine Tropfen mehr, nur noch 1 Woche die Tropfen gegen EntzĂŒndung der Bindehaut - die Netzhaut liegt immer noch an ! Und die SehstĂ€rke ist mittlerweile bei 50%. Da ich am linken Auge auch den grauen Star habe , kommt der als nĂ€chstes dran. Den Star im rechten Auge soll ich nach Absprache mit AA beim nĂ€chsten Besuch in der Uniklinik Bonn ansprechen. Da noch Reste vom Öl im Auge sind, könnten diese vielleicht zusammen mit der Star-OP am RA in ca. 3 Monaten entfernt werden.

Und jetzt das Tollste:
Seit 27.05.2013 gehe ich wieder arbeiten (Wiedereingliederung) 2 Wochen – 2Std., 3 Wochen – 4 Std. und 3 Wochen - 6 Std. Ich hoffe, dass ich meinen Job wieder ausĂŒben kann. Und sobald es wieder wĂ€rmer wird, werde ich mich wieder auf mein Fahrrad setzen und die Natur genießen. Mehr will ich zur Zeit gar nicht. Das Wichtigste ist aber:

Die Netzhaut liegt wieder an der richtigen Stelle und soll auch fĂŒr den Rest meines Lebens da bleiben – drĂŒckt mir die Daumen.

Liebe GrĂŒĂŸe an alle
Petra aus Siegen

Erfahrungsbericht - 6 Wochen nach der OP

noscheline, Berlin, Montag, 24. Juni 2013, 15:17 (vor 1610 Tagen) @ KAtharina

Ich bin 56 Jahre alt und hatte noch nie Probleme mit den Augen. Rechts habe ich eine SehschwĂ€che von -2,5 und links hatte ich eine SehschwĂ€che von -3,25. Da mir in den letzten Monaten immer schwindlig ist und ich akuten Tinnitus habe ( Stress und Mobbing!)schaute ich mal so nebenbei, ob es nicht auch von den Augen kommen könnte. Hier hielt ich mir beim gehen jeweils ein Auge zu und stellte fest, dass ich mit dem rechten Auge viel weiter nach oben schaunen konnte, als mit dem linken Auge. Da holte ich mir erst einmal in aller Ruhe einen Termin beim Augenarzt und flog in den Urlaub nach Ägypten zum schnorcheln. Dort habe ich besagten Test auch gemacht. Ohne den Test hĂ€tte ich nichts gemerkt und dann wohl irgendwann im dunkeln gestanden.
ZurĂŒck in Berlin ging ich einen Tag arbeiten und musste feststellen, dass ich einfach nicht mehr konnte - die Probleme und die Anspannung auf Arbeit haben mir schier die Beine weggezogen. Eine Krankschreibung folgte. Dann kam auch der Termin beim Augenarzt, den ich so lange aufgeschoben und die Anzeichen ignoriert hatte, ran. Ich wurde sofort in die Klinik ĂŒberwiesen - Ablatio retinae. Am 15.05.2013 wurde ich unter Vollnarkose operiert. Ich war die mit der alten Ablatio. Da die Ablösung im unteren Bereich war, musste eine Öltamponade und Cerclage erfolgen.
Seit der OP kann ich auf den linken Auge sehr schlecht sehen, besonders lesen und schreiben. Da das Öl wieder aus dem Auge raus muss, muss erneut operiert werden. Derzeit liegt die Netzhaut an 2 Stellen nicht an und flackert. Da muss der Chefarzt noch einmal nachlasern und dann kommt da Gas rein. SpĂ€ter werde ich den grauen Star bekommen, aber da machen wir eine neue Linse rein - bingo - so einfach ist das.
Ich bin also total entschleunigt worden und werde schauen, wie es weitergeht. Dies ist der erste lĂ€ngere Text, den ich seit der OP schreibe und lese und dennoch sind Probleme aufgetreten. Die Netzhaut ist noch nicht komplett anliegend. Mein Schwindel und der Tinnitus lassen auch noch grĂŒĂŸen! Dies wird auch mit fĂŒr den Heilungsprozess ausschlaggebend sein. Jetzt habe ich Lichterscheinungen, aber mehr so Lichtkugeln, die ĂŒber das Auge gleiten, und die Milchstraße sehe ich leider manchmal auch. Ich werde weiter berichten.
Viele liebe GrĂŒĂŸe aus Berlin!:-)

Erfahrungsbericht - 3 Wochen nach der 2. OP

noscheline, Berlin, Montag, 16. September 2013, 13:21 (vor 1526 Tagen) @ noscheline

Hallo liebe Netzis,

vor der ersten OP hatte ich nur einen halben Tag Zeit, mich mit der Problematik der Netzhauablösung zu befassen. Hier bin ich auf dieses Forum gestoßen. Ich muss zugeben, dass mich die Berichte runtergezogen haben, aber ich erhielt hier wichtige Informationen, um meine Lage besser einschĂ€tzen zu können. Eine Netzhautoperation mit Vitrektomie, Cerklage und Öltamponade ist nicht die "Schnellvariante". Mir geht es gut. Ich denke, bisher ist alles problemlos verlaufen. Bereits vor der OP hatte ich beschlossen, hier zu berichten - komme was wolle. Das Auge ist ein kompliziertes Teilchen. FĂŒr eine Leistenbruchoperation wird kein Forum benötigt. Die Mitglieder des Forums helfen sich gegenseitig und bauen sich somit auf. Vielen Dank an dieser Stelle!
Das Öl ist jetzt raus. Vor der Operation lag die Netzhaut an. An einer Stelle war die Netzhaut jedoch sumpfig (Fachausdruck?). Hier wurden mit einem Endolaser 492 Herde gesetzt - was das wohl bedeutet? Dann erfolgte eine GasfĂŒllung. Das Gas ist jetzt auch raus. Derzeit sehe ich nur Nebel und einen Sternenhimmel - viele runde Punkte hell mit Rand oder in der Mitte noch dunkel. ZusĂ€tzlich schwirren ungleichmĂ€ĂŸige eckige schwarze Teilchen im Auge herum. Manchmal sind sie auch weg.
Ein Termin fĂŒr die Katarakt - OP wurde schon festgesetzt. Ich hoffe, dass die anderen Erscheinungen noch verschwinden, oder sich zumindest reduzieren. Mit dem Öl im Auge hatte ich besagte Lichterscheinungen, mit geschlossenen Augen. Diese Lichterscheinungen sind noch da, lagen also nicht am Öl. Damit kann ich jedoch leben. Mit dem Öl im Auge hatte ich auch Verzerrungen. So war ein TĂŒrsturz nicht gerade, sondern eingebeult. Diese Erscheinung besteht jetzt nicht mehr. Soweit ich das erkennen kann, wurde alles wieder geradegerĂŒckt. Lag also micht wie vermutet an der Cerclage. Ich bin seit Mai krankgeschrieben. In meinem Beruf als Bauingenieur muss ich gut sehen können und auch mal stundenlang am PC sitzen. Das ist so nicht möglich. Ich werde nach der nĂ€chsten OP wieder berichten.
Liebe GrĂŒĂŸe und gute Besserung!

Erfahrungsbericht - nach Katarakt OP

noscheline, Berlin, Freitag, 20. Dezember 2013, 08:37 (vor 1431 Tagen) @ noscheline

Guten Morgen liebe Netzis,

ich wollte euch weiter berichten, wie es mir geht.
Am 14.Oktober erfolgte die Katarakt OP. Zu diesem Zeitpunkt war die Linse bereits so getrĂŒbt, dass ich auf dem Auge blind war. Es sollte eine Linse eingebaut werden, die das Auge auf Null stellt, da ich auf dem anderen Auge nur -2 dio habe.

Nach der OP konnte ich unwesentlich besser sehen, als vor der OP, da die Linsenkapsel auch stark eingetrĂŒbt war. Mit der Laserbehandlung musste ich 2 Monate warten, damit das Auge zur Ruhe kommt.
Am Montag wurde nun gelasert. Nach dem Lasern sagte mir die Ärtin gleich, dass nicht nur die Hinterseite der Kapsel eingetrĂŒbt war, sondern auch die Vorderseite. Das kann spĂ€ter auch gemacht werden.

Ich kann jetzt viel besser sehen. Jedoch sehe ich alles akut verzerrt und etwas neblig. Die Verzerrungen sind also doch nicht weg, wie in meinem letzten Bericht angegeben. So sehe ich ein rechteckiges Bild ( ca. 40 x 60 cm) an der Wand mit dem guten Auge rechteckig, mit dem kranken Auge ist es quadratisch und mit beiden Augen ein Mittelding. Um zu schĂ€tzen, wie groß es ist, muss ich ein Auge zukneifen. Ich glaube, ich kann damit privat gut leben, aber als Bauingenieur, der die Proportionen nicht richtig einschĂ€tzen kann, ist das problematisch. Gesichter sind entsprechend verzerrt und die RĂ€nder des quadratischen Bildes sind natĂŒrlich auch nicht gerade, sondern eingebeult. Die umherschwirrenden Punkte, ungleichmĂ€ĂŸige schwarze Punkte und helle runde Punkte mit schwarzem Rand, sind auch noch da. Auch die Lichterscheinungen wandern ab und zu ĂŒber mein Auge.

Das Wichtigste jedoch ist, dass die Netzhaut anliegt. Die Erscheinungen, die ich habe, sind Ă€hnlich denen der Makuladegeneration. Meine AugenĂ€rztin sagte jedoch, dass die Probleme bei mir ausschließlich von der Netzhautablösung kommen. Auf dem operierten Auge habe ich 50% Sehleistung. Mir geht es also gut!

Alles Liebe fĂŒr euch und GrĂŒĂŸe aus Berlin!

Positiver Erfahrungsbericht!

Patrick37, Samstag, 17. August 2013, 08:46 (vor 1556 Tagen) @ KAtharina

Hallo Leute,
hier wie in fast jedem Forum liest man - zumindest aus meiner Sicht - fast nur negative Erfahrungen. Woran liegt dass, wenn ĂŒber 90% aller Netzhautoperationen erfolgreich verlaufen? Es liegt daran, dass Leute wie ich, bei denen alles perfekt lief sich im Normalfall nicht die MĂŒhe machen in ein Forum zu schreiben. Hier meine Erfahrung mit einer Netzhautablösung am rechten Auge.
Vorweg war ich fahrlĂ€ssig. Trotz ĂŒber 7 Dioptrien an beiden Augen habe ich meine Netzhaut seit ca. drei Jahren nicht untersuchen lassen.
Am 04.07.13 war ich dann in der TĂŒrkei, um meine Fehlsichtigkeit lasern zu lassen. Bei der Voruntersuchung teilte mir die Ärztin mit, dass sie mich nicht operieren kann, weil ich am rechten Auge eine Netzhautablösung habe. Ich war erstmal sehr erstaunt, weil ich keine Symptome hatte. Trotzdem war ich sehr beunruhigt und hab noch von der TĂŒrkei aus einen Termin bei einem deutschen Spezialisten vereinbart. Am Sonntag aus Izmir zurĂŒck geflogen. Montag um 09:00 Uhr schon beim Augenarzt. Dann ging es los. Bis Dienstag 14:00 Uhr hatten meine Auge 8 AugenĂ€rzte angesehen. Die HĂ€lfte sagte, dass es sich um eine Schissis (Teilablösung) handelt, wobei dagegen sprach, dass es nur einseitig war. Eine Schissis tritt in der Regel beidseitig auf. Am Ende hatte ich eine GesprĂ€ch mit Professor MĂŒller vom Klinikum Augsburg. Seine Diagnose, eine alte Ablösung, die jederzeit wieder aufbrechen kann. Seine Empfehlung: Keine Not-OP, aber in absehbarer Zeit operieren mit einer Plombe, damit ich fĂŒr Überraschungen in der Zukunft sicher bin.
Also Termin vereinbart. Am 29.07.13 (Montag) im Krankenhaus angekommen. Um 11:30 fĂŒr die OP vorbereitet. Nach RĂŒcksprache mit dem Professor in Vollnarkose, weil er dann besser und entspannter operieren kann. Gegen 12:15 ging es los. Ich hab nur eine Plombe bekommen, kein Gas ins Auge. Nach einer halben Stunde war er fertig. Und gegen 15:00 Uhr war ich wieder auf dem Zimmer. Schmerzmittel habe ich die ganze Zeit keine benötigt. Nach der OP war das Auge bis zum nĂ€chsten Morgen verdeckt mit einem Verband. Meine Lagerung wurde auf "sitzend - Nase nach vorne" festgelegt. Diese muss ich bis heute einhalten, dass ist ein wenig stressig, weil ich schlecht schlafen kann so. Aber wenn ich denke, was sonst alles passieren kann will ich mich auf keinen Fall beschweren. Am Dienstag in der FrĂŒh kam der Verband ab und ich war erleichtert. Ich konnte gut mit dem Auge sehen. NatĂŒrlich war das Auge ziemlich geschwollen, aber keine Schmerzen und gute Sicht und die Netzhaut lag gut an. Ich war dann noch bis Samstag im Krankenhaus. Das Auge wurde zwei Mal tĂ€glich untersucht. Die Netzhaut lag von Anfang an gut an. Die Lagerung scheint sehr wichtig zu sein. Ich wurde mehrfach tĂ€glich darauf hingewiesen und halte sie bis heute ordentlich ein. Meine SehfĂ€higkeit am operierten Auge liegt bei 90%, hat sich also leicht verĂ€ndert durch die OP. Das ist normal. Mit der Brille soll ich nur noch 6 Wochen warten, bis die Heilung abgeschlossen ist. Ein Problem war noch die hohe Blendempfindlichkeit in den ersten Tagen nach der OP. Diese lies sich aber mit eine Sonnenbrille (in meiner SehstĂ€rke) einigermaßen aushalten. Nur ein Aufenthalt im Freien war trotz Sonnenbrille nicht möglich.
Meine Erfahrung nach dem ersten großen Schock mit meiner Netzhautablösung war also rundum positiv und ich wĂŒnsche allen, die auch so einen Eingriff vor sich haben alles Gute.
Ich denke es ist wichtig mit einer positiven Einstellung ohne Angst an solche Dinge heranzugehen. Wen jemand noch Fragen hat - ich werde versuchen alles zu beantworten.
Die Teilnehmer mit negativen Berichten will ich auf keinen Fall abwertend behandeln. Die Berichte sind sicher alle richtig und ja - es kann viel passieren bei einer Netzhaut-OP. Aber es kann auch gut gehen. Und das wollte ich mit diesem Beitrag zeigen.
GrĂŒĂŸe

Erfahrungsbericht von Rollstuhlfahrerin

Ramona ⌂ @, Bielefeld, Sonntag, 18. August 2013, 19:55 (vor 1555 Tagen) @ KAtharina

Auch ich möchte meinen Erfahrungsbericht hier weitergeben. Da mir das schreiben schwer fĂ€llt ,ĂŒberarbeite ich jetzt nur meinen ersten Beitrag hier im Forum.

Wichtig ist im Vorfeld zu wissen, dass ich Rollstuhlfahrerin bin. Auch Oberkörper und Arme sind stark eingeschrÀnkt. Dadurch bin ich in vielen Dingen auf fremde Hilfe angewiesen.

Von klein auf an bin ich hochgradig kurzsichtig (letzte Brille: 13,5 Dioptrien). Ab etwa 1991 hat sich mein Sehen stark verschlechtert. Auch mein Gesichtsfeld hat sich stark eingeschrĂ€nkt. Auf meinen rechten Auge sehe ich ca. fĂŒnf bis acht Prozent. Links sind es ca. ein bis zwei Prozent. Den Wert von meinen Gesichtfeld habe ich nicht. Es ist aber so stark eingeschrĂ€nkt, dass ich durch die Kombination von Sehen und Gesichtfeld als gesetzlich blind anerkannt bin. Es ist nicht sicher, ob es sich bei mir um eine Retinitis Pigmentosa handelt. Der Verlauf ist ja mehr oder weniger zum Stillstand gekommen.

Im Jahr 2010 wurde ich insgesamt drei Mal wegen dem grauen Star operiert. Bei der ersten OP Ende MĂ€rz wurde nicht berĂŒcksichtigt, dass ich den Nahbereich brauche. Deshalb wurde ich im Oktober erneut am rechten Auge operiert. Dort kam dann eine sogenannte „Add – on“ Linse dazu. Das linke Auge wurde ein drei Tage vorher operiert. Da gab es auch keine Probleme, da man sich jetzt deutlich mehr Zeit genommen hat. Als sich meine Augen erholt haben, habe ich etwas so gesehen wie vor dem grauen Star.

Am 05.08.2012 hat sich dann meine Netzhaut stark abgelöst. NatĂŒrlich war das ein Sonntag, Schon eine Woche zuvor habe ich „Flusen“ gesehen. Deshalb habe ich sowieso einen Tag nach der Ablösung den Augenarzt mit einer Freundin aufgesucht. Dann ging alles ganz schnell. Ich konnte nur noch kurz nach Hause, um ein paar Sachen zu packen und dann ging es schon los nach MĂŒnster (St. Franziskus Hospital). Den Dienstag wurde ich dann operiert (Laser + KĂ€lte + Gastamponade). Am Tag darauf wurde ich schon entlassen. Die Freundin wurde ĂŒbrigens mit im Krankenhaus aufgenommen. So war auch die Pflege sicher gestellt. Die erste Kontrolle hier vor Ort war noch in Ordnung.

Nach etwa einer Woche wurde dann bei der Kontrolle ein erneutes Loch festgestellt. Also, wieder schnell Sachen packen und wieder ab nach MĂŒnster. Am Donnerstag darauf folgte eine weitere OP (diesmal Laser + KĂ€lte + Cerclage + Öltamponade). Der zweite Aufenthalt war fĂŒr mich deutlich schwieriger, da ich alleine dort sein musste. Das Pflegepersonal der Klinik kann einfach nicht alles bei mir an Pflege und Assistenz abdecken. So ist alles auf Sparflamme gelaufen, was mir nicht gut getan hat.

Am 25.06.2013 ging es dann wieder stationĂ€r nach MĂŒnster. Es wurde an Mittwoch das Öl entfernt. Diesmal war wieder eine Begleitung mit, die auch aufgenommen wurde. Vom Ablauf her ist alles gut vorgeplant worden. Am Mittwoch folgte dann die OP, die ich insgesamt gut ĂŒberstanden habe. Man hatte mir jetzt nicht nur Kochsalzlösung eingefĂŒllt, sondern auch Luft. Diese habe ich dann etwa sechs Tage lang wahr genommen.

Durch das Öl habe ich vermutlich ĂŒberwiegend versucht mit dem rechten Auge zu sehen. Denn das rechte Auge ist schon mehrere Monate leicht ĂŒberlastet. Das Sehen mit dem linken Auge mit Öl war einfach immer zu verwirrend.

Aktuell habe ich den Eindruck, dass ich etwas schlechter insgesamt sehe. Das liegt natĂŒrlich auch mit an dem ĂŒberlasteten Auge. Das linke Auge kann sich etwas verschlechtert haben. Aber das kann ich bei meinen geringen Sehrest nicht sicher einschĂ€tzen. Ich Habe noch die Hoffnung, dass das Gehirn jetzt erst wieder „ZurĂŒckschalten“ muss.

Etwas unsicher fĂŒhle ich mich noch wegen einer eventuellen Gefahr der erneuten Ablösung. Aber je mehr Zeit vergeht, desto „entspannter“ werde ich.

--
GESTERN ist vorbei,
MOREGEN noch nicht da
und HEUTE hilft der Herr.
(Hermann Bezzel)

Mein Erfahrungsbericht:
http://www.forum.netzhaut-selbsthilfe.de/index.php?id=30645

Erfahrungsbericht - NHA an beiden Augen kurz nacheinander

Fafner @, Montag, 09. September 2013, 09:51 (vor 1533 Tagen) @ KAtharina
bearbeitet von Fafner, Montag, 09. September 2013, 10:10

Liebe Leidensgenossen und -genossinnen,

hier also mein Erfahrungsbericht. Ich bin mĂ€nnlich, 31 Jahre alt und von Geburt an stark kurzsichtig, außerdem wurden mir schon im Alter von 9 Jahren beide Linsen aufgrund einer Linsenluxation entfernt. Seitdem war alles in Ordnung mit den Augen - ich konnte, zwar mit starken Brillen, 20 Jahre lang 100%ig sehen.

Ich splitte meinen Beitrag in zwei HĂ€lften - fĂŒr jedes Auge eine - sonst ist der Text offenbar zu lang.

Erfahrungsbericht - NHA an beiden Augen - Teil 1

Fafner @, Montag, 09. September 2013, 09:52 (vor 1533 Tagen) @ Fafner
bearbeitet von Fafner, Montag, 09. September 2013, 10:16

Anfang Mai sah ich eines Morgens dann urplötzlich ein paar einzelne Blitze im linken Auge bei bestimmten Augenbewegungen, und danach sofort massenweise GlaskörpertrĂŒbungen (Schlieren, dicke, unscharfe, brĂ€umliche Flecken, usw.). Die Blitze waren aus heutiger Sicht eher dezent, und nach ein paar Minuten traten sie nicht wieder auf. Nach kurzer Recherche im Netz bin ich auf das Thema Glaskörperabhebung mit der Gefahr der Netzhautablösung gekommen und war sofort alarmiert, weil mein Vater (zwar erst als er ĂŒber 60 war) wegen einer 6 Mal operierten Netzhautablösung auf einem Auge im Prinzip blind ist.

