Ziemlich frustriert...

Ibis, (vor 9 Tagen) @ KAtharina

Hallo KAtharina,

danke für die ausführliche Antwort. Es hilft ja schon viel, drüber reden zu können.

Man muss hier zwei Dinge trennen – das berechtigte Bedürfnis nach Sicherheit und den
medizinischen Nutzen. Kontrollen alle 1–2 Wochen sind nach einer NHA emotional absolut nachvollziehbar, medizinisch aber in den meisten Fällen nicht sinnvoll und werden von der Krankenkasse auch nicht dauerhaft übernommen, wenn kein neuer Befund oder akute Symptome vorliegen.

Meine zweite, totale NHA liegt aber gerade mal 3 Monate zurück. Die erste 5 Monate. Ich würde ja verstehen, wenn man nach einem halben Jahr "Ruhepause" ohne Symptome und vor allem nach Beendigung der laufenden Behandlung zu größeren Abständen wechselt.

Aber momentan meckert weder meine KK, die Behandlung ist nicht abgeschlossen, und ich bin auch nicht symptomlos.

Aktuell habe ich Schmerzen im rechten Auge und auf der rechten Schädelseite, stark genug für Schmerzmedikamente. Wie sich gestern herausstellte ist der mit Luft gemessene Druck rechts bei 24 (will heißen um 5 Punkte höher als mein üblicher Augeninnendruck, links sind es nur 19), dürfte im Kontaktverfahren noch höher sein. Da hätte ich mir schon gewünscht, daß genau nachgesehen wird, ob und wo evtl. Öl den Abfluss des Kammerwassers stört. Mein Glaukom ist bekannt.

Ich habe zudem jede Menge Photopsien über den Tag weg, auch Blitze und rotes Licht ganz rechts aussen, einen grau-weißen Schleier von dem ich nicht sagen kann, ob es Nachstar, Glaukom, NHA oder Öl ist, scharfe und unscharfe dunkle bzw. schwarze Stellen. Auf dem linken Auge sind es mittlerweile recht lebhafte Schwimmer und Floater.

Das alles ist für mich halt nicht "symptomlos".

Dazu kommt ganz pragmatisch, dass viele Praxen diese Dichte schlicht nicht leisten
können. Sprich, in den ersten Wochen wird engmaschiger kontrolliert, dann werden die
Abstände angepasst und erweitert.

Es wurde von Anfang an nur alle zwei Wochen kontrolliert, das war/ist die Vorgabe des KH. Die Praxis ist eigentlich mit Personal sehr üppig ausgestattet.

Eine Netzhautablösung lässt sich durch häufige Kontrollen nicht verhindern.

Das ist mir schon klar. Der Logik nach ist aber die Chance eine negative Entwicklung zu diagnostizieren doch größer, wenn man die Anfänge zeitnah feststellt? Bei meiner zweiten NHA sind mehrere Ärzte davon ausgegangen, daß sie sich über Tage hinweg ausgebildet hat.

• engmaschige Kontrollen in der frühen Phase

Was siehst du denn als frühe Phase an? Noch während der Behandlung? Nach Abschluß derselben?

• dafür klare Anweisungen, bei welchen Warnzeichen man sofort kommen soll

Leider gab es bei meiner zweiten NHA keinerlei Warnzeichen. Jedenfalls nicht größere als meine akuten Symptome.

Die pauschale Aussage, Blutdruckmedikamente hätten keinen Einfluss auf die Augen, ist so nicht korrekt.

Es gibt ja sogar Studien zum Thema, zB dass man Kalziumkanalantagonisten, insbesondere zusammen mit Diuretika sowohl bei Retina- also auch Glaukomproblemen vermeiden sollte. Ich war deshalb über diese Aussage ziemlich verdattert.

Gibt es eigentlich irgendwo eine Zusammenfassung der AUswirkungen der diversen Blutdruckmedikamentenklassen? Ich habe zwar eine koreanische Studie gefunden, aber die ist wohl auch nicht allgemein anwendbar.

Mich interessiert vor allem die Gegenüberstellung von Candesartan und ACE-Hemmern (Enalapril/Lisinopril).

Gerade in deiner Konstellation halte ich ein stationäres Profil von Blutdruck und Augeninnendruck für sehr sinnvoll. Einzelmessungen in der Praxis sind Momentaufnahmen. Ein mehrtägiges Profil – idealerweise inkl. Nachtwerte – kann zeigen ob es relevante Blutdruckabfälle gibt, ob Medikamente zu stark oder ungünstig wirken und wie sich der Augeninnendruck im Tages- und Nachtverlauf verhält.

Schön wärs. Ich bekomme aber nicht mal zeitnah ein 24-Stunden-EKG und eine 24-Stunden-Blutdruckmessung organisiert. Es sei denn ich zahle das privat, und das Geld habe ich nicht. Und das mit "stationär" ist nicht wirklich so einfach, ich versorge einen bettlägerigen Elternteil und es ist momentan noch nicht mal eine Tagespflege zugesagt für den OP-Termin.

Entscheidend ist weniger der Abstand der Termine als eine gründliche Untersuchung, gute Aufklärung und das Wissen, wann man wirklich sofort reagieren muss.

Also gründlich war diese Untersuchung sicher nicht. Auch nicht die davor. Die letzte halbwegs gründliche Untersuchung ist jetzt 10 Wochen her. Ganz ehrlich? In der momentanen Situation hätte ich mir wirklich eine genaue Kontrolle gewünscht. :-|


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