Erfahrungsbericht von Rollstuhlfahrerin

Ramona ⌂ @, Bielefeld, Sonntag, 18. August 2013, 19:55 (vor 1555 Tagen) @ KAtharina

Auch ich möchte meinen Erfahrungsbericht hier weitergeben. Da mir das schreiben schwer fällt ,überarbeite ich jetzt nur meinen ersten Beitrag hier im Forum.

Wichtig ist im Vorfeld zu wissen, dass ich Rollstuhlfahrerin bin. Auch Oberkörper und Arme sind stark eingeschränkt. Dadurch bin ich in vielen Dingen auf fremde Hilfe angewiesen.

Von klein auf an bin ich hochgradig kurzsichtig (letzte Brille: 13,5 Dioptrien). Ab etwa 1991 hat sich mein Sehen stark verschlechtert. Auch mein Gesichtsfeld hat sich stark eingeschränkt. Auf meinen rechten Auge sehe ich ca. fünf bis acht Prozent. Links sind es ca. ein bis zwei Prozent. Den Wert von meinen Gesichtfeld habe ich nicht. Es ist aber so stark eingeschränkt, dass ich durch die Kombination von Sehen und Gesichtfeld als gesetzlich blind anerkannt bin. Es ist nicht sicher, ob es sich bei mir um eine Retinitis Pigmentosa handelt. Der Verlauf ist ja mehr oder weniger zum Stillstand gekommen.

Im Jahr 2010 wurde ich insgesamt drei Mal wegen dem grauen Star operiert. Bei der ersten OP Ende März wurde nicht berücksichtigt, dass ich den Nahbereich brauche. Deshalb wurde ich im Oktober erneut am rechten Auge operiert. Dort kam dann eine sogenannte „Add – on“ Linse dazu. Das linke Auge wurde ein drei Tage vorher operiert. Da gab es auch keine Probleme, da man sich jetzt deutlich mehr Zeit genommen hat. Als sich meine Augen erholt haben, habe ich etwas so gesehen wie vor dem grauen Star.

Am 05.08.2012 hat sich dann meine Netzhaut stark abgelöst. Natürlich war das ein Sonntag, Schon eine Woche zuvor habe ich „Flusen“ gesehen. Deshalb habe ich sowieso einen Tag nach der Ablösung den Augenarzt mit einer Freundin aufgesucht. Dann ging alles ganz schnell. Ich konnte nur noch kurz nach Hause, um ein paar Sachen zu packen und dann ging es schon los nach Münster (St. Franziskus Hospital). Den Dienstag wurde ich dann operiert (Laser + Kälte + Gastamponade). Am Tag darauf wurde ich schon entlassen. Die Freundin wurde übrigens mit im Krankenhaus aufgenommen. So war auch die Pflege sicher gestellt. Die erste Kontrolle hier vor Ort war noch in Ordnung.

Nach etwa einer Woche wurde dann bei der Kontrolle ein erneutes Loch festgestellt. Also, wieder schnell Sachen packen und wieder ab nach Münster. Am Donnerstag darauf folgte eine weitere OP (diesmal Laser + Kälte + Cerclage + Öltamponade). Der zweite Aufenthalt war für mich deutlich schwieriger, da ich alleine dort sein musste. Das Pflegepersonal der Klinik kann einfach nicht alles bei mir an Pflege und Assistenz abdecken. So ist alles auf Sparflamme gelaufen, was mir nicht gut getan hat.

Am 25.06.2013 ging es dann wieder stationär nach Münster. Es wurde an Mittwoch das Öl entfernt. Diesmal war wieder eine Begleitung mit, die auch aufgenommen wurde. Vom Ablauf her ist alles gut vorgeplant worden. Am Mittwoch folgte dann die OP, die ich insgesamt gut überstanden habe. Man hatte mir jetzt nicht nur Kochsalzlösung eingefüllt, sondern auch Luft. Diese habe ich dann etwa sechs Tage lang wahr genommen.

Durch das Ă–l habe ich vermutlich ĂĽberwiegend versucht mit dem rechten Auge zu sehen. Denn das rechte Auge ist schon mehrere Monate leicht ĂĽberlastet. Das Sehen mit dem linken Auge mit Ă–l war einfach immer zu verwirrend.

Aktuell habe ich den Eindruck, dass ich etwas schlechter insgesamt sehe. Das liegt natürlich auch mit an dem überlasteten Auge. Das linke Auge kann sich etwas verschlechtert haben. Aber das kann ich bei meinen geringen Sehrest nicht sicher einschätzen. Ich Habe noch die Hoffnung, dass das Gehirn jetzt erst wieder „Zurückschalten“ muss.

Etwas unsicher fühle ich mich noch wegen einer eventuellen Gefahr der erneuten Ablösung. Aber je mehr Zeit vergeht, desto „entspannter“ werde ich.

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GESTERN ist vorbei,
MOREGEN noch nicht da
und HEUTE hilft der Herr.
(Hermann Bezzel)

Mein Erfahrungsbericht:
http://www.forum.netzhaut-selbsthilfe.de/index.php?id=30645


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