Etwas unglĂ€ubig wartete ich noch einen Tag ab und stellte mich am nĂ€chsten Morgen in der Klinik vor (Rechts der Isar, MĂŒnchen). Nach zahlreichen Untersuchungen (Pupille lĂ€sst sich nicht weitstellen, daher mehrmals Ultraschall) entließ man mich wieder, da keine NetzhautschĂ€den erkennbar waren. Ich fĂŒhlte mich fĂŒr den Rest des Tages wie neu geboren, doch die Freude wĂ€hrte nicht lange: am nĂ€chsten Tag, es war natĂŒrlich ein Samstag, kam zu den GlaskörpertrĂŒbungen einee auffĂ€llige Stelle innen an der Nasenseite hinzu, die zunĂ€chst in Form eines Kreises farbig schimmerte, und sich dann zum Abend hin zu einem grauen, lichtundurchlĂ€ssigen Fleck entwickelte. Also wieder ab in die Klinik, und siehe da, abends um 10 Uhr konnte dann ein kleines Netzhautloch diagnostiziert werden. Ich wurde sofort stationĂ€r aufgenommen und sollte dann am Montag operiert werden, weil der Chefarzt am Sonntag keinen Bereitschaftsdienst hatte und der Dienstarzt sich nicht an das Auge traute (komplizierte Situation mit engen Pupillen, Linsenlosigkeit, usw.). Im Verlauf des Sonntags, den ich im Klinikum wartend verbrachte, entwickelte sich der graue Bereich im Sichtfeld dann zu einem großen StĂŒck schwarzer Tapete, die bei Augenbewegungen rechts im Sichtfeld hin- und herschwappte.

Bei der Operation stellte sich dann ein Riesenriss von 12 bis 5 Uhr heraus (der sich also innerhalb von 2 Tagen aus einem kleinen Loch entwickelt hatte). Ich erhielt eine ppV, Endolaser, Kryokoagulation und eine Öltamponade. Am nĂ€chsten Morgen dann der Schreck: es gab eine Nachblutung (Chefarzt: "gar nicht schlimm, löst sich von allein wieder auf") und ich sah die nĂ€chsten drei Wochen lang auf dem Auge kaum Handbewegungen, sondern nur eine dunkelgelbe Wand. Leider konnten die Ärzte wĂ€hrend dieser zermĂŒrbenden Zeit wegen des Bluts im Auge auch kaum die Netzhaut sehen. Genau vier Wochen nach der OP freute mich mich dann ĂŒber erste Konturen, die ich erkennen konnte, und der Arzt hatte zum ersten Mal Einblick ins Auge. Leider hatten sich PVR-Membranen gebildet (im Volksmund auch "Narbenbildung", ich mag diesen Begriff ĂŒberhaupt nicht) mit einer Netzhautablösung unter Silikonöl, und zwar an ganz anderer Stelle, als der ursprĂŒngliche Riss war. Der Schock war groß,aber irgendwie war es auch eine Erleichterung, und das bange Warten ĂŒber vier Wochen hatte ein Ende.

Die OP am nĂ€chsten Tag verlief dann ohne Einblutung, ich erhielt neues Öl und zusĂ€tzlich eine Cerclage um das Auge. Innerhalb weniger Tage konnte ich wieder sehen, natĂŒrlich unscharf, aber hell und deutlich. Zwei Wochen nach der zweiten OP ging ich langsam wieder zur Arbeit. Je besser die Sicht wurde, umso deutlicher traten jedoch auch verschiedene MerkwĂŒrdigkeiten zutage, die mir jedes Mal einen Schreck versetzen. Die Kontrollen in der Klinik ergaben aber immer eine anliegende Netzhaut und nichts weiter. Über die MerkwĂŒrdigkeiten (u.a. verschiedenste Verzerrungen, schwankende SehstĂ€rke, dunkle Bereiche, Photopsien, Blitze, usw.) wĂŒrde ich euch gerne im Forum ein wenig befragen, weil die Ärzte hierzu null- bis maximal einsilbig sind...

Erfahrungsbericht - NHA an beiden Augen - Teil 2

Fafner @, Montag, 09. September 2013, 09:53 (vor 1533 Tagen) @ Fafner
bearbeitet von Fafner, Montag, 09. September 2013, 10:20

Fast genau zwei Monate nach der zweiten OP am linken Auge erwischte es dann das rechte Auge. Ich muss dazusagen, dass ich auf dem rechten Auge wenige Tage nach dem linken bereits ebenfalls das PhĂ€nomen der Blitze mit anschließendem massiven Auftreten von GlaskörpertrĂŒbungen hatte. Wahrscheinlich begĂŒnstigt durch die lange Liege- und Ruhephase wegen den OPs auf dem linken Auge verschlechterte sich der Zustand auf dem rechten jedch erst einmal nicht. Man kann sich vorstellen, was fĂŒr eine panische Angst ich vor einer Ablösung auf dem zweiten Auge hatte, wĂ€hrned ich auf dem linken noch gar nichts sehen konnte... Als dann zu den GlaskörpertrĂŒbungen nach und nach noch verschiedene Arzten von Blitzen hinzukamen und zuletzt auch kleine, tiefschwarze, von oben herabsackende Punkte (Rußregen?), war mir klar, dass es nicht mehr lange dauern wĂŒrde bis zur Ablösung. Wieder an einem Samstag erschien dann, genau wie auf dem linken Auge, der kreisrunde, glitzernde Bereich, der dann grau wurde. Zu diesem Zeitpunkt war ich aber schon in der Klinik und wurde am Sonntag direkt operiert. Vielleicht dank meiner schnellen Reaktion war es rechts nicht zum Riss gekommen, sondern "nur" zu einem kleinen Loch und weiteren dĂŒnnen Stellen. Ich erhielt eine ppV, Endolaser, Kryokoagulation, eine Cerclage und diesmal eine Gastamponade. Der Operateur hat obendrein auch noch rundherum gelasert, um die StabilitĂ€t der Netzhaut zu erhöhen.

Jetzt sind es also vier Monate nach der ersten OP auf dem linken Auge, drei Monate nach der zweiten OP links, und genau ein Monat nach der OP auf dem rechten Auge. Das nach den OPs links schlechte Auge ist nun mein gutes geworden, weil ich auf dem rechten bisher noch kaum etwas sehen kann, die Gasblase ist auch noch nicht ganz verschwunden. Ich bin krankgeschrieben und kann mich zuhause zurechtfinden, und mit riesiger VergrĂ¶ĂŸerung auch ein wenig lesen und schreiben.

Was ich mir wĂŒnsche ist, dass ich keine weiteren OPs ĂŒber mich ergehen lassen muss und dass sich die Sicht auf den beiden Augen soweit verbessert, dass ich wieder Arbeiten und einem halbwegs normalen Alltag nachgehen kann. Mir ist klar, dass irreversible BeeintrĂ€chtigungen an der Sicht bleiben werden, aber damit werde ich mich sicher abfinden können.

Erfahrungsbericht - NHA an beiden Augen - Teil 3

Fafner @, Donnerstag, 02. Januar 2014, 13:50 (vor 1418 Tagen) @ Fafner
bearbeitet von Fafner, Donnerstag, 02. Januar 2014, 14:08

Liebe Netzis und Netzinen,

die Zeit der JahresrĂŒckblicke ist zwar schon vorbei, aber einer geht schließlich immer noch. Und meiner muss sein, denn 2013 war fĂŒr mich ein Jahr wie kein anderes. Die Bilanz fĂ€llt ernĂŒchternd aus: Anfang Mai hatte ich noch auf beiden Augen 100% Sehkraft. Mit Brille, aber immerhin. Ich war im MĂ€rz noch schifahren. Jetzt, ein gutes halbes Jahr und 6 OPs spĂ€ter, habe ich auf dem besseren, linken Auge noch 20% Sehkraft und auf dem rechten Auge schwer messbare 5%.

Seit dem Stand im Teil 2 meines Erfahrungsberichts hatte ich im November nochmals eine absolute Tiefphase mit 3 PPV-OPs innerhalb eines einzigen Monats. Es hatten sich immer wieder PVR-Membranen gebildet, die die Netzhaut erneut ablösten.

Hier eine Bestandsaufnahme seit Mai 2013:
- 6 PPV-Operationen
- davon 4 Wieder-Ablösungen wegen PVR
- davon 3 Wieder-Ablösungen unter Silikonöl ("so gut wie unmöglich!")
- davon 1 Mal Silikonöl unter der Netzhaut ("extrem selten!")
- rechts 50% Gesichtsfeldausfall (Ursache unklar)
- Nachblutung (ein Monat lang absolut keine Sicht)
- Chemose
- Epiretinale Gliose
- Makulaödem
- SehnerventzĂŒndung

Mein rechtes Auge, das mit der Gas-Tamponade, ist im Prinzip kaum mehr zu gebrauchen - wenn ich GlĂŒck habe, dann wird es mir noch zur Orientierung helfen können, mehr nicht. Und das trotz meiner schnellen Reaktion und den sofortigen OPs, trotz der Tatsache, dass die erste Ablösung ganz peripher und eng umschrieben war. Die Worte des Operateurs am Tag nach der OP hallen mir noch wie Hohn in den Ohren: "Die Prognose fĂŒr eine gute SehfĂ€higkeit ist sehr gut!"...

Was ist das Gute an all dem? Die grĂ¶ĂŸte Angst und Verzweiflung habe ich ganz am Anfang verspĂŒrt, bei der ersten Diagnose "Netzhautablösung". Damals hĂ€tte ich mir nicht im schlimmsten Traum ausmalen können, wie schlecht ich heute sehen wĂŒrde, hatte aber diffuse Ängste vor einer Erblindung. Mit jeder neuen OP lernt man, die Situation und die Risiken besser einzuschĂ€tzen. Man gewöhnt sich aber auch und findet sich mit ZustĂ€nden ab, die man vorher fĂŒr unertrĂ€glich gehalten hĂ€tte. Und meine Familie ist durch all die Schrecken in diesem Jahr enger zusammengerĂŒckt. Denn irgendwie muss es ja schließlich weiter gehen!

Ich habe ja noch einiges vor mir - zum Beispiel mindestens 30 Jahre ErwerbstĂ€tigkeit! Ein GlĂŒck, dass mein Job komplett aus PC-Arbeit besteht, so kann ich zumindest mit BildschirmvergrĂ¶ĂŸerung einigermaßen weitermachen. Bei einem klassischen Job mit Papierarbeit wĂ€re ich aufgeschmissen.

Ich wĂŒnsche allen Lesern ein gutes neues Jahr 2014 und mir, dass der ganze Spuk ein Ende hat und schön artig im Jahr 2013 bleibt.

GrĂŒĂŸe,
Fafner

NHA, rechtes Auge, Beginn 05/13

JOHN @, Niederaula, Donnerstag, 03. Oktober 2013, 14:24 (vor 1509 Tagen) @ KAtharina

Hallo,
ich bin der John, 49 Jahre alt und hatte bis Mai 2013 keine Probleme mit den Augen, eine Brille war nicht nötig.
Dann fing es an, an einem Freitagabend im Mai sah ich plötzlich Blitze im Auge. Ich hab mich dann mal im Internet schlau gemacht und was von Netzhautablösung gelesen. Am Montag (jetzt wĂŒrde ich nicht mehr so lange warten!) bin ich, ich arbeite in einer Klinik, zu unserer BetriebsĂ€rztin und hab der das geschildert. Die hat mich dann sofort zu unserer Augenabteilung geschickt. Da wurde ich untersucht und es wurden Risse in der Netzhaut festgestellt. Die haben mich auch gleich gelasert (knapp 600 mal).
Zwei Tage spÀter musste ich nochmal in die Augenklinik und wurde nochmals gelasert (knapp 100 mal).
Leider konnten nicht alle Risse mit dem Laser geblockt werden, so dass ich noch eine Kryo-Behandlung machen lassen musste. Diese erfolgte in ambulanter Behandlung unter örtlicher BetĂ€ubung, was ich so nicht nochmal machen lassen wĂŒrde.
Danach war erst mal Ruhe.
Gruß, John

NHA, rechtes Auge, Teil 2 07/13

JOHN @, Niederaula, Donnerstag, 03. Oktober 2013, 15:08 (vor 1509 Tagen) @ JOHN

Hier folgt der 2. Teil meiner "Geschichte".
Nachdem ich mehrere Wochen Ruhe hatte und mein Auge sich wieder beruhigt hatte und alles in Ordnung schien, sah ich Sonntagmorgen Ende Juli nach dem Aufstehen plötzlich (ohne vorherige Blitze) eine Art Blase im rechten Auge. Hab gleich in der Klinik angerufen und bin auch sofort hingefahren. Dort wurde eine Netzhautablösung festgestellt, inzwischen sah ich kaum noch was auf dem re. Auge. Musste stationĂ€r bleiben und wurde Montagmorgen operiert, habe seitdem eine ÖlfĂŒllung im Auge und kann daher nur schlecht sehen.
Bei einer Nachuntersuchung wurde dann 1 1/2 Wochen spĂ€ter festgestellt, dass eine Nach-OP notwendig sei, da die Netzhaut nicht an allen Stellen anliegen wĂŒrde.
Also wieder stationÀr und 2. OP.
Danach war alles soweit in Ordnung, Augeninnendruck auch OK.
Bei einer Nachkontrolle vor 2 Wochen wurde dann ein Riss in einem Bereich festgestellt, der bisher nicht betroffen war, leider kommt man da nicht mit dem Laser hin, daher soll mittels Kryo-Behandlung das Gebiet geblockt werden. Diesmal lass ich mir das aber in Vollnarkose machen, war ambulant sehr schmerzhaft.

Gruß, John

Erfahrungsbericht-Tatjana

Tatjana, Donnerstag, 26. Dezember 2013, 15:37 (vor 1425 Tagen) @ KAtharina

Hallo,

ich heiße Tatjana und bin 27 Jahre alt. Vom Schicksal einer Netzhautablösung wurde ich im Oktober 2011 heimgesucht. Damals schrieb ich gerade meine Diplomarbeit und nahm insbesondere abends einen hellen wandernden Punkt wahr, was ich auf eine Überlastung der Augen durch PC-Arbeit zurĂŒckfĂŒhrte. Einige Wochen spĂ€ter wurde ich doch stutzig und fuhr ins Augenzentrum. Diagnose: Fortgeschrittene Netzhautablösung am linken Auge. Not-OP 2 Tage spĂ€ter (Loch wurde durch eine Plombe geschlossen). Nach der OP hat es Wochen gedauert bis die Netzhaut wieder komplett anlag. Nun sind ĂŒber 2 Jahre vergangen und ich nehme seit der OP diverse Lichterscheinungen wahr (weiße wandernde Schatten, aufflackernde Punkte, Lichtlitze). Seit Oktober nehme ich auch Lichtblitze im rechten Auge wahr, die in ihrer HĂ€ufigkeit immer weiter zunehmen. Seitdem laufe ich fast jede 2te Woche zum Arzt und lass dies ĂŒberprĂŒfen. Bisher wurde nichts festgestellt. Es heißt, dass der Glaskörper an der Netzhaut zieht, aber bisher kein Loch oder Riss entstanden sei...Von den Ärzten fĂŒhle ich mich wenig verstanden. Auf konkretes Nachfragen folgen meistens flĂŒchtige Antworten. Ich versuche die Lichtblitze am rechten Auge zwar nicht zu zĂ€hlen, aber ich schĂ€tze, dass es mindestens 50 tĂ€glich sind. Das belastet mich gerade extrem und die Angst vor einer möglichen Erblindung ist seit Oktober mein stĂ€ndiger Begleiter. Es ist auch schwierig fĂŒr mich mit Familienmitgliedern oder Freunden darĂŒber zu sprechen, da ich das GefĂŒhl habe, diese mit dem Thema zu ĂŒberfordern. Ich glaube ohnehin, dass ich nur durch andere Betroffene mit Ă€hnlichen Problemen verstanden werden kann....Deshalb schreibe ich euch und hoffe, dass wir uns gegenseitig Mut machen können.

Alles Gute

Tatjana

Erfahrungsbericht von Jorge

Jorge @, Bern, Freitag, 10. Januar 2014, 15:10 (vor 1410 Tagen) @ KAtharina

Liebe "Gleichgesinnte"

auch ich musste die Erfahrung einer Netzhautablösung machen. Im Gegensatz zu einigen anderen Personen hier wusste ich dass mir eine Netzhautablösung frĂŒher oder spĂ€ter droht. Mein Augenarzt hat mich darauf hingewiesen, dass meine starke Kurzsichtigkeit dazu fĂŒhren könnte (Links -12 und Rechts -13). So kannte ich auch schon die Symptome. Als Info: Ich bin 40 Jahre alt.

So habe ich bemerkt, dass bei einem Kinobesuch am 1.12.13 etwas mit meinem Auge nicht stimmt. Ich sah einen Schatten und hatte stĂ€ndig das GefĂŒhl das hinter mir jemand mit einer Taschenlampe spielt.
Am 2.12.13 konsultierte ich meinen Augenarzt welcher mich dann sofort in die Augenklinik eingewiesen hat. Die Operation erfolgte dann am 4.12.13 (Cerclage). Nach einer Nacht in der Klinik durfte ich nach Hause und schon vor Weihnachten konnte ich wieder arbeiten, anfĂ€nglich nur wenig und dann immer mehr, ab 29.12.13 dann wieder 100%. Seit ende Dezember sehe ich auch wieder "normal" muss aber natĂŒrlich jetzt eine neue Brille beschaffen da die SehschĂ€rfe abgenommen hat.

Am Tag der Operation war das Auge abgedeckt. Am Morgen danach konnte die Abdeckung abgenommen werden. Ich sah erst noch trĂŒb und verschwommen. Dies Ă€nderte sich aber merklich von Tag zu Tag und wurde besser. Schmerzen hatte ich eigentlich keine (ausser ab und zu Kopfschmerzen).

Mir wurde erst gestern (09.01.2014) das zweite Auge (vorbeugend) gelasert. Gem. dem behandelnden Prof. sollte das Risiko am linken Auge auch eine Netzhautablösung zu erleben, jetzt viel geringer sein.

Insgesamt bin ich bis jetzt sehr zufrieden, was ich meinen Augenarzt aber noch fragen werde ist, weshalb meine Augen nicht vorbeugend gelasert wurden (wie das jetzt mit dem Linken gemacht wurde)?

Liebe GrĂŒsse aus der Schweiz
Jorge

Erfahrungsbericht von Jorge 1 1/2 Jahre spÀter

Jorge @, Bern, Montag, 13. Juli 2015, 13:21 (vor 861 Tagen) @ Jorge

Nun, ca. 1 1/2 Jahre nach meiner Netzhautablösung geht es meinem Auge soweit tip top. In der Zwischenzeit habe ich mir ICL Linsen einsetzen lassen (fĂŒr mich hat das im Vergleich zur Brille ein spĂŒrbare Verbesserung der Sehkraft mit sich gebracht). Heute bin ich Brillenlos und die Augen funktionieren sehr gut... ich werde engmaschig untersucht (zur Zeit halbjĂ€hrlich) und muss sagen dass ich praktisch keine Auswirkungen mehr von der Netzhautablösung habe (zumal das linke Auge (mein Hauptauge) wohl eineige "Aufgaben" vom rechten Auge ĂŒbernommen hat. Eine Sache habe ich allerings seid der OP (ist aber vermutlich nicht eine Auswirkung der OP resp. der Netzhautablösung): Ich sehe sehr viele lĂ€stige "mouches volantes"!

Erfahrungsbericht von Emanuela Teil 1

Emanuela, Freitag, 21. Februar 2014, 12:01 (vor 1368 Tagen) @ KAtharina

Liebe Netzis,

3 Monate nach meiner NHA-OP bin ich zufĂ€llig auf diese Seite gestoßen und schreibe Euch nun meinen Erfahrungsbericht.

Zuvor die Vorgeschichte:

FrĂŒhjahr 2007 wurde an beiden Augen der Graue Star im Anfangsstadium entdeckt.
Sommer 2009 wurde der Graue Star im RA so schlimm, dass ich nur noch 10 % hatte, darauf folgende OP (Kunstlinse). Seither auf dem LA 90 % Sehkraft und auf dem operierten RA 100 % - bis zum Sommer 2013.

Dann plötzlich VerÀnderung am Grauen Star LA (im September 2013 nur noch 50 % Sehkraft). Wieder einen Monat spÀter nur noch 20 % Sehkraft.

Hinzu nahm ich plötzlich eines Morgens auf dem RA zwei bogenförmige Leuchtstreifen sowie kurze Zeit spÀter auch noch Russregen wahr.

Die Leuchtstreifen waren auch nachts da, wenn ich meine Augen geschlossen hatte. Ebenfalls bemerkte ich auf der linken HĂ€lfte einen großen dunklen Schatten, der fast schon grĂŒn-schwarz war.

Da ich so etwas noch nie hatte reagierte ich momentan nur mit gemischten GefĂŒhlen. Ich entschloss mich, noch einen Tag zu warten und weiter zu beobachten.

Am nÀchsten Tag waren die Lichtblitze immer noch da, der Russregen jedoch nicht mehr so schlimm. Ich rief trotzdem vorsichtshalber beim AA an und beschrieb der Arzthelferin meine Symptome. Sie sagte nur sofort kommen.

Da ich gleich in meinen SpÀtdienst musste und meine Kollegen nicht hÀngen lassen wollte, vereinbarte ich am nÀchsten Vormittag einen Termin. Ich bekam Tropfen zur Pupillenerweiterung.

