Erfahrungsbericht Volker - Teil 3

Volker, Montag, 28. Februar 2011, 13:03 (vor 2458 Tagen) @ KAtharina

Tja, wo war ich stehengeblieben> Mit Silikon√∂l im rechten Auge im Fr√ľhjahr 2010 nach meiner Netzhautabl√∂sung zum Jahreswechsel 2009/2010. Ich habe seitdem wohl keinen neuen Erfahrungsbericht gepostet, weil ich gehofft habe, dass er mit Warten doch etwas positiver ausfallen k√∂nnte...

Ende M√§rz wurde das √Ėl planm√§√üig entfernt. Ich konnte mit der OP ganz gut umgehen, weil ich ja inzwischen wusste, dass das Auge so einiges aush√§lt. Trotzdem kam schon in der Klinik nicht so richtig Freude auf. Ich blieb etwas l√§nger als erhofft dort (8 Tage), u.a. weil der Augeninnendruck nicht so recht steigen wollte, und wurde schlie√ülich mit 6 mmHg entlassen.

Zuhause kam der Druck aber bald wieder in den Normalbereich und ist nie mehr zum Problem geworden. Cortisontropfen habe ich jeweils wieder p√ľnktlich vor der zu erwartenden Drucksteigerung abgesetzt (Kopfschmerz hat mich jeweils rechtzeitig gewarnt), au√üerhalb der Klinik auch "mildere" Steroidtropfen bekommen.

Leider war mir schon im Krankenzimmer aufgefallen, dass ich mit dem operierten Auge irgendwie in der Mitte des Blickfelds schlecht sah (konnte z.B. die Checkliste der Putzfrauen im Bad leidlich gut sehen, aber die Eintr√§ge, die ich fixieren wollte, nur als unscharfen grauen Fleck). Als ich dies bei den Visiten √§u√üerte, wurde ich vertr√∂stet, dass das sich wohl wieder bessern w√ľrde. Da war ja auch sonst noch alles aus dem Lot.

Danach wurde aber immer klarer, dass sich das nicht mehr bessert. Habe alle Untersuchungen durchlaufen: OCT/"Anschauen" (NH und Makula okay bis auf ganz geringen Ansatz von Gliose); FAG (Durchblutung okay); MRT (Sehnerv etc. okay). Letzte Best√§tigung mit mfERG im Juni: Im Bereich des sch√§rfsten Sehens sind die Rezeptoren nicht mehr funktionst√ľchtig, das Auge fokussiert inzwischen etwas seitlich, um das auszugleichen. Trotzdem Visus bei 0.1 (Tendenz fallend, vor allem wohl wegen der zunehmenden -- nach √Ėl zu erwartenden -- Linsentr√ľbung).

Die Linse habe ich entsprechend im August tauschen lassen (ambulant außerhalb der Klinik; mit Vollnarkose wegen des fehlenden Glaskörpers etc.). Diese OP lief erwartungsgemäß super. Ich hatte ja inzwischen gelernt, etwas Geduld beim Heilungsprozess zu haben. Aber der Visus wurde nicht mehr besser als 0.25. Immerhin kann ich das Gesamtbild gut erfassen und daher auch einigermaßen räumlich sehen.

Im linken Auge blitzt es oftmals, das wurde aber √ľber die Monate immer schw√§cher, so dass ich hoffe, diesen Albtraum nicht noch einmal mit dem anderen Auge zu erleben.

Was bleibt sind sehr leicht "reizbare" Augen: So k√§mpfe ich nach einer akuten Bindehautentz√ľndung seit mehr als drei Monaten gegen eine Lidrandentz√ľndung. Ach ja, ein relativ gro√üer Silikon√∂ltropfen wird nicht (wie die vielen kleinen, schwebenden, die sich teilweise auch irgendwo verfangen und nur bei Ersch√ľtterungen l√∂sen) vom Gehirn ausgeblendet und kullert unweigerlich ins Blickfeld, wenn ich den Kopf senke. Nicht st√∂render als die starken Glask√∂rpertr√ľbungen links -- die ich gerne in Kauf nehme. Einem "Nachstar"-Lasern, das bald f√§llig sein wird, sehe ich gelassen entgegen.

In Alltag/Arbeit/Autofahren komme ich aber gut zurecht, so dass auch ich trotz allem sagen kann: Gott sei Dank! ... und den √Ąrzten auch, selbst wenn nicht alles optimal gelaufen ist.


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