Erfahrungsbericht R.S. Teil 1

R.S., Montag, 21. September 2020, 15:11 (vor 32 Tagen) @ KAtharina

Hallo liebe Leidensgenossen u. interessierte,

weil ich mich durch die Ärzte nur dĂŒrftig informiert fĂŒhle, bin bei dieser Informationsseite gelandet, wo ich fĂŒr mich wirklich tröstliche u. interessante BeitrĂ€ge, nicht zuletzt von der Initiatorin, Katharina gefunden habe. Danke dafĂŒr.

Ich bin 61 Jahre alt, u. abgesehen von Lesebrillenbedarf in ĂŒberschaubaren StĂ€rken u. 2 Katarakt -(Grauer Star) O.P.s im letzten u. vorletzten Herbst, (zunĂ€chst am rechten, danach am linken Auge), eigentlich lebenslang von Augenproblemen verschont geblieben. Beide Katarakt O.P.s verliefen komplikationsfrei in der MĂŒnchner Herzog Karl Theodor Klinik. Danach hatte ich auf beiden Augen wieder nahezu 100 % Fernsicht.

Ende diesen Junis begannen meine wirklichen Augen-Probleme:

Eines Morgens bemerkte ich, ohne erkennbaren Anlaß, in meinem rechten Auge eine Art feinen, brĂ€unlicher Schleier, (Gardine). Nach einigen Selbstuntersuchungen war schon klar, daß das keine Ă€ußere Verunreinigung etc. war, sondern der Schleier bewegte sich offenbar im Auginneren mit Kopf oder Augenbewegungen leicht hin u. her. Nebenbei war alles Gesehene deutlich abgedunkelt. Bei genauerem Hinsehen konnte ich massenweise sehr feine, kleine PĂŒnktchen sehen. (Was ich u. man mir spĂ€ter als Blutpartikel erklĂ€rte).

Genug Sorge um noch am selben Sonntag in die Notambulanz der MĂŒnchner Augenklinik in der Mathildenstr. zu gehen, wo man mir mit der Auskunft Entwarnung gab, daß es sich hierbei um eine harmlose Einblutung handeln könne. Ein Loch oder Riß in der Netzhaut war nicht zu erkennen. Die Empfehlung war, abzuwarten ob sich die TrĂŒbung von selber (innerhalb von Wochen) wieder auflösen wĂŒrde. Bei weiteren PhĂ€nomenen, wie Lichtblitzen, Sehverlust etc. sollte ich sofort wieder antreten.

Eine Woche drauf, also Anfang Juli war es dann soweit, daß sich langsam eine Art blinde FlĂ€che von einer Seite in’s Blickfeld schob u. breit machte, so daß ich meine anfĂ€nglichen Selbstberuhiguns- versuche, („fang jetz ned an zu spinnen“) schnell beendete u. zum Augenarzt ging. Der stellte nun gleich eine, an der Peripherie beginnende Ablösung, Loch, Riß der Netzhaut fest u. schickte mich auf der Stelle in die nahe Augenambulanz des MĂŒnchner Klinikums rechts der Isar. Die genaue Untersuchung bestĂ€tigte, Riß u. mehrere Löcher, mit Abhebung der NH. Man wollte mich auf der sofort in Örtlicher BetĂ€ubung operieren, was ich, (fix u. fertig u. ĂŒberfordert) dankend zu Gunsten einer Vollnarkose- O.P. am nĂ€chsten Vormittag ablehnte.
Die O.P. verlief „komplikationslos“ mit Absaugen des Glaskörpers, Festtackern der Netzhaut mit Vereisungsnarben u. Laser, u. anschließendem EinfĂŒllen v. Gas. Danach 2 Tage Aufenthalt in der Klinik mit scharfer Schlafseitenlage. Bei der Entlassung war das Auge noch sehr gereitzt, verschwollen u. sowieso zu nichts zu gebrauchen, mit erwartbar nur ganz diffusem Sehen von FlĂ€chen etc.

Zum ersten Kontrolltermin war das Auge immer noch sehr gestreßt, geschwollen, schmerzte bei der geringsten Bewegung, wie mit EisenspĂ€nen unter den Lidern. Aber, die Ärzte waren sehr zufrieden, Augendruck o.k. Ich wurde wenig ĂŒberzeugt auf den nĂ€chsten Kontrolltermin 2 Wochen spĂ€ter einbestellt, oder „jederzeit wenn was is“. Wenigstens hatte ich ab da Erleichterung mit der Seitenlage u. konnte endlich wieder schlafen.

Schon nach einer Woche konnte ich aber die stechenden Schmerzen unter den Lidern nicht mehr ertragen u. hatte ein mieses GefĂŒhl bezĂŒglich der allgemeinen Heilung, Kopfschmerzen, so daß ich wieder vorstellig wurde. Ergebnis war, daß man mir „freundlicherweise“ die etwas weit aus dem Auge ĂŒberstehenden O.P. NĂ€hfĂ€den abschnitt u. nebenbei von außen ca. 100 weitere Laserpunkte durch die Linse auf die Netzhaut setzte.

Ab da konnte sich das Auge wegen der kĂŒrzeren FĂ€den beruhigen, der Wasserpegel stieg innerhalb weiterer 2 Wochen so weit an, daß ich erstaunlich scharf sehen konnte u. erleichtert, sowie hoffnungsfroh fĂŒr das Weitere war. Letzteres obwohl die Koordination beider Augen katastrophal war, (Gleichgewichtssinn fatal, rĂ€umliches Sehen kaum vorhanden). Das wurde innerhalb einer Woche nochmal etwas besser, so daß ich nach ausdrĂŒcklicher Ermutigung durch die Ärzte u. nicht zuletzt, weil ich grad neu in ein Fa. eingstiegen war, wieder mit der Arbeit begann. (Ein nicht sehr anstrengender Âœ Tags Fahrerjob sollte wohl mit etwas ZĂ€hnezusammenbeißen zu meistern sein!?) Schaute auch zunĂ€chst so aus, aber schon bis zum nĂ€chsten Kontrolltermin nach 1 Woche u. nunmehr 4 Wochen nach der Ablösung bemerkte ich, daß sich die von Anfang an vorhandenen, leichten Verzerrungen gerader Linien, zunehmend zu ausgeprĂ€gten Dellen mitten im Sehzentrum verschlimmerten. Konkret sah ich ein VW-KĂ€ferdach konkav nach innen, statt nach oben gedellt. (Wiederum sehr beunruhigende Aussichten also). Außerdem ergab die anstehende Untersuchung, daß sich mittlerweile eine „Membran“ ĂŒber die Netzhaut gelegt hatte, so daß von den anfĂ€nglichen fast 100% SehschĂ€rfe nur noch 70-80 ĂŒbrig waren . Man versuchte meine Angst diesbezĂŒglich, („wo fĂŒhrt das hin?“) zu zerstreuen, („ist ja immer noch ein tolles Ergebnis“) Arbeiten war noch möglich u. ich versuchte es also eine weitere Woche mit positivem Denken.

.S.


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