Der AA sah sich meinen Augapfel genau an (und ich nehme an die Netzhaut auch? Keine Ahnung – Infos bekam ich nicht.) und konnte keine AuffĂ€lligkeiten feststellen.

Er meinte nur, dass ich das weiterhin beobachten sollte und wenn es keine Änderungen gibt, soll ich Anfang Dezember noch einmal kommen.

Allerdings hat eine Untersuchung des noch nicht operierten LA ergeben, dass mein Grauer Star sehr fortgeschritten ist und ich nur noch ca. 50 % Sehkraft hatte. Na toll.

Ich hatte vor lauter Arbeitseifer und Stress nicht bemerkt, dass sich meine Augen verschlechtert hatten (zumindest das LA).

Habe mich nur zwischendurch ĂŒber Flimmern usw. gewundert. Auf jeden Fall war ich beruhigt, da der AA am RA nichts feststellen konnte.

Die nÀchsten Wochen waren nur noch schlimm. Ich konnte regelrecht zusehen, wie mein LA mit dem Grauen Star und mein RA immer schlechter wurden.

Ich hatte bereits Probleme beim Autofahren nachts, was natĂŒrlich nach meinem SpĂ€tdienst um 22.00 Uhr sehr schwierig war. Ich war jedes Mal heilfroh, als ich zu Hause war.

Ich hielt es aus bis zum 5. November 2013. Da war es schon so schlecht, dass ich noch einmal beim AA anrief und meine Augen untersuchen lassen wollte.

Er stellte nur fest, dass ich auf dem LA jetzt anstatt 50 % nur noch 15 % hatte. Das RA sei gleich geblieben.

Die nÀchsten Tage waren der Horror. Ich konnte tÀglich zusehen, wie mein Augenlicht immer schlechter wurde, bis zum 8. November 2013.

Erfahrungsbericht von Emanuela Teil 2

Emanuela, Freitag, 21. Februar 2014, 12:03 (vor 1368 Tagen) @ KAtharina

So, weiter gehts...

Ich war noch im FrĂŒhdienst und wunderte mich auf einmal, dass ich in meiner Exceltabelle die große unterstrichene Überschrift nicht mehr gerade sah.

Sie machte genau in der Mitte einen Knick und ich sah somit die Überschrift oben und unten verschoben.

Ich rief von der Arbeit aus nochmals beim AA an (da Freitag war und dieser dann ab Mittag nicht mehr da war).

Wieder die gleiche Aussage sofort kommen. Ich beendete noch meinen FrĂŒhdienst und war dann 1 Std. spĂ€ter beim AA.

Das Witzige war, dass eine AushilfsĂ€rztin da war. Die AÄin stellte fest, nachdem mein Auge fotografiert wurde, dass angeblich eine Arterie verstopft sei.

Man kann dies nicht operieren, sondern nur mit Infusionen wieder in Griff bekommen. Es wurde anschließend auch noch mein Sichtfeld getestet und aufgezeichnet.

Lange Rede kurzer Sinn: Gott sei Dank kam außerplanmĂ€ĂŸig mein AA kurz in die Praxis. Er sah sich mein Auge ebenfalls an und stellte entsetzt fest, dass sich meine NH abgelöst hatte.

Das hieß sofort nach Hause, Sachen packen, sofort ins KH und heute noch notoperiert (ppV, Cerclage, EL, Kryo, Öl).

Meine Sehkraft liegt seit 3 Monaten unverÀndert bei 5 %. Mein AA drÀngt regelrecht, mein LA operieren zu lassen (Kunstlinse), damit ich wenigstens besser zurecht komme.

Die AÄe im Krankenhaus sind absolut dagegen. Sie sind der Meinung, dass erst das RA verheilen soll (nach Ölentfernung kommenden Sommer) und dann sehen wir weiter.

Bei 15 % und 5 % Sehkraft traue ich mich alleine nur kurz zum BĂ€cker und zur Apotheke. Ich fĂŒhle mich total unsicher beim Laufen wenn ich alleine unterwegs bin und jedes Mal froh, wenn ich heil wieder zu Hause angekommen bin.

FĂŒr mein operiertes NHAAuge habe ich mir in der Apotheke eine Augenklappe besorgt, somit wandert es nicht stĂ€ndig hin und her und ich empfinde es als entspannender.

Ich trage die Klappe hauptsĂ€chlich beim Fernsehen bzw. wenn ich einmal einen schlechten Tag habe und das operierte Auge sich total schwer und mĂŒde anfĂŒhlt.

Ich kann es auch noch nicht ganz öffnen. Es zieht noch bei Bewegungen bzw. ist schnell ĂŒberanstrengt. Mein Augendruck geht trotz Medis auch noch nicht runter. Es heißt halt einfach nur abwarten.

Viele GrĂŒĂŸe aus Bayern, Emanuela

Kruemel I

kruemel79 @, Neustrelitz, MV, Montag, 31. MĂ€rz 2014, 22:13 (vor 1330 Tagen) @ KAtharina

Hallo zusammen,

ich bin heute 35 jahre alt und habe eine bereits 25 jahre wÀhrende Netzhautgeschichte hinter mir. Und ich hoffe sie ist noch lange nicht zu Ende.

Im zarten Alter von 10 Jahren bemerkte ich einen Schatten auf meinem linken Auge. Tja, aber Kind denkt sich doch dabei nix weiter. Eines morgens allerdings war da nichts mehr.
Wie sich Stunden spĂ€ter herausstellen sollte war dies meine erste fast völlige Netzhautablösung mit Riesenriß. Und die Odysee begann.
Es war Weihnachten 1989, ich mwurde sofort mit einem krankenwagen nach Greifswald in die Uniklinik gebracht. Dort stellte sich 4 Tage spĂ€ter heraus, dass der zur OP benötigte Laser nicht schnell genug repariert werden könne und man brachte mich nach Berlin in die Charite. Mein großes GlĂŒck damals war, dass ich an einen Oberarzt geriet, der in den USA studiert hatte. Nach einer Vitrektomie und allem drum und dran konnte wenigstens ein kleiner Sehrest erhalten werden.
Meine Kurzsichtigkeit war zu der zeit schon sehr ausgeprÀgt. Mit ca. 17 Dioptrien beidseitig.
Im Jahr darauf sollte der nÀchste Hammer folgen. 1990 das selbe Spiel am rechten Auge. Jetz wurde aber von vorn herein nur noch die Klinik in Berlin in Betracht gezogen. Das rechte Auge konnte fast wieder hergestellt werden.
Dann folgten 2 unbeschwerte Jahre meiner jugend.
Doch im September 1992 folgten dann innerhalb von 14 Tagen NHA's auf beiden Augen. Und die diesmal war es richtig böse.
Das linke Auge war nur noch zu hell und dunkel im Stande. Und auch das rechte Auge soweit eingeschrĂ€nkt, dass an einen normalen Schulbesuch nicht mehr zu denken war. Anfang 1993 mußte das rechte Auge erneut operiert werden, da sich das Silikonöl in die vorderkammer bewegt hatte. Zu dieser zeit hatte ich schon auf beiden Augen keine Linsen mehr.
Es folgte ein fĂŒr mich sehr harter Schlag, ich mußte von nun an eine Schule fĂŒr Blinde und Sehbehinderte besuchen und von meiner Familie weg.

(mehr in Kruemel II)

Kruemel II

kruemel79 @, Neustrelitz, MV, Dienstag, 01. April 2014, 13:49 (vor 1329 Tagen) @ kruemel79

.... und weiter gehts.
1993 stellten sich dann auch die ersten Nebenwirkungen des Öls ein. Ein SekundĂ€rglaukom am rechten auge und aus Sympathie gleich mal am linken Auge mit. Das linke Auge baute zunehmend ab. Hier kam dann die so vielen bekannte Hornhautdegeneration dazu. Ansonsten bekam ich erstmal wieder 2 Jahre Ruhe vor Kliniken. Dann 1995 mitten in den PrĂŒfungsvorbereitungen entgleiste das Glaukom am rechten Auge völlig und das Öl mußte ganz dringend raus. Es wurde durch Gas ersetzt und (dreimal auf Holz geklopft) die NH ist bis heute da wo sie hingehört. (Aber bei soviel Cerclage, Plomben und Vernarbungen, kann sie auch fast nicht mehr weg.)
Meine PrĂŒfungen durfte ich dann innerhalb von 6 Wochen alle nachschreiben.
Anfang 1996 mitten in der Berufsfindung traf es mich wieder. Nur aus einem Instinkt heraus fuhr ich zu meiner AugenĂ€rztin. Und siehe da, Die NH links war runter und das Öl nicht mehr da wo es hin sollte.
Also wieder PPV mit Gas. Am nĂ€chsten Tag - keine Überraschung - nochmal PPV mit Öl und MembranPeeling und allem was dazu gehört. Das linke Auge machte seither immer mehr Probleme. Die Hornhaut war nur noch dauergereizt und der Druck ließ sich schlecht senken.
Ein Medikament namens Glycocortison konnte mir dann helfen. Ich konnte es kaum fassen, aber meine Ausbildung konnte ich ohne weitere ZwischenfĂ€lle abschließen. 2001 dann mal wieder ein entgleistes Glaukom am rechten Auge. Mit einer Kryobehandlung des Zilliarkörpers konnte dies aber recht schnell beseitigt werden. Mein Gesichtsfeld litt aber weiter. Auch bei Normaldruck. Dann 2002 eine meiner schwersten Entscheidungen. Das Medikament Glycocortison war vom Markt genommen worden und nichts konnte mehr die Schmerzen und (Ameisen) in meinem linken Auge mindern. Es war eine tĂ€gliche Tortur. Ich stand vor der Entscheidung weiter ein ohnehin blindes und mich quĂ€lendes Auge ertragen oder möglicherweise wieder mehr LebensqualitĂ€t durch eine Enucleation zu haben.
Im MÀrz 2003 wurde mir dann das linke Auge in Neubrandenburg entfernt und durch ein Implantat ersetzt. Und ich habe diese Entscheidung bisher keine Sekunde bereut. Selbst gestandene AugenÀrzte versuchen auch heute noch beim Glasauge den Druck zu messen. ;-)


(mehr in Kruemel III)

Kruemel III

kruemel79 @, Neustrelitz, MV, Dienstag, 01. April 2014, 20:23 (vor 1329 Tagen) @ kruemel79

nur ein paar Tage nach der Entfernung meines Auges fing auch das rechte Auge wieder mit dem entgleisen an. Das Glaukom war kaum noch in den Griff zu kriegen. 1 Woche lang wurde nur getestet woran der nun wieder zu hohe Druck liegen könnte unter anderem auch mit einer Intraokularmessung. Diese wollte mir eine stellvertr. OberĂ€rztin privat in Rechnung stellen. Sie wußte aber nicht, dass meine AugenĂ€rztin und der professor einige Tage spĂ€ter auf einem Kongress zusammentreffen sollten und meinen Fall besprachen. Das ist der Dame nicht bekommen. ;-)
Leider brachten die Messungen eine extreme HH-EntzĂŒndung mit sich, so dass ich fast 8 Wochen kaum das Auge aufbekam. Kaum war dies ĂŒberstanden folgte eine Goniotrepanation. Und wie fast zu erwarten, meine Selbstheilung funktionierte zu gut und der kĂŒnstlich geschaffene Durchgan wuchs schneller zu al ich folgen konnte.
WÀhrend dieser OP aber hat meine OberÀrztin (nicht die o. g.) Reste von Silikonöl beseitigt und siehe da seither liegt der Druck meist bei 14 mmHg. Allerdings unter Therapie mit Cosopt-S und Monoprost.
2008 fing ich mir dann eine fiese EntzĂŒndung der TrĂ€nenwege ein, so dass der linke nicht mehr von selbst aufging und geweitet werden mußte. Auch hier wiedermal ein Op-Abbruch, die Ärzte konnten nur einen Teil der TrĂ€nenwege öffnen. Aber durch den eingelegten Schlauch erholte sich der Rest dann doch innerhalb von 3 Monaten von selbst.
Heute ist auch mein rechtes Auge fast blind, die Glaukomtherapie greift eben doch nur bedingt. Druck unten, Narben auf der NH einfach zu massiv und auf der Makula einen Fuchs'schen Fleck. Aber ich lebe damit, auch wenn nicht jeder Tag schön ist. :-)

Erfahrungsbericht YuLie

YuLie, Samstag, 12. April 2014, 18:23 (vor 1318 Tagen) @ KAtharina

Hallo Tatjana,

ich bin Julia und 26 Jahre alt. Bei mir wurde letztes Jahr im Juli durch einen Zufall eine bereits lange bestehende Netzhautablösung diagnostiziert. Die Op war dann gleich 2 Tage spÀter am 1.August in Göttingen.
Als die Netzhautablösung festgestellt wurde hatte ich keinerlei Beschwerden oder Symptome.
Bei der OP wurde eine Plombe (Cerclage) um die Netzhaut gelegt. Die Heilung war nach ca.4-6 Wochen abgeschlossen und ich habe mit Brille und Kontaktlinsen sehr gut gesehen. Doch seit ca. 3Monaten habe ich stĂ€ndig Beschwerden und laufe oft zum AA. Ich nehme einen Augendruck wahr, dann sind es plötzlich keine schwarze Fusseln, dann Habich das GefĂŒhl meine Sehkraft bzw der Sehradius verschlechtert/verringert sich. Jedesmal heißt es nur, ihr Netzhaut liegt wunderbar an und sie wĂŒssten nicht woher diese Beschwerden kommen, dies sei dann wohl normal.
Naja um ehrlich zu sein, mich befriedigt diese Antwort nicht wirklich, schließlich geht es hier um das Augenlicht und ich habe auch eine heiden Angst davor irgendwann zu erblinden. Zudem man das GefĂŒhl hĂ€tten mit seiner Angst allein gelassen zu werden, weil es doch niemand den es nicht betrifft es so gut nachvollziehen kann.

Aber naja man muss anscheinend irgendwie versuchen mit dieser Angst umzugehen, auch wenn es mir wirklich sehr schwer fÀllt und es mich doch immer wieder einholt.

Lg Julia

Erfahrungsbericht Reha - Fanny

Fanny @, Sachsen - Anhalt, Dienstag, 15. April 2014, 21:01 (vor 1315 Tagen) @ KAtharina

Hallo liebe Netzis,
heute wie versprochen mein Erfahrungsbericht zur Reha.

Ich war vom 04.03. – 01.04.2014 zur medizinischen Reha in Masserberg in der Prof. Lenz, Prof. Volhardt Klinik. Die Fahrt mit der Deutschen Bahn war entspannt und die Fahrt mit dem Shuttle der Klinik war sehr gut organisiert. Die Aufnahme in der Klinik war freundlich und die Mitarbeiter der Patientenverwaltung sind sehr hilfsbereit und zuvorkommend. Ich war total ĂŒberrascht. Überhaupt kein ĂŒblicher Klinikbetrieb.

Die Schwestern der Augenabteilung waren einfach spitze. Sie haben immer ein offenes Ohr und vor allem viel Herz. Heulsusen wie ich haben immer Trost und Zuspruch bekommen. DafĂŒr durften sie dann tĂ€glich abwechselnd auf meiner RĂŒckfront „Dart spielen“. Ich habe Vitamin B Komplex gespritzt bekommen. Die tĂ€gliche Sauerstofftherapie war sehr angenehm. Leider wusste ich nicht, dass ich die Augenakupunktur vorher anmelden muss. Die Ärztin, die diese durchfĂŒhrt war kaum in der Klinik. Das organisiere ich beim nĂ€chsten Mal besser. Auch mit den Ärzten der Klinik habe ich gute Erfahrungen gemacht. Ich konnte sehr viel Einfluss auf meinen Therapieplan nehmen.

Lobend möchte ich die Therapeuten erwÀhnen. Auch wenn manche recht fordernd waren, bin ich mit dem Pensum gut zurecht gekommen.

Mein Lob gilt ebenfalls der DiĂ€tassistentin und dem KĂŒchenpersonal. Selbst mĂ€klige Patienten werden satt. Ich bin kein KostverĂ€chter und fand alle Speisen lecker, gesund und abwechslungsreich.

Mir hat die Reha viel gebracht. Mein Sehvermögen hat sich leicht verbessert und meine körperliche Verfassung war lange nicht so gut. Mein Dank den „Schleifern“. Psychisch bin ich immer noch angeknaxt. Die Psychologin hat wohl alle meine GefĂŒhle an die OberflĂ€che geholt aber ich habe nach wie vor massive Probleme. Sie hat eine Weiterbehandlung empfohlen. Fragt sich nur wer. Bei uns einen Termin zu bekommen ist aussichtslos. Vermutlich habe ich hier von der Reha zu viel erwartet. Dies braucht wohl einige Zeit. Es hatte ja auch sechs Jahre zum Entstehen und Wachsen. In Masserberg durfte ich viele nette Menschen kennenlernen. Wir haben uns vorgenommen in Kontakt zu bleiben und uns im Sommer dort wieder zu treffen.

Alles in allem muss ich sagen:“ Masserberg ist das Beste gewesen, was mir passieren konnte“ Ich möchte unbedingt, wie empfohlen in zwei Jahren wieder dort hinfahren. DafĂŒr werde ich Himmel und Hölle in Bewegung setzen. ;-)

Liebe GrĂŒĂŸe

Sylvia

Erfahrungsbericht von FrankL

FrankL @, Berlin, Dienstag, 29. April 2014, 18:37 (vor 1301 Tagen) @ KAtharina

Liebe Netzis,
ich bin seit dem 17.03. ein "Netzi" mit der folgende Geschichte: Seit meiner Kindheit bin ich auf beiden Augen kurzsichtig. Ich Laufe meines Lebens nahm sie zu, sodass ich heute mit 46 Jahren bei - 8,0 Diop auf dem RA und LA angekommen bin. Nach Aussagen der Ärzte ist dies auch der Grund, warum ich auf dem LA die Löcher in der Netzhaut bekam.
Angefangen hat es in der ersten Februarwoche mit kleinen "Blitzen" auf dem Auge. Meistens nach dem Aufstehen und es kam mir zwar merkwĂŒrdig vor, aber nicht bedrohlich. Es war auch kein richtiges dolles Blitzen, sondern eher so ein Aufhellen im unteren Auge.
Da die seit langem geplannte 3-wöchige SĂŒdafrika Rundreise am 16.02.2014 beginnen sollte, habe ich den Augenarzttermin auf nach dem Urlaub verschoben. Falls es schlimmer werden sollte - dachte ich mir so - kann ich auch in Kapstadt oder Johannesburg in die Augenklinik gehen. Es wurde im Urlaub zum GlĂŒck nicht schlimmer, eher besser, da das Aufblitzen nachließ.
ZurĂŒck in Berlin habe ich eine weitere Woche vergehen lassen, da der Dienstplan es nicht anders zuließ. Jedoch bemerkte ich in dieser Woche einen merkwĂŒrdigen dezenten Schatten im unteren LA. Und da ahnte ich es bereits, dass das kein gutes Zeichen ist.
Am 17.03. ging ich morgens um 08.00 Uhr zum AA. Dieser stellte 2 Löcher in der Netzhaut im LA fest und eine "leichte" Abhebung der Netzhaut bei 11h bis 13h, jedoch war das nach seiner Meinung nach mit dem Laser zu behandeln.
Er hat mir ein Überweisungsschein fĂŒr das Sankt Gertrauden Krankenhaus ausgestellt und ich bin gleich dorthin gefahren. Nach einiger Wartezeit und Vortests hat der AA festgestellt, dass das Auge operiert werden muss, d.h. wahrscheinlich mit einer Vitrektomie und anschliessender GasfĂŒllung. Also nix mit Lasern und so lag ich 4 Stunden spĂ€ter auf dem OP Tisch und wusste eigentlich gar nicht wie mir geschah.

Nach 2 NÀchten im KH kam ich nach Hause und sollte die nÀchsten 14 Tage aufrecht verbringen, sowohl tags als auch nachts. Ich verhielt mich so wie vorgegeben, jedoch bemerkte ich am Abend des 27.03.14 diesmal im LA oben links einen Schatten und eine deutliche Sehverschlechterung. Das Gas war am Tag 10 nach der 1.OP noch zu ca. 30% im Auge. Also bin ich um 20 Uhr wieder ins Sankt Gertrauden KH gefahren und der gerufene Bereitschaftsarzt kam gegen22 Uhr, um mich zu untersuchen.
Er stellte erneute Löcher in der NH fest und eine Ablösung bei 16h. Er entschied, dass ich erst am nÀchsten Morgen operiert werden sollte, da es in der Nacht kein "geeignetes" OP Team bereit steht.
Ich bin also erneut stationÀr aufgenommen worden und wieder in ein 4-Bett-Zimmer. In dieser Nacht bin ich gegen 3 Uhr morgens wach geworden und habe auf dem Auge kaum noch etwas sehen können. Es war so ein Sehen wie durch eine starke Nebelwand. Erschreckend !!
Ich ging zum Schwesterzimmer und der Nachtpfleger hat auf meine Bitte hin den Bereitschaftsarzt zu Hause angerufen, dieser sagte jedoch, ich sollte mich wieder ins Bett legen, da ich eh am nÀchsten Morgen operiert werden soll.
Die OP wurde wieder verschoben, da es einen gynÀkologischen Notfall gab und der OP erst um 12 Uhr frei wurde. So wurde ich gegen 11 Uhr abgeholt und in den OP gebracht
Am nĂ€chsten Tag habe ich erfahren, dass erneut eine Vitrektomie mit GasfĂŒllung durchgefĂŒhrt wurde.
Was mich ĂŒberraschte war, dass sich die Netzhaut nun plötzlich von 11h ĂŒber 3-6h bis 8h abgelöst hatte und Löcher bei 9h,11h, 1h und 3h gebildet hatten. Also wirklich ne Menge und das innerhalb von ein paar Stunden ( ich frage mich die ganze Zeit, ob ein OP in der gleichen Nacht nicht besser gewesen bzw. notwendig gewesen wĂ€re ?)
Ich habe dieses Mal eine Lasercerclage erhalten und als Zugabe gleich die Kunststofflinse, da anscheinend meine Linse bereits vom Gas eingetrĂŒbt war (Cataracta complicata laut OÄ).
Die Sehleistung war nach der 1.OP bei 60% und nach der 2. Ablösung nur noch bei 15% auf dem LA. Auf dem rechten Auge habe ich weiterhin meine 90% mit Sehhilfe.
Nun ist auf dem LA eine Dioptrie von -3,75 und -0,75 HornhautverkrĂŒmmung und auf dem RA weiterhin die -8,0 Dioptrie. Das ist ein sehr merkwĂŒrdiges Sehen. Ich hoffe, dass ich mich daran gewöhne. (Ich habe mir heute ein vorĂŒbergehendes Brillenglas mit -3,75 einsetzen lassen, aber es war vorher fast besser, da aufgrund der Kunststofflinse das Sehen ganz anders ist).

