Thorsten - Teil #4

fth68 @, Samstag, 15. April 2017, 11:17 (vor 219 Tagen) @ KAtharina

Etwa 6 Wochen später krebste mein Visus immer noch nur zwischen 60% und 80% herum. Frustrierend. Leichte Anzeichen einer Katarakt schien es auch zu geben, manchmal sah ich wie durch einen leichten Morgennebel. Aber sicher schien mir das nicht zu sein.

Als Nachwehen der OP hatte ich immer noch eine Reihe von Photopsien. Vielleicht auch interessant f√ľr andere, daher liste ich die Symptome mal auf:
- Bei geschlossenen Auge sah ich im Augenhintergrund ein Selbstleuchten und Wabern, teilweise in bl√§ulichen oder gr√ľnlichen Farben, und verst√§rkt in den Sektoren meiner NHA.
- Im Zentrum des Sichtfeldes hatte ich nach Fokussieren eines kontrastreichen Textes oder Bildes ein sehr grelles Aufblitzen beim Blinzeln. Richtig stark, wie ein Handyblitz. Hierzu habe ich hier im Forum auch schon Fragen gestellt und Antworten bekommen (jedoch ohne konkrete Begr√ľndung des Effekts)
- Diverse Partikel/Zellen, die im Auge herumschwimmen. Vom Aussehen her wie die typischen Glask√∂rpertr√ľbungen, also kleine Zellen oder Zell-F√§den. Nur, dass ich ja dank PPV keinen Glask√∂rper mehr habe. Irgendwie doppelt bl√∂d.
- Einige der Partikel können sich auch wie "Glasperlen" oder "kleine schwarze Löcher" verhalten. Das sieht dann etwa so aus wie eine dicke Zelle mit sehr starkem, dicken schwarzen Rand. In der Mitte scheint sie dann wie eine Glaskugel das Licht zu reflektieren bwz. zu "leuchten". Meist geht dies aber nach ein paar Stunden weg.
- Und noch eine Reihe von kleineren Farb-Photopsien.

Auf Anregung hier aus dem Forum habe ich √ľbrigens konzentrierten Blaubeerextrakt t√§glich genommen, ich kann aber nicht sagen, ob dies einen merklichen Einfluss auf die Photopsien hatte.

Nach 12 Wochen kam dann die √Ėlentfernung, wieder in der Augen-Uniklik Bonn. Das lief wieder in Teilnarkose und laut OP-Bericht komplikationslos und normal. Man hat dann aber erst einmal wieder Luft im Auge und somit wieder eine Gas-Katarakt-Tr√ľbung.

In den Vorgespr√§chen sagte man mir, dass es diesmal nur 3 bis 4 Tage dauern w√ľrde, bis die Luft im Auge absorbiert wird. Dies war bei mir aber nicht der Fall, es hat 11 Tage gedauert, bis die Blase sich aufgel√∂st hatte. Die AA in der Praxis meinten aber, das w√§re auch nicht ungew√∂hnlich, von Fall zu Fall ist das wohl extrem verschieden.

Mit der √Ėl-Ex waren die meisten der von mir beschriebenen Photopsien schlagartig verschwunden oder stark reduziert. Angenehm.

Was mit der √Ėl-Ex-OP aber pl√∂tzlich falsch lief, war meine Sicht. Ich hatte erwartet, dass ich in etwa wieder Dioptrienwerte und Visus so ungef√§hr wie vor der ganzen Geschichte wiederbekommen w√ľrde. Das war aber nicht der Fall. Auf dem operierten Auge hatte ich zwar nominell immer noch 80% Visus, aber die Diotprien hatten sich extrem verst√§rkt. Von vorher -5,5 auf ungef√§hr -8/-10 (gemessen bei 2 Augenoptikern "klassisch", die Refraktionsger√§te beim AA zeigten etwa -9 an)

Das war mir in der Pl√∂tzlichkeit recht unerkl√§rlich und damit Besorgnis erregend. Da ich in der √Ėl-Zeit auf dem Auge ohne Dioptrienausgleich relativ normal sehen konnte und der Brechkraftunterschied des √Ėls bei ca. +5/+6 Dioptrien liegt, kam ich mit dieser Plus-Minus-Rechnung auf keine vern√ľnftige Erkl√§rung. Meiner Ansicht nach h√§tte ich nun wieder, wie vorher, bei ungef√§hr -6 Dioptrien liegen sollen.

Meine Augen√§rztin meinte, es k√∂nne nur an der Linse liegen (also eine Catarakta Traumatica durch die OPs mit √Ėl und Gas). Ich war hier ein starker Zweifler, aber nachdem sowohl die √Ąrzte der Uni-Augenklinik als auch die √Ąrzte der Dardenne-Augenklinik diese Diagnose st√ľtzten, hab ich's dann doch geglaubt und mich dann auch direkt f√ľr eine Katarakt-OP in der Dardenne-Klinik in Bonn entschieden.

-- Weiter in Teil 5 --


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