Netzhautablösung mit 17

Annah, Sonntag, 11. November 2018, 15:43 (vor 339 Tagen) @ KAtharina

Hallo,

Ich heiße Anna-Maria und bin 17 Jahre alt. Ich bin neu auf diese Plattform und bin sehr froh darüber, sie gefunden zu haben. Keine Person in meinem Umfeld ist mit dieser Krankheit betroffen und ich weiß nicht, mit wem ich darüber so intensiv unterhalten kann (vor allem über meine Ängste). Nun möchte ich euch über meine Erfahrung erzählen.

Im Mai dieses Jahres wurde bei mir eine Netzhautablösung festgestellt. Das rechte Auge ist betroffen. Vor ein Paar Jahren war bei mir das Risiko auf eine NHA schon da, weil ich eine massive Augapfelprellung und Glaskörperblutung hatte. Mich hat der Ball während eines Fußballspiels das Auge getroffen und ich war für ein Tag blind. Paar Tage später waren wir beim Augenarzt. Ich durfte eine Woche nicht in die Schule gehen, nicht lesen und nur Fernsehen war erlaubt. Ich besuchte in dieser Zeit jeden Tag meinen Hausarzt. Danach durfte ich wieder in die Schule und das Risiko war "weg" sozusagen.
Im März ist mir zum ersten mal ein kleiner Fleck auf der unteren Hälfte meines Sichtfeldes aufgefallen. Ich hab mir Anfangs nichts dabei gedacht, weil ich dachte, dass es immer noch wegen der Wunde im Auge liegen könnte. Nach einem Monat war es immer noch nicht weg und langsam kamen die Sorgen. Mein Hausarzt in der Nähe musste seine Praxis schließen und deshalb mussten wir einen anderen Arzt in der nächsten Stadt aufsuchen. Wir wollten einen Termin haben, aber sie konnten uns in kurzer Zeit keinen geben, also haben sie uns gebeten nach Stuttgart in die Notfallklinik zu gehen. Wir sind da hingefahren, aber die Augenärztin konnte nichts feststellen. "Natürlich nicht", denke ich mir im Nachhinein. Sie hat nämlich keine Netzhautuntersuchung gemacht. Sie hat nur außerhalb des Auges kontrolliert und meinte, dass es am Stress liegen könnte. Wir haben erst nach einen Monat (im Mai) unseren Termin beim Augenarzt bekommen. Bei der Untersuchung haben sie eine NHA festgestellt. Sie fanden bei mir insgesamt 7 Löcher auf der Netzhaut und die meisten von denen waren schon etwas älter, weshalb ich auch erst nach Paar Tagen operiert wurde (Vitrektomie mit Gas).
Nach der OP ist mein Gesichtsfeld etwas mehr eingeschränkt, aber meine Netzhaut liegt an.

Seitdem lebe ich mit der konstanten Angst einer Erblindung. Ich brauche morgens länger beim Aufstehen, weil ich Angst habe, meine Augen zu öffnen. Ich bin auch sehr frustriert, weil ich nicht schnell was unternommen habe und die Ärzte in der Stuttgarter Notfallklinik auch nichts festgestellt haben und gemeint haben, dies liege nur am "Stress". Ich hatte eigentlich vor nach der Schule Sportwissenschaft zu studieren, aber bin mir jetzt nicht mehr so sicher... Ich muss mein Körper sehr oft belasten, weil ich im Sport meine Abitur mache und zu viel Erschütterungen auch nicht so gut sein soll.


Schon mal einen vielen Dank im voraus!

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Liebe Grüße von Anna-Maria


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