Ich bekam tĂ€gliche Augentropfen gegen die EntzĂŒndung im Auge, also 7x tgl. Kortison und 5x tgl. Antibiotika. Davon stieg dann aber der Augeninnendruck an (bei 28), sodass ich diese Tropfen nach 14 Tage absetzen musste und dafĂŒr 3x tgl. Voltaren und 2x tgl. Asopt gegen den Druck. Nun ist er wieder schön bei 14 und ich kann die Asopt Tropfen bald absetzen.
Die OÄ "drĂŒckt mir die Daumen", dass die NH diesmal dran bleibt, da ich ja ab nun Risikopatient bin.
Meine Sehleistung hat sich aber wieder auf 80% hochgeschraubt und darĂŒber bin ich momentan sehr glĂŒcklich. Was jedoch auffĂ€llt, ist das eingeschrĂ€nkte Sehfeld außen links, anscheinend kommt das von der Lasercerclage ?!

Ich bin nun in der 7.Woche krankgeschrieben und habe keine genaue Ahnung, wann ich wieder zurĂŒck ins BĂŒro kann oder wie es genau weitergehen soll/wird. Ich arbeite als Reiseverkehrskaufmann im Firmendienst und muss tĂ€glich 8 Stunden am PC arbeiten.

Hm, falls ich noch etwas in diesem Bericht vergessen haben sollte, werde ich es nachtragen, aber nun höre ich auf zu schreiben, da die Stunde schon lange
vorbei ist ;-)

Viele GrĂŒĂŸe
Frank

Erfahrungsberichte von MartinB

MartinB, Samstag, 24. Mai 2014, 23:17 (vor 1276 Tagen) @ KAtharina

Liebe Netzis,

meine Name ist Martin und ich bin seit meinem 14. Lebensjahr an einer Netzhautablösung erkrankt. Diese habe ich an meinem rechten Auge. Der Grund dafĂŒr ist unklar, aber es hat sehr wahrscheinlich mit meiner Sportart Judo zu tun.

Bemerkt habe ich von der Krankheit erst gar nicht. Mit 14 Jahren hatte ich eine normale Augenarztkontrolle. Dort hat sich festgestellt, dass meine SehstĂ€rke auf meinem RA unter 30% liegt. Die Ärzte konnten es nicht glauben und haben viele verschiedene Tests mit mir durchgefĂŒhrt, bis diese festgestellt haben, dass ich ein großes Loch an der Netzhaut habe. Ich wurde sofort noch am selben Tag zum Krankenhaus geschickt (Helios, DĂŒsseldorf).

Dort angekommen haben mich viele AugenÀrzte und auch OberÀrzte untersucht, weil es keiner glauben konnte, dass ich eine Netzhautablösung habe, ich war sehr jung. Nach einer Diskussionsrunde unter Ihnen, haben Sie sich entschlossen, eine Plombe in mein rechtes Auge zu pflanzen. Zuvor haben Sie gesagt, dass die Erfolgschancen ziemlich gering waren, da ich noch sehr jung bin und mein Auge noch im Wachstum ist.

Direkt am nĂ€chsten Morgen hatte ich meine Operation. Ich bekam eine Plombe in mein Auge, damit diese die Netzhaut zur richtigen Stelle drĂŒckt. Die Op hat mit einigen Schwierigkeiten gut geklappt. Die Netzhaut liegt stabil, aber das Loch ist immer noch da. So habe ich bis heute (17J.) eine SehstĂ€rke von ca.30% auf dem rechten Auge. Mein linkes Auge hat um die 90%.

Nach der Operation musste ich eine Woche lang stationÀr im Krankenhaus sein. Jeden Tag bekam ich Besuch vom Oberarzt. Zudem musste ich zahlreiche Augentropfen und Augencremes nehmen, die unangenehm waren.Ich hatte auch generell starke Schmerzen, wenn ich mein AUge bewegt habe. Auch nach der Entlassung musste ich mehrere Wochen diese Tropfen/Cremes benutzen.

Zur Zeit habe ich Judo gemacht und nach einer Zeit der Op habe ich 2 Jahre weiter gemacht, bis Herbst 2013. Auf ein Turnier habe ich unglĂŒcklicherweise ein Schlag aufs Auge bekommen. Ich sah verschwommen und hatte Panik. Ich bin mit meinem Eltern sofort zur Notaufnahme gefahren. Doch zum GlĂŒck war alles in Ordnung, die Netzhaut sitzt immer noch stabil.

Januar 2014 hatte ich ein Besuch im Krankenhaus Heidelberg, da dort eine sehr gute Augenheilkunde ist. Ich bin dort hin gereist, um zu wissen, ob es möglich wÀre, meine SehstÀrke zu erweitern oder zu verbessern, aber leider nicht möglich.

Zudem wurde mit bereits gesagt, dass ich viele Berufe und Sportarten nicht mehr ausĂŒben darf. Zum Thema FĂŒhrerschein waren sich die Ärzte unterschiedlicher Meinungen.

Nun habe ich seit Herbst 2013 mit Judo aufgehört, da ich begriffen habe, dass meine Gesundheit wichtiger ist, als ein Hobby. Heute bin ich 17 Jahre alt und suche jeden Tag aufs vergeblichste nach Infos, ob man noch irgendwas machen kann, denn langsam verzweifele ich.

Liebe GrĂŒĂŸe,
Martin

Erfahrungsbericht von Timo

Timo1978, Donnerstag, 04. Dezember 2014, 11:51 (vor 1082 Tagen) @ KAtharina

Hallo Katharina,
ich habe mich,nach einiger Zeit des Mitlesens, nun auch in Eurem Forum angemeldet und wĂŒrde gerne meinen Erfahrungsbericht schicken und hoffe auch ein paar guten RatschlĂ€ge von Personen in der gleichen Situation zu bekommen. Vielen Dank das Du so viel Zeit in dieses Forum steckst.

Meine Netzhautgeschichte begann Ostern 2014. Aus heiterem Himmel, war gerade mit meinen Kindern im Garten am spielen, merkte ich das ich auf meinem rechten Augen im oberen Bereich einen braunen Schimmer hatte. Habe mir erst nichts dabeigedacht und bin auch erst Dienstag nach Ostern zu einem Augenarzt gegangen.
Ich muss dazu sagen das ich aus beruflichen GrĂŒnden in BrĂŒssel/Belgien lebe. Die AugenĂ€rztin stellte recht schnell fest das ich eine Netzhautablösung habe und riet mir mich schnellstens in Krankenhaus nach Leuven zu gehen. Sie rief auch sofort dort an um einen Termin fĂŒr mich zu machen. Innerhalb von 2 Stunden war ich dort und nach einer Wartezeit hatte ich das GesprĂ€ch mit dem Professor und am gleichen Nachmittag wurde ich operiert.
Am nĂ€chsten Morgen war mein Auge schwarz. Es war voller Blut und ich war selbst sehr geschockt als ich in den Spiegel sah. Bei der Nachkontrolle meinte der Professor das er wegen des Blutes die Netzhaut nicht richtig sehen kann, es aber alles ok ist und mich wieder nach Hause schickte. Es wurde mir Gas ins Auge gefĂŒllt.
Zu Hause musste ich regelmÀssig Schmerzmittel nehmen gegen die Schmerzen. Auch meine AugenÀrztin konnt wegen des Blutes nicht korret kontrollieren.
Am 01.Mai , hab es wohl mit den Feiertagen, konnte ich die Schmerzen nicht mehr aushalten, das Auge und die Umgebung war stark geschwollen und ich begab mich zur Notaufnahme nach Leuven. Ein Assistenzarzt schaute sich mit dem UltraschallgerÀt mein Auge an und meinte das sich die Netzhaut erneut abgelöst hÀtte. Die Bilder des Ultraschalls wurden an den Professor an seinen privaten PC geschickt. Nach einer kurzen Weile rief der Professor n und meinte das aich doch bitte am Montag, der 01 Mai war ein Freitag, wieder kommen sollte. Eine solche erneute Ablösung sei nicht unwahrscheinlich und auch normal.
Am nÀchsten Tag bin ich zur Uniklink Aachen gefahren, da der Schmerz immer noch nicht weg war und ich auch von der Aussage "Kommen Sie am Montag wieder" etwas geschockt war.
In der Uniklink Aachen gab es die gleiche Prozedur mit dem Ultraschall und dem Professor der zu Hause war. Der Unterschied war nur das dieser in etwa 15 Minuten im Krankehaus war und ich am gleichen Abend noch operiert worden bin.
Aussage: Ja, erneute Ablösung aufgrund starker Blutungen die die Netzhaut wieder weggedrĂŒckt haben.
Der Professor benutzte ein Wort dafĂŒr, ich glaube es war "explosive" Nachblutung.
Ich bekam eine SilikonölfĂŒllung. Der Professor sagte mir spĂ€ter das ich normalerweise , nachdem er die SchĂ€den im Auge live gesehen hatte, blind sein mĂŒsste. Die Netzhaut war bis zur Mitte abgelöst.
Ich war nicht erblindet und hatte/habe momentan noch 50-60 % Sehkraft.
Im SpĂ€tsommer wurde das Öl wieder abgelassen.
Ich habe immer noch Reste vom Öl im Auge.
Im Oktober wurde bei einer Routinekontrolle festgestellt , das ich einen Augendruck von 50 hatte.
Die Medikamente wurden umgestellt und neben 2 verschiedenen Tropfen, nehmen ich auch noch 1 Tablette Diamox. Obwohl mir der Arzt auf die starken Nebenwirkungen hinwies habe ich momentan noch keine gespĂŒrt.
Ein Tag nach der Einnahme der neuen Medizin, war mein Druck schon wieder auf 28 gesunken.
Kontrollen im November ergaben einen Wert von 23 und 21. Gestern hatte ich einen Wert von 20.
Da ich immer noch Reste vom Silikonöl im Auge habe wurde dies als Grund fĂŒr den Augeninnendruck ausgemacht.
Wahrscheinlich wurde der Druck wieder steigen wenn ich die Medizin absetzen wĂŒrde.
Die AugenĂ€rztin meinte das die SilikonblĂ€schen von alleine verschwinden könnten.Das hörte ich bis jetzt nur von ihr und nicht von den anderen Ärzten. Hat da jemand Erfahrungen mit?
Sollte der Druck nicht verschwinden, muss ich mich wohl einer erneuten OP zur "SpĂŒlung"unterziehen mĂŒssen.
Die OP ist fĂŒr mich nicht so schlimm, allerdings wird das Auge und auch besonders die Netzhaut mit jeder weiteren OP mehr gereizt und instabiler.

Ich habe hier im Forum viel von den Kliniken in Heidelberg und MĂŒnchen als die Referenz in Deutschland gelesen.
Gibt es schon Erfahrungen mit der Aachener Klinik? Habe mich bis jezt dort gut beraten und wohl gefĂŒhlt.

Das ist erstmal mein Bericht. FĂŒr ein kurzes Feedback zu meinen Fragen wĂŒrde ich mich sehr freuen.

Vielen Dank

Timo

Erfahrungsbericht von nussbaum0811

nussbaum0811, Mittwoch, 04. MĂ€rz 2015, 18:32 (vor 992 Tagen) @ KAtharina

Hallo Leute,

Netzhautablösung festgestellt linkes Auge Augenklinik B.Ro.
O.P 10. Okt. 2011 in MĂŒnster (Franziskus)
2. O.P. April 2012 in MĂŒnster (Franziskus)
3. O.P. Mai 2012 in MĂŒnster (Franziskus)
Seit der Zeit Oel im Auge
Augentropfen Cosopt, Monoprost
Oelentfernung 13.2.2015 Augenklinik B.Ro.
Sehkraft auf dem O.P-Auge ca. 20 Prozent
Irgendwie geht es weiter..
Nicht den Kopf hÀngen lassen.
Ach ja hab vergessen, Rechts Sehkraft 90 %

Erfahrungsbericht von Yvonne-M.

Yvonne-M. @, Dithmarschen (S-H), Donnerstag, 19. MĂ€rz 2015, 20:01 (vor 977 Tagen) @ KAtharina
bearbeitet von Yvonne-M., Donnerstag, 19. MĂ€rz 2015, 20:57

Hallo liebe Netzis!

Ich bin vor ein paar Tagen auf diesem Forum gestoßen, als ich im Netz mich ĂŒber das Thema Netzhautablösung informieren wollte. Nun bin ich auch hier!

Ich heiße Yvonne, bin 47 Jahre alt, seit Kindheit kurzsichtig und eine HornhautverkrĂŒmmung (Stand Nov. 2013: RA -3.75 / LA -3.50), am 04. MĂ€rz 15 bekam ich ĂŒberraschend die Diagnose zu wissen:
RA rhegamatogene Amotio retinae mit Makulabeteiligung (Löcher und 2 Risse),
LA degenerative Netzhautareale (3 Löcher).

Ein paar Tage, das Wochenende zuvor, bemerkte ich, dass meine Sehkraft auf dem rechten Auge nach gelassen hatte, dazu einen grauen Vorhang und schwammiges Sehen. Die Symptome kamen relativ schnell, zuvor hatte ich keine Beschwerden.
Am 03. MĂ€rz kontaktierte ich den AA und bekam fĂŒr den nĂ€chsten Tag einen Termin und die Diagnose zu wissen. Mit Sehhilfe hatte ich auf dem LA 100 % und auf dem RA 30 % Sehleistung.
FĂŒr den 05. MĂ€rz wurde mir ein OP Termin in der naheliegenden Augenklinik erteilt, die auch einen guten Ruf hat. Beide Augen wurden behandelt. Am darauf folgenden Tag untersuchte mich die Augen-Chirurgin, die mich operierte, meinte, es sei eine recht komplizierte OP auf dem rechten Auge gewesen, sie sei mit dem heutigen Ergebnis nicht zufrieden, da sich neben einer der Plomben die NH wieder leicht anhebt. Sie vermutete ein weiteres Loch, nur durch Einblutung und altersentsprechenden Pigmentflecken konnte sie kein Loch finden.
Ich durfte den Tag die Klinik verlassen, aber mit dem Vermerk, es wird womöglich ein Wiedersehen geben.
Am 09. MĂ€rz musste ich zu meinem AA zur Kontrolle, der mich wegen der NH-Anhebung, die wohl zugenommen hatte, vorsorglich wieder in die Klinik schickte. Zur Beobachtung blieb ich 3 NĂ€chte. TĂ€glich wurde mein rechtes Auge mehrmals von 3 Chirurgen grĂŒndlich untersucht, aber es war sehr schwierig, wie schon erwĂ€hnt, ins Auge einzusehen. Es könnte aber auch eine Verzögerung sein, bis sich die NH anlegt, ist selten, kann aber vorkommen, laut der Chirurgin. Ein OCT und ein Ultraschall wurden noch veranlasst, die die Anhebung deutlich zeigte.
Bis mittags musste ich tĂ€glich nĂŒchtern bleiben, bis sich die 3 Chirurgen beraten hatten, ob sie einen weiteren Eingriff unternehmen wollen, was sie ungern tun wollten, mit der Hoffnung, die NH legt sich von allein wieder an.
Da sich die NH nicht weiter angehoben hatte, durfte ich nach dem dritten Tag wieder gehen, mit dem Hinweis, sofort zu erscheinen, wenn sich mein Sehen verschlechtert oder andere Beschwerden auftreten.
Gestern, 18. MĂ€rz, war ich zur vereinbarten Kontrolle in der Klinik. Ein weiteres OCT wurde unternommen, sowie die Sehleistung gemessen. Das OCT und die Untersuchung zeigten, dass sich die NH leicht, aber deutlich in die richtige Richtung begibt, die Sehleistung lag nun bei 25 %. Ich bekam zu hören, dass es dauert, bis sich die Sehleistung erholt, aber ganz zurĂŒckkommen wird sie nicht, wegen der Makulabeteiligung.
Den nÀchsten Termin zur Kontrolle in der Klinik habe ich Ende nÀchster Woche.

Da mich der schnelle erste Termin, am 03. MÀrz, beim AA ein wenig stutzig machte, habe ich den Abend zuvor im Netz meine Symptome eingegeben, bin bei Netzhautablösung hÀngen geblieben und hatte mich schon auf das Schlimmste vorbereitet, es war eine schlaflose Nacht. Die Diagnose vom AA hat mich nicht wirklich dadurch umgehauen.
Es ist fĂŒr mich natĂŒrlich ein Hoffen und Bangen, ob sich meine SehschĂ€rfe wieder einigermaßen erholt. Dieses GefĂŒhl kennen natĂŒrlich hier alle Netzis, das muss ich ja eigentlich nicht erwĂ€hnen. Und da ich hier schon einige Berichte von Euch gelesen habe, geht es hier vielen viel, viel schlechter!


Eine sehr gute Freundin schrieb mir per SMS:

Kopf hoch! Sonst wirst Du nie sehen können, wer Dir zulÀchelt!


Ich versuche mich an diesen Satz zu halten und den Satz möchte ich an Euch Netzis weitergeben, auch wenn es manchen sehr schwer fallen wird!

Herzliche GrĂŒĂŸe aus Norddeutschland
Yvonne

Erfahrungsbericht (Fortsetzung) von Yvonne-M.

Yvonne-M. @, Dithmarschen (S-H), Montag, 30. MĂ€rz 2015, 12:46 (vor 966 Tagen) @ Yvonne-M.

Fortsetzung: RA rhegamatogene Amotio retinae mit Makulabeteiligung.

Am 19.03.15 hatte ich in der Augenklinik einen Kontrolltermin.
Meine Ärztin, die mich operierte, hatte Urlaub, so dass eine andere Ärztin mein rechtes Auge untersuchte.
Da ich ihr berichtete, dass ich seit einigen Tagen regelmĂ€ĂŸig einen tĂ€glich Kugelblitz oberhalb des Sehfeldes sehe, der von innen nach außen verlĂ€uft, und seit 2 Tagen immer mal wieder Doppelbilder (in der Ferne – rechtes Auge - vertikal), bekam ich ein weiteres OCT.
Es war zu sehen, dass die zuvor befindliche FlĂŒssigkeit unter der Netzhaut resorbiert war, aber an dieser Stelle sich eine Falte in der Netzhaut gebildet hatte, vermutlich dadurch meine genannten Beschwerden. Sie setze mir danach eine Kontrollbrille auf, wo man die passenden ProbeglĂ€ser einsetzt (weiß leider nicht wie sich das Teil nennt) und die Doppelbilder an der Lichttafel verschwanden, wo die Ärztin vermutet, dass es an meinem jetzigen Brillenglas liegt, aber es wĂ€re zu frĂŒh, um mir jetzt schon neue BrillenglĂ€ser zu verpassen.
Unteranderem war eine leichte Einblutung zu sehen und die Makula sei angeschwollen.
Ende nĂ€chster Woche soll meine Ärztin, wenn sie zurĂŒck ist, einen Blick auf die Netzhautfalte und der Makula werfen und entscheiden, ob etwas dagegen unternommen werden muss.
Mein jetziger Visus betrÀgt 0,20. Nach knapp 4 Wochen der OP ist noch keine Besserung der SehschÀrfe in Sicht, die SehschÀrfe hat sich eher leicht verschlechtert.

Einen lieben Gruß aus Norddeutschland
Yvonne

Erfahrungsbericht Lupo

Lupo, Mittwoch, 13. Mai 2015, 19:18 (vor 922 Tagen) @ KAtharina

Liebe Netzis,
bei mir ging das so los: ich hatte bei seitlichen Kopfbewegungen plötzlich einen sichelartigen Lichtbogen im linken Sichtfeld des rechten Auges. Bin daraufhin sofort zur Augenarzt gegangen. Diagnose: "Die Untersuchung des Augenhintergrundes ist völlig ok. Gehen Sie mal zum Internisten, das Auge ist in Ordnung!" Das kam mir komisch vor, und ich bin zu einem anderen Augenarzt gegangen. Der sagte mir: "Mit 60 Jahren sind diese optischen PhĂ€nomene auf die altersbedingte Schrumpfung des Glaskörpers zurĂŒck zu fĂŒhren. Das ist normal und harmlos!" Das hat mich beruhigt - leider! Dass ich den beschwichtigenden Fehldiagnosen geglaubt habe, nehme ich mir selbst sehr ĂŒbel! Plötzlich war nĂ€mlich 1/3 des Sehfeldes im rechten Auge halbkreisförmig komplett grau!! Bin sofort nach HH-Barmbek gefahren, und ich wurde sofort operiert: Netzhautablösung!!! Glaskörper wurde entfernt, Netzhaut wieder befestigt, Linse ausgetauscht und Gas reingepumpt.

