Thorsten - Teil #2

fth68 @, Samstag, 15. April 2017, 11:15 (vor 579 Tagen) @ KAtharina

Ein Jahr sp√§ter, im Sommer 2016, holte mich meine Netzhaut dann wieder ein. Nach einem Tagesauflug mit Freibadbesuch hatte ich abends das schwache Gef√ľhl, eine dunkle Wolke w√§re hinter mir. Ich konnte es nicht konkret als Schatten ausmachen, aber irgendwie war doch etwas "komisch" am Rande des Gesichtsfeldes.

Dies trat noch ein paar Mal auf und ich hatte den Eindruck eines nicht-optischen Schattens bei 11 Uhr am rechten Auge. Dies ist dummerweise auch der Sektor, wo der Knochen der Augenh√∂hle den Rand des Gesichtsfeldes bildet, sodass ich mir zun√§chst unsicher war, ob ich mir den "zus√§tzlichen" Schattenbereich nicht einbilde. Dies war aber nat√ľrlich nicht der Fall.

Ich war dann beim AA, der aber anliegende Netzhaut bescheinigte. Der Sektor war aber verd√§chtig genug, dass er mich nach 14 Tagen nochmal kontrollieren wollte, zumal bei mir starke Glask√∂rpertr√ľbungen die Fundussicht genau an dieser Stelle etwas blockierten.

Nach 14 Tagen waren die Effekte schon deutlich st√§rker geworden. Vor allem morgens fr√ľh bemerkte ich schon richtige Gesichtsfeldeinschr√§nkungen im besagten Sektor. Dennoch wurde befundet: Wieder zirkul√§r anliegende Netzhaut.

Am darauffolgenden Sonntag war ich wieder im Freibad und Beachvolleyball spielen. Abends hatte ich deutlich st√§rkere 'Mouches volantes' und einen klar wahrnehmbaren, leicht beweglichen Sektorschatten auf 11 Uhr, der auch mit keinem Prinzip Hoffnung mehr wegzudiskutieren war. Also Montag morgens wieder beim AA. Und wieder (trotz wirklich ausf√ľhrlicher Fundusuntersuchung in Mydriasis und zus√§tzlichem Ultraschall) wurde nichts gefunden: zirkul√§r anliegende Netzhaut, Visus auf 125% top.

In der Woche googelte ich dann nach weiteren Augen√§rzten f√ľr eine zweite Meinung, da ich mich angesichts meiner Symptome nicht beruhigt f√ľhlen konnte. Die Arztbewertungen im Internet f√ľhrten mich in Richtung K√∂ln-Bonn, aber die meisten hochbewerteten Praxen nahmen mich leider nicht kurzfristig als Neupatient an, sondern verwiesen auf den augen√§rztlichen Notdienst. Diesen "zuf√§lligen" √Ąrzten dort wollte ich dann aber nicht mehr Vetrauen schenken, als meinem Stammaugenzentrum, ich suchte halt eine Zweitmeinung von einem wirklichen Spezialisten (oder dem, was die Bewertungsportale zu eim solchen erkl√§rten). In Bonn wurde ich dann endlich f√ľndig und ergatterte mir einen Notfalltermin Freitag morgens bei einer Praxis am Friedensplatz.

Nach einer kurzen Kontaktglasuntersuchung war f√ľr die √Ąrztin die Sache dann klar: Ein Foramen und hochstehende Netzhaut. Musste also umgehend operiert werden. Zur R√ľckblende: Von meinem ersten wahrgenommenen Symptom bis dato lagen fast 5 Wochen und drei andere Arztbesuche!!

Ich fuhr dann sofort mit dem Taxi in die Uni-Augenklinik Bonn, wo ich dann 2h später operiert wurde. Die OP (Kryo + Gas) erfolgte in Teilnarkose. Finde ich wirklich gruselig, wenn man "sehenden Auges" mitbekommt, wie einem die Geräte im Augeninneren herumfuhrwerken, den Glaskörper schreddern und absaugen etc pp.

Nach der Operation sah ich dann erst einmal recht wenig, hatte auch viele Licht- und Schatteneffekte diverser Art sowie Partikel und Blutreste. Die √Ąrzte sagten mir aber, dass das alles normal sei und die t√§glichen Kontrollen sahen auch gut aus. Nach 4 Tagen wurde ich dann entlassen.

Eine knappe Woche lang schien alles recht gut zu laufen. Als der Gas-Wasser-Spiegel aber in meiner Augenmitte war und ich im oberen Bereich begann, teilweise normal zu sehen, sah ich leider auch wieder Dinge wie einen dicken Schatten. Es gelang mir dann noch 2 Tage, mir einzureden, dass dies wahrscheinlich eine harmlose Nachwirkung der OP war. Aber dann -typischerweise bei mir immer Freitag spät abends- musste ich doch realisieren, dass diese Symptome sehr eindeutig identisch mit NHA-Symptomen waren: Dunkle Schatten bei offenem Auge, blendungsartiges Nachleuchten derselben Sektion bei geschlossenem Auge. Das Problem war wohl, dass mein Netzhautdefekt rechts unten im Auge war, die Gasblase aber nach oben steigt und so dann trotz Befolgung der Lageempfehlungen letztendlich wohl doch nicht oft genug am richtigen Ort war. Die Netzhaut war also nicht wie erhofft am Augenhintergrund vernarbt.

-- Weiter in Teil 3 --


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