Erfahrungsbericht Ka Nin

Ka Nin, Montag, 27. Juni 2011, 17:16 (vor 2339 Tagen) @ KAtharina

Liebe Netzis,

ich danke Euch sehr für Eure Berichte, die ich nun in meiner 6.Woche nach der NHA selbst lesen kann. Es ist sehr schwierig etwas zu NHA zu finden und wenn es einen trifft unmöglich, da lesen dann ja verboten ist.

Zu mir und meinen Augen: Ich bin 43 Jahre- Seit meinem 5.Lebensjahr kurzsichtig hatte vor der OP -8 Dioptrien links und -9 rechts (derzeit -11 rechts). Meine Mutter hatte ungefähr in meinen Alter eine Netzhautablösung rechts und hat Ihr Auge dadurch verloren.

Ich sah am 17.05.2011 drei schwarze Punkte vor dem rechten Auge und habe nicht gleich reagiert. Habe noch in Stuttgart unterrichtet und bin danach joggen gewesen. Beides war nicht gut, würde ich auch nicht wieder tun- mit dem was ich jetzt weiß. Am Abend dann eine schwarze Wolke rechts oben im rechten Auge- Fahrt zurück nach Düsseldorf mit der Bahn: Koffer tragen und umsteigen in Köln. Direkt zum Augenarzt und dann ins Martinushospital in Düsseldorf: Netzhautablösung im Randbereich unten rechts. Der Glaskörper hatte die weitere Ablösung verhindert!

Im Krankenhaus durfte ich nichts mehr tragen, aber mich schon noch bewegen, schlafen musste ich mit hochgestelltem Kopfende. OP unter Vollnarkose, Dauer ca. 2 h, Plombe an abgelöster Stelle und Lasern um das Fortschreiten der Ablösung zu stoppen- hat super funktioniert! - DANKE! Krankenhausaufenthalt 5 Tage

Verhaltensregeln nach der OP:
1.nicht bücken, nichts heben, nicht Auto fahren, nicht lesen, schlafen mit erhöhtem Kopfende. Ich darf fernsehen und spazieren gehen (muss mich bewegen, da ich immer viel Sport mache und mein Herz daran angepasst ist, gehe anfänglich ca. 1 h mit MBT-Schuhen- die starke Dämpfung tut mir gut)
Ich war sehr lichtempfindlich und mein Optiker hat mir eine Photophobiker Sonnenbrille verkaufen können (er hat immer eine da für Notfälle), das war SUPER!!!- die Brille ist rundherum zu und kann über der Korrekturbrille getragen werden (ich habe sie am Anfang auch in geschlossenen Räumen getragen, jetzt nur noch bei Sonnenschein und Wind zum Schutz der Augen)
2.nach 10 Tagen ist das gelaserte Gewebe vernarbt – keine Verhaltensänderung meinerseits nur längere Spaziergänge bis zu 14 km.
3.nach 3 Wochen darf ich wieder anfangen langsam zu lesen, ab jetzt darf ich auch wieder bis zu 5 kg heben und versuchen Auto zu fahren
Mir fällt auf, dass das operierte Auge alles doppelt bis 4-fach sieht. Der nächste AA stellt fest, die Achse des operierten Auges ist verschoben von „rechtsdrehend“ vorher auf „linksdrehend“ hinterher. Ich bestelle mir ein Übergangsbrillenglas- das alte Glas hat wohl dafür gesorgt, dass das operierte Auge nicht mehr mit gesehen hat, da das Bild so schlecht war, durch das jetzt falsche, alte Brillenglas. Ich war schnell müde, weil-so denke ich- das Gehirn da einiges Ausgleichen musste.
Das Autofahren geht jetzt fĂĽr 15 Minuten, dann kommen Kopfschmerzen und ich setzte mich auf den Beifahrersitz und lasse weiter fahren.
Jetzt beginnt auch der Augeninnendruck im operierten Auge zu steigen und ich habe kurzzeitigen Visusverlust auf dem operierten Auge, wenn ich aus der Hocke hochkomme. Ich stelle mich in der Heliosklinik in Wuppertal vor- sehr gute ambulante Betreuung! und erfahre, das der hohe Augeninnendruck den Visusverlust macht bei Lageveränderung des Körpers. Die Kortisontropfen (nehme ich in abnehmender Menge seit der OP) werden abgesetzt, da sie den Augeninnendruck erhöhen, die Kortisonsalbe zur Nacht bleibt noch (da eine Entzündung jetzt extrem schlimm wäre).
4.nach 5 Wochen: Visusverlust wird nicht besser sondern kommt immer häufiger. Ich bekomme von meinem AA Tropfen, um den Druck im operierten Auge zu senken, damit klappt es endlich, der kurzzeitige Visusverlust wird seltener ist aber bis jetzt nicht total weg.

Ich bin jetzt in Woche 6 nach der OP und habe viele Fragen zum Arbeiten, noch bin ich krank geschrieben und werde auch nicht wieder starten, bis ich alles wieder kann ohne den Augen zu schaden: Normal ist fĂĽr mich 6-8 h pro Tag Arbeit am Labtop/BB. Dienstlich bin ich viel unterwegs mit PC-Roll-Rucksack (ca. 7 kg) und Koffer auf Rollen ca. 10 kg in jeder Art von Verkehrsmittel. Wie ich bei Euch gelesen habe, ist das wohl mit nur einer Plombe im operierten Auge alles machbar.

Ich plane 8 Wochen nicht zu joggen (Empfehlung vom Krankenhaus, und für mich sehr hart)- Dann fange ich wieder an, aber nur auf Waldboden bis sich nach 6 Monaten mein Auge wieder sortiert hat (der Glaskoerper nicht mehr flüssig ist (so wie jetzt noch) und auch die endgültige Seestärke feststeht)- ich hoffe dieser Plan ist gut so...denn außerhalb dieses Forums findet sich wirklich nicht so viel zu dem Verhalten nach der OP...wohl weil es für jeden anders ist. Ich werde jedenfalls noch eine zweiten Eintrag machen und berichten, ob der Plan so gut war für mich.

Ich danke allen vor mir für Ihre Einträge, die Tipps geben und Mut machen!


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