Ich bin weder stark kurzsichtig (1,5 und 1,0) noch hatte ich jemals im Leben besondere Augenprobleme.

Nun ist die OP 3 Wochen her. Ich bin zunĂ€chst einmal sehr dankbar, dass die Augenchirurgen das Auge ĂŒberhaupt retten konnten - das war sehr knapp, denn das Sehzentrum war noch nicht betroffen, und die Op unter örtlicher BetĂ€ubung in 30 Min. war nach meinem Empfinden leicht wegzustecken.

Die Gasblase ist verschwunden, und ich kann auf dem rechten Auge ĂŒberhaupt noch sehen! Nervig ist allerdings eine Verzerrung im Sichtbereich der operierten Netzhaut: im unteren linken Drittel kippen die horizontalen Linien leicht nach unten. Da der abgelöste Bereich der Netzhaut rechts oben war, vermute ich eine Falte in der NH-Tapete beim "Antackern" der Netzhaut. Der Augenarzt meint, dies könne auch eine Schwellung als Folge der OP sein.

Falls jemand mit dieser Linien-Verzerrung in der Optik Erfahrung hat, wĂ€re ich fĂŒr einen Beitrag sehr dankbar, denn das beunruhigt mich doch sehr!

Fazit: Pappnasen gibt es leider ĂŒberall - und eben auch bei den Ärzten mit ihren Diagnosen.

Ergo: Blindes Vertrauen kann uns blind machen!!! Sowohl in der Politik als auch in der Medizin.

Aber es gibt zum GlĂŒck auch noch die "Guten", die dann noch das Beste aus dem Mist ihrer Kollegen machen. Und denen bin ich sehr, sehr dankbar!!! Sonst wĂ€re ich jetzt ein Cyklop...

Liebe GrĂŒĂŸe
Lupo

Erfahrungsbericht

Nicko @, Sonntag, 31. Mai 2015, 08:25 (vor 904 Tagen) @ KAtharina

Hallo Gemeinde,

ich bin 25 Jahre jung und habe bereits zwei Netzhautablösungen hinter mir. Beim ersten mal im Alter von 15, was sich nur durch Zufall herausstellte. Ein Besuch beim Optiker zeigte mir, das mit dem rechten Auge etwas nicht stimmen kann. Schnell zum Augenarzt und die erschreckende Nachricht: Netzhautablösung. Ja was ist das eigentlich? WÀhrend man sich leicht in einem Schockzustand befindet, der schlimmer wird wenn man die Fakten erzÀhlt bekommt, soll man auch alle wichtigen Infos aufnehmen.
Die erste OP mit der ÖlflĂŒssigkeit gut ĂŒberstanden, auch die zweite zum entfernen war kein Problem. So jetzt steht man da mit 15, vom Leben keine Ahnung und soll kĂŒrzer treten bei so ziemlich allen. Wobei ich sagen muss das die AufklĂ€rung durch die Ärzte an dieser Stelle eher mager war. Mit der Zeit beginnt das Vergessen, wenn man keinerlei Beschwerden hat. Nicht im Ansatz irgendwelche Lichter, Blitze oder komischen GefĂŒhle gehabt im betroffenen Auge.
Jahrelang habe ich gut gelebt. Ein wenig Sport, in den Urlaub fliegen, einen schönen Beruf im Vertrieb fĂŒr IT und letztes Jahr, im Alter von 24 schlĂ€gt das Schicksal wieder zu. Die zweite Netzhautablösung. Ich bemerkte die Blitze sofort und wĂ€hrend ich gegenĂŒber der Familie noch nichts sagte, wusste ich es instinktiv sofort. Der Arzt den ich sogleich aufsuchte bestĂ€tigte leider mein GefĂŒhl und es ging direkt wieder in die Klinik. Die Gasvariante wurde gewĂ€hlt und es war relativ ungemĂŒtlich dieses mal. Nach der OP musste ich oftmals Schmerztabletten nehmen da ich starke Kopfschmerzen hatte, vor allem rund ums Auge. Die acht Wochen Krankenschein kamen mir wie eine Ewigkeit vor. Nichts tun und auf der linken Seite liegen, damit das Gas die betroffene Stelle optimal abdeckt. Nach ein paar Tagen schmerzt alles vom vielen Liegen.
Seit dem ist ein Jahr vergangen und meine Sehkraft ist bei sagenhaften 10% auf dem rechten Auge. Ab und an sehe ich ungewöhnliche helle kleine Blasen durchs Auge wandern. Auch das linke Auge scheint zu leiden. Immer wieder fĂŒhlen sich meine Augen ĂŒberanstrengt. Das greifen nach besonders kleinen Dingen fĂ€llt mir manchmal schwer, da ich gar nicht genau die Entfernung einschĂ€tzen kann. Im Grunde will ich mich aber nicht beschweren, solange das linke noch seinen Dienst tut.
Ich gehe regelmĂ€ĂŸig zum Augenarzt und hier wird auch akribisch jede Stelle der Netzhaut im linken wie im rechten Auge abgesucht. Das beruhigt mich immer sehr, da ich mich gut behandelt fĂŒhle. Aber die Angst ist grĂ¶ĂŸer als je zuvor das Augenlicht zu verlieren. Seit dem BeschĂ€ftige ich mich intensiver mit Vorbeugungsmaßnahmen. Es ist zum verrĂŒckt werden, wenn man den Grund nicht kennt. Ich hoffe sehr das sich noch einiges in der Forschung tun wird.

Viele GrĂŒĂŸe
Nicko

Erfahrung mit NHA seit 2003

sheila, Montag, 01. Juni 2015, 12:24 (vor 903 Tagen) @ KAtharina

Hallo Zusammen,
erst mal kurz zu mir: heisse Sheila, bin 40J.alt und seit meiner Kindheit kurzsichtig.
Angefangen hat alles in 2003, da kam die erste NHA am LA. Aufgefallen ist es mir, weil urplötzlich die HÀlfte von meinem Sichtfeld dunkel war. Also ab zum AA, der Diagnose gestellt und ab ging es in die AK Kassel. Klar, OP mit Cerclage, Gas und Vereisen. Auf dem Zimmer hing ich dann am Tropf mit einem Mittel drin, um den Augendruck zu verringern. Mir wurde gesagt, das mir davon aber schlecht !!! werden könnte. Was es auch wurde! Erst fing mein Auge an zu bluten und danach lag ich im Bad und habe mir die Seele aus dem Leib gek...! Die Schmerzen waren der Oberhammer, in den darauffolgenden 4 Tagen wurde ich schön mit Spritzen weggebeamt. Aber trotz allem, OP gut verlaufen. Nur meine Kurzsichtigkeit wurde schlechter.
Dann 6 J. Ruhe. 2009 wieder das LA, bin diesmal gleich in die Klinik gefahren und sofort operiert worden. Diesmal nur Laser, Vereisen und Gas. Heilung verlief gut und schnell. Dann wieder 6J. Ruhe. Jan. 2015 hab ich nur nen kleinen dunklen Punkt im LA gesehen, sofort wieder AK Kassel und was fĂŒr ein GlĂŒck, war nur ein Loch. Ist innerhalb einer Woche 2x gelasert worden, aber zum GlĂŒck keine erneute NHA. Und nun kam der 21.05.2015. Merke im laufe des Tages, das ich nen Knick im Sichtfeld des RA habe. Mittlerweile Abend, wieder ab in die AK Kassel und wie sollte es auch anders sein: NHA. NĂ€chster Morgen gleich OP mit Gas. Und nun sitze ich daheim, krank geschrieben und warte darauf, das es verheilt. Gas ist etwas mehr zur HĂ€lfte raus, AA meint, bisher sieht es gut aus. Was ich weiss, es wird wohl definitiv nicht meine letzte NHA sein. Trotzdem versuche ich alles positiv zu sehen, es bleibt mir ja auch nichts anderes ĂŒbrig! Ich freue mich einfach, das ich mit Brille und Kontaktlinsen ĂŒberhaupt noch sehen kann und nicht blind bin. Mittlerweile ist mein LA bei -8,5 und mein RA war vor OP bei -5,5. Und nachdem was ich hier so gelesen habe, bin ich damit noch echt gut bedient. Aber trotz allem, lasst euch nicht unterkriegen!!!

Erfahrungsbericht von Blumi

Blumi, Dienstag, 01. September 2015, 14:45 (vor 811 Tagen) @ KAtharina

Hallo Katharina,

ich bin Neueinsteiger im Forum und habe schon einige interessante Artikel gelesen. Dies hat mich ermutigt, meine Geschichte zu erzÀhlen.

Im November 2014 suchte ich den AA auf, um abklĂ€ren zu lassen, was es mit den "schwarzen Punkten" auf sich hat, die ich immer besonders dann gesehen habe, wenn ich in helle HintergrĂŒnde gesehen habe.

Nach grĂŒndlicher Untersuchung durch den AA (die Igelleistungen wurden kritisch diskutiert und nicht in Anspruch genommen) hat er GlaskörpertrĂŒbungen diagnostiziert und den Verdacht auf ein Loch am Rande der Netzhaut geĂ€ußert. Dies sollte durch eine Untersuchung in einer nahegelegenen Augenklinik abgeklaert werden. Der Untersuchungstermin wurde von der Praxis mit der Klinik auf Dezember 2014 (nach 4 Wochen) vereinbart. Dort hat man dann als Diagnose eine "Ablatio rtinae mit Netzhautriss, Periphere Netzhautdegeneration und eine Cataracta nucklearis senilis" festgestellt.
Es wurde eine Pars-plana-Vitrektomie ohne chir. Manipultion der Netzhaut mit einer Silikonölimplantation, die Fixation der Netzhaut durch Cerclage, die Phakoemulsifikation ĂŒber kornealem Zugang mit EinfĂŒhrung einer kapselfixierten monofokalen Hinterkammerlinse und eine Laser-Retinopexie durchgefĂŒhrt.

Nach der Operation, die ohne Komplikationen verlaufen ist, wurde eine SehfĂ€higkeit mit UntestĂŒtzung einer Fernbrille von 50-60 v.H. festgestellt. Dies sowohl von den Ärzten in der Klinik, meinem Augenarzt und auch vom Optiker, der mir Anfang 2015 eine provisorische Fernbrille fertigte. Im Februar 2015 verschlechterte sich dann mein Sehvermögen bis auf unter weniger als 5 v.H.. Es hatte sich zwar ein Nachstar gebildet. Die TrĂŒbungen wurden aber nicht als so gravierend eingestuft, dass damit die verminderte SehefĂ€higkeit begrĂŒndet werden konnte. Inzwischen wurde im April 2015 das Silikonoel entfernt. Die SehfĂ€higkeit konnte aber nicht mehr verbessert werden. Auch eine inzwischen durchgefĂŒhrte OCT-Untersuchung und Fluoreszenz-Angiographie brachten keine AufklĂ€rung. Die Befunde wurde insgesamt als hervorragend beschrieben. Es wĂ€re nicht zu erklĂ€ren, warum ich nicht annĂ€hernd wieder die SehfĂ€higkeit, wie nach der Operation, erreicht hĂ€tte. Jetzt soll durch ein MRT und evtl. einer Duplexuntersuchung festgestellt werden, ob es andere GrĂŒnde gibt. Die eine ErklĂ€rung fĂŒr den vorliegenden Befund geben könnten.

Liebe GrĂŒĂŸe

Blum

Erfahrungsberichte von UlisĂŒd

ulisĂŒd, Montag, 12. Oktober 2015, 09:33 (vor 770 Tagen) @ KAtharina

Im Dezember 2011 hatte ich eine großflĂ€chige Netzhautablösung am rechten Auge mit 47 Jahren. Klassische Risikopatientin: immer schon stark kurzsichtig (-14 Dioptrien) und im Jahr zuvor wegen grauem Star an beiden Augen operiert. Wegen den bekannten "Blitzen" bin ich zum Arzt gegangen - vier Löcher, die gelasert werden konnten. Zwei Wochen spĂ€ter dann ein "schwarzer Vorhang" von der Außenseite her:Nun war die Netzhaut an neun Stellen gerissen und hatte sich abgelöst. Vitrektomie, Kryo, Gastamponade.
Fantastische Ärzte in der Freiburger Augenklinik.
Danach noch einmal ein Loch.
Ich habe unheimlich GlĂŒck gehabt - ich kann gut wieder sehen, auch wenn mein Gehirn sich nicht an die "schwarzen Stellen", das Narbengewebe gewöhnen kann. Die Angst ist immer geblieben - stĂ€ndiges schlechtes Gewissen, wenn ich schwer hebe (als alleinerziehende Mutter nicht vermeidbar), Sport mache und vor allem beim Lesen - nicht nur unverzichtbar fĂŒr meinen Beruf, sondern auch mein Hobby.
Vor einer Woche die Hiobsbotschaft: Ein neues GerĂ€t, das den Augenhintergrund vermisst und auf dem klar erkennbar ist, dass der Glaskörper die Netzhaut abhebt. Der AA "Da ist ganz schön Zug drauf. Aber da warten wir mal ab." Jetzt weiß ich, was Damoklesschwert bedeutet...

Erfahrungsbericht Hakan #1

Hakan, Dienstag, 27. Oktober 2015, 14:16 (vor 755 Tagen) @ KAtharina

Hallo liebe Netzis!

Ich hatte erst vor zwei Wochen eine Netzhautablösung (11-12 Uhr) im rechten Auge und bin froh hier auf dieses Forum gestoßen zu sein. Nun, ich will mal ganz von vorne anfangen und meine Erfahrungen teilen.

Ausgangssituation:
Ich bin 48 Jahre alt und arbeite rund 80% meiner Arbeitszeit in einem KonstruktionsbĂŒro an einem CAD Arbeitsplatz (3 Monitore). Zudem habe ich seit meiner Kindheit eine Kurzsichtigkeit, was mit -6,50 seit mehr als 15 Jahren stabil geblieben ist. Auch seit 15 Jahren trage ich weiche Kontaktlinsen. Eine Arbeitsplatzbrille war wegen der schleichenden Alterskurzsichtigkeit und der besonderen Beanspruchung der Augen durch den Graphik-Arbeitsplatz eigentlich schon vor mehr als drei Jahren fĂ€llig, die ich allerdings einen Tag vor der NHA bekommen hatte.

Hergang:
Etwa 1 Woche bevor es passierte, sah ich drei fast aufeinander liegende schwarze Punkte, wobei der mittlere eine rötliche Korona aufwies. Nun, innerhalb drei Tage verschwanden die Punkte auch fast vollstĂ€ndig. Ich dachte, dass ich wohl zu lange in die Sonne geschaut oder stark geblendet wurde. Also wozu zum Augenarzt gehen? Da ich seit Jahresanfang drei neue Kollegen einarbeite, einige Überstunden, hĂ€ufig das Mittagessen vergesse, kurzum mega viel Stress im Job habe, verbrachte ich um so mehr durchgĂ€ngig Zeit am Bildschirm. Das entstehen der Löcher kann ich mir nur wegen des Alters, der Kurzsichtigkeit und zudem der Augentrockenheit wegen langes hinsehen auf die Monitore erklĂ€ren, was auch die gĂ€ngige BegrĂŒndung im Internet wĂ€re. Eine fundierte Aussage erhĂ€lt man allerdings nirgends. Es ist fĂŒr mich aber die naheliegende Vermutung. Denn ein mechanisches Einwirken kann ich ausschließen.

Zwei Tage vor der NHA ist mir erst aufgefallen, dass ich im rechten Auge einen leichten Film vor dem Sichtfeld sehe, der hĂ€ufig kam und auch wieder verschwand. Habe mir dabei also keine großen Gedanken gemacht. Ich dachte sogar, es seien die Kontaktlinsen, die noch vor den zwei Wochen verschmutzt sind. Ich war an diesem Tag wieder sehr großem Stress ausgesetzt. ZufĂ€lligerweise hatte ich in meiner Schublade noch ein paar Einmal-Ohrstöpsel, die ich zu meiner eigen Ruhe einsetzte. Sowas habe ich zuvor nie gemacht. Dadurch konnte ich in Ruhe an meinen PlĂ€nen weiterarbeiten.

Am Tag der NHA brachte ich sogar meine neue hĂŒbsche Arbeitsplatzbrille mit, welche der Arbeitgeber mir spendiert hatte. Na toll, dachte ich wieder, als die rechte Seite leicht betrĂŒbt war und ich gestresst wieder an den Bildschirmen durchgehend arbeitete. Die Brille schaffte am rechten Auge leider keine Abhilfe. Gegen Mittag etwa erklĂ€rte ich meinen Kollegen noch, das sich meine Sicht irgendwie verschlechtert habe und sie bitte nicht nerven sollen, da zu Feierabend einige PlĂ€ne fertig gemacht werden mĂŒssten. Gegen 16 Uhr sah ich im rechten Blickfeld dann punktbesetzte Rauchschwaden, was mich bewog, endlich meinen Hintern zum Arzt zu bewegen.

Augenarzt/OP:
Am Mittwoch Abend allerdings hatte meine AugenĂ€rztin schon Feierabend gemacht und so ging ich zur NotĂ€rztlichen Praxis, die nach meiner Beschreibung hin eine AugenĂ€rztin anforderten. Sie wusste sofort was passiert war. GlaskörpervertrĂŒbung! Sie ĂŒberprĂŒfte aber nochmal, wo eine NHA vorlag. Mit einem roten Brief zur Krankenhaus-Noteinweisung schickte sie mich gleich ans UKE hier in Hamburg.

Dort angekommen und nach einer Untersuchung haben sie mich dann gleich dort behalten und am nĂ€chsten Tag wurde nach einer kleinen AufklĂ€rung, leeren Magen und welche Methode man anwenden wĂŒrde, operiert. Es sollte Gas ins Auge kommen, da die Ablösung im hinteren Bereich Oben lag. Das Plomben Verfahren kam nicht in Frage, weil die Stelle zu weit hinten lag, so die Aussage.. Also, Traum ausgesucht, "klick", ausgeschaltet mit Vollnarkose und wieder ohne Erinnerungen erwacht... Tja, da war das Auge dann auch verbunden. Es tat nichts weh, nur mein Bewusstsein torkelte noch etwas. So wurde ich wieder in mein Zimmer geschoben.

Vier Tage verbrachte ich zur Beobachtung noch im UKE, wobei ich wegen der Lagerung des Auges immer auf dem Bauch schlafen und stets nach unten schauen musste. Starke RĂŒckenschmerzen waren die Folge... Der Grund hierfĂŒr war, dass das Gas nach oben schwebt und somit die Netzhaut an die Stelle drĂŒckt, damit sie wieder gut anwachsen kann. Lesen durfte ich nicht, nur ab und zu mal Mails auf dem Tablett checken war OK. So nett und professionell sie im UKE waren, fiel mir die Decke sobald auch auf den Kopf. DafĂŒr hat man aber soziale Kontakte geschlossen, was sehr lustig war, weil ja fast alle an der gleichen Sache litten. Einem 86 jĂ€hrigen Baba konnten wir die Angst vor der OP nehmen. Der Aufenthalt war schon ein nettes Erlebnis. Nach meiner Entlassung aus dem UKE durfte ich noch eine weitere Woche das Auge nach unten lagern und muss fĂŒr die nĂ€chsten drei Wochen Dexagenta Tropfen und das Vitagel nehmen. Die Atro Tropfen habe ich nach einer Woche absetzen dĂŒrfen.

Erfahrungsbericht Hakan #2

Hakan, Dienstag, 27. Oktober 2015, 14:17 (vor 755 Tagen) @ Hakan
bearbeitet von Hakan, Dienstag, 27. Oktober 2015, 14:30

Notwendig:
Also bin ich auch gleich wegen der ArbeitsunfĂ€higkeit zu meiner AugenĂ€rztin gegangen, die mich zunĂ€chst fĂŒr zwei Wochen, solange das Gas im Auge ist, ArbeitsunfĂ€hig schrieb. Nach einer Woche, also heute hatte ich eine Nachuntersuchung. Das Gas sei noch zu ca. 25% vorhanden, weshalb das Sichtfeld noch etwas trĂŒbe ist. Außerdem hat das Auge nun eine Dioptrie von -7,00. Alles andere sieht sehr gut aus. Sie erwĂ€ge mich allerdings noch fĂŒr weitere Wochen ArbeitsunfĂ€hig zu schreiben, denn das Auge brauche die nötige Ruhe damit die Netzhaut an den entsprechenden Stellen im Auge anwachsen könne.

Hoppla! Ich, der stets versucht sein Bestes im Job zu geben, soll jetzt fĂŒr Wochen ausfallen? Gewisse Ängste und Fragen bauen sich auf... So what? Es geht hier um die Gesundheit, das Augenlicht! ...Mensch!

Meine Situation mit dem CAD Arbeitsplatz kennt die Ärztin und empfahl mir mit der Krankenkasse abzuklĂ€ren, ob es spezielle Eingliederung-Programme gĂ€be oder etwas dagegen sprĂ€che, mich bis Jahresende stufenweise dem Arbeitsplatz einzugewöhnen. Die Krankenkasse gab mir eben gerade grĂŒnes Licht. Das heisst beim nĂ€chsten Termin wird die AugenĂ€rztin einen Plan aufstellen, wo ich Anfangs wenig, dann vielleicht halbtags arbeite, bis dann die volle Eingliederung innerhalb der nĂ€chsten Wochen auf 100% erfolgen kann.

HĂ€tte sie mich nicht darauf hingewiesen, wĂ€re ich zwar mit gewissen Ängsten an den Arbeitsplatz zurĂŒckgekehrt, hĂ€tte aber wie bisher weitergemacht. Sehr wahrscheinlich ein fataler Fehler. Als Arbeitnehmer hat man je nach Situation diverse Möglichkeiten die man der Gesundheit wegen ausschöpfen sollte. Langfristig ist dies ja auch im Interesse des Arbeitgebers. Denn was nĂŒtzt ihm ein Mitarbeiter, der in KĂŒrze evtl. gĂ€nzlich ausfĂ€llt? Also, hier ist falsche Scham oder Ängste bezĂŒglich des Arbeitsplatzes nicht angebracht, sondern nur Ehrlichkeit zu sich selbst, damit die Genesung bestens erfolgen und somit der Arbeitsplatz langfristiger gesichert bleiben kann.

Ich werde gleich in der Firma anrufen und die Situation mitteilen. Ich kann jedem empfehlen, die Situation seiner Krankheit ernst zu nehmen und die Möglichkeiten die der Gesetzgeber einem gibt zu nutzen. Denn ich las an mehreren Stellen im Internet, dass viele Menschen bezĂŒglich des Arbeitsplatzes Ängste hegen und sich lieber aufopfern anstatt die angebotene Hilfe, hier die stufenweise Eingliederung zu nutzen. Mir ergeht es im Moment ja nicht anders... Die Decke fĂ€llt mir jetzt auch schon wieder auf den Kopf. Mein Hausarzt meinte allerdings, dass ich ausgiebige SpaziergĂ€nge machen soll um auf andere, wichtigere Gedanken zu kommen. Denn vor einiger Zeit hat er mir ein MĂŒdigkeitssyndrom attestiert. Das ist aber ein anderes Thema....

Ich hoffe dass ich mit diesem Beitrag neuen Netzis ihre Ängste nehmen und damit evtl. aufkommende Fragen beantworten kann. Denn das lesen der bisherigen Erfahrungsberichte der anderen hatte mir zumindest seelisch sehr geholfen. Vielen Dank an Katharina fĂŒr dieses Forum und gute Besserung an alle Netzis an dieser Stelle!

Erfahrungsbericht Roland

rost1956rost, Montag, 16. November 2015, 17:25 (vor 735 Tagen) @ KAtharina

Ich schrieb im Juli 2015 :

Ich hatte im Januar 2015 mouches volantes und Rußflug um RA. Ein Besuch beim Augenarzt ergab zunĂ€chst mal keine Probleme mit der Netzhaut. Kein Loch erkennbar.Ich bin bereits vor 25 Jahren schonmal gelasert worden.
4 wöchige Kontrollen ergaben keine VerĂ€nderungen, obwohl ich einen Sehverlust bemerkt habe. Refraktion im RA ist -5.00 -1.00 26 . Bei letzter Kontrolle bei meinem AA wurde ein massives Cystisches Ödem der neurosensorischen Netzhautschicht bei epiretinaler Gliose festgestellt - zudem ein Loch in der Netzhaut welches per Lako sofort umstellt wurde - Kontrolle heute ok. Mein AA rĂ€t zu einer PPV - der Oberarzt im Klinikum meinte , man mĂŒsse ĂŒberlegen ob man dieses Fass schon aufmache -- Ich habe aktuell noch 40 % ( vorher 80 % ) auf dem RA und 90 % auf dem LA - das Beschwerdebild gilt aus mĂ€ĂŸig , allerdings habe ich betrĂ€chtliche EinschrĂ€nkungen an meinem Arbeitsplatz ( viel Bildschirm und Autofahrten ) Ich fĂŒhle mich nicht unsicher, aber muß nachfixieren - Das Auge fĂŒhlt sich immer " verschmutzt an ".

Aus dem Chat erfolgten dann einige RatschlĂ€ge und Meinungen. Nach Einholung von drei versch. Ă€rztlichen Meinungen, weiterer Verschlechterung des Visus, mehrerer neuer Löcher und nach Diagnose einer sehr ausgeprĂ€gten Gliose entschloß ich mich eine PPV mit Netzhautpeeling durchfĂŒhren zu lassen. Arbeiten am PC war nur noch mit Schwierigkeiten machbar. Autofahren hatte ich freiwillig eingestellt. Die Operation erfolgte Mitte Juli 2015 in Oldenburg unter Vollnarkose - 5 Tage stationĂ€rer Aufenthalt. Entgegen vorheriger Lage wurde die Katarakt-OP nicht gleichzeitig durchgefĂŒhrt. Kurz vor der OP wurde entschieden, damit noch zu warten, da die Linse noch sehr gut war. Die OP dauerte sehr lange. ZurĂŒck auf der Station wurde sehr sorgfĂ€ltig ĂŒber Lagerung, Tropfen etc. aufgeklĂ€rt. Auch der Oberarzt schaute abends nochmals vorbei. StĂŒndlich wurde getropft. OP Vorb. Pads - Zugang behielt ich noch. Morgens bei der Visite wurde eine Fibrinreaktion festgestellt, die mit Cortison behandelt wurde. Das Auge wurde mit Gas ( C3F8-Gas-Tamponade )gefĂŒllt. Eine weitere OP war ( vorerst ) nicht notwendig. Nach 5 Tagen und zahlreichen Untersuchungen wurde ich entlassen, mit guter Netzhautanlage. Die Sicht war zu diesem Zeitpunkt ernĂŒchternd, aber wohl nicht anders zu erwarten; Gas im Auge - Pupille weit geöffnet. Ich hatte mich darauf eingerichtet, das ich so 14 Tage das Gas im Auge habe und nicht arbeiten kann. Nach 4 Wochen keine Verbesserung des Visus. Ich war sehr frustriert. Ein schnell fortschreitender Star wurde diagnostiziert, der gegen die Visus-Verbesserung der Netzhaut anarbeitete. Nachdem endlich nach 8 Wochen das Gas aus meinem Auge verschwunden war, hatte ich knapp 20 % Sehleistung. Deshalb Katarakt OP am 09.09.2015.Diese war sehr erfolgreich und schon am nĂ€chsten Tag habe ich mir das Glas ( Tausch gegen Fensterglas ) aus der Brille entfernen lassen. Danach noch eine Woche Gucken ĂŒben und am 16.09. konnte ich endlich wieder arbeiten. Ich habe mir noch ĂŒbergangsweise ein PC-Arbeitsbrille fertigen lassen. Jetzt knapp 4 Monate nach der OP, habe ich einen Visus von 60 %, mit dem ich gut zurechtkomme. Es gibt gute Tage und schlechte Tage, das Sehvermkögen schwankt. Autofahren bei Dunkelheit macht noch Probleme, Langes angestrengtes Sehen bei Kunstlicht auch, Das Auge ist nach wie vor sehr empfindlich. Aber es ist ein langer Weg und ich muß Geduld haben. Seit 14 Tagen trage ich eine neue Gleitsichtbrille und es geht weiter bergauf. Insgesamt bin ich mit dem Ausgang zufrieden, hĂ€tte es mir aber nicht im entferntestens trĂ€umen lassen, das der Heilungsprozeßß so lange dauert. Es gab noch Nachfolgeerkrankungen, bedingt durch die Lagerung ( Bauchlagerung bzw. Linke Seitenlagerung habe ich sehr gewissenhaft eingehalten ) die sehr unangenehm waren. Schwindel , Nackenschmerzen, Kopfschmerzen. Physiotherapie wurde wg. Nystagmus ( Augenflimmern ) abgebrochen. Nach MRT-Entwarnung und vorsichtiges Einrenken. Der 3. HWS hatte den Schwindel verursacht. Jetzt ist alles ok. und ich darf nĂ€chste Woche endlich wieder Laufen. Wie schon gesagt - ein langer Weg. Mit der Behandlung und Beratung und auch der Betreung im Pius-Hospital in Oldenburg war ich sehr zufrieden

Erfahrungsbericht - Geli

Geli @, Donnerstag, 10. Dezember 2015, 19:21 (vor 711 Tagen) @ KAtharina

Guten Abend
Ich hoffe doch sehr, das ich hier alle Regeln befolge und mich hier vorstellen darf. Seit geraumer Zeit versuche ich den Artikeln zu folgen.
Mein Name ist Geli und ich bin 53. Im Mai und Juli 2015 hatte ich Bandscheiben OPs und in diesem Zeitraum muß ich Risse/Blutungen im linken Auge gehabt haben. Leider wurden die Anzeichen nicht richtig gedeutet. An dem Tag, als ich mir das Sprunggelenk gebrochen habe, konnte ich auf dem linken Auge nicht mehr sehen. Diagnose:komplette Netzhautablösung. Es folgten 2 OPs und ich bekam Silikonöl. Bei einer Kontrolle im Oktober stellte man mehrmals Risse und Löcher im rechten Auge fest, die gelasert und mit kryo behandelt wurden. Im November bekam ich links eine massive EntzĂŒndung, die 3 Wochen stationĂ€r behandelt wurde. Es wurden keine Erreger festgestellt und ob eine Autoimmunerkrankung vorliegt ist unklar. Eine intensive Infusionstherapie und Cortisonspritzen in die Bindehaut erfolgten. Da sich meine Linse auflöste wurde diese vor 2 Wochen operativ entfernt.
Zur Zeit bekomme ich 4 verschiedenea Augentropfen da der Augeninnendruck anstieg. Weiterhin Gentamycin/Inflanefran/Floxa tropfe ich stdl im Wechsel.
Ich fĂŒhle mich sehr hilflos, das Schreiben fĂ€llt mir schwer und allgemein muß ich leider sagen, daß man sich seine Informationen mĂŒhselig "zusammentragen"muß.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön
LG Geli

Erfahrungsberichte Perlentaucher

Perlentaucher, Montag, 04. Januar 2016, 15:16 (vor 686 Tagen) @ KAtharina

Hallo liebe LeidensgenossInnen,
bereits seit mehreren Jahren lese ich still mit und habe mich jetzt entschlossen meinen Bericht zum Besten zu geben. Heute bin ich 59 Jahre alt.
Im Jahre 2010 hatte ich eine sehr schwere Viruserkrankung und in deren Verlauf "verdrehten" sich meine Sinne. Ich hatte plötzlich extrem gute Geruchs-, Tast-, Gehör-, Geschmacksvermögen und andererseits konnte ich plötzlich alles nur noch verschwommen sehen. Bis auf das Gehör hatte sich alles soweit normalisiert und im rechten Auge blieb eine Wasserblase zurĂŒck die mein AA als unbedenklich einstufte. Das war 2010. Im April 2011 hatte ich plötzlich morgens einen dunklen Rand am unteren Augenbereich und da ich kein Ă€ngstlicher Mensch bin entschied ich mich dies zu ignorieren, mit fatalen Folgen. Im Verlauf des Tages schaute ich aufs Meer und die relativ tief stehende Sonne und mit einem Schlag war es rechts dunkel bis auf einen winzigen Spalt oben rechts. Am nĂ€chsten tag rief ich meinen AA an und ging sofort hin, NHA. Ich bekam Atropintropfen die ich fortan wochenlang nehmen musste und zwei Tage spĂ€ter war die op angesetzt. In örtlicher BetĂ€ubung wurde mir eine Cerclage gesetzt und ich durfte mich wĂ€hrend der kommenden 5 Tage nicht bewegen. ich lag auf dem RĂŒcken und musste den Kopf nach rechts oben gedreht halten. mein Mann schlief wĂ€hrend dieser NĂ€chte bei mir in der Klinik und passte auf dass ich auch ja so blieb.
Nach 5 Tagen wurde gelasert und ich durfte mit einem Stapel Anweisungen nachhause. 2 Wochen nicht lesen, 1 Monat nicht Auto fahren(selbst), 6 Monate nicht fliegen, noch 3 Wochen die Atropintropfen alle 8 Std. eintrĂ€ufeln, nicht auf der linken Seite liegen, jeglichen Druck auf das Auge vermeiden, entsprechend essen damit der Stuhlgang weich bleibt, kein Alkohol, nicht heben, nicht bĂŒcken. Viel ins GrĂŒne schauen, in Pflanzen etc, das entspannt die Augen. Fernsehen durfte ich bald wieder mit einem ausreichenden Abstand zum Bildschirm weil sich dabei die Augen nicht bewegen.
Es dauerte sehr lange bis ich nicht in Panik ausbrach wenn das Auto ĂŒber einen Huckel fuhr oder wenn ich das GefĂŒhl hatte es gab etwas was Druck ausĂŒbte denn seither merke ich sehr genau was Druck auf mein rechtes Auge ausĂŒbt.
In der ersten zeit musste ich wöchentlich, dann 1X im Monat und jetzt nur noch einmal im Jahr zum AA. Der Druck liegt konstant unter 18 und vom versprochenen, garantiert bald auftretenden, grauen Star ist weit und breit nichts zu sehen.
Seit der op bin ich auf dem rechten Auge leicht kurzsichtig und sehe alles etwas verschwommen und mit einem schwarzen Spinnennetz aber ich habe mich daran gewöhnt. Manchmal wenn ich von unten schnell hochkomme dann ist es fĂŒr einen kleinen Moment völlig schwarz vor dem Auge aber das vergeht sofort wieder.
Ich lebe in Spanien und bin sehr dankbar fĂŒr meine guten Ärzte.
Der Optimismus ist es der uns aufrecht hÀlt und auch dieses Schicksal hat mich nie den Optimismus verlieren lassen.

NHA - Not OP am 13.06.2016

Kerstinmh, Dienstag, 09. August 2016, 18:38 (vor 468 Tagen) @ KAtharina

Hallo zusammen,

Nachdem ich hier selbst viele Berichte gelesen habe und weiß, wie wichtig es ist Infos zum erhalten - schreibe ich nun auch einen ersten Erfahrungsbericht. Ich bin freiwillig gesetzlich. versichert, 54 Jahre alt und selbststĂ€ndig im Computerfach tĂ€tig.

Schon lĂ€ngere Zeit... Ca 1 Jahr... Sah ich öfters mal Blitze und habe mir nichts dabei gedacht. Auch hat es bei mir angefangen, dass ich ab und zu so "WĂŒrmchen" vorbei schwimmen sah. Anders kann ich es nicht beschreiben. Auch "Schlieren" habe ich gesehen. Was normal war, da mein Glaskörper wohl so trĂŒbe war... , so meine AugenĂ€rztin. Allerdings hĂ€tte ich GĂ¶ĂŒck, da nicht immer direkt im Blickfeld! Ich gehe regelmĂ€ĂŸig 2 x im Jahr zur Augenuntersuchung. Aber genervt hat das schon, da manchmal das Sehen milchig und dann diese "WĂŒrmchen"... . Aber es gibt schlimmeres sagte ich mir.

Dann aber, wieder ein Blitz... Dieser war etwas anders, als die anderen und ich hatte das GefĂŒhl, dass ich mit meinem rechten Auge nicht mehr so gut sehen konnte. Am Donnerstag, den 9.6.2016 dachte ich... Ruf an und mache nochmal einen Termin aus, da ich 1 Woche vorher schon bei der Augen-Untersuchung war und es war alles ok! Freitag rief ich also an und schilderte was passiert war und meinen Eindruck. Darauf erhielt ich fĂŒr Montag frĂŒh um 8 Uhr einen Termin mit viel Zeit. das war meine "Rettung"!!!

Meine AugenĂ€rztin diagnostizierte eine NHA!! Die Stelle des schĂ€rfsten Sehens sei aber noch nicht betroffen und ich muss sofort ins Krankenhaus. Sofort heißt sofort. Kurz heim, Sachen packen und ins Krankenhaus! Schock!!! Sie ließ fĂŒr mich im Krankenhaus abklĂ€ren, ob der entsprechende Operateur da sei und wies mich direkt ein. Ich habe alle meine Termine fĂŒr die Woche abgesagt und bin dann ins Krankenhaus. Das war am Montag, den 13.06.2016. Dort angekommen wurden beide Augen genauestens untersucht!! Schock, hoffentlich nichts am linken Auge dachte ich. Aber das war in Ordnung. Am rechten haben Sie gesucht, um festzustellen wodurch die Ablösung verursacht wurde. Es war ein Loch. Durch dieses floss FlĂŒssigkeit aus dem Glaskörper hinter die Netzhaut und sie löste sich ab. Ich wurde in einen Rollstuhl gesetzt, da ich auch mit dem rechten Auge - trotz Ablösung - noch 100 % sah. Sachen noch ins Zimmer, ausziehen, OP Hemd an und wurde sofort in den OP gebracht. Es war jetzt Nachmittag. Uhrzeit weiß ich nicht mehr so genau, da ich ich total am Ars... war! Nach eine 1,5 Std. OP bin ich wieder zu mir gekommen. Durfte nur rechts liegen. Das war die einzige Info am Anfang. Wurde stĂŒndlich getropft... . 3 unterschiedliche Tropfen. Auge sah schlimm aus. War 5 Tage im Krankenhaus. Auge war total Blutunterlaufen... . jeden Tag wurde ich dort untersucht! Info: Netzhaut liegt an ... Sieht gut aus... Gesehen habe ich nicht viel mit dem Auge. Am Anfang nur Schatten. Anzahl gezeigter Finger könnte ich erkennen. Info: das sei normal.. . Ich sah, wie durch ein trĂŒbes Wasserglas, und gelblich durch das Blut. Bekommen hatte ich eine GasfĂŒllung, welche selbst weggeht. Die Netzhaus wurde wohl per Laser befestigt. Ich war froh, denn so brauchte ich keine 2. OP. NatĂŒrlich nur, sofern alles gut verlaufen wĂŒrde. Also nach 5 Tagen wurde ich entlassen. TĂ€glich ging es besser mit dem Auge und das Sehen kehrte langsam zurĂŒck. Es wurde langsam tĂ€glich besser. Die Betonung liegt auf langsam. Ich begann Konturen zu erkennen und sah deutlicher. Die GasfĂŒllung war nach ca. 15 Tagen fĂŒr mich weg. Aber ich glaube sie ist lĂ€nger im Auge. Die Gasblase schaukelt schon im Sichtfeld bis diese weg ist. Mir wurde auch schlecht, wenn ich als Beifahrer in dieser Zeit im Auto saß. Oh, was war ich froh wieder beim Fußball die Spieler besser zu erkennen. Es war ja EM. Auch Doppelbilder sind am Anfang normal. Die Augen benötigen viel Zeit!! Auch ist es normal, wenn die Sehleistung deutlich schwankt, je nach Anstrengung! Nun ist es der 09.08.2016 und meine Not-OP ist knapp 2 Monate her! Ich sehe noch nicht scharf mit dem Auge. Aber klar ohne TrĂŒbung! Die Pupille ist noch geweitet. Aber ich denke, dass das seine Zeit braucht. Nach 3 Wochen habe ich wieder voll gearbeitet, aber ich bin auch selbststĂ€ndig und im Computerbereich tĂ€tig. Muss also nicht körperlich arbeiten. Daher war dies möglich. Weiteres spĂ€ter.... Ich melde mich in den nĂ€chsten Wochen wieder. GrĂŒĂŸe an Alle

NHA - Not OP am 13.06.2016 Teil II

Kerstinmh, Sonntag, 09. Oktober 2016, 20:13 (vor 407 Tagen) @ Kerstinmh

Hallo liebe Netzies!

Positives - Zwischenzeitlich haben wir den 9. Oktober 2016 und meine Netzhaut am rechten Auge liegt weiterhin an!!! Wie glĂŒcklich ich darĂŒber bin, könnt Ihr Euch sicher vorstellen. Obwohl ich den Fehler gemacht habe viel zu frĂŒh (nach der Op) wieder etwas zu lesen. Ok nicht viel, aber trotzdem.

Ab und an sehe ich ein schwaches Licht, wie soll ich es beschreiben, wie einen kleinen "Laser"... keine Schmerzen... am Anfang mal ein leichtes Ziehen.. aber zwischenzeitlich fast ganz weg.

Meine SehschÀrfe stabilisiert sich stetig. Interessanterweise bilde ich mir ein, am Abend besser zu sehen, als am Morgen.

Bei der letzten Augenarzt-Untersuchung im August 2016 - Not-OP war am 13.06.2016 - hatte ich wieder 65 %. NÀchste Woche habe ich einen weiteren Augenarzt-Kontroll-Termin. Diese habe ich zur Zeit in kurzen AbstÀnden.

Meine Pupille ist allerdings noch ziemlich weit. Aber seit kurzem glaube ich, dass sich diese ab und zu bewegt und auch mal kleiner ist. Na ja, ich hoffe, dass sich dass noch richtig reguliert.

Ich versuche meine Augen zu schonen und habe so fern möglich auf HörbĂŒcher umgestellt. Aber geht eben nur bedingt. Ich mache zur Zeit noch eine Fortbildung und muss oft einiges trotzdem lesen. Im ĂŒbrigen bin ich so glĂŒcklich wieder mit dem Auge so gut zu sehen. Das das wieder so wird, hĂ€tte ich kurz nach der OP nicht fĂŒr möglich gehalten.

Ich werde Euch auf dem Laufenden halten und hoffe, dass es sich weiter so gut entwickelt. Und die NH weiterhin anliegt! NÀheres nach meiner nÀchsten Augenarzt-Untersuchung nÀchste Woche.
Allen natĂŒrlich alles Gute!
GrĂŒĂŸe Kerstin

NHA - Not OP am 13.06.2016 Teil III

Kerstinmh, Freitag, 21. Oktober 2016, 21:19 (vor 395 Tagen) @ Kerstinmh

Hallo zusammen,

Hatte heute am Morgen um 7:45 Uhr meinen Augenarzt-termin.

Meine Sehtest war positiv: Ich sah wieder 100 % mit dem operierten Auge. Allerdings schwankt meine Sehkraft immer noch sehr stark.Netzhaut liegt an. Keine Falten.

Manchmal sehe ich auch eine Lichterscheinung (wie ein Laser) geht aber weg. Meine AugenÀrztin konnte sich darauf keinen Reim machen.

Mein Augendruck am operierten Auge lag bei 17 am anderen bei 15 . Sei ok sagte meine Ärztin. Sie nimmt sich immer sehr viel Zeit und beantwortet alle meine Fragen ausfĂŒhrlich. Da habe ich großes GlĂŒck. Ab heute nehme ich ein KombiprĂ€perat mit Lutein etc... . Denke das schadet auf keinen Fall.

Allerdings bin ich immer noch sehr verunsichert und Àngstlich.

Schmerzen im Auge habe ich nicht. Am Anfang, kurz nach der OP hatte ich einen leichten Schmerz. Manchmal nur so ein Ziehen und ein GefĂŒhl, wie wenn ich es nicht richtig bewegen kann... eben so wie frĂŒher.

Thema Pupille: Seit heute habe ich den Eindruck, dass sie sich wieder auf NormalgrĂ¶ĂŸe verkleinert hat und an die LichtverhĂ€ltnisse anpasst. Zum 1. Mal nach der OP und die war am 13.06.2016.

Muss ich aber noch beobachten, ob es auch so bleibt.

Aber trotz der guten Entwicklung... bin ich immer noch sehr verunsichert und fĂŒhle mich nicht sicher ... Ich meine, dass sich die Netzhaut wieder lösen könnte oder dass das andere Auge auch eine Netzhautablösung bekommen könnte.

Wie sind da Eure Erfahrungen?

Danke und GrĂŒĂŸe an Euch Kerstin

Erfahrungsberichte - Sorry, jetzt also hier!

CarlaT, Sonntag, 21. August 2016, 14:35 (vor 456 Tagen) @ KAtharina

Liebe "Netzis",
dies soll ein mutmachender Beitrag sein von jemandem, der bereits 1992 beidseitig operiert wurde und seither (Gott sei Dank!) keinerlei Probleme mehr hatte.
Vielleicht hatte ich einfach GlĂŒck, seinerzeit an die TĂŒbinger Augenklinik ĂŒberwiesen zu werden; nach Lasern durch den Augenarzt und Ballon-Versuch wurde ich links mit Plombe geheilt und rechts doch noch mit Ballon. War seinerzeit ein Novum und hat offenbar geholfen.
Wenn ich hier lese, wie schlecht es manchen geht und wieviel ihr alle durchmacht, sehe ich erst, wie dankbar ich sein muss, dass ich tatsĂ€chlich nach 3 OPs vor so langer Zeit bis heute keine Probleme mehr habe! Die Angst aber...die bleibt. Nicht umsonst habe ich mich heute in diesem Forum angemeldet. Wir alle wissen: es kann jederzeit wieder auftreten; vielmehr hieß es dies ausdrĂŒcklich sogar seinerzeit bei der Entlassung: "100% der Patienten sehen wir wieder". Ich bin heute 46 Jahre alt und habe tatsĂ€chlich zuletzt vor ca. 1 Jahr von meinem Augenarzt gehört, dass alles ok ist. Meine SehfĂ€higkeit habe ich zu 80% zurĂŒckgewonnen und kann sogar Kontaktlinsen tragen.
Warum ich das schreibe? - Um euch Mut zu machen: es gibt immer Hoffnung, und das Augenlicht ist wohl mit der wichtigste Sinn des Menschen. Auch wenn ich mich seinerzeit in der Klinik nicht immer gut verstanden fĂŒhlte - mit Sicherheit wurde doch alles getan, mir meine Augen zu erhalten.
Ich wĂŒnsche euch allen viel Kraft!!!
LG Carla

Erfahrungsbericht - von Mani65

mani65, Dresden, Dienstag, 13. September 2016, 14:31 (vor 433 Tagen) @ KAtharina

Hallo,
schön das es diese Seite gibt. Es ist immer gut, Auskunft zu Fragen und Problemen von direkt Betroffenen erhalten zu können.

Aber erst einmal zu mir: Ich bin 51 und seit meinem 6. Lebensjahr kurzsichtig.
Zum Schluss hatte ich -10/-11 Dioptrien mit HornhautverkrĂŒmmung.

Durch eine Cortisonbehandlungen begann auch noch sehr frĂŒhzeitig bei mir der graue Star.

Ich habe deshalb 2012 zwei neue Linsen bekommen.

Aufgrund meiner hohen Kurzsichtigkeit und meinem Wunsch, endlich einmal ohne diese dicke Brille oder Kontaktlinsen sehen zu können, habe ich mich fĂŒr die teure Variante der nachtrĂ€glich justierbaren Linsen entschieden und bin auch 4 Jahre sehr glĂŒcklich ĂŒber mein neues Sehempfinden gewesen.

Lesen, Computer und Ferne, alles ohne Sehhilfe.

Leider sollte mein GlĂŒck nicht lange anhalten.

Im MĂ€rz diesen Jahres musste ich am rechten Auge den Nachstar Lasern lassen.
Das war aber nichts Schlimmes und sehen konnte ich nach kurzer Zeit wieder perfekt.

Ende Juni hatte ich dann plötzlich dieses fĂŒr euch sicher alle bekannte Erlebnis der schwarzen Wand, die sich seitlich vor das linke Auge schob.

Außerdem habe ich immer gedacht am Himmel fliegt ein Vogelschwarm. Am nĂ€chsten Tag bin ich zu meiner AA und sie hat gemeint, Löcher und Risse wĂ€ren in meiner Netzhaut und hat diese auch sofort mit Laser versiegelt.

Ich war natĂŒrlich völlig fertig von dieser Diagnose, zumal ich weiß, was Netzhautablösung bedeutet.

Mein Schwiegervater (Diabetiker) ist vor Jahren daran erblindet (er lebt leider nicht mehr).

Als ich wieder zur Nachkontrolle musste, hat meine Ärztin erneut Risse gefunden und wieder
gelasert.

Bei der nÀchsten Nachuntersuchung hat sie dann ohne Tropfen ins Auge geschaut und gemeint, es wÀre alles i.O. Ich selbst habe mir einen Termin in einem halben Jahr geben lassen.

Leider bin ich aber gar nicht zufrieden. Ich arbeite den ganzen Tag am PC und ich habe genau vor dem Sehzentrum Schlieren, so dass ich nicht klar sehen kann. Im Dunkeln geht es gar nicht mehr, kleine Punkte sehe ich auch immer noch. Durch das angestrengte Sehen, habe ich nun auch noch Kopfschmerzen und trockene Augen.

Deshalb wollte ich mir gern eine Zweitmeinung von einem anderen Augenarzt einholen, ich dachte immer man kann das tun. Kann man auch, muss man nur selber bezahlen.

Meine Sehkraft ist mir aber so wichtig, dass ich das auf alle FĂ€lle tue, auch das andere Auge mĂŒsste doch mal angeschaut werden.

Ich bin nun jedenfalls völlig verunsichert und Àngstlich und bin froh, dass ich hier im Netz nachlesen kann.

Augenschmerzen nach NHA OPs

kaufmar @, Köln, Mittwoch, 14. Dezember 2016, 09:40 (vor 341 Tagen) @ KAtharina

Liebe Netzis,
im Juli dieses Jahres wurde bei mir ein Loch in der Netzhaut festgestellt dass dann sofort gelasert wurde.
Am nÀchsten Tag löste sich die Netzhaut und ich hatte die OP mit dem Eisstab.

Nach 4 Tagen hatte ich die nĂ€chste OP; der Glaskörper wurde entfent und das Auge mit 90% Gas befĂŒllt.

Meine Sehkraft liegt bei nahezu 100% auf dem operierten Auge.

Nun ist es aber so, dass das operierte Auge eigentlich tÀglich einen "Druckschmerz" hat, mein AA meinte Hauptsache es ist kein reissender Schmerz im Auge.
Die Schmerzen treten, soweit ich es feststellen konnte, sofort auf wenn die Sonne ein wenig herauskommt und wenn ich zur Seite sehe.

Die OP liegt nun fast 5 Monate zurĂŒck und ich dachte dass dann mit dem operierten Auge alles wieder i.O. ist und die Schmerzen von Tag zu Tag besser werden ??

Meinen nÀchsten AA Termin habe ich ab Januar bis MÀrz ( also 4-6 Monate nach den OPs)

Sind die Schmerzen normal?
Ich kann doch z.B. nicht mit Sonnenbrille im BĂŒro am Computer sitzen, und auch zur Seite mit dem Auge sehen passiert automatisch.

Viele GrĂŒĂŸe
aus Köln

kaufmar

Erfahrungsberichte - Flogni

flogni, Montag, 23. Januar 2017, 20:32 (vor 301 Tagen) @ KAtharina

Leider hat es mich nun auch Mitte Dezember erwischt. Am Sonntag hatte ich plötzlich einen Schatten auf dem rechten Auge, der sich beim Zwinkern bewegte;konnte aber noch gut sehen. Ich dachte, dass es sich um einen dieser bekannten "Flocken" handelt und habe den nĂ€chsten Tag abgewartet. Am Montag bin dann zu meiner AugenĂ€rztin und habe ihr auch beschrieben, dass ich neben dem "Scheibenwischer" auch schwarze Rußflecken und Blitze wahrgenommen habe. Sie hat mich ausgiebig untersucht und mir mitgeteilt, dass sie "nichts feststellen kann" und mir eine Überweisung zum Hausarzt gegeben, der mich auf andere Ursachen (Reuma, Blutdruck) untersuchen sollte; außerdem wurde ich darauf hingewiesen, dass ich mit 64 Jahren auch nicht mehr der JĂŒngste sei und solche Wahrnehmungen wohl nicht ernst nehmen sollte. Meine konkrete Frage "ob ich eine Netzhautablösung haben könnte" wurde mir eindeutig mit "nein" beantwortet. Ich sollte mich in drei Monaten wieder melden.
Ich bin dann nach Hause gelaufen, da ich aufgrund der Untersuchung das Auto stehen lassen musste. Zu Hause habe ich dann im Augenwinkel eine kleinen dunklen Fleck entdeckt. Da mir gesagt wurde, es kann keine Netzhautablösung sein, habe ich mir eingebildet, dass dann wohl die 2010 eingesetzte kĂŒnstliche Linse nicht mehr in Ordnung sei. Am folgenden Tag hatte ich dann auch noch farbige Lichterscheinungen, die mir als Laie eine defekte Linse bestĂ€tigten. Mittwoch habe ich mich bei meinem Hausarzt vorgestellt um die "anderen Ursachen" abzuklĂ€ren. Dabei habe ich ihm auch meine Probleme am Auge nochmals geschildert. Er war der Meinung, dass es keine anderen Ursachen gibt und ich mich nochmal,auch da der dunkle Fleck grĂ¶ĂŸer geworden war, beim Augenarzt vorstellen sollte. Nach der telefonischen Schilderung sollte ich dann ohne Auto nochmals den Augenarzt konsultieren. Als ich zu Fuß bei der Ärztin ankam, war mein Sehvermögen plötzlich stark eingeschrĂ€nkt; die Pupille war aber noch frei.
Nach einer nochmaligen umfassenden Untersuchung fragte ich ob eventuell die kĂŒnstlichen Linse defekt sei, daraufhin teilte mir die Ärztin kleinlaut mit, dass ich doch eine Netzhautablösung habe, sie hĂ€tte sich am Montag leider geirrt! Sie hat mich dann an die Uniklinik ĂŒberwiesen. Als ich dort ankam, war die Netzhaut auch im Bereich der Pupille abgelöst. Die OP fand dann am nĂ€chsten Tag statt (SF6-Gas, Cerclage; laser). Obwohl ich in der Uniklinik mitgeteilt habe, dass ich die Nachbehandlung nicht mehr meine ehemaligen Ärztin anvertrauen werde, wurden die OP-Unterlagen an sie ĂŒbergeben. Leider sind diese Unterlagen trotz Anforderung bis heute nicht bei meinem nun behandelnden Augenarzt eingetroffen.

Mein Zustand nach 6 Wochen hat sich zum GlĂŒck verbessert. Meine Sehleistung liegt wieder bei 60% und ich denke, dass es noch besser wird. Am meisten stören mich die immer noch starken Kopfschmerzen. Ich hoffe dass diese auch noch verschwinden und ich keine Schmerzmittel nehmen muss.
Nach dieser unverhofften Bekanntschaft mit dieser Krankheit und einem zuvor nicht vorstellbaren oberflĂ€chlichen und ĂŒberheblichen Umgang mit Patienten hat sich meine Sichtweise auf unser Gesundheitswesen wesentlich verĂ€ndert. Ich habe aber auch erkannt wie schnell man aus der Bahn geworfen und plötzlich hilfebedĂŒrftig sein kann.

Danke fĂŒr dieses Forum. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wusste ich nicht was ich tun darf uns was nicht. Ich wusste nur, dass ich die entsprechende Schlafhaltung einnehmen soll und auch wurde mir bei der Entlassung zugerufen, ich darf erst in 12 Wochen wieder Auto fahren. Weitere Informationen gab es nicht. Warum gibt es eigentlich kein allgemein gĂŒltiges Hinweisblatt, wie es jeder Arznei zur Sicherheit der Pharmaindustrie beiliegt?

Beidseitige NHA

Brigitte63, Dienstag, 07. Februar 2017, 22:50 (vor 286 Tagen) @ KAtharina

Erst mal hallo zusammen!

Bin zufĂ€llig auf diese Seite gekommen. Es ist ĂŒberraschend,dass es so viele Mitbetroffene gibt.

Mein "Leidensweg" begann vor 3 Jahren. Ich ging damals zum AA, weil ich "Schlieren" sah. Der Doc meinte, das wĂ€re eine Alterserscheinug. Nach mehreren Sehtests stand fest, dass ich auf beiden Augen eine NHA hatte. Ich musste dann am nĂ€chsten Tag als Notfall in die Augenklinik. Nach weiteren Tests stand fest, dass sich die NH des rechten Auges zu 2\3 abgehoben hatte und am linken Auge mehrere Löcher aufwies. Das rechte Auge wurde mit ÖlfĂŒllung behandelt. 2 Wochen spĂ€ter wurde das linke Auge mittels Plombe operiert.
Nach Entfernung des Öls am rechten Auge hatte ich da noch ein Sehvermögen von <5%. Ein halbes Jahr spĂ€ter wurden bei der Routineuntersuchung am linken Auge wieder Löcher festgestellt. Diese wurden mittels Laser behandelt.
Jetzt kurz vor Weihnachten wurde am linken Auge wieder eine NHA festgestellt. Diesmal war die Makula mit betroffen. Notoperation mit GasfĂŒllung. Bis jetzt sehe ich 30%. Aber es soll noch besser werden.
Ich hoffe sehr, dass ich im FrĂŒhjahr wieder Cabrio fahren kann. Man darf die Hoffnung nie aufgeben!
In diesem Sinne, GrĂŒsse an Alle Mitbetroffenen, Brigitte63

Thorsten - Teil #1

fth68 @, Samstag, 15. April 2017, 11:13 (vor 219 Tagen) @ KAtharina

Hallo liebe "Netzis",

nachdem ich in diesem Forum schon frĂŒher mal gelesen und nach Symptomen geforscht hatte, hat es mich in den letzten 2 Jahren auch mal "richtig" erwischt, sodass ich nun auch (m)einen Erfahrungsbericht zur Community zusteuern kann. Ich beschreibe diesen in allen Symptomen mal sehr ausfĂŒhrlich, da auch mir solche Beschreibungen oft sehr geholfen haben.

Im Sommer 2015 hatte ich ca. 1 Woche nach einem Achterbahnurlaub im Europapark und Legoland an einem ruhigen Abend auf dem Sofa ein kreisrundes, mehrfaches Aufblitzen in meinem Gesichtsfeld (ob Achterbahnfahrten dies ausgelöst haben ist sicher eine interessante Diskussion fĂŒr sich). Der optische Eindruck fĂŒr mich war vergleichbar etwa mit den Ringblitzen, die Fotografen fĂŒr Portraits benutzen, da diese BlitzgerĂ€te keinen Schatten werfen. Im Nachhinein diagnostiziere ich diesen Effekt als eine hintere Glaskörperabhebung (GKA), die fĂŒr sich genommen ja nicht schlimm sein muss.

Am nĂ€chsten Morgen war ich dann beim AA, der aber die Netzhaut als OK diagnostizierte. War also zunĂ€chst einmal beruhigend. Einige Tage spĂ€ter merkte ich jedoch an einer Stelle im Gesichtsfeld hin und wieder einen "schattigen Fleck" auftauchen, der aber auch immer wieder wegging. NatĂŒrlich war ich dennoch wieder bei einem AA (diesmal einem anderen, da mein Grundprinzip es ist, möglichst mehrere unabhĂ€ngige Meinungen zu kritischen Dingen zu haben). Aber auch dieser sah an meiner Netzhaut nichts BehandlungsbedĂŒrftiges. Der Fleck kam natĂŒrlich immer wieder, sodass ein dritter Besuch beim AA dann die Diagnose eines hufeisenförmigen Einrisses in der Peripherie ergab, der dann auch direkt in der Praxis gelasert wurde.

Danach schien die Sache zunĂ€chst einmal ausgestanden. Allerdings blieb mir an der besagten Stelle immer noch ein "Gegrissel" oder "Nachschatten". Außerdem blieben bei mir am Rand des Gesichtsfeldes im Dunkeln auch immer noch kleinere bogenförmige Traktionsblitze erhalten. Laut Aussagen der AA ist dies zwar immer beobachtenswert, aber auch ganz normal bei einer (noch nicht vollstĂ€ndigen) Glaskörperabhebung. Ich machte mir also aus den kleinen Blitzen nicht mehr allzuviel und hoffte, dass die GKA mit Riss dann auch der einzige "Ausrutscher" war.

Die lĂ€stigste Nachwehe der GKA war, dass ich eine schmierige, recht großflĂ€chige GlaskörpertrĂŒbung behielt, die man sich vorstellen kann, als hĂ€tte einem jemand ins Auge gespuckt.

- Weiter in Teil 2 -

Thorsten - Teil #2

fth68 @, Samstag, 15. April 2017, 11:15 (vor 219 Tagen) @ KAtharina

Ein Jahr spĂ€ter, im Sommer 2016, holte mich meine Netzhaut dann wieder ein. Nach einem Tagesauflug mit Freibadbesuch hatte ich abends das schwache GefĂŒhl, eine dunkle Wolke wĂ€re hinter mir. Ich konnte es nicht konkret als Schatten ausmachen, aber irgendwie war doch etwas "komisch" am Rande des Gesichtsfeldes.

Dies trat noch ein paar Mal auf und ich hatte den Eindruck eines nicht-optischen Schattens bei 11 Uhr am rechten Auge. Dies ist dummerweise auch der Sektor, wo der Knochen der Augenhöhle den Rand des Gesichtsfeldes bildet, sodass ich mir zunĂ€chst unsicher war, ob ich mir den "zusĂ€tzlichen" Schattenbereich nicht einbilde. Dies war aber natĂŒrlich nicht der Fall.

Ich war dann beim AA, der aber anliegende Netzhaut bescheinigte. Der Sektor war aber verdĂ€chtig genug, dass er mich nach 14 Tagen nochmal kontrollieren wollte, zumal bei mir starke GlaskörpertrĂŒbungen die Fundussicht genau an dieser Stelle etwas blockierten.

Nach 14 Tagen waren die Effekte schon deutlich stĂ€rker geworden. Vor allem morgens frĂŒh bemerkte ich schon richtige GesichtsfeldeinschrĂ€nkungen im besagten Sektor. Dennoch wurde befundet: Wieder zirkulĂ€r anliegende Netzhaut.

Am darauffolgenden Sonntag war ich wieder im Freibad und Beachvolleyball spielen. Abends hatte ich deutlich stĂ€rkere 'Mouches volantes' und einen klar wahrnehmbaren, leicht beweglichen Sektorschatten auf 11 Uhr, der auch mit keinem Prinzip Hoffnung mehr wegzudiskutieren war. Also Montag morgens wieder beim AA. Und wieder (trotz wirklich ausfĂŒhrlicher Fundusuntersuchung in Mydriasis und zusĂ€tzlichem Ultraschall) wurde nichts gefunden: zirkulĂ€r anliegende Netzhaut, Visus auf 125% top.

In der Woche googelte ich dann nach weiteren AugenĂ€rzten fĂŒr eine zweite Meinung, da ich mich angesichts meiner Symptome nicht beruhigt fĂŒhlen konnte. Die Arztbewertungen im Internet fĂŒhrten mich in Richtung Köln-Bonn, aber die meisten hochbewerteten Praxen nahmen mich leider nicht kurzfristig als Neupatient an, sondern verwiesen auf den augenĂ€rztlichen Notdienst. Diesen "zufĂ€lligen" Ärzten dort wollte ich dann aber nicht mehr Vetrauen schenken, als meinem Stammaugenzentrum, ich suchte halt eine Zweitmeinung von einem wirklichen Spezialisten (oder dem, was die Bewertungsportale zu eim solchen erklĂ€rten). In Bonn wurde ich dann endlich fĂŒndig und ergatterte mir einen Notfalltermin Freitag morgens bei einer Praxis am Friedensplatz.

Nach einer kurzen Kontaktglasuntersuchung war fĂŒr die Ärztin die Sache dann klar: Ein Foramen und hochstehende Netzhaut. Musste also umgehend operiert werden. Zur RĂŒckblende: Von meinem ersten wahrgenommenen Symptom bis dato lagen fast 5 Wochen und drei andere Arztbesuche!!

Ich fuhr dann sofort mit dem Taxi in die Uni-Augenklinik Bonn, wo ich dann 2h spÀter operiert wurde. Die OP (Kryo + Gas) erfolgte in Teilnarkose. Finde ich wirklich gruselig, wenn man "sehenden Auges" mitbekommt, wie einem die GerÀte im Augeninneren herumfuhrwerken, den Glaskörper schreddern und absaugen etc pp.

Nach der Operation sah ich dann erst einmal recht wenig, hatte auch viele Licht- und Schatteneffekte diverser Art sowie Partikel und Blutreste. Die Ärzte sagten mir aber, dass das alles normal sei und die tĂ€glichen Kontrollen sahen auch gut aus. Nach 4 Tagen wurde ich dann entlassen.

Eine knappe Woche lang schien alles recht gut zu laufen. Als der Gas-Wasser-Spiegel aber in meiner Augenmitte war und ich im oberen Bereich begann, teilweise normal zu sehen, sah ich leider auch wieder Dinge wie einen dicken Schatten. Es gelang mir dann noch 2 Tage, mir einzureden, dass dies wahrscheinlich eine harmlose Nachwirkung der OP war. Aber dann -typischerweise bei mir immer Freitag spÀt abends- musste ich doch realisieren, dass diese Symptome sehr eindeutig identisch mit NHA-Symptomen waren: Dunkle Schatten bei offenem Auge, blendungsartiges Nachleuchten derselben Sektion bei geschlossenem Auge. Das Problem war wohl, dass mein Netzhautdefekt rechts unten im Auge war, die Gasblase aber nach oben steigt und so dann trotz Befolgung der Lageempfehlungen letztendlich wohl doch nicht oft genug am richtigen Ort war. Die Netzhaut war also nicht wie erhofft am Augenhintergrund vernarbt.

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Thorsten - Teil #3

fth68 @, Samstag, 15. April 2017, 11:16 (vor 219 Tagen) @ KAtharina

Also am nĂ€chsten Morgen wieder zur Uniklinik in die Notfallambulanz. Dort stellte man erst einmal fest, dass der Augendruck bei 38 war (fĂŒr Nicht-Netzi-Mitleser: 21 ist so die Grenze, wo er maximal sein sollte). Das war so hoch, dass man sich nicht traute, mir die Augen weit zu tropfen. War aber auch nicht nötig, denn aufgrund meiner Symptombeschreibung ging man ebenfalls von einer Re-Amotio aus und behielt mich gleich wieder stationĂ€r da.

Da es Wochenende war, waren keine Operateure in der Klinik. Ich erlebte nun doch 2 panische Tage, da ich subjektiv den Eindruck hatte, dass die Ablösung immer weiter zur Sichtmitte hin wanderte und ich Angst bekam, dass diesmal die Makula betroffen sein wird, was ĂŒblicherweise keine guten Prognosen auf vollstĂ€ndige Genesung mehr zulĂ€sst. Ich war schon drauf und dran, in irgendeine andere Klinik zu wechseln, wo auch am WE operiert wurde. Letztendlich habe ich dann einer OberĂ€rztin die Frage gestellt, die mir meine Eltern immer fĂŒr wichtige gesundheitliche Fragen eingeprĂ€gt hatten: "Was wĂŒrden Sie tun, wenn es IHRE Augen wĂ€ren?". Sie versicherte mir aber, dass sie auch dann lieber den einen Tag abwarten wĂŒrde, weil jede Klinik ohnehin nochmal alle Voruntersuchungen durchlaufen mĂŒsste und sie ihren Teams in Bonn immer noch die höchste Kompetenz zutraute. Also warte ich ab.

Nachdem der Druck (dessen plötzlicher Anstieg rĂ€tselhaft war, seitdem habe ich aber weiterhin immer wieder Druckprobleme) wieder erfolgreich gesenkt werden konnte, wurde ich dann am Montag morgen erneut operiert. Diesmal in wohliger Vollnarkose, am Auge wurde diesmal auf Laser gesetzt, um das Gewebe etwas zu schönen. Zur Fixierung der Netzhaut gab es dann Silikonöl. Somit war mir dann auch eine dritte OP zum "Ölwechsel" auch schon einmal gesichert.

In den ersten Tagen war ich dann erst einmal schockiert von meiner Sehkraft, die erstmal nur noch bei 5% lag. Ich hatte angenommen, das klare Öl plus geflickte Netzhaut mĂŒsste doch eigentlich recht gute Sicht ergeben.

GlĂŒcklicherweise hat sich dann in den ersten 10 Tagen nach Entlassung der Visus dann immerhin auf 60% erholt. Einmal sogar 80%, aber vielleicht hatte ich da auch einfach nur die Zahlentafelinhalte besser "geraten" als vorher.

Ein blöder Nebeneffekt der Öl-OP ist die Anisometropie, bedingt durch die unterschiedliche Lichtbrechung des Öls. Dies fĂŒhrt zu einem Dioptrienunterschied von +5 bis +7 Dioptrien (vorher hatte ich ca -6 Dioptrien auf beiden Augen). Meine Hoffnung, dies einfach durch eine Übergangsbrille auszugleichen, wurde von meinem Optiker sowie ersten Selbstversuchen mit einer Ersatzbrille zerstört. Das Gehirn gleicht nĂ€mlich nur Unterschiede bis etwa 3 Diotrien aus. Anderenfalls kommt es zu Doppelbildern unterschiedlicher GrĂ¶ĂŸe auf der Netzhaut, da das eine Brillenglas bei mir verkleinern und das andere vergrĂ¶ĂŸern wĂŒrde. Hab's ausprobiert und fand es wirklich unertrĂ€glich.

Variante 2 habe ich dann in den ersten Wochen notgedrungen bevorzugt, nÀmlich meine alte Brille weiter zu tragen. Das operierte Auge ist dann zwar mit 6 Dioptrien falsch "vernebelt", aber der Effekt war immer noch ertrÀglicher als die Doppelbilder.

Variante 3 war ein Tipp meiner AugenĂ€rztin: Kontaktlisen - hier tritt die Anisometropie nicht auf, da das Glas ja direkt auf dem Auge liegt. Also ab zu Apollo Optik und ... zu frĂŒh gefreut.

Zwar klappte das mit der Kontaktlinse sehr gut nach 1h Probetragen. Aber das operierte Auge war noch knallrot durch die Nahtstelle im Auge und einen sich schlecht auflösenden OP-Faden. Daher gaben Optiker und Ärztin noch kein grĂŒnes Licht fĂŒr Kontaktlinse.

2 Wochen spÀter hatte sich die Dioptrie meines rechten Auges dann aber wieder deutlicher verÀndert in Richtung Ausgleich (ca +1,5 Dioptrien noch), sodass mein Optiker mir den nÀchsten Tipp gab: Nur 1 Kontaktlinse auf dem gesunden Auge, das operierte Auge dann unausgeglichen lassen. Und diese Kombi macht dann das optische Leben seitdem halbwegs ertrÀglich.

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Thorsten - Teil #4

fth68 @, Samstag, 15. April 2017, 11:17 (vor 219 Tagen) @ KAtharina

Etwa 6 Wochen spÀter krebste mein Visus immer noch nur zwischen 60% und 80% herum. Frustrierend. Leichte Anzeichen einer Katarakt schien es auch zu geben, manchmal sah ich wie durch einen leichten Morgennebel. Aber sicher schien mir das nicht zu sein.

Als Nachwehen der OP hatte ich immer noch eine Reihe von Photopsien. Vielleicht auch interessant fĂŒr andere, daher liste ich die Symptome mal auf:
- Bei geschlossenen Auge sah ich im Augenhintergrund ein Selbstleuchten und Wabern, teilweise in blĂ€ulichen oder grĂŒnlichen Farben, und verstĂ€rkt in den Sektoren meiner NHA.
- Im Zentrum des Sichtfeldes hatte ich nach Fokussieren eines kontrastreichen Textes oder Bildes ein sehr grelles Aufblitzen beim Blinzeln. Richtig stark, wie ein Handyblitz. Hierzu habe ich hier im Forum auch schon Fragen gestellt und Antworten bekommen (jedoch ohne konkrete BegrĂŒndung des Effekts)
- Diverse Partikel/Zellen, die im Auge herumschwimmen. Vom Aussehen her wie die typischen GlaskörpertrĂŒbungen, also kleine Zellen oder Zell-FĂ€den. Nur, dass ich ja dank PPV keinen Glaskörper mehr habe. Irgendwie doppelt blöd.
- Einige der Partikel können sich auch wie "Glasperlen" oder "kleine schwarze Löcher" verhalten. Das sieht dann etwa so aus wie eine dicke Zelle mit sehr starkem, dicken schwarzen Rand. In der Mitte scheint sie dann wie eine Glaskugel das Licht zu reflektieren bwz. zu "leuchten". Meist geht dies aber nach ein paar Stunden weg.
- Und noch eine Reihe von kleineren Farb-Photopsien.

Auf Anregung hier aus dem Forum habe ich ĂŒbrigens konzentrierten Blaubeerextrakt tĂ€glich genommen, ich kann aber nicht sagen, ob dies einen merklichen Einfluss auf die Photopsien hatte.

Nach 12 Wochen kam dann die Ölentfernung, wieder in der Augen-Uniklik Bonn. Das lief wieder in Teilnarkose und laut OP-Bericht komplikationslos und normal. Man hat dann aber erst einmal wieder Luft im Auge und somit wieder eine Gas-Katarakt-TrĂŒbung.

In den VorgesprĂ€chen sagte man mir, dass es diesmal nur 3 bis 4 Tage dauern wĂŒrde, bis die Luft im Auge absorbiert wird. Dies war bei mir aber nicht der Fall, es hat 11 Tage gedauert, bis die Blase sich aufgelöst hatte. Die AA in der Praxis meinten aber, das wĂ€re auch nicht ungewöhnlich, von Fall zu Fall ist das wohl extrem verschieden.

Mit der Öl-Ex waren die meisten der von mir beschriebenen Photopsien schlagartig verschwunden oder stark reduziert. Angenehm.

Was mit der Öl-Ex-OP aber plötzlich falsch lief, war meine Sicht. Ich hatte erwartet, dass ich in etwa wieder Dioptrienwerte und Visus so ungefĂ€hr wie vor der ganzen Geschichte wiederbekommen wĂŒrde. Das war aber nicht der Fall. Auf dem operierten Auge hatte ich zwar nominell immer noch 80% Visus, aber die Diotprien hatten sich extrem verstĂ€rkt. Von vorher -5,5 auf ungefĂ€hr -8/-10 (gemessen bei 2 Augenoptikern "klassisch", die RefraktionsgerĂ€te beim AA zeigten etwa -9 an)

Das war mir in der Plötzlichkeit recht unerklĂ€rlich und damit Besorgnis erregend. Da ich in der Öl-Zeit auf dem Auge ohne Dioptrienausgleich relativ normal sehen konnte und der Brechkraftunterschied des Öls bei ca. +5/+6 Dioptrien liegt, kam ich mit dieser Plus-Minus-Rechnung auf keine vernĂŒnftige ErklĂ€rung. Meiner Ansicht nach hĂ€tte ich nun wieder, wie vorher, bei ungefĂ€hr -6 Dioptrien liegen sollen.

Meine AugenĂ€rztin meinte, es könne nur an der Linse liegen (also eine Catarakta Traumatica durch die OPs mit Öl und Gas). Ich war hier ein starker Zweifler, aber nachdem sowohl die Ärzte der Uni-Augenklinik als auch die Ärzte der Dardenne-Augenklinik diese Diagnose stĂŒtzten, hab ich's dann doch geglaubt und mich dann auch direkt fĂŒr eine Katarakt-OP in der Dardenne-Klinik in Bonn entschieden.

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Thorsten - Teil #5

fth68 @, Samstag, 15. April 2017, 11:18 (vor 219 Tagen) @ KAtharina

Eigentlich hatte ich fast schon ein Luxusproblem mit der Auswahl der Operateure. Ich stand vor der Wahl, diese Routine-OP wieder in der Uniklinik machen zu lassen, in meiner AA-Praxis selbst oder in der Dardenne-Klinik. Ich entschied mich fĂŒr Letztere. Ausschlaggebend waren hier fĂŒr mich hier die folgenden GrĂŒnde:
- Die Klinik macht diese OPs quasi "am Fließband". Daher kann man hier allerhöchste Routine und Erfahrung voraussetzen.
- Extrem und durchgÀngig gute Patientenbewertungen in den Portalen.
- Aus meinem Bekanntenkreis war auch schon mal jemand dort gut operiert worden.
- Die Voruntersuchung hatte bei mir ebenfalls Vetrauen in die Ärzte, Kompetenz und ProfessionalitĂ€t aufgebaut.
- Und entscheidend fĂŒr mich: Die Klinik bietet Femtosekunden-Laser-OP an. Diese Art der OP gilt als prĂ€ziser und schonender fĂŒr das Auge als die herkömmliche Skalpell-Öffnung und UltraschallzertrĂŒmmerung der Linse. Der Laser kann die Öffnung absolut prĂ€zise und sauber legen, so dass auch keine VernĂ€hung erforderlich ist. Die Linse kann vom Laser "vorverarbeitet" werden, sodass weniger Ultraschallenergie auf's Auge kommt. Streuungen dieser Energie können nĂ€mlich auch die Netzhaut und/oder die Endothelzellen der Hornhaut belasten. Auch die Abheilungsphase soll entsprechend viel schneller, sicherer und komplikationsfreier verlaufen.

Die Femto-OP wird leider nicht von der gesetzlichen Kasse bezahlt, als Patient muss man fĂŒr diesen Wunsch einen Tausender selbst berappen. FĂŒr mich war das aber keine Frage, denn der Preis stellt auch den einzigen Contrapunkt dieser OP-Art dar. Es gibt zwar keine Studien, die den medizinischen Mehrwert evident belegen (weswegen die Kassen sagen, der Standard reicht aus). Die Vorteile des Verfahrens sind aber klar verstĂ€ndlich. Und bei meinem riskanten NHA-Background wĂŒrde ich niemals auf die Chance einer Risikosenkung, so klein sie auch sien mag, verzichten um den Aufpreis zu sparen. Man muss sich ja nur mal vorstellen, man wĂŒrde dann doch zu den 0,5% oder so gehören, wo es schiefgeht, handelt sich eine schwere Komplikation, womöglich eine weitere NHA ein. In diesem Fall wĂŒrde man sicher einĂ€ugig in den Spiegel schauen mĂŒssen und sich fragen: "Warum habe ich Idiot hier versucht, ein paar Euro zu sparen und mein Augenlicht riskiert?".

Ich ließ also die Femto-OP machen und gönnte mir noch eine asphĂ€rische Premiumlinse, schließlich will ich ja den Rest meines Lebens noch so klar wie möglich da durch schauen. Ich wurde 1 Nacht stationĂ€r aufgenommen wegen meiner riskanten Netzhaut-Vorgeschichten. Alles lief gut. Am nĂ€chsten Morgen hatte ich dann bereits 100% Visus auf dem operierten Auge. Ich wurde entlassen, bekam einen Satz Medikamente, 1 Woche Krankschreibung und sollte mich 4 Wochen körperlich schonen (nicht viel bĂŒcken, nichts Schweres heben, kein Sport).

4 Wochen spÀter. Auch die Abheilungsphase ist optimal und komplikationslos verlaufen. Ein paar Tage war das Auge zwischendurch mal etwas röter und gereizter, aber unter'm Strich keine Beschwerden. Der Visus liegt immer noch bei 100% (sogar 125%, hatte meine AA festgestellt) auf beiden Augen.

Ganz so wie vor 2 Jahren ist es trotz dieser technisch perfekten Werte naĂŒtlich nicht mehr. Mein rechtes Auge kann ja nicht mehr akkomodieren, daher muss ich mich nun mit Gleitsichtbrillen oder wechselnden Nah-/Fernbrillen anfreunden.

Als letzte Nachwehen habe ich daher nur noch die folgenden Wehwehchen:
- Die NachtsichtfĂ€higkeit meines rechten Auges ist stark gesunken (war auch schon frĂŒher nicht berĂŒhmt). In der DĂ€mmerung sinkt mein Visus daher von den 100% auf eher gefĂŒhlte 60%-70% schnell ab.
- Minimale Photopsien, also kleinere Leuchteffekte in den geflickten Netzhautsektoren habe ich bei geschlossenem Auge.
- Etwa ein Dutzend kleinere Partikel/Zellen, die flottierend in meinem Auge rumschwirren, nerven mich hin und wieder. Je heller die Umgebung, desto öfter und stÀrker nehme ich diese war.
-

Aber das ist alles Jammern auf höchstem Niveau, ich bin (bislang! Toi Toi Toi!) aus der ganzen Nummer wirklich mit einem "blauen Auge" davon gekommen.

Ich hoffe, dieser recht lange und detaillierte Bericht hilft insbesondere neuen Betroffenen, sich an einigen Symptomen vielleicht zu orienteren. Und ich hoffe, er macht auch einigen Betroffenen Mut, dass auch eine mehrfache Netzhautablösung / Re-Amotio am Ende immer noch relativ glimpflich ausgehen kann.

Erfahrungsberichte von Michaela

Michaela, 425, Dienstag, 10. Oktober 2017, 11:46 (vor 41 Tagen) @ KAtharina
bearbeitet von Michaela, Dienstag, 10. Oktober 2017, 11:54

Mein Name ist Michaela, ich bin noch 38 Jahre alt und mein Netzhautgeschichte fing am 6 Juli 2017 nach einem MittagsschlÀfchen an, als ich wach wurde putze ich mehrfache meine Brille und dachte komisch, diese schwarzen Schlieren und Flocken gingen nicht weg, vielleicht Kreislauf es war so ein warmer Tag. Ich ging noch mit meiner Tochter auf ihr Klassenabschlussfest er 4 ten Klasse, aber das rechte Auge wurde nicht besser.
Am nĂ€chsten Morgen drĂ€ngte mich eine Bekannte zum Augenarzt, es war Freitag (7.07.2017)und meine AugenĂ€rztin hatte zu, die VertretungsĂ€rztin (vorher KlinikĂ€rztin) ĂŒberwies mich gleich in die Augenklinik MĂŒlheim, Netzhautriss, OP am gleichen Tag, Plombe mit Vereisung. nach 2 Wochen eine Laserung an einer Stelle wo Zugkraft zu sehen war o.Ä..
6 Wochen Krankenschein und eine Woche Urlaub spÀter habe ich genau 2 Tage gearbeitet da sah ich abends im unteren Gesichtsfeld eine Halbkugel wenn ich den Blick nach oben richtete. Morgens noch schnell die Einschulung in die 5te Klasse meiner Tochter mitgemacht und ab zum Arzt- Netzhautablösung oben - Klinik- am 31.08.2017 OP durch Glaskörper mit Gas.
Am nĂ€chsten Tag einen Druck von 2, am nĂ€chsten Tag 1-2. Sonntags den 3.09 Op Faden gelegt zum Druckaufbau und nochmals Gas aufgefĂŒllt.
Tag darauf im unteren Teil des Auges Netzhautlöcher, am 5.09 OP Gas raus, Löcher gelasert und Silikontamponade rein.

Da war ich dann insgesamt 9 Tage im Krankenhaus.
Danach dachte ich es geht bergauf...

Donnerstag bei meiner AA flache Ablation unten unter der Silikontamponade, gestern war ich dann wieder in der Klinik, morgen hab ich OP VorgesprÀch und Dienstag den 16.10 wieder OP, die Netzhaut wird gerade von der Tamponade gehalten, Tamponade darf wohl nicht entfernt werde, da sonst die Makula abgehoben wird, die gerade gut anliegt, diese war bei einer OP schon abgehoben.
Wie ich meine Verstanden zu haben das es in Vollnarkose gelasert wird, etwas Öl raus und dann wieder rein, morgen wird es mir genauer erklĂ€rt.

vor ĂŒber 13 Jahren hatte ich auf dem rechten Auge -11 Dioptrie und hatte eine Lasik, mittlerweile weis ich das keiner mehr diese Dioptriezahl lasert, ob da doch ein Zusammenhang liegt.
Linke Auge waren -14 Dioptrie dort habe ich mir eine Linse auf meiner Linse operieren lassen, diese Auge sieht gut.

zu meinem Physischen Zustand, der ist teilweise Miserabel, spricht mich jemand an breche ich in TrÀnen aus, Schlafen kann ich sehr schlecht, ich sehe Lichter oder ich habe Angst die Augen auf zu machen und es bleibt dunkel...

Ich hoffe das Beste irgendwann...

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